iWoz. Die Autobiographie des Apple-Erfinders

Verkaufsrang: 113767 (Bücher)
Autor: Steve Wozniak
Autor: Gina Smith
Broschiert
EAN: 9783446404069
Auflage: 1
ISBN: 3446404066
Languages:
ListPrice:
Seitenzahl: 250
Erscheinungsdatum: 5. Oktober 2006
Verlag: Hanser Wirtschaft
Preis: EUR 19,90

iWoz. Die Autobiographie des Apple-Erfinders bei Amazon kaufen

Suche:   

Kundenrezensionen zu 'iWoz. Die Autobiographie des Apple-Erfinders'

Literarisch untereste Schublade ... (2. Juni 2008)

Sprachlich ein Graus, liest sich wie ein Erstlingswerk nach dem Volkshochschulkurs für kreatives Schreiben. Inhaltlich die bereits geschilderten egozentrischen Ergüsse, wie brilliant Wozniak doch ist. Wenn man vor dem Buch noch Sympathie für den Mann hat, nach dem Buch wird einem schon klar, warum er und Jobs - der ja auch nicht die freundlichste Persönlichkeit sein eigen nennt - immer aneinandergeraten sind. Zwei Egomanen erfinden den PC. Dagegen ist Gates harmlos und Ballmer ein Sympathieträger.

Alles in allem interessante Anekdoten und ein second view auf die Geschehnisse bei Apple. Durch die Sprache und die Egozentrik verliert vieles aber an Glaubwürdigkeit, oft wirkt Wozniak in dem Buch wie ein kleines Kind, dass unbedingt seine Version der Geschichte als alleinige Wahrheit darstellen möchte. Ich werd's behalten, aber nochmal lesen werd' ich's mit Sicherheit nicht.

Selbstbeweihräucherung³ (26. Februar 2008)

Schade, Steve Wozniak ist sicherlich jemand, der viel zu erzählen hat, ist er doch einer der Pioniere des modernen Computer und legendäre Apple Chefentwickler. Leider nur ergeht sich "Woz" über 250 Seiten in Selbstbeweihräucherungen und ich-ich-ich-Schmachten. Natürlich dürfen mache Menschen, gerade wenn sie ihre Brillianz unter Beweis gestellt haben, eine gewisse Egomanie an den Tag legen, aber der Verlag hätte so viel dann doch nicht durchgehen lassen. Also bleibt dem Leser nichts anderes über, als zu sehen, wie ich-ich-ich-Woz spannende Kapitel ruiniert.

Dass es dennoch 3 Sterne gibt, liegt schlicht daran, dass die Brillianz von Woz legendär ist und er, wenn auch schlecht verpackt, durchaus interessante Anekdoten über Apple, Steve Jobs und die seine eigene Pionierarbeit schildert. Fazit: Eher ein Buch für Apple-Freaks und solche die es noch werden wollen - dann kann man auch getrost über stilistische Schnitzer hinwegsehen.

Ein ungeschliffener Diamant (28. Oktober 2007)

Allgemeines
-----------

Dieses im Hanser Verlag erschienene Buch ist die deutsche Übersetzung der bei W. W. Norton erschienenen amerikanischen Originalausgabe.
Das man im Begriff ist, ein ungewöhnliches Buch zu lesen, erahnt man schon beim ersten Blick auf ebendieses. Über einem grinsenden Playmobil-Männchen prangen die Namen der Verfasser in einer sich an keine Rechtschreibkonvention haltenden Schreibweise: steve WOZNIAK und gina SMITH. Die Rückseite ziert ein Foto des schon etwas ergrauten Wozniak, der gerade herzhaft in einen Apfel beißt.
Informationen über Wozniaks Mitautorin Gina Smith sucht man in diesem Buch vergeblich, was der eine oder andere als schade empfinden dürfte.

Der Spaß an dem Buch beginnt schon, bevor man es aufschlägt. Es ist auf eine 1995 zum Patent angemeldete Weise gebunden, die man heutzutage höchst selten und bei Büchern in diesem Preissegment so gut wie gar nicht findet. Der Einband besteht aus mehreren nicht miteinander verklebten Einzellagen, die sich relativ zueinander verschieben können, wenn er gebogen wird. Das macht das Buch ungewöhnlich robust und garantiert mehrfaches Lesevergnügen, ohne das es sich - wie die meisten Taschenbücher heutzutage - während dieses Vorgangs selbsttätig zerlegt.
Ein weiteres Relikt aus einer schon fast vergessenen Zeit ist das integrierte Lesezeichen. Der eine oder andere wird sich vielleicht noch an das dauerhaft im Buchrücken befestigte Bändchen erinnern, das man einfach zwischen die Seiten legt und das nie verloren gehen kann.

