Aus der Amazon.de-Redaktion
Hätte eine Deutsche dieses Buch verfasst, von "archaischer Stammeskultur" und dem mangelnden Selbstbewusstein der Deutschen gesprochen, die den Zugewanderten keine klaren Regeln vorgeben, dann hätte es sicherlich einen Aufschrei gegeben -- fremdenfeindlich und rassistisch wäre die Autorin genannt worden.Nun ist die Verfasserin des Buches türkischstämmig, kennt die Welt jenseits des Bosporus genauso gut wie die Migrantenmilieus in bundesdeutschen Großstädten und verfügt auch noch über das Handwerkszeug empirischer Sozialforschung. Nachdem ihr Buch Die fremde Braut das System der Zwangsehe anprangerte, nimmt Sie jetzt die Väter, Söhne und Brüder ins Visier. Sie geht einzelnen Biografien nach, die im Osten Anatoliens beginnen und mitunter in einem deutschen Gefängnis enden. Sie erzählt die Geschichte von PKK-Aktivisten, Zuhältern und ganz normalen Familienvätern, von starren Gesetzen und einer vorgegebenen Männerrolle, aus der die meisten türkisch-muslimischen Männer nicht herausfinden. In dieser Welt zählen Respekt, Ehre und Schande; und Kelek hat die Mehmets und Yilmaz' interviewt, die für diese Werte töteten, schlugen und zerstörten.
Dabei macht Kelek von Anfang an klar, dass die porträtierten Männer nicht nur Täter, sondern ebenso Opfer eines Systems sind, das die Integration in einem Land wie Deutschland verhindert und nach aufgeklärtem Verständnis normale Familienbeziehungen unmöglich macht. Nicht zuletzt hat sie dieses Buch aus der realistischen Einsicht heraus geschrieben, dass die Emanzipation der türkisch-muslimischen Frauen nicht ohne ein Umdenken der Männer möglich ist.
Man kann Keleks Eindruck nur bestätigen, dass die deutsche Gesellschaft dem unbekannten Wesen "türkischstämmiger Mann" hilflos gegenübersteht. Sie gibt hier einen biografischen Einblick, der vieles verständlicher macht, aber nichts entschuldigt. Ihr Ziel, die Unmündigkeit innerhalb einer von Männern definierten, traditionellen Welt zu überwinden, ehrt sie. Man möchte nur hoffen, dass das Buch nicht von denjenigen instrumentalisiert wird, die schon immer "wussten", wie "rückständig" die Türken im Grunde sind. --Henrik Flor
Kundenrezensionen zu 'Die verlorenen Söhne: Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes'
Verständnis und Wut (22. November 2008)
Anhand ausgewählter Beispiele von türkischstämmigen Migranten, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, wird dem Leser ein wichtiger Einblick in Denkmuster türkisch-muslimischer Männer und ihr Leben gewährt. Biografien, die in der Quersumme immer um Wörter kreisen wie: Umma als immanentester Schritt hin zur Sozialisierung, überdehntes Wir-Gefühl, Respekt vor dem/n Ältesten. Diese lassen deutlich erkennen WIE viele dieser Männer ticken.Den in einigen negativen Rezensionen angeklungenen Vorwurf fehlender tiefpsychologischer Deutungen kann ich nicht nachvollziehen. Sicher kann man der Autorin vorwerfen, dass ihre verallgemeinernden "Aufleitungen" in Bezug auf türkische Männer hinken, da sie von Strafgefangenen berichtet (freilich nicht nur) und das Bild des türkischen Mannes darauf projiziert. In erwähnten Fällen mag sie durchaus Recht haben; dass ihre Interview-Ergebnisse jedoch keine allgemein gültigen Prämissen bilden, sollte jedem Leser klar sein. Dennoch gelingt es der Autorin meines Erachtens vortrefflich, den Geist der Erziehung wiederzugeben.
Erst wenn man die Situationen der hiesigen Migranten, ihre Lebensumstände vor und nach der Einreise und Einflüsse (aus Tradition, Religion etc.) genauer kennt, kann man sich disputierend der Lösungen annehmen. Und genau da bietet dieses Buch eine gute Hilfe, eventuell auch einen ersten Schritt, türkisch-muslimische Männer zu verstehen.
