Aus der Amazon.de-Redaktion
Köln im Jahr 1260. Durch die Gebeine der Heiligen Drei Könige, die der Erzbischof Rainald von Dassel als Kriegsbeute mitgebracht hat, hat sich in die einstmals kleine Stadt zu einem der größten Pilgerorte der Christenheit entwickelt -- einen Pilgerort zudem, den mit dem Dom eine (wenn auch unfertige) Kathedrale krönt.Aber nicht nur Gläubige zieht das fromme Treiben an, sondern auch Verbrecher, Strolche oder Mörder. Darunter sind eher liebenswerte Streuner wie Jacob, der aufgrund seiner roten Haare „der Fuchs“ genannt wird, aber auch wahrhaft diabolische Gestalten wie der Schatten, den Reisende schon einmal gern mit dem Leibhaftigen oder einem Wolf verwechseln. Die Wege von Fuchs und Wolf kreuzen sich, was Jacob zum Verhängnis zu werden droht. Denn ausgerechnet er beobachtet, wie jemand den Dombaumeister vom Gerüst stürzt -- und verrät sich selbst dadurch, dass im selben Moment der Ast jenes Baumes bricht, auf den Jacob zum Apfelstehlen gestiegen war. Von nun an muss Jacob um sein Leben fürchten, und nicht nur das: Jeder, mit dem er spricht, stirbt eines unnatürlichen Todes ...
Berühmt geworden ist Frank Schätzing mit seinem fulminant erfolgreichen Ökothriller Der Schwarm über eine außer Kontrolle geratene Unterwasserwelt. Dabei hat der Gründer und kreative Geschäftsführer einer Kölner Werbeagentur einmal ganz klein angefangen und sich mit Lokalkrimis wie Mordshunger eher im Umfeld der Rheinmetropole einen Namen gemacht. Fast könnte man sagen: Ganz zu Recht -- gäbe es da nicht Schätzings überaus lesenswertes Krimidebüt Tod und Teufel, das, anders als Der Schwarm, nicht so sehr wegen seiner originellen Handlung besticht, sondern durch sein historisches Kolorit. Auch wenn es oft so aussieht, als hätte Schätzing die Versatzstücke moderner Krimiliteratur genommen und Ihnen einen mittelalterlichen Mantel übergeworfen: Jeder Freund historischer Romane sollte Tod und Teufel unbedingt lesen. --Isa Gerck
Kundenrezensionen zu 'Tod und Teufel'
Nicht überzeugend (24. November 2008)
Kurz und Knapp:Die Figuren sind eindimensional und stereotyp. Man kann sie wunderbar entweder der Kategorie "Böse" oder der Kategorie "Gut" zuordnen.
Die Kriminalgeschichte ist ganz nett, aber vorhersehbar. Vermeindlich spannende Wendungen und Einblicke klingen nicht zusammen mit einem Aha-Erlebnis. Der geübte Leser kann sich das Fortfahren und die Auflösung der Geschichte schon denken.
Die mittelalterlichen Umstände und Gesellschaft geben für mich kein überzeugendes Bild ab. Vieles wirkt zu überzeichnet.
Ich empfehle das Buch nicht weiter. Es gibt bessere historische Romane.
Aussprache!!!! (14. November 2008)
Irgendjemand muß Herrn Schätzing mal ganz dringend sagen, daß man die Silbe "ig" am Ende eines Wortes oder, wenn ein harter Konsonant folgt, NICHT wie "ik" oder gar "ick" ausspricht - weder im Hochdeutschen noch im Rheinischen - sondern wie "ich". Den zweiten Punkt gibt's, weil der Autor und Vorleser es an der einen oder anderen Stelle eben doch unbeabsichtigt richtig [richtich] macht.Tödlich Spannend und Teuflisch Gut (14. September 2008)
Ein schöner Regennachmittag, ein Glas Wein und dieses spannende Buch passen hervorragend zusammen. Frank Schätzing hat mit seinem spannenden Mittelalterroman eine kleine Welt geschaffen, die den Leser verständlich und nachvollziehbar ins Köln des Jahres 1260 führt. Wer zudem noch die Stadt Köln kennt, wird angesichts des Lokalkolorit schwelgen, aber auch Nicht-Kölner kommen auf ihre Kosten.Die historische Genauigkeit und Recherche des Dombaus, der Dynastien und politischen Gegebenheiten des 13.Jahrhunderts sowie der Lebensumstände sind für einen Roman weitgehend und detailliert.
Natürlich handelt es sich um Trivialliteratur, die spannend und flüssig lesbar sein möchtze, nicht um ein Geschichtsbuch. Und genau das kann Schätzing hervorragend bedienen.
Schätzing nimmt sich Zeit, seine Figuren zu entwickeln und kann in den Figuren des Jacob und Jaster sogar eine moralische Entwicklung glaubhaft initiieren. Jacob, der bauernschlaue Dieb lebt in den Tag hinein, scheut jegliche Verantwortung und riskiert täglich sein Leben oder zumindest seine rechte Hand beim Diebstahl. Als er unvermittelt Zeuge eines Mordes wird, beginnt sich sein Leben zu verändern. Auf der anderen Seite Jasper, der hochnäsige Dekan, der seine geistreichen Analysen und eloquenten Streitgespräche für den Nabel der Welt hält. Der Lauf der Geschichte führt beide zusammen und lässt sie gemeinsam gegen eine Verschwörung kämpfen und voneinander lernen.
