Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen: Die Geschichte der Shirin-Gol

Verkaufsrang: 53200 (Bücher)
Autor: Siba Shakib
Taschenbuch
EAN: 9783442455157
Auflage: 1
ISBN: 3442455154
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Seitenzahl: 320
Erscheinungsdatum: 31. März 2008
Verlag: Goldmann
Preis: EUR 8,50

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Irgendwann schlugen in dem abgelegenen Bergdorf, in dem Shirin-Gol lebte, die ersten Raketen ein. Die Russen. Erst waren es die Engländer, sagte Shirins Vater, die ein Auge auf unsere Frauen und Töchter geworfen hatten, unsere Religion beschmutzten und den Boden verunreinigten, nun also die Russen. Der Vater zieht mit den ältesten Söhnen in die Berge, schließt sich den Mudschahidin an. Shirin sollte ihn nie wieder sehen. Raketeneinschläge und Bombenexplosionen untermalten das künftige Leben der jungen Frau fortan wie eine düstere Begleitmusik.

Der iranischen Filmemacherin Siba Shakib treibt es Zornestränen in die Augen, als sie in einem UN-Übergangslager für afghanische Rückkehrer die Geschichte der Frau in der Burka zu hören bekommt. Freimütig berichtet Shirin, wie russische Soldaten damals ins Dorf drangen. Man wusste, was sie wollten. Shirins Schwestern stellten sich zur Verfügung. "Russen schlitzen" nannten sie es, wenn sie danach einen von ihnen töten konnten. Die Vergeltungsmaßnahmen der Russen, Vergewaltigungen und Hinrichtungen -- zu ungeheuerlich, um hier wiedergegeben zu werden.

Der "Süßen Blume", wie Shirins Name übersetzt lautet, gelang schließlich die Flucht aus ihrem zerstörten Dorf nach Kabul. Dort erwartete sie die Russenschule. Bildung und Wissen, erkennt Shirin, bieten eine Aussicht. Drei zerfledderte Bücher besitzt sie noch. Ein Anfang. Dann kamen die Taliban. Erneut diese ausgehungerten Männerblicke, diesmal gottesfürchtig und streng, ständig auf der Suche nach Verfehlungen, die sie mit Rutenhieben ahnden konnten. Macht, aus nichts geboren als purer Ohnmacht.

Nach der Zerschlagung des Taliban-Regimes schreien immer mehr Frauen ihren jahrelang unterdrückten Schmerz hinaus. Ein weiterer erschütternder Leidensbericht stammt von Latifa. Nach Lektüre ihres weltweit erfolgreichen Buchs Das verbotene Gesicht, schleicht sich unwillkürlich ein fast kindlich naiver Gedanke ein: Wie wahrhaft tröstlich und sinnstiftend wäre ein Gott, der dieses geschundene Land und Menschen wie Shirin und Latifa, nicht nur zum Beweinen aufsuchte, sondern seine göttliche Macht handelnd einsetzte! --Ravi Unger

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Kundenrezensionen zu 'Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen: Die Geschichte der Shirin-Gol'

Ein Buch nicht für zwischendurch (17. Oktober 2008)

Wie soll man ein Buch bewerten, welches in einem ungewöhnlichen Schreibstil geschrieben ist? Sehr schlecht?
Wie soll man ein Buch bewerten, welches keinen direkten roten Faden hat? Schlecht?
Wie soll man ein Buch bewerten welches von dauernden Wiederholungen und Wortsynonymen lebt?...
Wenn ich dieses als Maßstab nehme, so kann ich nur einen Stern vergeben.
Aber ich glaube, das ich damit dem Inhalt nicht gerecht werden würde. Obwohl der Schreibstil nicht europäisch/amerikanisch glatt gebügelt ist, hat das Buch seinen eigenen Reiz. Es ist nicht die Erzählung, es ist der Inhalt. Der Inhalt, welcher einen dazu verführt dieses Buch weiterzulesen. Der Versuch einer Schriftstellerin ansatzweise uns eine fremde Kultur und deren Probleme näher zu bringen. Das gerade das nicht einfach ist, wo Kulturen für uns fremdartig sind kann man verstehen. Dieses Buch zeigt nur allzu deutlich, was die meisten nie verstehen. Nämlich, dass man Kulturen nicht durch Kriege verändern kann. Es zeigt nur Ansatzweise, worauf unsere Soldaten täglich in Afghanistan treffen ohne es selber richtig zu verstehen.
Dieses Buch ist ein Muß! Wer sich auch mal Gedanken machen möchte und nicht nur was zur berieselung sucht sollte dieses Buch unbedingt lesen. Es ist nicht leicht, aber jede Seite lohnt sich. Von daher kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen.

Unbedingt lesen! (8. September 2008)

Ein sehr bewegendes Buch was beim Lesen immer mehr an Fahrt aufnimmt. Es ist erschreckend, dass dies geschilderte Leben ein doch so normales in Afghanistan ist. Dieses Buch ist definitiv lesenswert. Interessant ist auch, dass arabische Wörter so geschrieben wurden, wie sie auch gesprochen werden.