Ich fand es interessant zu erfahren (was ich längst vermutete), dass Integration für viele Türken gar kein erstrebenswertes Ziel ist! Dass für viele Türken Deutschland ein fremdes Land ist/bleibt und sie erst gar nicht verstehen wollen wie die Deutschen eigentlich sind. Vielen Männern ging und geht es nur darum in Deutschland Geld zu verdienen. Die Kinder bleiben in solchen Fällen auf der Strecke. Bleiben sie in der Heimat, ist der Besuch einer Schule oft nicht möglich (und das nicht nur bei Vätern, die im Ausland Geld verdienen), weil sie auf den Feldern mithelfen müssen. Gute Leistungen der Kinder, die mit nach Deutschland genommen werden, scheinen nicht erstrebenswert zu sein, weil viele Familien Deutschland nur als Zwischenstation sehen oder eigene Pläne bezüglich ihrer Kinder haben. Wie aber sollen die Kinder gut in der Schule sein, wenn ihre Eltern sie nicht dazu ermutigen, zu Hause nur Türkisch gesprochen wird und Freundschaften sowie außerschulische Aktivitäten vor allem mit deutschen Kindern (Freundinnen - o großer Gott - schon gar nicht) absolut verpönt sind?!
Dass die Kinder den Entscheidungen des Vaters sich nicht widersetzen (können) oder erst gar nicht in der Lage sind, eigene Ideen zu entwickeln, verdeutlichen die im Buch auftauchenden Beispiele immer wieder. Die herrische Position des türkisch-muslimischen Mannes ist ein ganz entscheidender Aspekt nicht nur der Erziehung, sondern auch des Erwachsenwerdens und der Sozialisation des türkischen Mannes, wo Respekt groß geschrieben wird, der Älteste geachtet, der Kontakt zu Frauen aufs Nötigste beschränkt wird.
Äußerst schlimm, ja beklagenswert ist die Situation der türkischen Frauen. Klar weiß man das. Und trotzdem macht es einen wütend, wenn man hinter die Fassaden blickt. Zwangsverheiratung - als Spitze des Eisbergs - sowohl in der Türkei als auch in der BRD. Das Unvermögen des Mannes in der Frau eine Gehilfin, eine (ebenbürtige - nie und nimmer) Partnerin zu sehen. Wie denn auch, wenn Eltern entscheiden, wen man heiraten darf?!
Zwar ist es nicht ausgeschlossen, dass man in solch einer "Zweckgemeinschaft" glücklich wird. Fataler ist die machistische Denkart des türkischen Mannes, der es für legitim erachtet seine Frau zu schlagen, für den Bordellbesuche kein Tabu sind und der seine Gemahlin deshalb auch mal "gerne" als Hure beschimpft, wenn sie nicht nach seiner Pfeife tanzt.
Der Koran gibt ihm ja in diesem Fall Recht. "In seiner letzten Stunde soll der Prophet gesagt haben: `Was die Frauen betrifft, sie sind Gefangene in eurer Hand.` Und im Koran steht, wenn sich eine Frau weigert, ihren "Pflichten" nachzukommen, hat der Ehemann das Recht, diesen Widerstand zu brechen. Sure 4, Vers 34, lautet: `Diejenigen aber, deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet, ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!`"
Da wähnen sich nominal gläubige männlich Jugendliche, die x-mal sich auf Allah berufen und ihre Gebetsketten schwingen, im Recht, wenn sie vor der Heirat so richtig Spaß haben können und auch mal das eine oder andere Mädel durchpoppen können. Schließlich ist der Mann nach türkischer Auffassung gar nicht in der Lage, sich zu beherrschen oder zu kontrollieren; vor allem im Übergangsalter macht ihm sein "verrücktes Blut" zu schaffen, so dass es ihm gestattet ist, sich auszutoben! Diese heißblütigen Coolen sind es auch, die im gleichen Atemzug die Frau als Hure abstempeln, wenn diese Sex vor der Heirat hatte. Aber nach der Heirat ist dann natürlich Schluss mit den exzessiven Sexerlebnissen, dann wird nach dem Koran gelebt ... (Wie oft hab ich solche Protzereien schon im TV und im realen Leben gehört. Reaktion: Wut.)
Das Traurige ist ferner die geistige Unterwerfung des Mannes von Kindheit an. Eine Abnabelung von der Umma (Gemeinschaft) findet nicht statt, Individualisierung ist so nur beschränkt möglich. Viele Jugendliche - und das scheint in fast jedem Interview durch - lernen MACHT als Dumpfe Gewalt kennen (Vater darf sie z. B. schlagen und nicht nur). Sie entwickeln einfache Formeln, die sie auch auf den Alltag und den Umgang mit anderen übertragen. Schläge bedeuten dann Macht. Respekt = Angst des anderen. Schande, wenn man selbst Angst hat. Sie werden geschlagen; dafür dürfen sie schlagen. Eine Bindung zu ihrer/ihren Schwestern ist quasi nicht vorhanden. Die strenge Trennung von Mann und Frau trägt ein Übriges dazu bei.
