Aus der Amazon.de-Redaktion
Das Vermächtnis der Wanderhure beginnt fulminant: mit einer grausamen Schlacht der Hussiten gegen die Deutschen. Bereits hier wird deutlich: Man sollte nicht allzu zart besaitet sein, wenn man in Iny Lorentz' historischen Roman eintauchen möchte ....... auch wenn sich herausstellt, dass die Anfangsschlacht nur geträumt ist; von Marie nämlich, die erst vor kurzer Zeit dem ihr aufgezwungenen Schicksal als Wanderhure entronnen ist und nun mit ihrer Familie glücklich über das Lehen Kiebitzstein gebietet. In dem Traum entführt Maries Erzfeind Falko von Hettenheim ihre kleine Tochter Trudi. Falko ist längst tot, trotzdem deutet Marie den Traum als schlechtes Omen.
Sie soll Recht behalten. Falkos Witwe Hulda entführt die schwangere Marie auf einer Reise und tauscht Maries neugeborenen Sohn gegen ihre eigene Tochter aus -- aus Rache und weil sie dringend einen männlichen Erben benötigt. Sie täuscht Maries Tod vor und lässt sie auf einem Sklavenschiff nach Russland verschleppen.
Auf der Reise findet Marie in der Afrikanerin Alika eine Freundin, und gemeinsam gelingt es den beiden, die schrecklichen Qualen und Erniedrigungen der Sklaverei zu überleben. Dank ihrer Kenntnisse in Kräuterheilkunde gewinnt Marie das Vertrauen ihrer griechischstämmigen Herrin. Und als diese durch politische Umwälzungen selbst in Ungnade fällt, gelingt den Frauen die Flucht über Konstantinopel zurück nach Deutschland, auf Maries Lehen Kiebitzstein. Schließlich kommt es zu einer letzten dramatischen Schlacht, in der Maries Mann Michel bei dem Versuch, seinen und Maries Sohn aus Huldas Gewalt zu befreien, buchstäblich durchs Feuer geht.
Das europäische Mittelalter in Das Vermächtnis der Wanderhure ist roh, Güte eine seltene Tugend. Besonders Frauen sind die Leidtragenden der allgegenwärtigen Brutalität. Vergewaltigungen, unter denen besonders Alika zu leiden hat, sind an der Tagesordnung. Wahrlich kein leichter Stoff, aber ausgesprochen spannend zu lesen. --Astrid Vogelpohl, Literaturtest
Kundenrezensionen zu 'Das Vermächtnis der Wanderhure'
Ende einer Triologie (20. November 2008)
Meiner Meinung nach ist dies der schlechteste Teil der Bücher dieser Reihe. Die Handlung zieht sich für mich oft, obwohl man ja sowieso ahnt, dass alles irgendwie gut werden wird. Natürlich schlägt sich Marie, die Feministin des Mittelalters, tapfer als Sklavin durch die Lande und schafft es auch hier wieder aus dem allem Schlechtem was Gutes zu machen. Was mich bei diesem Roman besonders nervt - und ich weiß nicht, ob mir das bei den anderen Büchern nur nicht so aufgefallen ist - ist dass die Charaktere extrem schwarz weiss gezeichnet werden - entweder sie sind gut oder eben schlecht, sehr eindimensional. An manchen Stellen musste ich mich wirklich überwinden weiterzulesen, weil ich mir vorkam wie in einem historischem Groschenroman. Die Sprache ist größtenteils sehr einfach gehalten, was schon in Ordnung ist, aber manchmal auch übel aufstösst, wenn Marie mit ihrer Freundin über böse Männer "kichert", empfand ich das irgendwie unpassend - im Mittelalter kichert man meines Empfindens nach nicht. So richtig Spannung mochte bei mir auch nicht aufkommen, oftmals hab ich die Seiten einfach quer gelesen - eine komische Vorrausahnung, hat mich sowieso das Ende wissen lassen. Zwei Sterne gibt es dafür, da ich das Buch trotzdem zu Ende gelesen habe und ich stellenweise auch gefesselt war, leider überwiegen die negativen Gedanken bezüglich des Romans.Frauenroman auch für Männer (2. November 2008)
Marie scheint endlich ihren Frieden gefunden zu haben. Sie ist die Frau des Reichsritters Michel und trägt unter ihrem Herzen seinen Sohn, den Erben von Kibitzstein.Alles könnte in bester Ordnung sein, aber eine alte Rivalin sinnt auf Rache.Hulda, die Frau von Falko v.Hettersheim, läßt sie entführen und fügt ihr Schmerzen und einen Leidensweg zu, den viele nicht überleben würden.Hulda läßt Marie in die Sklaverei nach Russland verkaufen und eignet sich ihren Sohn an.Aber Marie ist von so zäher Natur, dass sie Wege finden wird, Gerechtigkeit zu erlangen.
Die Autorin nimmt auf dem Leidensweg von Maria den Leser in die entlegensten Winkel, aber auch in die Machtzentren der damaligen Zeit mit. Sie erzählt ein mitreißendes Abenteuer um das Schicksal einer Frau im Mittelalter, die sich ihrer Haut zu wehren wußte. Dem Leser wird es dabei nie langweilig und er erlebt eine Achterbahn des Schicksals.
Das Buch ist die Fortsetzung der "Wanderhure" und der "Kastellanin", kann aber auch als eigenständiges Buch bestehen. Ich habe die anderen zwei Werke nicht gelesen, konnte aber mir die Vorgeschichte vorstellen. Das "Vermächtnis der Wanderhure" hat mich so in den Bann geschlagen, dass ich die anderen zwei Bücher ebenfalls lesen werde.
Perfekte Nachfolge... ! Klasse, auch hier 1* (1. Oktober 2008)
Auch dieser Roman ist nichts fürSissy-Anhänger! All zu zart sollte
man nicht beseidet sein...
Ich finde ihn klasse und er ist
ein würdiger Nachfolger! Spannung
pur - ohne "Tütü"...

