Aus der Amazon.de-Redaktion
Bill Bryson legt in dem vorliegenden Buch eine Sammlung von Kolumnen zu den Vereinigten Staaten vor, die er für die Mail on Sunday geschrieben hat. Wie bereits in seinem Buch Reif für die Insel. England für Anfänger und Fortgeschrittene beschreibt Bryson auf humorvolle Art und Weise seinen Alltag in den USA, der von allerlei kuriosen und skurillen Vorkomnissen gekennzeichnet ist.Selbst Amerikaner hat Bryson nach fast 20-jährigem Aufenthalt in Großbritannien beschlossen, samt Familie in die Vereinigten Staaten zurückzukehren. Dort angekommen, muss er feststellen, dass sich während seiner Abwesenheit einiges verändert hat und er oft in den alltäglichen und banalsten Situationen mit ungewöhnlichen Reaktionen seiner Landsleute rechnen muss.
Den Blick geschärft nimmt er sich in seinen Kolumnen so ungewöhnlichen amerikanischen Eigenschaften wie z.B. Käse aus Sprühdosen in "Im Junkfood Paradies" oder eigenartige Feiertage in "Hail to the Chief -- Es lebe der Boss" vor. Aber auch vor seiner eigenen Familie macht er nicht halt. Oft wird seine englische Frau Zielscheibe seines erfrischenden Humors. Ironisch und sarkastisch beschreibt er das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und seine Einwohner.
Bill Bryson ist den Lesern im deutschsprachigen Raum kein Unbekannter mehr, davon zeugt seine immer größer werdende Fan-Gemeinde. Obwohl hervorragend übersetzt, kann man die stilistischen und sprachlichen Feinheiten natürlich am besten im amerikanisch-englischen Originaltext I'm a Stranger Here Myself: Notes on Returning to America After Twenty Years Away nachempfinden. Die einzelnen Kolumnen in Streiflichter aus Amerika eignen sich hervorragend als Lektüre für zwischendurch, zur Aufheiterung des Alltags -- Sie werden sich ein Schmunzeln nicht verkneifen können. --Martina Frühwald
Kundenrezensionen zu 'Streiflichter aus Amerika: Die USA für Anfänger und Fortgeschrittene'
Streiflichter aus Amerika (20. Mai 2008)
Ich kann die -meist guten- Rezensionen voll und ganz bestätigen: Als Amerika- Neuling bekommt man von B. Bryson auf amüsanteste Weise einen kleinen Einblick in das amerik. Leben. Ob man damit Klischees bedient oder nicht, bleibt dahingestellt, es sind ja nur "Streiflichter" und keine wissenschaftlichen Gesellschaftsanalysen.Ein sehr kurzweiliges Buch!
Amerika für Antiamerikaner (2. April 2008)
Es wird kaum einen Reisenden aus Europa geben, der nicht mit großen Erwartungen in die USA fährt. Kein Wunder, dass man dabei gerne zu kleinen Landeskunden greift, die dem Touristen das große Land jenseits des Ozeans näher bringen. Eine der erfolgreichsten Landeskunden dieser Art sind Bill Brysons "Streiflichter aus Amerika" die in über achtzig kleinen Kapiteln Kurioses, Absonderliches und Wissenswertes häppchengerecht und locker-leicht serviert - als da sind: der Tüteneinpackservice im Supermarkt, die kücheneigenen Müllschlucker, die obligatorischen Tischzuweisungen in Restaurants, die Factory Outlets, die endlosen Werbeunterbrechungen im Fernsehen, die Hotline Nummern auf alltäglichen Gebrauchsgegenständen, Becherhalterungen in Fahrzeugen, Antiraucherkampagnen und vieles andere mehr.Das hört sich zunächst einmal sehr gut an. Handelt es sich also tatsächlich um eine "Gebrauchsanweisung für Amerika", die man uneingeschränkt empfehlen kann? Auch auf die Gefahr hin, die zahlreiche Bryson Gemeinde zu vergrätzen und mir endlose Miese einzuheimsen,meine ich: dreimal Nein!
(1) Sieht man von ganz wenigen Stellen ab, präsentiert der Autor dem Leser den Amerikaner als einen mehr oder weniger minderbemittelten Tölpel, der sich im Wagen nicht anschnallt, das Klima verhunzt, die Todesstrafe befürwortet, mit seien Waffen in der Gegend herumballert und keine Ahnung hat, was im Rest der Welt passiert. Möglich, dass es viele Amerikaner geben mag, die diesen Klischee entsprechen, es ist aber unredlich, dem Leser diese Schwundform pars pro tot zu verkaufen.
(2) Abgesehen von dieser Einseitigkeit der Darstellung ist das Buch inhaltlich von geradezu erschütternder Schlichtheit. Nirgendwo wird ein Thema vertieft, stattdessen werden immer nur bizarre Dönekens erzählt, um die Perspektive des Autors zu begründen. Bryson kann sich zum Beispiel immer aufs Neue darüber erregen, dass die Amerikaner den Drogenkonsum und das Rauchen rücksichtslos" ächten, aber niemanden verpflichten, einen Gurt im Auto anzulegen. Was mit den Europäern los ist, die ihre Bürger zum Anschnallen verdonnern, den Drogenkonsum und das Rauchen aber relativ lax tolerieren, bleibt natürlich außerhalb der Betrachtung.
