Die Mächte der Zukunft: Gewinner und Verlierer in der Welt von morgen

Verkaufsrang: 11737 (Bücher)
Autor: Helmut Schmidt
Taschenbuch
EAN: 9783442153787
ISBN: 3442153786
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Seitenzahl: 240
Erscheinungsdatum: 22. März 2006
Verlag: Goldmann
Preis: EUR 8,95

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Aus der Amazon.de-Redaktion

In der Mitte seines neunten Lebensjahrzehnts erweist sich Helmut Schmidt mit seinem neuen Buch Die Mächte der Zukunft einmal mehr als hellsichtiger Analytiker. Der Autor überzeugt durch seine klare Sprache und durch die von poltischer Rücksichtnahme ungetrübte Schärfe des Urteils.

Ausführlich skizziert Schmidt zunächst die weltpolitische Ausgangslage, in der wir uns heute befinden. Während er die Gefahren des neuen Terrorismus in einem düsteren Szenario noch einmal deutlich vor Augen führt, hält er die möglichen Konsequenzen des erneuerten Weltordnungsanspruchs der USA für noch kaum absehbar. Bei aller Bedeutung, die er dieser Frage zubilligt (nicht zuletzt auch für die außenpolitische Selbstfindung Europas), übersieht der Altkanzler nicht, dass weitere Determinanten der Weltpolitik nicht aus dem Blick geraten dürfen. Dazu gehören die Folgen der Bevölkerungsexplosion in den armen Teilen der Welt ebenso wie die Auswirkungen der technischen und ökonomischen Globalisierung, die Anfälligkeit der internationalen Finanzmärkte oder die Problematik des internationalen Waffenhandels. Neben der Frage nach einem "Imperium Americanum", die im Zentrum der Erörterungen steht, werden ausführlich die verschiedenen möglichen Entwicklungspfade der anderen großen Mächte behandelt: China, der indische Subkontinent, der Islam, Russland sowie schließlich Europa (und hier vor allem Deutschland).

Im September des Jahres 2000 hatte Schmidt im Vorwort zu seinem Buch Die Selbstbehauptung Europas zu Protokoll gegeben, dass im Laufe des neuen Jahrhunderts eine gute Nachbarschaft mit dem Islam "zu einer der Bedingungen für die Selbstbehauptung Europas werden" würde, und: "Es könnte sogar dahin kommen, daß von dieser guten Nachbarschaft der Frieden … abhängt". -- "Wurde ich" so fragt Schmidt im Jahr 2004, "durch die furchtbaren Ereignisse ein Jahr später bestätigt? Oder hatte ich mich getäuscht? War ich zu optimistisch gewesen? Mit den Anschlägen vom 11. September 2001 und der amerikanischen Reaktion bekam meine Voraussage jedenfalls eine neue Dimension." Dieser Dimension vor allem sind die Reflexionen des altersweisen Staatsmanns gewidmet. Man muss nicht all seine Einschätzungen und Urteile teilen, um aus der Lektüre größten Gewinn zu ziehen. -- Andreas Vierecke

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Kundenrezensionen zu 'Die Mächte der Zukunft: Gewinner und Verlierer in der Welt von morgen'

Weitestgehend selbstverständliches einfach ausgedrückt (30. September 2008)

Bei allem Respekt für den Altkanzler, aber dieses Buch enthält wenig mehr als die Banalitäten der täglichen Zeitungslektüre. Stilistisch liest sich das ganze wie ein Schulbuch für die achte Klasse. So ziemlich jeder Leser wird also leicht verstehen können, was da geschrieben steht.

Andererseits, und dadurch wird das Buch deutlich aufgewertet, sind die dargestellten Zusammenhänge wohl bislang nur einer Minderheit der Deutschen wirklich bewusst. Wenn es gelingt, diejenigen für weltweite politische und ökonomische Zusammenhänge zu interessieren, die derzeit noch im Tal der Ahnungslosen leben, hat das Buch wohl seinen Zweck erfüllt.

Denen, die sich ohnehin mit den komplexen globalen Verflechtungen und ihren Konsequenzen beschäftigen, sei von dem Buch abgeraten, es wird ihnen nichts neues bieten.

Keine Pflichtlektüre (1. April 2008)

Wer mit offenen Augen das aktuelle Zeitgeschehen verfolgt, braucht das Buch nicht, da nur offensichtliches dargestellt wird.

