Aus der Amazon.de-Redaktion
In unserer stets kleiner werdenden Welt, in der die westliche Gegenwartskultur jede Nation auf diesem Planeten infiziert zu haben scheint, ist es schwer, auch nur ein kleines Fleckchen ursprünglicher Natur zu finden, geschweige denn unberührte Inseln oder gar Kontinente. Dies ist die Situation in Alex Garlands Erstlingsroman Der Strand. Der Fortschritt hat den Garten Eden auf einen verborgenen kleinen Strand nahe Thailand reduziert. In der Tradition der großen Abenteuerromane, bekommt Richard, ein Globetrotter ohne Wurzeln, der in Thailand umherreist auf dem Weg nach irgendwohin, von einem Verrückten, der sich Daffy Duck nennt, eine handgezeichnete Karte. Richard und zwei französische Reisende machen sich auf den Weg, dieses Paradies zu finden.Was diesen Roman wahrhaft befriedigend macht, sind die vielen Ebenen, auf denen er abläuft. An der Oberfläche ist er ein spannender Abenteuerroman; auf einer anderen Ebene untersucht er, warum wir nach diesen Utopien suchen, seien sie nun geheimnisvolle, verlorene Kontinente oder kleine Inselkommunen. Garland strickt eine packende und zum Nachdenken anregende Geschichte, die andeutet, daß wir in der Tat so sehr ein Produkt unserer westlichen Kultur geworden sind, daß wir nicht umhin können, genau den Zufluchtsort, den wir suchen, zu verunreinigen und letztendlich zu zerstören. --Dieser Text bezieht sich auf die Taschenbuch-Ausgabe des Titels.
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Der Strand ist ein beeindruckendes Erstlingswerk des jungen Engländers Alex Garland. Der 1970 geborene Autor lebt in London. Wie einst Donna Tartt mit ihrem Roman Die geheime Geschichte, so gelingt es auch Garland den Leser in einen Sog der atemberaubenden Spannung zu ziehen. Der Icherzähler Richard gerät über den Tipp eines drogensüchtigen Rucksacktouristen auf die Spur eines geheimnisumwitterten, einsamen Strandes auf einer thailändischen Insel. Richard mutiert schnell vom ersten Schritt auf dieser Insel vom ängstlichen Jungen zu einem Kamikaze-Typen mit Killerinstinkt.
Richard sucht die Gefahr und meistert sie mit viel Glück und Geschick souverän. Das Strandleben in der bereits bestehenden Aussteigertruppe beginnt. Einerseits wird jegliche Erinnerung an die Zivilisation ausgeblendet, auf der anderen Seite herrschen starre Regeln des Zusammenlebens in der Kommune. Das Gesetz Darwins gewinnt an Gültigkeit. Und jeder, der sich der bestehenden Ordnung widersetzt, begibt sich unweigerlich in Lebensgefahr.
Die Idylle am Strand gestaltet sich bald als eine strenge Prüfung für jeden Einzelnen. Konfklikte werden heraufbeschworen und mit harten Mitteln bekämpft. Das Buch ist ein Lehrstück in Sache menschlichem und eingebürgertem Moralkodex, der immer wieder auf die Probe gestellt wird. Der Tod verliert seinen Schrecken, selbst Morde erhalten zugunsten der Erhaltung einer höheren Ordnung neue Gültigkeit. Die straffe Organisation des geheimen Strandlebens der bunt gemischten Truppe verschiedenster Nationalitäten erhebt sich über gesellschaftliche Werte. Zur Not müssen auch -- menschliche -- Opfer gebracht werden.
