Die Geschichte der Schönheit

Verkaufsrang: 17293 (Bücher)
Autor: Umberto Eco
Broschiert
EAN: 9783423343695
ISBN: 3423343699
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Seitenzahl: 440
Erscheinungsdatum: November 2006
Verlag: Dtv
von: Frederike Hausmann (Übersetzer), Martin Pfeiffer (Übersetzer)
Preis: EUR 24,90

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Umberto Eco ist ein literarisches Chamäleon ohnegleichen: Sein Romanerstling Der Name der Rose wurde zu einem der fünfzig Lieblingsbüchern der Deutschen gekürt, seine Essays, Glossen und Parodien begeistern ein breites Publikum, und seine sprach- und literaturkritischen Arbeiten haben in der akademischen Welt Standards gesetzt. Jetzt hat er sich in einem opulenten Bildband auf die Spurensuche nach dem “Schönen” begeben, und fördert dabei so manches vergessene Juwel zutage.

Die Geschichte der Schönheit überzeugt -- nicht nur auf den ersten Blick -- durch eine übersichtliche und einleuchtende Gliederung. Da geht es einerseits um die Darstellung menschlicher Schönheit, der weiblichen wie der männlichen, und der sich wandelnden Ideale, die unsere Wahrnehmung im Laufe der Jahrhunderte bestimmten. Weiter geht die Reise zu den Gebäuden, welche die Menschen zu ihrem Schutz oder zur Ehre höherer Wesen errichtet haben. Von der Musik ist die Rede und von ihrer Abhängigkeit von Mathematik und Astronomie. Garniert ist das Ganze mit einer Flut von Zitaten aus Bibel und mittelalterlicher Gelehrsamkeit, von Dichtern und Philosophen.

Auch wenn das etwas altmodisch klingen mag, so ist Die Geschichte der Schönheit im besten Sinne “erbaulich”. Eco flaniert an allem vorbei, was die Sinne erfreut, erklärt, deutet und schüttelt auch nicht selten den Kopf über das, was einst Begeisterung auslöste, inzwischen jedoch ausgesprochen hässlich erscheint. Ein Buch, um leuchtende Augen zu bekommen also, mit der kleinen inhaltlichen Einschränkung vielleicht, dass sowohl die Auswahl der bewunderten Objekte wie auch das theoretische Fundament rein europäisch ausgerichtet sind. Das ist jedoch nur das berüchtigte Haar in der Suppe, insgesamt ist der Schmöker ein Genuss -- zum Verschenken, sich selbst oder anderen. --Helge Basler

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Kundenrezensionen zu 'Die Geschichte der Schönheit'

Was schön ist... (25. September 2007)

Eigentlich hätte Eco auch gleich eine Kulturgeschichte schreiben können. Aber Kulturgeschichten der Menschheit gibt es ja schon so viele und auch noch so gute, so dass es schwer ist, hier etwas neues zu schaffen. Dabei würde man gerade Umberto Eco zutrauen, auf diesem Gebiet hier seine Vorgänger zu übertreffen. Schließlich gilt er nicht nur als ausgewiesener Kenner der Geschichte, sondern hat diese auch noch in einige sehr spannende und erfolgreiche Romane umgesetzt. Gerade er würde hier sicher einige neue Perspektiven liefern können. Doch wenn man etwas kann, muss man es dann auch tun? Und so lag es für Eco wohl nahe, Bewährtes diesmal anders zu machen statt einfach nur besser. Aber ist vielleicht ist es ja wirklich spannender, originell zu sein statt einfach nur gut.

Also hat es sich Eco durch die Wahl eines anderen Formats etwas einfacher gemacht. Was unser Zeitalter von anderen Epochen unterscheidet, ist vielleicht wirklich die Sucht unserer Gesellschaft nach der schönen, glatten, verkaufbaren Oberfläche, nach einem durchaus optisch geprägten Schönheitsbegriff. Warum also nicht genau darüber schreiben, die Texte dann eher kurz halten und das Ganze dann noch mit vielen Abbildungen und Zitaten garnieren? Ein Buch über Schönheit lässt sich doch viel einfacher herstellen und auch verkaufen als eine weitere Kulturgeschichte der Menschheit. Der Verlag war bestimmt glücklich über diese Idee. Und das mit der Recherche kann man dann vielleicht sogar einem Assistenten übertragen.

