Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen

Verkaufsrang: 261 (Bücher)
Autor: Dan Ariely
Gebundene Ausgabe
EAN: 9783426274293
ISBN: 3426274299
Languages:
ListPrice:
Seitenzahl: 320
Erscheinungsdatum: 6. September 2008
Verlag: Droemer/Knaur
von: Gabriele Gockel (Übersetzer), Maria Zyback (Übersetzer)
Preis: EUR 19,95

Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen bei Amazon kaufen

Suche:   

Kundenrezensionen zu 'Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen'

Freier Wille? (28. November 2008)

Dan Arielys Buch lässt sich außerordentlich leicht und flüssig lesen. Dies ist vor allem seinem angenehmen Stil geschuldet, er erklärt einfach und verständlich und ohne viele Fachtermini, worum es ihm geht. Die Versuche und Experimente, die er durchführt, sind immer sehr einfallsreich und nicht wenige werden sich wünschen, auch einen so kreativen Professor zu haben. Die Studenten am MIT, dem Massachusetts Institute of Technology, sind wirklich zu beneiden. Diese Experimente sind stets aus dem Leben gegriffen, so dass der Leser sich automatisch selbst testet und sich fragt, wie er selbst reagiert hätte. So wird jedem klar, dass es mit der Rationalität doch nicht so weit her ist. Ariely schafft es, komplizierte Sachverhalte mit einfachen Vergleichen zu erklären, ohne dass der Leser sich vorkommt, als würde er nicht ernst genommen werden.

Das Buch kann bestimmt dem einen oder anderen helfen, sich in Zukunft klüger und geschickter zu entscheiden, ohne sich von angelernten Verhaltensmustern und -fehlern leiten zu lassen. Aber auch, wenn man es nicht schafft, sein Verhalten zu ändern, das Buch macht dennoch nachdenklich - ist unser Wille wirklich so frei, wie wir immer vermuten?

Dämlicher Titel, hervorragendes Buch (24. November 2008)

Im Droemer-Knaur-Verlag muss jemand sitzen, der darauf spezialisiert ist, dämliche Buchtitel zu vergeben. Oder ist es ein Zufall, dass im gleichen Verlag das Buch "Angst darfst du haben, fürchten musst du dich nicht" erschienen ist?

Das ist aber auch schon alles, was ich zu meckern habe. Sonst ist dieses Buch mit dem etwas intelligenteren Original-Titel "Predictably irrational" (Warum eigentlich nicht "berechenbar irrational", liebe Droemer-Lektoren?) sowohl inhaltlich wie auch von der Übersetzung her sensationell. Schade, dass im Untertitel nicht klarer wird, wie wichtig dieses Buch in Sachen Preisgestaltung für jeden Unternehmer ist. Damit verzichtet der Droemer-Verlag auf ein grosses Kundensegment. Ziemlich irrational!

Eine Freude.... (25. Oktober 2008)

dieses Buch zu lesen. Den Ausführungen meiner Vorrezensenten zum Inhalt ist nichts hinzuzufügen. Es erstaunt mich immer wieder, wie locker und praxisbezogen angelsächsische Wissenschaftler ihre Erkenntnisse darbieten. Was dieses Buch aber auch aus der Masse der Fach- und Sachbücher heraushebt, ist die erstklassige Übersetzung, die man erst richtig zu schätzen weiß, wenn man die englischen Titel der Bibliographie liest. Ich werde mir schleunigst das englische Original kaufen.

Der besondere Blick (18. Oktober 2008)

"Man hat mir oft gesagt, ich hätte einen ungewöhnlichen Blick auf die Welt." Mit diesem Satz, der mir selber nur zu bekannt ist, beginnt Dan Ariely seine Darlegungen, weshalb wir dem Denken allzu sehr vertrauen. War es bei mir das Zusammenleben mit meiner behinderten Tochter, das die Optiken verschob, führte bei Ariely ein schwerer Unfall zu veränderten Sichtweisen auf das menschliche Verhalten. Im Krankenhaus drei Jahre lang von Kopf bis Fuss einbandagiert, blieb dem Autor gar nichts anderes übrig, als sich auf das Beobachten der Muster zu beschränken, nach denen die Personen in seinem Umfeld agierten. Und die waren eben alles andere als so, wie es in den Lehrbüchern über den rationalen Menschen steht. Als er das Krankenhaus endlich verlassen konnte, wenn nicht gerade wieder eine Operation oder Behandlung anstanden, kam ein zweites Schlüsselerlebnis hinzu. An der Universität Tel Aviv brachte der Besuch eines Seminars über die Physiologie des Gehirns das Modell vom Homo oeconomicus endgültig zum Einstürzen.