Glücklicherweise gibt es auch Familien, die Integration zulassen, ohne ihre religiösen Ansichten gefährdet zu sehen. Und auch davon ist im Buch die Rede. Hier kann Frau Kelek sozusagen auf unmittelbare Erlebnisse zugreifen. Sie selbst ist Kind einer türkischen Familie, die nach Deutschland auswanderte. In Deutschland studierte sie, erlebte mit wie ihre große Schwester einen Mann heiraten musste, den ihre Eltern - ob seines Doktorgrades - für eine gute Partie hielten und die trotzdem nicht glücklich geworden ist. Freilich war der Freiheitsdrang der Tochter dem Vater zuviel; er überwarf sich mit seiner widerspenstigen Tochter und fuhr zurück in seine Heimat.
Necla Kelek hat sich im Laufe ihrer Karriere und ihrer Forschungen intensiv mit dem Thema "Parallelgesellschaften" befasst. Im Unterabschnitt "Last Exit Veddel" erzählt sie die Geschichte dreier Jugendlicher aus einem Problemviertel (mit hohem Migrantenanteil) in Hamburg. Ich werde nun einige Passagen aus dem Buch zitieren, die mir wichtig scheinen (wobei einige nicht nur auf türkischstämmige Bürger zutreffen):
* Jugendliche (...) benutzen Handys, als seien sie damit auf die Welt gekommen, bewegen sich eckig wie die Helden ihrer Computerspiele, gucken sich aus Actionfilmen Gesten und Sprüche ab und reden abgehackt in unvollständigen Sätzen, als würde ein Störsender ihre Sprache dekonstruieren.
* Mehr als den verbalen Appell des Vaters, lernt, lernt, lernt, haben sie nicht für die Bildungskarriere ihrer Söhne getan.
* In ihrer abgeschlossenen Welt, in der es auf Gehorsam, auf Dienen und Nachahmung ankommt, sind Neugier, Eigenständigkeit, "Welteroberung", Bildung keine Werte, sondern Gefährdungen ihrer alten Traditionen.
Ferner zeigt Frau Kelek auf wie schwer es ist mit den archaischen Mustern zu brechen; sie geht auf die Entwicklung Europas ein und stellt dieser die "Entwicklung" des Islams gegenüber, wobei sie deutlich macht, dass "ohne die Ächtung der Scharia und des Prinzips der Vergeltung alle Bemühungen um Integration der Muslime zum Scheitern verurteilt sind". Im Anschluss nennt sie dann einige Vorschläge, die Integration erleichtern oder besser ermöglichen.
Ich halte dieses Buch für wichtig, weil es:
* durch die vielen Einzel-Beispiele einen Teil der türkischen Kultur begreifbar macht
* auf Probleme türkischstämmiger Migranten und ihrer Eltern in und außerhalb Deutschlands aufmerksam macht
* die religiösen Praktiken und Traditionen beleuchtet
* Vorschläge für Integrationshilfe liefert
* Ansatzweise archaische Traditionen fortschrittlicher Angepasstheit an die Moderne gegenüberstellt
* Stoff zum Nachdenken bereitstellt
Trotz eines grobschlächtigen Denk- oder Druckfehlers, der Frau Kelek unterläuft, wenn sie schreibt: "Apostel Paulus (...) lehnte die "Beschneidung des Herzens", wie er die Amputation der Vorhaut nannte (DAS tat er NICHT; er machte lediglich deutlich, dass Beschneidung an sich - als ritueller Vorgang - ohne adäquates Handeln absolut keinen Wert hat), als Demütigung ab." Und trotz ihres innigen Wunschs, die Beschneidung per se zu verbieten, weil sie mit dem Grundgesetz unvereinbar sei, ist dieses Buch eine Horizont erweiternde, spannende Lektüre!
Ein wichtiges Buch für den aktuellen Diskurs. (12. Dezember 2007)
Ich habe mir das Buch eines Morgens während der Lokführerstreiks am Frankfurter Hauptbahnhof gekauft. Es stach mir ins Auge und versprach mir, einerseits informativ und andererseits eine nicht zu anstrengende Lektüre für den morgendlichen Pendlerverkehr zu sein.Frau Keleks Buch könnte sich als außerordentlich hilfreich für den interkulturellen Dialog erweisen. Dass in der patriarchalen Welt des Islam Frauen vielerorts und immer wieder Opfer der ihnen aufgezwungenen Rolle werden, ist bereits hinlänglich bekannt. Dass aber auch die Täter, nämlich die Männer, zunächst als Opfer in das bestehende System treten, dürfte vielen unbekannt sein.
