Kundenrezensionen zu 'Der Weg des Shaolin: Überlebens-Geheimnisse eines Shaolin-Großmeisters'
Zu subjektiv und lässt viele Fragen offen (6. März 2008)
Steve DeMasco hatte es in seiner Kindheit und Jugend nicht leicht und ist jetzt ein erfolgreicher Mann. Sein Ziel, der Armut zu entkommen, erreichte er, indem er Kung Fu lernte und der Philosophie der Shaolin-Mönche folgte. So weit, so klar. Aber welchen Weg er zwischen seiner Kindheit im Armenviertel und seinem jetzigen Leben genommen hat, bleibt diffus.Immer wieder erzählt er Episoden aus seinem Leben, aber aus diesen Episoden formt sich kein Ganzes. Als Jugendlicher hat er unter anderem Schuhe verkauft, um Kung-Fu-Unterricht nehmen zu können, später hat er acht Jahre im Musikbusiness gearbeitet, seine Karriere dort wurde aber abrupt beendet und er stand vor dem Nichts. Dann erzählt er, dass er drei Mal fast bankrott gegangen sei und er sich immer wieder aufgerappelt habe. Leider verschweigt er, wie er dies konkret gemacht hat. Es interessiert sicher nicht nur mich, wie man mehrere Male in seinem Leben vor dem finanziellen Nichts stehen kann und danach jedes Mal wieder wohlhabend wird. Vielleicht hat er ja damals schon Kung Fu unterrichtet und hatte ein kleines, aber immerhin regelmäßiges Einkommen. Nur erfährt der Leser dies leider nicht und Zeitangaben sind sehr vage. Meistens heißt es: "Viele Jahre lang..." So entsteht kein aussagekräftiges Bild.
Dafür erfährt man aber, mit welcher Geisteshaltung und Spiritualität er, seine Mutter und andere Menschen seiner Umgebung schwierige Situationen gemeistert haben. Diese Verhaltensweisen sind aber nicht neu, die kennt man alle entweder aus anderen Religionen oder aus psychologischen oder esoterischen Ratgebern.
So schlägt er vor, man solle, wenn man im Leben vor schwierigen Aufgaben steht, "eine Minute Mönch sein". Das bedeutet, man soll sich fragen: "Was würde mein Meister dazu sagen?" oder "Wie würde mein Meister damit umgehen?" Diese Methode ist aber in Amerika schon seit Jahren bei christlichen Jugendlichen populär. Die fragen sich allerdings. "Was würde Jesus tun?" Wer hat denn da bitte von wem abgeschrieben?
Helfen, ohne Dank zu erwarten, ist ebenfalls eine christliche Tugend. Die Erkenntnis, dass man nicht etwa von anderen geärgert wird, sondern nur sich selbst ärgern kann, weil man die freie Entscheidung darüber hat, wie man über eine Situation denkt, ist Teil der kognitiven Verhaltenstherapie. Dass man sein Ziel kennen muss und es nicht aus den Augen verlieren darf, steht in jedem Lebensratgeber. Mir scheint das alles eher die aus buddhistischen, christlichen, psychologischen und esoterischen Komponenten zusammengebastelte Lebensphilosophie des Herrn DeMasco zu sein, als "Der Weg des Shaolin". Das merkt man auch daran, dass DeMasco Themen in den Vordergrund stellt, mit denen er in seinem Leben stark konfrontiert wurde. Er widmet dem Thema "Zorn" ein großes Kapitel, ebenso wie dem Thema "Opfer sein", zwei Themen, die im Leben des als Kind sexuell missbrauchten DeMasco ohne Zweifel eine herausragende Rolle spielten. Das Thema "Angst" hingegen handelt er in wenigen Sätzen ab. Offensichtlich ist das für ihn weniger relevant, da er jedes Mal, wenn er sich vor Menschen fürchtete, später erkannte, dass sie "arme Würstchen" waren, während er stark und ihnen damit überlegen war, auch wenn ihm selbst dies nicht von Anfang an klar war.