Hat mir sehr, sehr gut gefallen (28. Juli 2008)

Vor kurzem habe ich dieses Hörbuch auf einer längeren Autofahrt gehört. Und ich war mehr als nur ein bißchen berührt von der Geschichte, die dort erzählt wird - noch dazu wird sie von der Autorin selbst sehr schön und fesselnd erzählt.

Über die historischen Hintergründe weiß ich nicht allzuviel, deshalb haben mich die negativ-Rezensionen, die das Buch erhalten hat, schon mehr als nur ein bißchen irritiert.
Trotzdem finde ich das Hörbuch toll, sprachlich schön und wie gesagt: sehr, sehr berührend.

Super schöne Geschichte, keine super Umsetzung (17. November 2007)

Gleich mal vorraus, für die Geschichte allein würde eigentlich ich sofort 5 Sterne hergeben wenn da nicht ein paar Schwächen bei der Umsetzung wären.

Gut, das Buch hat einen anderen Schreibstiel, einzelne Eigenschaften werden teilweise über eine halbe Seite beschrieben und auch oft doppelt, die Sätze werden dann einfach unformuliert. Dies störte mich eigentlich bei den ersten 100 Seiten weniger, fand es erst auch noch schön mal einen anderen Schreibstiel zu lesen.
Doch dann nahmen solche Formulierungen stark zu, so empfand ich das zumindestens und es hat angefangen ein bisschen zu nerven. Wichtige Dinge wurden einfach weggelassen und durch hunderte teilweise unnötige (aber nicht immer)Wiederholungen und Umformulierungen und Ausschmückungen ersetzt.

Ein Beispiel für das:
Die Hauptdarstellerin Shirin-gol wird am Anfang von ihrer Mutter begleitet und plötzlich fragt man sich was auch der Mutter und Brüder geworden ist, sie wurden einfach nicht mehr erwähnt
Auch die Reisen der Familie kam viel zu kurz, in nur ca. 5 Sätzen werden tagelange schwierige Reisen mit 4-5 Kindern im Schlepptau beschrieben. Dafür werden einzelne Minunten über Seiten geschildert.

Es ist nicht so das die Formulierungen durchgehend schlecht sind. Sie lockern den Schreibstil auch auf.
Ich denke es ist einfach Geschmacksache ob einem dieser Schreibstiel gefällt, ihn ignorieren kann oder ob er einen aufregt.

Doch wie auch schon erwähnt reist die Geschichte und die Spannung die Schwächen des Schreibstils leicht wieder raus, deshalb 4 Sterne.

Die Süsse Blume (24. Oktober 2007)

Auf einer ihrer zahlreichen Reisen nach Afghanistan, dem Land am Hindukusch, begegnet die Dokumentarfilmerin Siba Shakib in einem Flüchtlingslager Shirin-Gol. Sie ist sofort fasziniert von der Ausstrahlung und Kraft dieser Frau Shirin-Gol, der "Süßen Blume". Die ihr Leben erzählt, exemplarisch für das Schicksal tausender afghanischer Frauen.
In einem abgelegenen Gebirgsdorf geboren, verwurzelt in der jahrhundertealten Tradition wächst sie in Armut, Korangläubigkeit und Enge des islamischen Frauenbildes auf.
Doch dann marschieren die Russen in Afghanistan ein, und Shirin-Gols Vater und ihre Brüder ziehen sich in die Berge zurück, um Widerstand zu leisten. Kurze Zeit später fliehen die Frauen nach Kabul. Hier entdeckt Shirin-Gol eine Freiheit, deren Zauber sie nie mehr vergessen wird und aus der sie die innere Stärke für alles Kommende bezieht - für den Mann, dem sie vom Bruder als Ausgleich für Spielschulden zur Frau gegeben wird, für Verfolgung, Vergewaltigung und Flucht vor dem Taliban-Regime. Immer wieder muss die Familie fliehen, vor den Russen, den Mudschaheddin, den Taliban, den Bomben der Amerikaner. Und in keinem der vielen Orte, in denen sie Zuflucht sucht, kann sie letztendlich bleiben.

Trotz dieser ganzen schrecklichen Ereignisse dennoch ein sehr schönes, ein sehr poetisches Buch. Und man erliegt der Verzauberung der Shirin-Gol, die unverdrossen ihren Weg fortsetzt und aus allen Widrigkeiten des Schicksals an Stärke gewinnt.

Und man gewinnt auch Verständnis für dieses Land, dass seit Jahrzehnten Spielball der Mächte ist. Und trauert mit um die Menschen, Gärten, die Häuser, die Felder, die Dörfer . . . .

Siba Shakib wurde im Iran geboren und wuchs in Teheran auf, wo sie die deutsche Schule besuchte. Seit vielen Jahren arbeitet sie als Dokumentarfilmerin und Autorin, u.a. in Afghanistan, und ist mit den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen dieses heimgesuchten Landes vertraut. Ihre zum Teil preisgekrönten Dokumentationen (vor allem für die ARD) sind aufrüttelnde Belege für die verheerende Situation der afghanischen Bevölkerung, vor allem der Frauen.
Siba Shakib spricht perfekt Deutsch und lebt in New York, Italien und in Deutschland.
Außerdem arbeitet sie bei der ISAF und am Drehbuch für die Verfilmung von »Nach Afghanistan kam Gott nur zum Weinen«.




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