Frau Kelek breitet vor uns das Schicksal jener Männer aus, die - dem Wortlaut nach - in einem Patriarchat ja das Sagen haben müssten. Deutlich wird aber, dass in einem deformierten System auch die Priviligierten Deformationen davontragen.
Frau Kelek ist damit sehr angemessen umgegangen, indem sie in einem ersten Werk das Leben der "verkauften Bräute" schilderte und in diesem, nun als Taschenbuch vorliegenden, jenes der sogenannten und tatsächlichen Täter. Als Leser teils deutscher, teils muslimischer Abstammung kann ich Frau Keleks Beitrag zum öffentlichen Diskurs nur begrüßen. Auch sollten wir Deutschen uns, wie es ja bereits geschieht, wieder einmal Rechenschaft darüber ablegen, warum und wozu wir einst das große Projekt der Moderne - Humanismus und Aufklärung - in Angriff genommen haben. Humanismus und Aufklärung waren nur gelegentlich "wegen" aber zumeist "trotz" der christlich-kulturellen Prägung des Abendlandes möglich. Auch gegenüber dem Islam muss eine fundamentalkritische Betrachtungsweise möglich sein.
Diffamierung statt Befreiung (29. November 2006)
Keleks "Die verlorenen Söhne" will ein Beitrag zur Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes sein, bietet aber nur witgehend eine diffamierende Darstellung des Islam und der türkischen Männer. Sie bedient damit Vorurteile und Ressentiments deutscher stammtische. Sie wirft damit ihren akdemischen Anspruch über Bord und zwar indem sie hemmungslos und ohne Scheu sprachliche Plattitüden und Pauschalisierungen benutzt.Da gibt es Sätze wie "Muslimische Jungen wachsen ohne Liebe auf" (Seite 152). Wirklich alle?"Liebe kann scheitern und Freiheit kann einsam machen"(Seite 210)Geht es noch schwülstiger? In dem Buch wimmelt es von solchen Audsdrücken-manchmal unfreiwillig komisch: Istanbul ist...reich wunderschön und grausig zugleich, wie eine schwärende Wunde(S.166). Seit wann sind Wunden reich und wunderschön?
-oder verwirrend: "In den archaischen Religionen (i.e. Islam Anmerkung des Rezensenten) ist das Opfer immer schuldig....Dagegen beruhen archaische Religionen fundamental auf dem System der Sündenböcke- der Opferung Unschuldiger (beides S.162) Was denn nun ?
Durchgängig bleibt ein sehr polemischer abwertender Stil, der mich sehr ärgert.So kontrollieren männliche Jugendliche "den Sitz ihres Genitals" (S.124) und wenn ein als verbohrt und ungebildeter dargestellet Hodscha (muslimischer Vorbeter) beschrieben wird darf natürlich nicht fehlen, dass er ununterbrochen raucht. Pfui! Wie sollte er bei Kelek als männlicher Muslim auch höflich sein können.
Wirklich schlimm ist es, dass Epochen, Länder, Religionen und Kulturen wahllos gemixt werden. So wirft sie mit Äußerungen aus dem 9 Jhdt. dem Islam vor, dass dort keine sexuelle Revolution stattgefunden hat. Sie unterscheidet nicht zwischen der säkularen Türkei und dem Fundamentalisms, nicht zwischen Kurden und Tscherkessen usw. usf.. Sie fragt allen Ernstes nach, warum die (sunnitischen) Rechtsgelehrten zu dem geschwiegen haben, was im (schiitischen ) Iran passiert ist. Dies gipfelt schließlich in einer recht unkritischen Darstellung des Abendlandes und so wird sie wird christlich missionarisch tätig. Auch hier werden moderne Anschauungen und historische Belege vermengt. Damit will Kelek gar nicht die sexualfeindlichen Grundlagen des Christentums sehen. Auch die Frrauenfeindlichkeit im klassichen Griechenland übersieht sie, weil eben alles Schlechte und Böse bei ihr im Islam verortet ist. Sie erkennt dabei nicht das viele von ihr als typisch türkisch-muslimischen beschriebenen Verhaltensweisen auch in Europa und Deutschland tardtion waren. So gibt es auch in Europa Blutrache und die Diskriminierung von Frauen durch patriachale Väter ist auch in Deutschland erst vor ca. 40 Jahren in Frage gestellt worden. Liebesheirat als Norm ist kaum älter.Was in dem Buch als durch Christentum und Aufklärung bedingte befreiung dargestellt wird hat sich erst in den 60er Jahren in Westeuropa und USA des 20 Jahrhunderts durchgesetzt- auch nicht überall und auch nicht ohne zähes Ringen. Aber die Auseinandersetzung damit will Kelek in ihrem Buch auch nicht führen. Die muslimischen türkischen Männer sollen möglichst umgehend so werden wie ihre deutschen Pendants angeblich sind. So kann kein Weg aufgezeigt werden, wie Tradtionen in die deutsche Gesellschaft integriert werden können. Da wird die Beschneidung auch gleich eine Art Vergewaltigung (S. 113), die verboten gehört (S.205). Nun Beschneidungen werden außer zu religiösen Zwecken auch zu hygienischen und medizinischen Zwecken durchgeführt. In den USA sind im Mittleren Westen bis zu 80% aller Männer beschnitten. Sie werden sich nicht als vergewaltigt betrachten. Und sie werden nicht alle gewaltätig sein, so wie Kelek in ihrem Buch einendirekten Bezug zwischen Beschneidungen und männlicher Gewaltätigkeit herstellt, womit sie nebenher gesagt auch viele Juden zu Gewalttätern macht.