Fazit: Interessant zu lesen, aber zu subjektiv und zu lückenhaft, um wirklich hilfreich zu sein. Und auch wenn ständig Shaolin-Mönche erwähnt werden, darf bezweifelt werden, dass die hier dargestellten Konzepte "Der Weg des Shaolin" sind.
Überlebensgeheimnisse eines Shaolin Großmeisters (31. Dezember 2007)
Der Shaolin Großmeister Steve DeMasco beschreibt in diesem Buch Überlebensregeln für jede Lebenslage.Er gibt Regeln mit auf dem Weg die in den Alltagskonflikten einer westlichen Großstadt genau so gültigkeit besitzen wie in der kunst Körperlicher Selbstverteidigung.
Sehr interessantes Buch.
Viel Spaß beim lesen.
Nicht empfehlenswert (27. Dezember 2007)
Nachdem ich die Vorführung der Shaolin-Mönche zum ersten Mal gesehen habe, habe ich angefangen mich für deren Philisophie zu interessieren, für TCM, Qi Gong, Tai Chi. Dieses Buch ist - der 20/80 Regel folgend - vielleicht zu 20 % Shaolin-bezogen. Sonst reiht es sich nahtlos in die Schlange der 'Lebenshilfebücher' ein.Jeder sollte diese Lebenseinstellungen haben. (29. Mai 2007)
Dieses Buch sollte wirklich jeder lesen! Mir ist dieses Buch durch Zufall in die Hände "gefallen". Ich finde es sehr gelungen, da es verständlich geschrieben ist und für jeden Menschen in jeder Lebenslage etwas zu lehren hat.Wir können mit zwei Erkenntnissen unser Leben im kleinen Rahmen und eventuell sogar die ganze Welt verändern (vielleicht sogar Kriege vermeiden): Mitgefühl und Akzeptanz.
In dem Buch wird auch beschrieben, daß man, so schwierig es auch ist, einen Rückblick in sein Leben wagen sollte. Was geschehen ist, ist geschehen! Hatten wir unser Leben selbst im Griff oder haben wir alles geschehen lassen? Wollen wir so weitermachen wie bisher? Wollen wir andere über unser Leben bestimmen lasse oder jetzt erkennen wer wir sind und was wir wollen? - Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich!!!!!!
Steve DeMasco stellt hier das 80/20 Prinzip auf. 80 Prozent seines Lebens kann man selbst bestimmen, die restlichen 20 Prozent geschehen einfach. Aber es kommt auf uns an, ob wir an diesen 20 Prozent verzweifeln wollen, oder sie als gegeben hinnehmen und meistern.
Aus dem Leben eines Shaolin-Mönches kann man eine ganze Menge lernen - und von diesem Buch. Ich bin einfach nur begeistert und versuche diese Lebensweisheiten in meiner Familie zu leben. Es funktioniert! Auch Sie schaffen das. Viel Erfolg!