Zum Inhalt
----------

Die 323 Seiten des Buches gliedern sich in 20 Kapitel nebst zwölfseitigem Glossar und den obligatorischen Danksagungen. In der Buchmitte findet man zwölf Seiten mit insgesamt 24 Schwarzweißfotos. Ein Stichwortverzeichnis, das heutzutage eigentlich zum Standard gehört, fehlt überraschenderweise völlig.

Kapitel 1 widmet sich auf 13 Seiten Wozniak's früher Kindheit. Stephan Gary Wozniak, drei Jahre nach der Erfindung des Transistors geboren im Jahre 1950, wird schon als Vierjähriger von seinem Vater, Elektronikingenieur im geheimen Raketenprogramm von Lockheed, in die Grundlagen der Elektronik eingeweiht. Das, zusammen mit seinem unersättlichen Drang, die Funktion technischer Dinge zu verstehen und - möglichst verbessert - nachzubilden, dürfte Wozniaks Werdegang begründet haben.

Die nächsten beiden Kapitel begleiten den Leser durch Wozniak's Schulzeit und die zumeist elektronischen Projekte, die er - stets unterstützt von seinem Vater - in dieser Zeit verwirklicht und von denen nicht wenige im Rahmen von Wettbewerben mit Preisen bedacht werden. Zu jener Zeit (um das Jahr 1960) entdeckt Wozniak im zarten Alter von knapp elf Jahren seine Faszination für Computer. Geräte, von denen zu jener Zeit kaum jemand auch nur den Namen kennt. Diese beiden Kapitel werden immer wieder aufgelockert durch detaillierte Beschreibungen von Streichen, die Wozniak seinen Mitmenschen schon immer gerne spielte und die (wie seine im Spind eines Mitschülers versteckte Zeitbomben-Attrappe) nicht immer folgenlos für ihn blieben.

Die Kapitel 4 und 5 behandeln Wozniak's Studienzeit - zunächst in Colorado, danach wieder nahe seines Heimatortes in Kalifornien. Es ist die Zeit des Vietnamkrieges. Überraschend kurz wird angesprochen, wie dieser Krieg Wozniak's Denkweise und Weltanschauung verändert hat. Ansonsten lesen sich diese Kapitel wie eine Fortsetzung der Schulzeit: Erste Programme werden geschrieben, technische Projekte realisiert und viel Schabernack getrieben.
In dieser Zeit erblickt der legendäre Cream Soda Computer das Licht der Welt: Eine kleine Elektronikplatine ohne Monitor und Tastatur, ausgestattet mit sagenhaften 256 Byte RAM (etwa soviel, wie ein Textverarbeitungsprogramm heute brauchen würde, um den einen Satz zu speichern, den Sie gerade lesen).

Die Kapitel 6 und 7 behandeln auf 37 ebenso vergnüglich wie spannend zu lesenden Seiten das Entstehen der legendär gewordenen Blue Box: Ein kleiner Tongenerator, mit dessen Hilfe das damalige Telefonsystem so ausgetrickst werden kann, daß kostenloses Telefonieren möglich ist. Wozniak hat inzwischen seinen Namensvetter Jobs (zu jener Zeit noch Schüler) kennengelernt, der schon in jungen Jahren mit kaufmännischen Fähigkeiten ausgestattet ist, die eine heimliche und sehr erfolgreiche Vermarktung der illegalen Blue Box erlauben.

Die folgenden beiden Kapitel behandeln die Zeit, in der Wozniak - mittlerweile 22-jährig - die Universität ohne Abschluß verläßt und einen Job bei Hewlett-Packard antritt. Ein größerer Teil des achten Kapitels ist hierbei Wozniak's Dial-a-Joke System gewidmet (täglich ein neuer Witz, erzählt von einem Anrufbeantworter). Kapitel 9 geht kurz auf einige Projekte ein, die Wozniak neben seiner Tätigkeit bei Hewlett-Packard realisiert hat und schließt mit der Entstehungsgeschichte des berühmten von Wozniak in nur vier Tagen konstruierten Spiels Breakout.