(3) Wenn das Buch also einseitig und seicht ist - ist es wenigstens witzig? Keineswegs. Brysons Scherze sind Witze mit Ansagen und Erklärung. Dafür einige Beispiele "Eben hat meine Frau hochgerufen, dass das Essen auf dem Tisch ist (Mir wäre es ja lieber, es wäre auf dem Teller)." Ist das nicht ein Kracher? Oder: "Wir reinigen unsere Kühlschränke nicht mehr, sondern schicken sie nach einiger Zeit einfach als Forschungsmaterial zum Seucheninstitut." So geht das über 330 Seiten - kein Kalauer ist dem Autor zu öde, um ihn nicht seinen Lesern um die Ohren zu hauen.
Alles in allem also ein Ex und hopp Artikel, der aber auch seine Vorteile hat: das Buch ist schnell und leicht zu lesen und ebenso problemlos zu entsorgen. Ich habe es in den ersten kücheneigenen Müllschlucker gesteckt, den ich in den USA entdeckte.
Alltäglicher Wahnsinn auf Amerikanisch (15. Februar 2008)
Streiflichter aus Amerika ist ein bisschen anders als Bill Brysons sonstige Bücher, zum Beispiel Frühstück mit Kängurus oder Picknick mit Bären, die als eine Art Reisebericht konzipiert sind. Das vorliegende Werk ist eine Sammlung wöchentlicher Kolumnen, die Bryson für eine Tageszeitung geschrieben hat. Dabei geht es dem Autor hauptsächlich um den Unterschied zwischen Großbritannien, das für etwa 20 Jahre seine Heimat war, und seinem Geburtsland Amerika. Als Reisevor- oder Nachbereitung also nicht so geeignet wie die erwähnten anderen Bücher, obwohl man sicher den einen oder anderen Tipp zum Umgang mit Ausländerbehörden erhält.Ansonsten ist es aber ein ganz typischer Bryson. Diese Mischung aus Grusel und Lachkrampf, blankem Horror und plastischen Bildern ist einfach unnachahmlich. Lebensmittel in Farben, die in der Natur garantiert nicht vorkommen, Adidas-Schriftzüge auf Stirnen und Papierkram am Zollübergang stoppen den Lesefluss manchmal so nachhaltig, dass man Fragen konsternierter Mitinsassen im Zugabteil erst nach einer Sauerstoffdusche beantworten kann. Als besonders entspannend empfand ich den Teil, in dem Bryson Markenartikel beschreibt, die man in England ganz sicher, in Amerika aber ganz bestimmt nicht bekommt. Das ist so, als würde man als Deutscher in der Schweiz einkaufen und im Supermarkt sagen "Ich hätte gern eine Flasche Maggi, ein Paket Tempos und eine Dose Nivea" und keiner versteht, was man meint. Solche Schwierigkeiten gibt es innerhalb eines europäischen Sprachraums nicht und der Aha-Effekt ist geboren. Außerdem stellt sich Bryson gern selbst als von niederen Instinkten getriebenen Schwachmaten dar fresssüchtig, zerstreut, unsportlich was nicht unerheblich zum Amüsement beiträgt.
Selten so viel gelacht (13. Februar 2008)
Was soll ich noch hinzufügen? Ich schliesse mich den Elogien an, das Buch ist sehr witzig aber regt einem auch gelegentlich zum Nachdenken an. Wirklich empfehlenwert.Anekdoten aus der fremden Heimat: Bryson kehrt zurück. (1. Februar 2008)
Dies war mein erstes Buch von Bill Bryson, damit lernte ich ihn zu schätzen. Seitdem haben sich seine Bücher bei mir freudig vermehrt, aber ich finde dieses ist immer noch das beste!Bill Bryson kehrt mehr oder weniger "überraschend" (er weiß selbst nicht so genau wie) Mitte der 1990er Jahre in die USA zurück, nachdem er all das, was man als Heranwachsender so macht, Hypotheken aufnehmen, Häuser bauen, Kinder kriegen, vorher im Vereinigten Königreich getan hatte. Nun kehrt er zurück und muss sich erst einmal wieder völlig neu zurecht finden, obwohl er eigentlich Amerikaner ist und sich als solcher begreift. Von dieser wunderlichen Perspektive her kommend, schreibt er Woche für Woche in einer britischen Sonntagsbeilage einer großen Zeitung kurze Geschichten und Geschichtchen, Erlebnisse, Kurioses und was ihm sonst noch so begegnet in diesem vertrauten und doch so absonderlichen Land. Mal sind es richtige Wegschmeisser und man liegt nur noch brüllend auf dem Boden, manchmal sind es nachdenkliche und mal sind es schlicht langweilige Dinge, die er schreibt. Die Mischung machts, und ausserdem, wie er selbst zu Anfangs schreibt: Er hatte einfach keine Zeit. Kundige Leser werden ausserdem hin und wieder "entlehnte" Teile aus anderen Büchern wieder erkennen, die er - wohl mangels Zeit - einfach in eines seiner Textchen verarbeitet hat.
Für mich eines seiner besten Bücher, ach was, DAS beste Buch bis jetzt! Selbst "Reif für die Insel" ist nicht ganz so gut meiner Meinung nach!