Praktische und nachhaltige Lebenshilfe (12. Februar 2007)
Dieses Buch erschien 2005 in den USA unter dem schnörkellosen Titel "The Shaolin Way". Die Marketing-Abteilung der deutschen Herausgeber fand das offenbar nicht markig genug und musste deshalb noch ein doppeldeutiges "des" einfügen und einen sinnentstellenden Untertitel erfinden. Erstens ist dies kein Buch über Kampfkunst, zweitens enthält es keine Geheimnisse und drittens geht es nicht ums Überleben, sondern um mehr Lebensfreude. Steve DeMasco macht den Versuch, uns die buddhistische Lebensphilosopie der Shaolin-Mönche nahe zu bringen und sie mit unserer (für uns oft unbewussten) Alltagskultur zu vergleichen. Natürlich ist er nicht der Erste, der diesen Versuch unternimmt. Aber im Gegensatz zu vielen anderen ist er weder theoretischer Philosoph noch Esoteriker, sondern ein Praktiker, der sich aus der untersten "Unterschicht" in New York zu einem Shaolin-Großmeister hochgearbeitet hat. Während philosophische oder esoterische Autoren die buddhistische Lebensphilosophie erklärend preisen, arbeitet Steve die Schwierigkeiten heraus, auf die wir stoßen, wenn wir sie praktisch anwenden wollen, und gibt uns kluge Ratschläge, wie wir diese Situationen dennoch meistern können. Wir geraten häufig in Konflikte mit inneren Programmen, die uns oft gar nicht bewusst sind. Einer von vielen dieser Konflikte entsteht durch das unsere Kultur prägende und dem Buddhismus fremde Belohnungssystem. Haben wir etwas gut gemacht, dann erwarten wir eine Belohnung dafür. In der Folge machen wir etwas oft nur wegen der Belohnung. Wird sie uns versagt, dann reagieren wir in irgendeiner Form aggressiv und rufen damit Ereignisse hervor, die wir eigentlich so nicht wollten. Der Autor will uns keineswegs zum Buddhismus bekehren. Vielmehr macht er den sehr gelungenen Versuch, uns erst einmal deutlich zu machen, warum wir oft in Schwierigkeiten und Konflikte geraten, um dann auf die jeweilige Problemlösung der Shaolin-Mönche zu verweisen. Uns wird dabei vielleicht viel deutlicher als vorher, woran wir kranken und wie wir dies möglicherweise schrittweise beheben können.Kapitel 1 trägt den Titel "Bloßes Überleben genügt nicht". Hier arbeite Steve heraus, dass es eben nicht darum geht, morgens bereits geplagt aufzuwachen, um dann durch den Tag zu hetzen, eine ungeliebte Arbeit zu verrichten und abends gestresst und ohne Energie für die Familie vor dem Fernseher einzuschlafen. Irgendwie ist uns das ja klar, wir wissen nur meistens nicht, wie wir diesem Kreislauf entgehen sollen. Steve bietet uns Hilfe an. Diese Vorgehensweise finden wir in jedem der folgenden Kapitel. Zunächst werden uns unsere bekannten Probleme vor Augen geführt, dann wird uns zu einer anderen Sichtweise geraten und schließlich gibt es praktische Lösungsvorschläge. Die Kapitel tragen folgende Überschriften: 2. Mit Ausrichtung und Disziplin ist alles zu schaffen, 3. Selbstwertgefühl setzt Selbsterforschung voraus, 4. Selbst in der Schwäche liegt Stärke, 5. Opfer werden nicht geboren, sondern gemacht, 6. Zorn ist Energieverschwendung, 7. Für andere da sein, 8. Hoffnung ist Aktion, 9. Wahre Kraft kommt von innen, 10. Du kommst nicht weit, wenn du nicht loslässt. Steve berichtet uns wie sein Leben verlaufen ist und wie er seine Konflikte, die er im Kern oft jahrelang nicht verstanden hatte, zu bewältigen versucht. Irgendwie kommt uns da vieles bekannt vor, und gerade das macht das Buch noch sympathischer. Wir werden nicht belehrt. Wir erhalten Hinweise, und es ist unsere Sache, was wir aus diesen Hinweisen machen.
Fazit: Dieses einfach und klar geschriebene Buch ist eine wirklich praktische und nachhaltige Lebenshilfe. Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass Lesen und Verstehen alleine nicht hilft. Für alle, die von der buddhistischen Sicht auf unser Leben nichts oder wenig wissen, ist DeMascos Buch darüber hinaus ein hervorragender praktischer Einstieg. Leider wird der Titel viele irriteren und einen anderen Inhalt suggerieren. Ich hoffe dennoch, dass dieses Buch viele Menschen erreicht.