Das folgende Kapitel beschreibt unter dem Titel "Meine große Idee" die Zeit, in der die ersten Mikroprozessoren das Licht der Welt erblicken und Wozniak zusammen mit knapp drei Dutzend Leuten (von denen viele wie Adam Osborne später selbst Computerfirmen gründen werden) den legendären Homebrew Computer Club ins Leben ruft. Wozniak beschreibt, wie er während dieser Zeit den Vorläufer des Apple I konstruiert und warum er sich für bestimmte Bauteile wie z. B. den 6502 Prozessor entschieden hat.

Auch Kapitel 11 beschreibt diese Zeit. Wozniak's Rechner, der immer noch nicht Apple I heißt, ist mittlerweile recht ausgereift, was seinen Freund Steve Jobs auf den Gedanken bringt, eine Platine davon zu verkaufen, die die Käufer mit eigenen Chips bestücken sollen.
Mittlerweile haben wir die Buchmitte um 15 Seiten überschritten, aber die Firma Apple ist immer noch nicht gegründet.

Dies passiert nun endlich im zwölften Kapitel, das auf 15 Seiten die Gründung und den von Wozniak zunächst nicht erwarteten finanziellen Erfolg der neuen Firma Apple beschreibt. Deren einziges Produkt ist, zumindest bis zum Beginn von Kapitel 13, der Apple I. Keineswegs ein kompletter Computer, sondern nur ein fertig bestücktes Mainboard, das der Käufer mit Netzteil, Fernseher, Tastatur und Gehäuse erst zu einem vollwertigen Computer machen muß.

Die folgenden 21 Seiten beschreiben die Geburt und die Vermarktung des Apple II: Keineswegs lediglich eine Weiterentwicklung des Apple I, sondern erstmals ein kompletter Computer, ausgestattet mit Farbausgabe, Sound, einem Port für Spielesteuerung und einer für die damalige Zeit hochauflösenden Graphik. Wozniak verläßt unter der Voraussetzung, bei Apple nicht mit Manageraufgaben belästigt zu werden, schweren Herzens die Firma HP. In dieser Zeit (um 1976) stößt Mike Markkula dazu, der - gerade mal dreißigjährig - wesentlich am schwunghaften Aufstieg der eben erst gegründeten Firma Apple beteiligt ist. Die letzten sechs Seiten dieses Kapitels widmen sich der Beschreibung eines groß angelegten Schabernacks, den Wozniak anläßlich der West Coast Computermesse der MITS Corporation (das Unternehmen, das den Altair Computer gebaut hat) spielt: Eine in großer Auflage gedruckte Broschüre über ein nicht existentes Projekt von MITS, die den Anschein erweckt, als wäre sie von deren Konkurrenzunternehmen Processor Technologies in Umlauf gebracht worden.

Überaschenderweise behandelt Kapitel 14, betitelt "Der größte Börsengang seit Ford", ebendiesen nicht. Dies passiert erst ein Kapitel später. Statt dessen beschreibt Wozniak, warum der Apple II ein solcher Erfolg wurde, und geht (technisch fast etwas zu detailliert) auf eine Erfindung ein, auf die er zu Recht stolz ist und die als ein weiterer Meilenstein der Computergeschichte angesehen werden kann: Ein seinen Angaben zufolge in nur zwei Wochen entwickelter Controller nebst Treiberprogramm, der das gerade von der Firma Shugart auf den Markt gebrachte 5 1/4-Zoll-Floppylaufwerk an den Apple II anschließt und damit dem bis dahin langsamen Speichern der Daten auf Audiokassetten ein Ende bereitet.

Das folgende Kapitel beschreibt die Zeit um Apple's Börsengang im Jahr 1980. Dieser macht nicht nur Jobs und Wozniak über Nacht zu Millionären, sondern auch viele verdiente Apple-Mitarbeiter, denen Wozniak zum Vorzugspreis Aktien aus seinem eigenen Paket verkauft. Es ist die Zeit, in der der Apple III (ein unzuverlässiger Flop auf der ganzen Linie) das Licht der Welt erblickt und die erste ernsthafte Konkurrenz in Form des IBM PC am Horizont auftaucht. Leider geht das Kapitel nicht auf die offensichtliche Frage ein, warum es Wozniak, immerhin Mitinhaber der Firma und alleiniger Entwickler des überaus erfolgreichen Apple II, nicht möglich war, das Apple III - Debakel zu verhindern.