Das Buch, das so entstanden ist, entspricht auch genau diesem Konzept. Die Sammlung der Kunstwerke und Auszügen aus der Weltliteratur ist wirklich eindrucksvoll. Die im Vergleich dazu recht kurzen Texte von Eco gehen darin fast etwas unter. Aber natürlich gibt es auch hier einige kluge Einsichten zu finden, darunter auch die immer wieder wiederholte Tatsache, dass sich die Kriterien der Schönheit im Lauf der Zeit verwandeln. Eco sagt hier viel Kluges, wenn auch wenig Neues. Sinnvollerweise ist das ganze dann auch grob nach Epochen gegliedert - wie eine Kulturgeschichte eben. Was mich an dem Buch allerdings etwas stört ist - neben dem für viele Abbildungen etwas zu kleinen Format - der Eindruck, dass das sinnliche Erleben von Schönheit hier etwas zu kurz kommt. Das Buch wirkt oft kalt, etwas zu akademisch und verkopft. Schönheit hat für mich etwas mit Sinnlichkeit zu tun. Ich will es einmal so erklären:

"In einem Hotel sah ich eine junge Kellnerin, mit blassem Gesicht, klein, zu schlank für eine Frau, mit aschblondem Haar, das sie zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden hatte. Sie trug eine Brille, die ihre grauen Augen verbarg. Doch als sie mich sah, lächelte sie mich an, vielleicht ein Sekunde länger, als es üblich war. Und als sie das tat und sich auch von mir nicht abwandte, als unsere Blicke sich trafen, erinnerte ich mich, dass dieselbe Kellnerin vor einem Jahr beim letzten Besuch des Hotels genauso gelächelt hatte. Als sie sich schließlich doch umdrehte und den Tisch verließ, merkte ich noch, dass sie in ihren Bewegungen etwas mit der wunderbaren Studentin gemeinsam hatte, in die ich im Lauf des letzten Jahres so erfolglos verliebt war. In diesem Augenblick überwältigte mich die Schönheit und ich fand keine Worte."

Worte findet Eco dagegen immer. Leider.

"... sein Name ist Schönheit." (16. März 2007)

Umberto Eco hat eine ganz erstaunliche und überraschende Arbeit zur menschlichen Ästhetik, zum menschlichen Schönheitswillen vorgelegt. Meisterwerke der europäischen Kunstgeschichte werden mit ganz hervorragend ausgewählten zeitgenössischen und späteren Zitaten aus dem menschlichen Denken über Schönheit und Empfinden von Schönheit zusammen präsentiert. Diese Zusammenstellung ergänzt sich gegenseitig besonders gut. Indem man beispielsweise liest, wie mittelalterliche Menschen ihre Umwelt - und auch die damals geschaffene Kunst - wahrgenommen haben, versteht man sofort deutlich mehr über die damals geschaffene Kunst.

Viele der allerwichtigste Zitate Winckelmanns werden gebracht, die immer wieder neu und erfrischend zu lesen sind, auch wenn man manche von ihnen schon kennt. Und so vieles andere mehr. - Eine solche Zusammenstellung ist sicherlich auch für Wissenschaftler auf dem Gebiet der Evolutionären Ästhetik von großem Nutzen, ja, vielleicht weg-leitend.

Für wen Schönheit mehr ist als das, 10.000 Kunsthistoriker "superklug" jeden Tag daher zu reden wissen, für den wird dieser Band etwas ganz Besonderes sein. Man sollte nur die "Großen" über Schönheit reden lassen.

Friedrich Hölderlin etwa sagt:

"Ich hab es einmal gesehn, das Einzige, das meine Seele suchte, und die Vollendung, die wir über die Sterne hinauf entfernen, die wir hinausschieben bis ans Ende der Zeit, die hab ich gegenwärtig gefühlt. Es war da, das Höchste, in diesem Kreise der Menschennatur und der Dinge war es da! (...)

O ihr, die ihr das Höchste und Beste sucht, in der Tiefe des Wissens, im Getümmel des Handelns, im Dunkel der Vergangenheit, im Labyrinthe der Zukunft, in den Gräbern oder über den Sternen! wißt ihr seinen Namen? den Namen des, das Eins ist und Alles?

Sein Name ist Schönheit."

enttäuschte Erwartungen - miese Übersetzung, schlechter Text (8. Januar 2007)

Voller Erwartungen habe ich dieses Buch in die Hände genommen. Die großartige Aufmachung, das spannende Thema, der herausragende Autor - das muss einfach ein großartiges Buch ergeben.
Aber weit gefehlt. Selten wurde ich von einem Buch derartig geschockt. Ein unerträglicher Text, eine unfassbar technokratische Übersetzung, ein unlesbares Konglomerat an Wissenschaftsfloskeln. Sätze mit sieben oder gar zehn Kommata sind keine Seltenheit. Es wimmelt an Füllworten, Plattitüden, unnötigen Adjektiven - und immer wieder (pseudo-)wissenschaftliches Gestelz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der große Literat und Feingeist Eco ein derartiges Gestammel verfasst haben könnte.

