Schmetterling und Taucherglocke

Verkaufsrang: 1454 (Bücher)
Autor: Jean-Dominique Bauby
Broschiert
EAN: 9783423083935
Auflage: Sonderausgabe.
ISBN: 342308393X
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Seitenzahl: 133
Erscheinungsdatum: März 2008
Verlag: Dtv
von: Uli Aumüller (Übersetzer)
Preis: EUR 7,90

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Kundenrezensionen zu 'Schmetterling und Taucherglocke'

Pflichtlektüre für medizinisches Personal (28. September 2008)

Bauby beschreibt eine schwere Störung der Kommunikationsfähigkeit, bei völlig klaren Gedanken, aus der Sicht des Patienten. Das Buch ist kurz und sehr gut geschrieben. Der Autor war Journalist, die Übersetzung ist hervorragend. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre werden für Medizinstudenten, Krankenpflegeschüler, Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte, denn es schult das Einfühlungsvermögen (hoffentlich).

lebenszeichen aus der taucherglocke (2. August 2008)

was geht in einem vor, wenn man auf einmal aufwacht und nicht mehr herr über seinen körper ist, angewiesen auf hilfe in jeder "lebenslage", wenn man so sagen darf, sich nur mehr über ein augenzwinkern mitteilen kann?
Bauby beschreibt seine gefühle, worüber er in seiner taucherglocke nachdenkt, und motiviert uns nachzudenken, was unser leben uns wert ist, was wir mehr wertschätzen sollten und was wir machen möchten, bevor uns unsere zukunft einholt!
ein kleiner minuspunkt, ist die manchmal schwerfällige übersetzung aus dem französischen.

Sehr enttäuschend (17. Juli 2008)

Nachdem mich das Thema sehr interessiert und jeder von diesem Buch so begeistert war, habe ich es mir schenken lassen. Ich bin sehr enttäuscht, mir ist das Buch zu emotionslos. Zu viele Alltagsgeschichten und Erinnerungen und zu wenig über ihn, über seine Gefühle und Gedanken während dieser sicherlich schwierigen Zeit.

Mir hat das Buch nicht gefallen und ich hoffe, dass im Film mehr rüberkommt. Ich werde ihn mir auf jeden Fall anschauen.

Erschütternd und lehrreich (21. Mai 2008)

Über sechs Jahre lang haben meine Mutter, meine Schwester und ich unseren Vater versorgt, der nach einem Schädel-Hirn-Trauma ein ähnliches Schicksal wie Herr Bauby durchleben musste: vollkommen gelähmt, unfähig zu schlucken, zu sprechen, inkontinent, aber bei vollem Bewußtsein. Kurz nach dem Unfall meines Vaters habe ich dieses Buch gelesen. Nachdem ich selbst ein solches Grauen hautnah miterleben musste, bewundere ich den Autor umso mehr dafür, dass er unter den gegebenen Umständen die Kraft und das Durchhaltevermögen gefunden hat, das Buch zu schreiben.
Man lernt viel über den Umgang mit Menschen, die sich aus dem Leben gerissen, bei vollem Bewußtsein in einer so furchtbaren Situation wiederfinden. Man lernt beispielsweise auf kleine Dinge zu achten, mit denen man solchen Personen das Leben ein kleines bisschen leichter und menschenwürdiger machen kann. Muss man zum Beispiel mit einem erwachsenen Mann reden wie mit einem Kleinkind oder ihn anschreien wie einen Schwerhörigen - nur weil er nicht antworten kann?! Das Achten auf vermeintliche Kleinigkeiten kann für den betroffenen Patienten Wohlbefinden (im Rahmen der Möglichkeiten) oder tiefste Verzweiflung für Stunden bedeuten. Beispiele: Fenster auf /zu, Sonne oder Licht blendet, Licht brennt Tag und Nacht und stört den Schlaf, idiotisches Fernsehprogramm läuft stundenlang in voller Lautstärke, interessantes TV- oder Radio-Programm wird einfach abgeschaltet, Kleidung wird schlampig und gedankenlos angezogen (dicke Fleecejacke bei warmem Sommerwetter, wohingegen bei Minusgraden schon mal ein Kurzarm-T-Shirt reichen muss; Falten in der Kleidung oder im Bettuch verursachen Druckstellen auf der Haut... die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

Allein die Tatsache, dass man in allen Aspekten des täglichen Lebens auf fremde Hilfe angewiesen ist und noch nicht einmal die banalsten Dinge des Alltags selbst entscheiden kann, ist unvorstellbar. Wie arrangiert man sich als lebenslustiger, aktiver Mensch mit einem solchen Schicksal?!
Wenn dann noch Hilflosigkeit, Gedankenlosigkeit, Ignoranz, Überforderung und/oder die Unfähigkeit seitens des Pflegepersonals, der Ärzte und der Angehörigen, sich in Andere hinein zu versetzen, dem Patienten das Leben vollends zur Hölle machen, dann ist es nicht verwunderlich, wenn diese zynisch oder verbittert werden.

Meiner Meinung nach sollte dieses Buch zur Pflichtlektüre werden für alle Menschen, die mit solchen Patienten in Berührung kommen - Pflegepersonal, Ärzte, Angehörige.

Eine sehr menschliche Tragödie (13. Mai 2008)

Natürlich lebt das Buch vom Schicksal des Autors. Schon dieses ist so außergewöhnlich, dass es per se fesselt. Aber, und das ist das Bemerkenswerte an diesem Buch, es lebt auch von der Art und Weise wie es geschrieben ist. Gut platziert finden sich orginelle Formulierungen, aussagekräftige Bilder und treffende Methapern.

Trotz der Schwere des Stoffes - der menschliche Geist (Schmetterling) eingeschlossen in einem fast leblosen Korper (Taucherglocke) wird der Stil von einer Leichtigkeit getragen, so dass es nicht schwer fällt, das Buch in einem Stück zu lesen. Dazu trägt auch die wohldosierte Ironie bei, mit der Betroffene seine aussichtslose Lage erträglicher macht.

Der Aufbaus des Buches ist in Form einer Aneinanderreihung von Episoden gestaltet. Einzelne Episoden beschreiben Alltagssituationen im Krankenhaus und andere behandeln Träume, Wünsche und Vorstellungen, die der fantasievolle und frei herumfliegende Gesit, losgelöst von der körperlichen Hülle, hervorbringt.

Ich glaube nicht, dass das Buch, nach rein literarischen Maßstäben, auf höchster Ebene anzuordnen ist. Aber es es ist ein Buch, welches bewegt, welches betroffen macht und zum Nachdenken anregt. Es verdeutlicht unter anderem, welchen einmaligen und elementaren Stellenwert die menschliche Sprache hat. Es zeigt mit einer stillen und intensiven Dramatik, in welche bodenlose Isolation man gerät, wenn man aus der selbstverständlichen kommunikativen Vernetzung herausfällt und man nicht mal mehr fähig ist, Hilfe zu rufen.

Schmetterling und Taucherglocke ist ein sehr menschliches Buch. Der Autor bewegt sich auf einer hauchdünnen Ebene, die zwischen tiefster Verzweiflung und dem dunkelsten sprachlichen Nichts aufgehangen ist. Dass dieses Buch dennoch entstanden ist, ist auf das Vorleben des Autors zurück zu führen. Er war Redakteur und sein Intellekt und sein sprachliches Vermögen ist ihm durch seinen fast vollständig gelähmten Körper nicht abhanden gekommen. Ein lesenswertes Buch!

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