Unter dem Titel "Bruchlandung" geht Kapitel 16 auf die Zeit ein, in der Wozniak, seit sechs Monaten stolzer Inhaber eines Pilotenscheines, seine Beechcraft aus ungeklärter Ursache in den Parkplatz einer Eislaufhalle steuert und diesen Unfall zwar körperlich fast unbeschadet, aber mit mehrwöchigem Gedächtnisverlust überlebt. Er beschließt am Ende dieser Zeit, vorerst nicht mehr für Apple tätig zu sein, sondern seine zehn Jahre zuvor abgebrochene Collegeausbildung zu beenden. Unter dem Namen Rocky Raccoon Clark immatrikuliert er sich am College in Berkeley und beginnt nicht einmal ein Jahr später mit der Organisation dessen, was er im Buch als den Höhepunkt seines Lebens bezeichnet: Der Organisation und Finanzierung des ersten von zwei im folgenden Kapitel näher beschriebenen riesigen Woodstock-ähnlichen Open Air Musikfestivals. Sehr kurz werden in diesem Kapitel die Scheidung Wozniaks von seiner ersten Frau Alice und die Hochzeit mit seiner zweiten Frau Candy erwähnt. Auch auf die Geburt seines ersten Sohnes Jesse am Vortag des ersten Konzertes wird nur recht kurz eingegangen.

Kapitel 18 beschreibt kurz Wozniak's Zeit bei Apple nach seinem College-Abschluß und geht im Folgenden auf die von ihm kurze Zeit später zusammen mit den Apple-Kollegen Joe Ennis und Laura Roebuck gegründete Firma CL 9 ("Cloud 9", eigentlich von Wozniak als Firmenname vorgesehen, war rechtlich geschützt) ein, die sich der Entwicklung und Vermarktung einer programmierbaren Fernbedienung mit nur einer Taste verschrieben hat. Im Zuge dieser Beschreibung stellt Wozniak ein Mißverständnis richtig, das seit jeher gebetsmühlenartig von jedem Buch über die Firma Apple aufgegriffen und wiederholt wird, nämlich den durch gezieltes Weglassen von Informationen in einem Artikel des Wall Street Journals entstandenen Eindruck, Wozniak hätte die Firma damals verlassen, weil er wütend auf Apple war. Auf den eher bescheidenen kommerziellen Erfolg seiner neuen Firma geht Wozniak weder in diesem Kapitel noch im weiteren Verlauf des Buches ein.

Das vorletzte Kapitel beschreibt (auf nur 10 Seiten relativ knapp) eine Seite Wozniaks, die er als die wichtigste seines Lebens bezeichnet und die den meisten Lesern unbekannt sein dürfte: Seine sich immerhin über zehn Jahre erstreckende Tätigkeit als Lehrer für Viert- und Fünftklässler.
Wenig überraschend umfaßt Wozniak's pädagogische Tätigkeit überwiegend computernahe Themen. Als Geschenk an Schulen und Schüler richtet er Computerlabore mit Dutzenden von Rechnern ein.
Auch findet man in diesem Kapitel einige Einblicke in Wozniak's Privatleben, die ausführlicher sind als das, was das Buch bis dahin preisgab.

Kapitel 20 bschließt das Buch auf 14 Seiten unter der Überschrift "Lebensregeln". Diese Überschrift ist etwas irreführend, denn von Lebensregeln liest man nur auf den ersten Seiten des Kapitels, auf denen Wozniak potentiellen Erfindern Ratschläge für erfolgreiche Arbeitsweise gibt. Danach schweift das Kapitel mal hierhin, mal dorthin: Die Richtigstellungen einiger in praktisch jedem Buch über das Unternehmen Apple zu findenden Fehler, Gerüchte und Ungenauigkeiten finden sich hier genauso wie Wozniak's Version des ebenfalls in jedem Buch erwähnten legendären Besuches des Xerox Palo Alto Research Centers (PARC), anläßlich dessen Jobs und Wozniak zum ersten Mal Bekanntschaft mit graphischen Benutzerschnittstellen und Mausbedienung machen, was wegweisend für die Entwicklung der Apple Lisa und später des Macintosh war.
Des weiteren findet man in diesem Kapitel eine "Abrechnung" mit Microsofts Internet Explorer, der Wozniak zufolge der alleinige Grund für die häufigen Abstürze von Mac OS 7 waren, sowie eine leicht philosophische Betrachtung einiger Produkte wie iMac und iPod, die Apple nach Jobs' Rückkehr in die Vorstandsetage hervorbrachte.

