Die Geschichte der Häßlichkeit

Verkaufsrang: 11906 (Bücher)
Autor: Umberto Eco
Gebundene Ausgabe
EAN: 9783446209398
Auflage: 1
ISBN: 3446209395
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Seitenzahl: 456
Erscheinungsdatum: 15. September 2007
Verlag: Hanser Belletristik
von: Sigrid Vagt (Übersetzer)
Preis: EUR 39,90

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Kundenrezensionen zu 'Die Geschichte der Häßlichkeit'

Was ist hässlich? (15. Oktober 2007)

Nachdem die "Geschichte der Schönheit" eins der Bücher ist, die ich oft zur Hand nehme, musste ich Ecos "Geschichte der Hässlichkeit" auch besitzen. Wieder sind hier viele Texte versammelt, die dem Wesen der Hässlichkeit auf die Spur kommen, es gibt Bilder zum Anschauen, und Eco nähert sich der Hässlichkeit von vielen Seiten. Ein wertvolles Buch, das zu besitzen sich lohnt.

Was nicht schön ist... (25. September 2007)

Nach der Geschichte der Schönheit, die im Jahr 2004 ein überraschender Erfolg wurde, kommt nun ein vom Format her identischer Band über das Gegenteil in die Buchläden: Die Geschichte der Hässlichkeit, wieder herausgegeben von Umberto Eco, der sein enzyklopädisches Wissen über die menschliche Kulturgeschichte erneut präsentieren darf. Dabei sind die von Eco geschriebenen, kurzen Texte über das Thema Hässlichkeit allerdings fast schon etwas Nebensache. Denn eigentlich fällt es schwer, Hässlichkeit wirklich überzeugend zu beschreiben. Ist es nicht viel mehr die bloße Abwesenheit von Schönheit, also nur die Negation von etwas anderem? Und dann fällt ja noch auf, dass sich Schönheit und Hässlichkeit im Lauf der Jahre wandeln. Ist die Schönheit von gestern nicht der Kitsch, und damit die Hässlichkeit, von morgen? Vieles wird hier relativiert.

Eco beantwortet die Frage nach dem Wesen der Hässlichkeit mit Synonymen. Er erläutert Hässlichkeit durch Krankheit, als Kennzeichen des Bösen und des Teufels, als körperliche oder sexuelle Deformation, als Element wider die Natur und damit als Begleiter der Industrialisierung oder auch als Witz, der das Opfer der Lächerlichkeit preisgibt. Aber letztendlich haben seine Texte - wie im Band über die Schönheit auch - etwas Theoretisches, Verkopftes. Und noch schlimmer: Oft scheinen sie durch die abgebildeten Kunstwerke auch noch widerlegt zu werden. Denn diese erscheinen fast ausnahmslos als ästhetisch faszinierend und oft genug als schön.

Stark sind auch die Texte, die hier auch aus der Literatur zum Thema versammelt sind. Lovecraft beschreibt seine Ungeheuer. Gläubige schreiben über die Hölle. Kafka schreibt über die Hässlichkeit des Lebens. Wir lesen von Folter, hässlichen Frauen, Dekadenz, von Tod und Krankheit und natürlich von Kitsch. Der Leser begibt sich hier auf eine Reise quer durch die Weltkunst und Weltliteratur. Oft sind die Texte und Bilder so eindringlich, dass der begleitende Text des Herausgebers dagegen völlig untergeht. Viele Texte stellen Gewalt und Sex explizit dar, das Buch ist also nicht gerade jugendfrei. Insgesamt hat man am Ende den Eindruck, dass die dem Hässlichen gewidmete Kunst aber möglicherweise die stärkeren Gefühle auslöst, als dies die Kunst der Idealisierung, des Schönen jemals erreichen kann. Und so ist auch dieser Band der spannendere der beiden Bände von Eco.

Wie beim anderen Band auch frage ich mich allerdings, warum man für die Darstellung der vielen, schönen Werke nicht ein größeres Buchformat gewählt hat. Viele der Bilder hätten hier schlicht mehr Platz verdient.

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