Als Lösung aller Probleme sieht sie "Fördern und Fordern" /S.205), womit wie auch sonst bei diesem unseligen Wörterpaar immer auch nur das "Fordern" gemeint ist - nämlich Eindeutschung, wenn nötig mit mit Hilfe der Polizei (S.205.).
Ich habe privat wie beruflich mit türkisch muslimischen Kindern und Jugendlichen zu tun. Dieses Buch hat den oft schwierigen Werdegang gerade dieser Jungen einen Bärendienst erwiesen, indem es die bitter nötige Integrationsarbeit erschwert.
Familienehre contra Rechtsstaat (20. September 2006)
Die Soziologin Necla Kelek hat muslimische Straftäter interviewt. Anhand ihrer Lebensgeschichten illustriert sie die ausschließlich von Männern formulierten und durchgesetzten Normen islamischer Dorfgemeinschaften, die unverändert in den Alltag deutscher Großstädte übernommen wurden. Angst vor Rache und vor der Macht des Stärkeren bestimmt das Verhalten, Respekt vor dem demokratischen Staat und seinen Gesetzen spielt kaum eine Rolle. Aggression wird von der Gemeinschaft geduldet und von Männern ausgeübt. Männliche Kinder wachsen auf der Strasse auf; denn die Wohnung ist weibliches Revier. Keleks Interviews zeigen Gründe auf für Beobachtungen im Alltag großstädtischer islamischer Parallelgesellschaften. Wer gelernt hat, unter allen Umständen den Gesetzen der Familie zu folgen, bleibt auch als verurteilter Straftäter ein Held und ein guter Sohn. Das Verhalten der Väter, Gewalt, Blutrache und Drogenhandel werden von den Interviewpartnern nicht in Frage gestellt. Kritik, Selbstkritik oder der Wunsch, dass die eigenen Kinder einmal ein anderes Leben führen könnten - undenkbar in einer Szene, in der Regeln befolgt werden müssen, auch wenn sie nicht begründet werden können.Im Gegensatz zu Keleks erstem Buch hat mir der deutliche biographische Bezug hier nicht gefallen. Von einer studierten Soziologin muslimischer Herkunft hätte ich mir neue Ideen und Wege gewünscht. Wie sich die Beziehungen zwischen muslimischen Familien und den deutschen Lehrern und Erziehern ihrer Kinder in Zukunft gestalten sollen, bleibt ungeklärt. Keleks Forderung nach rigider Durchsetzung von Vorschriften und Regeln der deutschen Schulbürokratie ist zwar gerade politisch opportun, bietet aber keine Lösungsstrategien für die akuten Probleme mit Parallelgesellschaften.
es wird zeit.... (2. September 2006)
und es ist in ordnung das solche bücher endlich geschrieben werden,wie lange will sich deutschland hier noch aus der verantwortung ziehenvöllig entsetzt mußte ich doch in der fremden braut lesen, das hier jemand der unser grundgesetz nicht einmal ansatzweise anerkennt für 2 frauen soziale unterstützung beantragen darf,
während einige deutsche langsam am existenzminimum leben,
völlig unverständlich auch die akzeptanz des kopftuchtragens und der befreiung vom sportunterricht von mädchen mit muslimischem glauben --- n. kelek zeigt doch gute wege auf zur änderung der zustände, die kritiken an beiden büchern kann ich nicht nachvollziehen und kommen sicher samt u. sonders von verfechtern der moslimischen kultur.