Ein wichtiger Spannunsggeber des Romans ist die unaufgeklärte Sicht der einfachen Bürger und die unterschiedlichen Rechtspositionen der mittelalterlichen Klassengesellschaft.
Alles in allem bietet das Buch eine schöne Geschichte und ein wenig spannenden Geschichtsunterricht.
Krimi und Geschichtslektion (3. September 2008)
Bekannt geworden vor allem durch den Öko-Thriller "Der Schwarm", ist dieser Roman in einem gänzlich anderen Metier zu Hause, dem mittelalterlichen Kriminalroman. Vor der Kulisse Kölns des 13. Jahrhundert kommen der bettelarme Dieb Jacop und der den weltlichen genüssen nicht völlig abgeneigte Geistliche Jaspar wider Willen einer großangelegten Verschwörung der Patrizier auf die Schliche - und ziehen sich den Zorn eines Auftragsmörders zu.Schätzing verquickt reale Personen und Ereignisse dieser Zeit mit Fiktion. Ihm gelingt hierbei ein spannender, unterhaltsamer Roman, der teilweise in feiner Sprache und mit hintergründigem Humor verfasst ist. Der intellektuelle Jaspar, der Jacop peu a peu über Geschichte und Geistlichkeit aufklärt, nimmt hierbei auch den Leser mit zu einer Geschichtsstunde über die Zeit des Dombaus.
So interessant diese Hintergründe auch sind, so liegt hier dennoch für mich auch der Kritikpunkt am Roman. Stellenweise sind Jaspars Ausführungen zu lang - böse Zungen könnten glatt behaupten, Schätzing prahle hier mit seinem Wissen - und, noch wichtiger, in diesen Fällen nicht immer ganz der Situation angemessen. So durchbrechen sie hier einerseits das Erzähltempo, andererseits wirken allzu lange Exkurse in Momenten erhöhter Lebensgefahr einfach nicht überzeugend.
Dieses Manko tritt allerdings nicht durchgängig auf: Gerade gegen Ende des Romans schafft es Schätzing, die Hintergründe wieder in den Dienst der Geschichte zu stellen und hierbei sogar noch eine gewisse philosophische Aussage zu transportieren.
Ende gut, alles Gut? Zumindest werden hier Krimi- und Mittelalterfreunde, die nichts gegen etwas Geschichtsvermittlung am Rande haben, voll auf ihre Kosten kommen.
Quittiere mit Applaus (31. Juli 2008)
Jacob lebt in ärmlichen Gefilden bzw. Verhältnissen in Köln. Rothaarig wie er ist, wird er auch 'Der Fuchs' genannt. Man könnte ihn auch getrost als Streuner und Tagedieb bezeichnen.Vom Hunger getrieben, erklettert Jacob den Apfelbaum des Erzbischofs Konrad von Hochstaden nahe des Kölner Doms. Hier wird er Zeuge eines heimtückischen Mordes. Der Dombaumeister Gerhard Morart wird hinterhältig vom Gerüst gestoßen. Im Sterben gibt Gerhard Jacob eine Botschaft mit auf den Weg. Der Mörder Gerhards, ein gewisser Urquhart von Monadhliath, sieht dies und nimmt die Verfolgung auf.
Weitere Morde folgen. Jeder Mitwisser ist ein Risiko. Die Auftraggeber für den Mord, die Patrizierfamilie Overstolz, hat Größeres vor. Blithildis Overstolz hat Mathias, Johann und Theoderich Overstolz, deren Schwager Heinrich von Mainz, Johanns Sohn Daniel und Kuno Kone zu einem waghalsigen Bündnis zusammengeschweißt. Gerhard war nur ein erstes Bauernopfer.
Im weiteren Verlauf der Geschichte entwischt Jacob immer wieder knapp den Klauen Urquharts. In der schönen Färberstochter Richmodis, deren Vater Goddert von Weiden und ihrem Onkel, dem Dechanten & Physikus Jaspar Rodenkirchen, findet Jacob schließlich Verbündete im Kampf gegen das Böse. Noch ahnen sie nicht was für ein Geheimnis hinter dem Mord an Gerhard steckt. Doch die Gegner machen Fehler.
Spannend geschriebener Mittelalterkrimi. Die quodlibetischen Disputationen zwischen Goddert, Jasper, Jacob und Richmodis sind mir das eine oder andere Mal doch zu ausschweifend. Diese Ausschweife führen ausschließlich zu exorbitantem Galimathias. Trotzdem hat mich das Buch überzeugt. Frank Schätzing hat schon eine gute Schreibe. Es heißt zwar im Volksmund: 'Weniger ist manchmal mehr', doch die geistigen Exzesse wie z. B. in Schätzlings Roman 'Der Schwarm' halten sich bei 'Tod und Teufel' im akzeptablen Rahmen.