Es gibt sehr viele Fachbücher, die man mit Wissensgewinn und Genuss lesen kann. Dieses Buch gehört leider nicht dazu. Der Text ist derartig verwirkt, dass ein angenehmes Lesen nicht mehr möglich ist. Ein Buch von Eco ohne Sprachästhetik - das glaubt eigentlich kein Mensch (und die Verkaufszahlen sprechen offensichtlich auch dagegen). Der Text erweckt den Anschein einer mäßigen Magisterarbeit oder einer Dissertation von "Professors Liebling" - gewollt und nicht gekonnt. Es bereitet mir immer wieder erneut Schmerzen, das eigentlich wunderbare Buch in die Hände zu nehmen. Es bleibt ein schönes Bilderbuch - mehr nicht.

Das Schöne erfreut Augen , Herz und Verstand! ( 25.11.04) (5. Januar 2007)

Umberto Ecos Buch über die " Geschichte der Schönheit" ist ein trostspendender Begleiter durch düstere Spätherbst- und Wintertage, nicht zuletzt, weil Schönheit, wie man seit dem Mittelalter weiß, auch etwas mit Farben und Helligkeit und damit einhergehender Leuchtkraft zu tun hat.
Der Autor befasst sich mit dem Begriff " Schönheit" innerhalb der bildenden Künste, der Malerei, der Architektur sowie des Industriedesigns und vieler , vieler anderer Bereiche. Dabei lässt er kluge Geister der Antike , der Renaissance, der Aufklärung und anderer Epochen zu Wort kommen.
Philosophen, Schriftsteller, Dichter und Troubadoure beschreiben und besingen das Schöne, doch keiner bringt es so sehr auf den Punkt wie Salomo( 10.Jh.v.Chr.) in seinem " Hohelied"! Ganz wunderbar!
Was meinten die Vorsokratiker zu diesem Thema und was der Philosoph Platon?
Zu welchen Denkergebnissen gelangten in der Folge die nüchternen Römer?
Eco sagt es den Lesern.
Das Buch ist reich bebildert und ein Fest für die Augen!
So kann man die schöne " Lucrezia Panciatichi" und das vollendet schöne Anlitz Albrecht Dürers( Selbstbildnis mit Pelzrock) bewundern, aber auch abstrakte Formen des Schönen bestaunen.
Man wird mit dem " Goldenen Schnitt" wie auch dem harmonischen Quadrat vertraut gemacht und erhält eine Idee von der Schönheit der Zahlen. Auf Zahlen lässt sich mithin alles zurückführen und sie bilden die Grundvoraussetzung so genannter Sphärenmusik.
Was ist schön?
Kann man Schönheit überhaupt definieren oder ist sie am Ende subjektiv, wie David Hume konstatiert?
All die Paläste, die wohlgestalteten Bauten, formvollendeten Skulpturen, auch das Industriedesign sind nicht zuletzt Ergebnisse des Strebens nach dem Schönen in irgendeiner Form.
Während die Romantiker glaubten, dass aus dem Schönen das Wahre hervorgehe, stellte Hegel hochinteressante Reflexionen zur schönen Seele an und Kant meinte , dass schön sei, was ohne Interesse gefällt!
Alle bestaunten , rätselten und definierten. Dies hat sich auch in der Mediengesellschaft nicht geändert.
Im Grunde personifizieren der junge Marlon Brando und der nicht mehr ganz so junge George Clooney, wie auch die göttliche Greta Garbo gedankliche Schönheitsmodelle. Sie sind sozusagen eine überzeugende Antwort auf die immerwährende Frage: Was ist schön?
Eine himmlische Lektüre, die man überhaupt nicht mehr aus der Hand legen möchte!
Die Farben im Stundenbuch des Duc de Berry, auch die Glasfenster der Kathedrale von Chatres und die Bilder aus dem Codex Manesse, welch eine Augenweide!
Wenn schön das ist, was Auge, Herz und Verstand gleichzeitig erfreut , kann Ecos " Geschichte der Schönheit" wohl als wirklich gelungener Beitrag zu diesem Thema bezeichnet werden.
Sehr empfehlenswert!

Storia della Bellezza a cura di Umberto Eco (9. Juli 2006)

Die Geschichte der Schoenheit - ein Schmuckstueck, das
in jedes Buecherregal gehoert? Ja, aber es geht nicht
nur um Aesthetik und Besitz. Dieses Buch ist gerade
wegen seiner These, dass die Schoenheit der Provokation
der Schoenheit des Konsums gewichen sei, eine Provokation.
Steht der Aesthetik eine weitere Durststrecke der
Geist- und Kulturlosigkeit bevor? Es liegt an uns.
Siegfried Lebherz

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