Kundenrezensionen zu 'SPQR I - Ein Krimi aus dem alten Rom - Sonderausgabe'
Rotstift gesucht! (30. Juli 2008)
Ein Krimi im alten Rom ist faszinierend ungewöhnlich. Ein gut bestücktes Glossar erleichtert auch dem, der sich nicht mit alter Geschichte beschäftigt hat, den Einstieg. Den aber, der Latein gelernt hat, ärgert die Schlamperei, mit der mit lateinischen Vokabeln umgegangen wird. Selbst das kleinste Lexikon klärt auf über das Genus der Substantive, zeigt die Deklinationsregeln und die Pluralformen. Man fragt sich, warum kein Lektor die vielen Verstöße gegen die Regeln der deutschen Grammatik moniert hat. Immer wieder wird das Lesevergnügen durch unnötige Fehler gestört.Aber trotzdem: Die Geschichte macht großen Spaß.
Spannend und lehrreich (4. Juli 2008)
Eigentlich bin ich kein Freund von Kriminalgeschichten, aber schon den Hauptcharakter, den lasterhaften und unkonventionellen Decius Caecilius Mettelus, muss man einfach mögen. Auf der Suche nach dem Mörder eines unbedeutenden Gladiatoren, bewegt er sich durch das plastisch beschriebene, alte Rom und begegnet dabei auch historischen Figuren, wie Gaius Julius Caesar. Verrat, Intrigen und hohe Politik begleiten den Leser auf Schritt und Tritt. Das Leben und Sterben im historischen Rom wird dabei so lebendig, dass die eigentliche Kriminalgeschichte fast in den Hintegrund tritt.Wer Decius auf seinen Streifzügen begleitet, lernt mehr über Rom, als je ein Geschichtslehrer vermitteln konnte...und das auf ein äußerst unterhaltsame Art.
Ein grandioser historischer Thriller aus dem alten Rom (4. Juni 2008)
70 Jahre vor Christus ist Rom noch auf dem Weg zum Weltreich, doch das Leben in der Stadt ist oft gefährlich und kurz. Als der ehemalige Gladiator Markus Ager, alias Sinistrius, ermordet aufgefunden wird, muss der Hauptmann der örtlichen Stadtwache (der Vigilen, einer römischen Nachtwache) Decius Caecilius Metullus der Jüngere die Ermittlungen übernehmen. Doch noch am selben Tag wird Decius von der Kommission der Drei vorgeladen, welche ihm die Ermittlungen am Mord des Griechen Paramedes übertragen. Paramedes werden allerdings Verbindungen zum König von Pontus unterstellt, mit dem sich Rom gerade im Krieg befindet. Ein heikler Fall, wird Decius bei seinen Ermittlungen doch versucht zu bestechen und entdeckt, dass durch Zuhilfenahme des Arztes Asklepiodes dass eine Verbindung zwischen beiden Mordfällen bestehen könnte, denn Paramedes wurde von einem Linkshänder erdolcht und der Name des Dolchkämpfers Sinistrius bedeutet "linkshändig". Decius bedient sich schon seiner Kontakte zur antiken Unterwelt, doch scheinen ihn gewisse Senatoren sabotieren zu wollen und sogar ein Konsul interveniert in diesem Fall, denn wie sich herausstellt sind auch ranghohe römische Beamte und Politiker in die Morde verwickelt, wie die Konsuln Crassus und Pompejus, aber auch der armenische Prinz Tigranes...Bereits der erste Band von SPQR ist faszinierend und besticht durch eine dichte Atmosphäre, die den Leser in das antike Rom eintauchen lässt. Lateinische Begriffe und zahllose geschichtliche Randbemerkungen verdichten sich zu einem einzigartigen Leseerlebnis, bei dem man allen Ernstes sogar noch einiges über die römische Geschichte lernt. Der Glossar am Ende des Buchs liefert zusätzlich noch einige der wichtigsten Begriffserläuterungen. Hinter den Morden und Krimielement findet man allerdings eine noch viel aufregendere Welt von Intrigen, Korruption und Machtspielen der Römischen Republik, was SPQR insgeheim zum bemerkenswerten Politthriller werden lässt. Fast ist man geneigt ihn auch mit Robert Harris Imperium aus der Cicero-Trilogie zu vergleichen, denn in beiden Werken steht ein eindrucksvoller Charakter gerade am Anfang seiner politischen Karriere. Decius Caecilius Metullus hat noch eine lange Karriere vor sich, die sich parallel zum Niedergang der Republik entwickeln wird.
Decius Metellus ist ein extrem geradliniger Held, kaum korrumpierbar, einer inneren Moral verpflichtet und zynisch gegenüber der Hocharistokratie. Dass seine Einstellung ihm zwangsläufig Probleme bereiten wird, stellt sich schon bald als unausweichlich heraus. Der Plot bleibt dennoch voller Überraschungen und macht Lust auf mehr, denn mancher Handlungsstrang wird sich erst in den nachfolgenden Teilen weiterentwickeln. Historisch korrekt, trifft man in SPQR eine Vielzahl an alten Römern, wie Crassus, Pompejus, aber auch Gaius Julius Cäsar, den Decius aufgrund seiner Schulden und demagogischen Politik sehr kritisch beäugt. Eindrucksvoll ist SPQR auch weil das Buch in der Ich-Form gehalten, einen sehr persönlichen Zugang zur Geschichte erlaubt und ohne Nebenhandlungen auskommt, man erlebt das antike Rom direkt durch die Augen Decius.
Fazit:
Wären doch alle historischen Thriller so gut wie SPQR. Das Buch profitiert von einer dichten Atmosphäre, so dass man Geschichte hautnah miterlebt. Dazu kommen ein wendungsreicher Plot und detailreiche Kulissen
Gelungene Mischung aus Scherz und Detail (5. März 2008)
Was für ein Glück, dass ich diese Reihe erst vor kurzem entdeckt habe, und so noch ca. 15 Bände vor mir habe. Die Figur des Sprößlings einer alten Adelsfamilie mit viel Humor, Bescheidenheit und Eifer ist sehr sympathisch. Das beste an den Bänden ist aber das so lebendig und ausführlich geschilderte Lokalkolorit. Man meint, mitten dabei zu sein. Und das genau aus der Zeit, die jede/r Lateinschüler/in verinnerlicht hat: Caesar kurz vor seinem Aufstieg bis Augustus. Inklusive "Live-Szenen" mit Cicero oder Cato! Ich danke John Maddox Roberts, dass er von den Science-fiction-Romanen ins alte Rom gegangen ist.Klasse, humorvoll und spannend (1. Januar 2008)
Mit guten Gewissen kann ich sagen, dass dieser Roman mehr ist, als ein "nur" Krimi mit historischem Hintergrund. Schon alleine die Beschreibungen aus dem alten Rom sind beeindruckend.Der Charakter von Decius Cecilius Metellus aus der Komission der 26. ist mit Charm und einen kräftigen Schuss Humor beglückt und zeigt uns seine Stadt: Das Rom der Antike. In seinem ersten spannenden Fall bringt er uns die Römer und ihre Lebensweise näher.
Das Buch hat neben seinem großen Unterhaltungswert eine weitere angenehme Seite, denn es zeigt uns das historische Rom in bildlicher Sprache. Ein Klasse Roman!