Garland erzählt mit einer beispiellosen Beiläufigkeit, was den Horror von Überleben und Sterben noch verstärkt. Das Bild vom einsamen Palmenstrand, seltenen Vögeln und dem sanften Rauschen des Meeres als Garten Eden relativiert der Autor mit seinen Schreckensvisionen und Abenteuern als Richard. Spätestens zum Ende des Buches hin wird klar, dass auch der Reiz des Verbotenen das jähe Ende bedeuten kann. Und das Paradies eher der Hölle auf Erden ähnelt. Ein faszinierender Roman und eine Lebensschule in einem. --Corinna S. Heyn
Kundenrezensionen zu 'Der Strand'
Ein Groschenroman (6. September 2008)
Garlands Strand ist ein ärgerliches, sprachlich mißlungenes Produkt, das nicht einmal zu verbergen sucht, daß große Teile der Ideensammlung aus dem Herren der Fliegen stammen. Während der Roman offenbar das Ziel hat, das spezifisch westliche Weltbild zu entlarven und beschreiben, wirken doch gerade die klischeehaften Schilderungen und Transskriptionen des thailändisch geprägten Englisch dermaßen rassistisch und überheblich, dass einem der dünkelhafte Backpacker im Sukhumvitbezirk Bangkoks aus dem Buch entgegenzuspringen scheint. Garland hat sich offenbar nur wenig, oder auch gar nicht mit dem Gastland befaßt, das Buch wirkt eurozentriert, hochfahrend, miesepeterisch, ärgerlich. Weder die Protagonisten noch der Erzählstrang werden plastisch, das einzig Griffige im Roman ist das Unabsichtliche. Papierverschwendung.Großartiger Roman (21. April 2008)
Der junge Engländer Richard gelangt auf seiner Reise durch Thailand an eine Karte, die den Weg zu einem geheimen Strand zeigt. Zusammen mit zwei Franzosen begibt er sich auf die Suche nach dem verborgenen Paradies. An diesem Stück unberührter Natur lebt bereits eine Gruppe Aussteiger, die in einer durchstrukturierten Gemeinschaft mit klaren Regeln und einer starken Hierarchie leben. Richard und die beiden französischen Reisenden gewöhnen sich an das Strandleben und beginnen ihr "altes Leben" zu vergessen. Was als absoluter Traum beginnt, entwickelt sich zu einem Alptraum mit menschlichen Opfern...Alex Garland erreicht mit seinem Erzählstil in der Ich-Perspektive, das man das Gefühl hat dabei zu sein und sich mit Richard identifiziert. Die Atmosphäre vom Strandleben wird sehr lebhaft und eindrucksvoll geschildert, so dass man sogar Lust bekommt selbst dort zu sein. Auch die Idee, dass eine Gruppe ehemaliger Rucksacktouristen an einem geheimen Strand fernab von der Zivilisation lebt und eine eigene Gemeinschaft aufbaut, hat mir sehr gefallen. Der Autor versteht es, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu erhalten und ohne langatmige Passagen auszukommen.
Ich gehöre zu den Leuten, die zuerst den Film gesehen und anschließend das Buch gelesen haben. Dies hatte nur zur Folge, dass Richard in meiner Vorstellung aussah wie Leonardo DiCaprio und auch die beiden Franzosen so aussahen wie die im Film. Mir persönlich hat das Buch aber viel besser gefallen als der Film, da Garlands Roman stimmungsvoller ist und man das Handeln der Charaktere besser nachvollziehen kann. Auch wurden einige Dinge im Film anders dargestellt oder verändert und das nicht immer positiv, wie ich finde.
Also auch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung an alle, die den Film schon gesehen haben.
GENIAL! (18. Februar 2008)
schon vor Ewigkeiten gelesen, aber bis dato eines der besten Bücher überhaupt!Die außergewöhnliche und detailierte Erzählung versetzt einen sofort ins Strandparadies von Thailand. Man wird regelrecht in den Bann dieses fantastischen Strandes, weit enfernt aller Zivilisation, gezogen.
Eine Rucksackreise für Abenteurer - wie aus dem Bilderbuch!
definitiv ein MUSS!
Absolut empfehlenswert (20. August 2007)
Der Strand" (The beach") erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe Jugendlicher, die sich als Backpacker in Thailand auf die Suche nach einem der letzten noch vorhandenen Paradiese in der Inselwelt Südostasiens machen. Dieses scheinbar einsam gelegene Stück Natur, in Form eines Strandes, hat aber nicht erst die jungen Touristen in ihren Bann gezogen. Was sich hinter dem sagenumwobenen einsamen Strand letztlich verbirgt, zieht die jungen Leute in einen Kampf um Leben und Tod...Das Buch verspricht eine packende Story in exotischer Atmosphäre. Ich lebte die Erlebnisse der jungen Leute förmlich selber mit und konnte mich sehr gut in die Haut der dargestellten Charaktere versetzen. Gerade bezüglich der Wahl der unterschiedlichen Charaktere hat Garland eine gute Hand bewiesen.
Die Kombination aus Fernweh und Abenteuerlust weckender Exotik und auch wieder den brutalen Gesetzen der Natur, macht den besonderen Reiz dieses Buches aus. In einem Moment wünscht man sich nichts sehnlicher als mit den Charakteren zusammen diesen traumhaft schönen Flecken Erde hautnah erleben zu dürfen, im anderen Moment, ist man doch wieder froh sich in den Händen unserer im Vergleich dazu sicheren Zivilisation zu befinden.
