Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra

Verkaufsrang: 143 (Bücher)
Autor: Roberto Saviano
Gebundene Ausgabe
EAN: 9783446209497
Auflage: 1
ISBN: 3446209492
Languages:
ListPrice:
Seitenzahl: 368
Erscheinungsdatum: 25. August 2007
Verlag: Hanser Belletristik
Preis: EUR 17,95

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Kundenrezensionen zu 'Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra'

Kurz und bündig bewertet... (20. November 2008)

Meine kurze aber bündige Rezension:

+ die Darstellung der Reichweite und des Einflußes der Camorra, national und international... da sieht man Italien wieder mit anderen Augen

- die Masse an Namen, Spitznamen und Ortschaften, Verwandschaftsgraden und Beziehungen untereinander läßt einem während der Geschichte das Gesicht einschlafen

Die harte Realität im Reich der Camorra (10. November 2008)

Das öffentliche Bild vom organisierten Verbrechen mag zwar von der sizilianischen Mafia geprägt sein, doch diese ist gegen die süditalienische Camorra, so der Autor, kaum mehr als ein Knabenchor. Roberto Saviano, der inzwischen im Untergrund lebt, erhielt für seine Recherchen zu diesem Buch 2006 den Premio Viareggio, einen italienischen Literaturpreis. Während die italienischen Juroren vermutlich ausreichend Hintergrundkenntnisse besitzen, um zwischen harten Fakten und Überzeichnung unterscheiden zu können, ist davon beim deutschen Otto-Normal-Leser höchstwahrscheinlich nicht auszugehen. Die Frage, wo Savionas Buch nun Roman und wo Sachbuch ist, kann der Laie kaum beantworten. Nicht zuletzt, weil die Kapitel in sich abgeschlossen sind und damit oft zusammenhanglos erscheinen. Der rote Faden versteckt sich hinter blutigen Anekdoten.

Schockierend und augenöffnend! (12. Oktober 2008)

Gehört hat man von der Camorra normalerweise schon und hat sich auch ein gewisses Bild von diesen Kriminellen geschaffen, doch so wie Saviano die Machenschaften und die Hintergründe beschreibt, muss man sein eigenes Bild der Lage gründlich revidieren. Als gebürtiger Süditaliener ist er in und mit diesem System aufgewachsen und weiß also wovon er schreibt. Schön sind die autobiographischen Passagen, die die trockenen Teile der reinen Beschreibung des Systems und der Hintergründe aufwiegen. Doch gerade diese Teile machen das Buch um so schockierender. Es sind nicht Geschichten aus Hollywood (worauf der Autor auch eingeht), sondern es ist die Wirklichkeit (oder zumindestens eine Realität, die der Autor so erfahren hat). Die Erläuterungen der Handelwege von Stoffen, Zigaretten, Müll bis zu Drogen sind zum Teil verworren (wie das System nunmal ist), aber eigentlich gut nachvollziehbar. Schwierig wird es erst bei den vielen verschiedenen Namen. Es tauchen unzählige Personen auf, doch Saviano schafft es einen einigermaßen gut geratenen Überblick für den Laien und Leser zu erhalten.
Während des Lesens wird man schockiert, muss lachen (z.B.: über die merkwürdigen Spitznamen der Bosse) und schüttelt vor lauter Unglauben den Kopf.
Kritisch anzumerken (und daher nur vier Sterne) ist der Umstand, dass man merkt es gibt zwei Übersetzer. Der zweite Teil ist meiner Meinung nach nicht so gut gelungen wie der erste, der mehr Charme und Frische besitzt.
Trotzallem gebe ich diesem Buch gelungene vier Sterne!

sumpf italien (5. Oktober 2008)

also ich hab' mich beim lesen schon mehrfach drüber gewundert, dass der autor das buch offenbar unter seinem realen namen herausgebracht hat. die tatsachen und begebenheiten die er schildert sind für leute die sich damit beschäftigen oder dem ganzen auch gezwungenermassen ausgesetzt sind wahrscheinlich bekannt bzw. alltäglich - aber für jemanden wie mich, der sich mit der materie noch nicht beschäftigt hat, ist es der hammer.

das verdienst des autors liegt meiner meinung nach darin, dass er einerseits seine persönliche lebenswelt schildert und andererseits fakten über die camorra abseits von einschlägigen statistiken und fachbüchern zusammengetragen hat. wobei mich der verdacht beschleicht, dass saviano auch einigermassen besessen von dem thema ist - sonst hätte er wohl nicht so viel riskiert.

literarisch kann man das buch sicher diskutieren - aber bei so einem buch ginge dass ohnehin unerheblich. ich lese das als tatsachenbericht - wobei mir schon manche sachen einigermassen unglaublich erscheinen ... das liegt aber wohl weniger am autor als an meiner mangelnden vorstellungskraft. jedenfalls finde ich es fesselnd und es liest sich auch einigermassen flüssig.

meinen nächsten süditalienaufenthalt hab'ich jedenfalls verschoben ...

Gratulation und Beileid (18. September 2008)

Zu dem Buch kann man nur gratulieren. Also dem Verlag. Dem Käufer und Leser nicht.

Der Verlag hat es geschafft, in den Medien einen riesigen Wirbel um dieses Buch zu entfachen. Alle Qualitätszeitungen haben recht positiv darüber berichtet. Leider haben die Journalisten das Buch wohl nicht selber gelesen und die Berichterstattung basierte primär auf einer Pressemitteilung des Verlages. Folgerichtig wurde das Buch ein echter Bestseller in Deutschland. Unter dem Strich hervorragende PR-Arbeit.

Durch das Buch selbst musste ich mich regelrecht quälen. Wer in Sachen Mafia nicht völlig unbedarft ist, erfährt in dem Buch überhaupt nichts Neues. Von Enthüllungen oder Insiderwissen kann keine Rede sein. Zusätzlich ist das Buch schlecht strukturiert und der Autor wechselt andauernd den Schreibstil, was das Lesen zur Qual macht. Unter dem Strich: Viele heiße Luft um nichts.

Es kommt äußerst selten vor, aber das Lesen dieses Buches empfand ich als vergeudete Zeit.

dkb.de

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