Heute ist Dan Ariely selber Professor und lehrt am Massachusetts Institut of Technology Verhaltensökonomie. Und nach der Lektüre seines Buches kommt wohl bei manchem Leser der Wunsch auf, bei einem solchen Dozenten studieren zu dürfen. Denn so wichtig Theorien auch sind, im Vordergrund steht immer das Experiment. Wie können wir nachvollziehbar beweisen, was die Neurowissenschaftler in ihrer eigenen Sprache, mit ihren eigenen Instrumenten und mit ihren eigenen Anliegen erforschen? Was konstruiert unsere Wirklichkeit und bestimmt damit unser Verhalten? Und wie weit können wir uns gegen das Irrationale vieler Entscheidungen überhaupt wehren? Spannende Fragen werden in diesem Buch aufgeworfen und in aller Vorläufigkeit beantwortet.

Spannend ist auch die Lektüre, weil die zahlreichen und kreativ konzipierten Experimente so sehr in unserem Alltag angesiedelt sind, dass wir automatisch zu Beobachtern von uns selbst werden. Ob es um Wahrheit, die Illusion von Angebot und Nachfrage, Preise, soziale Normen, sexuelle Erregung, Aufschieberei, Besitz, Ablenkung, Erwartungen, Ratschläge oder Moral geht - immer sind wir als Leser mittendrin. Daher fällt es sehr viel schwerer als in anderen Büchern, sich von unangenehmen Botschaften distanzieren zu können. Zumal uns der Autor ja geschickt den Teppich unter den Füssen wegzieht, wenn wir es mit den gängigen Rationalisierungen versuchen. So kommt es wohl oder übel nach über 300 Seiten dazu, dass man viele Dinge nicht mehr so sehen kann, wie man es gewohnt war. Oder falls man schon vorher Zweifel am rationalen Menschen hatte, erhält man von Dan Ariely das Material, um mehr Gewissheit zu gewinnen.

Mein Fazit: Um vom Glauben an den Homo oeconomicus Abschied zu nehmen, können wir menschliches Verhalten aufmerksam beobachten, Bücher von guten Wissenschaftsjournalisten lesen - oder Dan Ariely. Die Verhaltensökonomie ist zwar noch jung, aber sie wird bestimmt nicht mehr von den Lehrplänen verschwinden. Als Einstieg in eine faszinierende interdisziplinäre Wissenschaftsdisziplin und als Erkenntnisinstrument kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen.

Sehr erhellend (3. Oktober 2008)

Dass wir uns in vielen Situation nicht vernünftig verhalten, ist wohl jedem an sich selbst schon einmal aufgefallen. Der Autor macht jedoch klar, dass dies fast die Regel ist: Wir verhalten uns ganz häufig so, wie wir glauben, wie es von uns erwartet wird, womit wir leicht manipulierbar werden. Zum Beispiel fand die Forschung schon vor längerer Zeit heraus, dass es wohl nicht leicht ist, einen blauen Stift als blauen Stift zu bezeichen, wenn alle anderen ganz selbstbewusst sagen, dieser sei rot.

Die angeführten Tests fand sich sehr interessant, trick- und lehrreich. Ich werde in Zukunft mein Entscheidungsverhalten etwas stärker reflektieren (mit Denken abfüttern). Allerdings befürchte ich umgekehrt, dass dieses Buch natürlich auch von all denen gelesen wird, deren Ziel es ist, andere Menschen zu einer bestimmten Entscheidung zu bewegen. Eventuell werden sie ihre Techniken nun noch weiter optimieren.

dkb.de

Ähnliche Produkte zu 'Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen'

dkb.de