Ein Buch für Feind und Freund (25. September 2007)

Das ist kein Buch, was sich in intellektuellen, ideologischen Gedankenspiralen verliert. Dieser Mann durchschaut Machtgefüge so klar und trocken wie sonst kaum jemand. Er analysiert und ist kein Hellseher. Im Gegensatz zu anderen weiß er das. Man tut gut dran, diesem Mann zuzuhören. Egal welcher politischen Richtung man angehört. Schmidt ist ein Kenner der Macht im Kleinen und im Großen, im Konkreten sowie im Abstrakten, ein Kenner der Macht von anderen und der eigenen ehemaligen Macht und der dazugehörigen Verantwortung, ein Kenner der Machtspiele und der Leute, die Macht mißbrauchen. Wer sich in die Höhle der Machtgefüge begibt, sollte sich nicht ihn als Gegner wünschen. das Schlechteste was man tun kann, ist einen Menschen wie ihn zu unterschätzen.
Jetzt,im Alter, hat er einen Abstand und ist nicht mehrauf Einzelschauplätzen der Macht und Parteipolitik zuhause. Das macht ihn noch interessanter. Für "Feind" und "Freund " von Schmidt ist es klug sich mit seinen Gedanken auseinanderzusetzen um einen eigenen Standpunkt zu entwickeln.

Visionen eines Realisten !!! (19. Juni 2007)

Es sind analytische Zukunftsprognosen eines charysmatischen Politikers,der wie kaum ein anderer dem sekulären,freiheitlich-demokratischen Charakter Europas mitgestaltete.Während der 7.Weltethos-Rede des Inter Action Councils in Tübingen,betonte der Altbundeskazler das was als der Leitfaden all seiner Bücher gelten kann,nähmlich,daß man jeder Politik mißtrauen muß,die ihre Religion zum Machtinstrument macht.Man soll jedem Politiker mißtrauen-sagt Helmut Schmidt-der diesseitige mit der jenseitigen Politik vermischt.Er plediert für die fundamentalsten Prinzipien des Humanismus und weist auf die Differenz zwischen der Gesinnung und der Vernunft in der politischen Motivation.Hier in seinem "visionärem" literarischem Werk,hinterläßt er uns gewißerweise sein politisch-philantropes Vermächtis und warnt uns zwar vom opportunistischem Kopmpromiss aber gleichzeitig gibt er auch zu verstehen,daß ohne Kompromisse,kann es keinen Konsens der Mehrheit in der Demokratie geben.Er wendet sich gegen dem "nationalem Sacro-Egoismus" und betont,daß wer kompromissunfähig ist,der ist für die Demokratie unfähig.Er warnt von dem Krieg,der inzwischen oft als selbstverständlicher Element der Politik anerkannt wird.Im Bezug auf das Gewissen in der Politik,bedient er sich der kantischen Philosophie,und bezeichnet es zur Recht als dem inneren Gerichtshof.Obwohl er ein Kettenraucher ist(ich bin ein überzeugter Nichtraucher!),und nicht immer sich taktisch zu äußern wußte,hat dieser Mann meine große Bewunderung und Respekt.

Über- und Ausblick (4. Mai 2007)

Helmut Schmidt gibt in seinem Buch "Die Mächte der Zukunft" einen kurzen Überblick über die derzeitige politische, wirtschaftliche und militärische Situation der einzelnen Staaten und Regionen der Welt und zeigt mögliche Entwicklungen auf. Dabei geht es u.a. um die fortwährende amerikanische Hegemonie, die Fehler im und um den Irakkrieg, den israelisch - palästinensischen Konflikt als Schlüsselproblem in im Nahen und Mittleren Osten, um den Stillstand der EU und um die kommenden wirtschaftlichen Mächte China, Indien und evtl. Russland.
Es ist dem Altkanzler positiv anzurechnen, dass er sich auf diese Weise weiterhin um das politische Geschehen bemüht und somit seiner Altkanzlerwürde gerecht wird, anstatt dem Aufsichtsrat eines russischen Gaskonzerns beizutreten.
Schmidt präsentiert sich in diesem Buch wie gewohnt mit klarem, weitsichtigem Überblick, sachlichen und realistischen Einschätzungen und sicherem, scharfem Urteilsvermögen. Dabei gelingt es ihm immer wieder auf die prägnanten Situationsanalysen grundsätzliche, richtungweisende Ziele und Perspektiven für die Zukunft folgen zu lassen.
Das Buch ist recht knapp und überdies durch den präzisen Schreibstil leicht zu lesen. Selbstverständlich kann auch ein Altkanzler bei dieser Themenstellung auf 238 Seiten nicht sehr ins Detail gehen, es gelingt ihm jedoch die einzelnen Sachverhalte auf das Wesentliche zu reduzieren, ohne dabei an Richtigkeit einzubüßen.
Sehr interessant für Politikinteressierte unabhängig vom derzeitigen Kenntnisstand. - 5 Sterne!

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