Garland hält den Spannungsbogen der Story durchweg aufrecht und ließ mich dieses Buch nahezu in einem Rutsch durchlesen. Der Film zum Buch ist in Thailand absolut Kult und läuft immer noch allabendlich in vielen Bars des Landes.
MEIN FAZIT: Das Buch ist absolut lesenswert. Der Leser verfällt der Abenteuerlust doch auch einmal entfernt der westlichen Zivilisation, sich auf die Suche nach einem der wenigen noch unberührten Orte unserer Erde zu begeben. Wirklich ein Buch in dem man sich durch das Lesen in eine scheinbar andere Welt versetzt fühlt.
5 Sterne, klasse Buch, klare Kaufempfehlung (3. August 2007)
Also zunächst einmal verdient der Autor meine höchste Anerkennung, nämlich dafür, dass es ihm gelingt, über fast 500 Seiten hinweg die Spannung zu halten. Das allein ist schon mal eine bemerkenswerte Leistung.Grob wird man ja durch den Klappentext auf den ungefähren Verlauf vorbereitet, zunächst zeigt sich auch alles sehr idyllisch und harmonisch. Im Gegensatz zu einigen Vorrezensenten finde ich die Stimmung und die Handlung bis dahin überhaupt nicht unrealistisch. Vielmehr wird hier durch die sicherlich sehr wild durcheinandergewürfelte Gruppe ein sehr interessantes und nachvollziehbares Bild des Spät-90er-Auswanderer-Selbstfindungs-Trends gezeichnet. Jeder der Charaktere in der Gemeinschaft an dem Strand verkörpert einen gewissen Anteil an diesem Trend und nicht zuletzt doch auch einen gewissen Anteil in uns selbst. Freilich ist die Schilderung - dadurch dass wir sie durch die Augen des Ich-Erzählers präsentiert bekommen - sehr subjektiv eingefärbt, aber gerade das verleiht dem ganzen Geschehen ja den Touch des Dabei-Seins" und nicht nur des einfach Zuguckens".
Wie auch immer, es kommt, wie es kommen muss, wenn so unterschiedliche Menschen auf engem Raum über längere Zeit zusammenleben, aber hier will ich nicht zu viel verraten. Etwas eigentümlich schmeckt indes die Sache, dass die eigentliche Action", der Höhepunkt", auf den die Geschichte seit der ersten Seite erbarmungslos zusteuert, eigentlich nur auf den letzten 10 Seiten stattfindet. Das fällt einem aber erst am Ende des Buches auf, wenn man es schon zu Ende gelesen hat. Vorher ist das gar nicht so klar, was zweifelsohne an der brillanten Erzählkunst des Autors liegt. Obwohl praktisch nur Belanglosigkeiten aus dem Alltag am Strand erzählt werden, hat die Geschichte doch einen sehr intensiven Flow, sehr hintergründig und subtil baut sich über 400 Seiten hinweg eine extreme Spannung auf, die sich dann wie gesagt explosionsartig auf den letzten Seiten entlädt. Das Interessante daran ist, dass diese Spannung sehr hintergründig und unmerklich gehalten wird, so dass man sie kaum wahrnimmt, dennoch ist sie da. Das ist so ein bisschen das Gefühl, wenn man denkt, hinter einem stehe jemand und beobachte einen, dann dreht man sich um und da ist gar niemand.
Und genau davon lebt das Buch und genau das macht es zu einem wirklich hervorragenden Buch. Hier zeigt der Autor ein wirklich herausragendes Erzähltalent, selten hat mich ein Buch in den letzten Monaten so gefesselt, wie dieses. Und das obwohl, eigentlich nichts passiert... So im Nachhinein fällt mir selbst auf, wie doof sich das eigentlich anhört: Es passiert nix, aber das Buch ist immens spannend ;-) Und allein dieses Erlebnis (das für mich jedenfalls so in der Art neu war) ist doch schon mal das Lesen wert, oder?
Zusammenfassend also ganz klar 5 Sterne, uneingeschränkte Kaufempfehlung. Die Geschichte an sich ist zwar nicht wirklich neu, erinnert doch ein bisschen an William Goldings unvergessenen Klassiker Der Herr der Fliegen", nur mit Erwachsenen statt mit Kindern. Das Thema freilich ist immer noch so aktuell wie zu Goldings Zeiten ;-) Die Präsentation jedenfalls ist schon neu und in gewisser Weise auch originell, die Erzählweise ist spannend und fesselnd, man möchte am Liebsten das Buch in einem Rutsch durchlesen. Klasse!