Persönliche Wertung
-------------------

Obwohl mir die amerikanische Originalausgabe noch nicht vorliegt, habe ich den Eindruck, daß Jürgen Dubau's deutsche Übersetzung (die den Regeln der neuen deutschen Rechtschreibung folgt, was gelegentlich dazu führt, daß man Fehler zu erkennen glaubt, die keine sind) nicht nur hervorragend, sondern auch annähernd fehlerfrei ist. Verbesserungsfähig sind allenfalls wenige Flüchtigkeitsfehler sowie einige Dinge, die ich für korrekt übersetzte Fehler in der Originalausgabe halte.

Der Schreibstil des Buches ist überwiegend - wie soll man es ausdrücken - ungewöhnlich. Oft hat man hat nicht den Eindruck, ein bzgl. Formulierungen und rotem Faden ausgefeiltes und wohl überlegtes Buch in den Händen zu halten, sondern man glaubt, einem Monolog Steve Wozniak's zu lauschen, der nicht immer gradlinig ist und - wie im echten Leben - mal hierhin, mal dahin schweift. So beginnt das achtzehnseitige Kapitel 5 ("Der Cream Soda Computer") mit einigen Seiten über den Vietnamkrieg, gefolgt von einer Beschreibung der Rückstellungspolitik der damaligen US-Regierung für Studenten und deren Folgen für Wozniak. Dem schließt sich ein Ausflug in Wozniak's Ansichten über die damalige Hippie-Kultur an, danach erfährt der Leser mehr über Wozniak's Programmiererjob bei der kurzlebigen Firma Tenet. Erst nach elf Seiten wird das, worum es in der Kapitelüberschrift geht, erstmals erwähnt und dann auf ganzen zweieinhalb Seiten abgehandelt.

Vielfacher Gebrauch des Wortes "ich" ist in einem Buch, das ein berühmter Mensch über sich selbst schreibt, zu erwarten, aber für das Empfinden des bescheidenen Verfassers dieser Buchbesprechung liest man es dennoch eine Spur zu häufig. Das Wozniak auch Geschwister hat, erfährt der Leser z. B. erstmals im Bildteil in der Buchmitte.
Aus jeder Zeile spricht ein überaus gesundes Selbstbewußtsein. Das ist ohne Zweifel berechtigt, hat Steve Wozniak doch eine Menge erreicht, worauf er stolz sein kann. Entbehrlich gewesen wären aber jene Passagen, wo dieses Selbstbewußtsein der Grenze zum Größenwahn gefährlich nahezukommt. Beispiel:

"Und es ist eine Tatsache, dass ich, was Computerlogik betrifft, schließlich so gut geworden bin - besser als wohl jeder andere lebende Mensch."

Fairerweise sei hier angemerkt, daß dieser Eindruck möglicherweise durch ungeschickte Wortwahl bei der Übersetzung der amerikanischen Originalausgabe hervorgerufen sein könnte. Sollte es mir gelingen, einen Blick in ebendiese zu werfen, werde ich anläßlich einer Überarbeitung dieser Rezension auch auf diesen Punkt näher eingehen.

Fazit
-----

25 Jahre lang hat Steve Wozniak die Öffentlichkeit gemieden. Es stimmt allerdings nicht ganz, daß (wie man gelegentlich lesen kann) der legendäre Mitbegründer der Firma Apple, der (wenngleich mit dem niedrigsten Gehalt, auf das ein Vollzeitmitarbeiter Anspruch hat) bis zum heutigen Tag auf deren Gehaltsliste steht, in diesem Buch erstmals bereit ist, seine Geschichte zu erzählen. Schon 1994 schrieb Wozniak mit Martha Kendall als Mitautorin ein ähnliches Buch: "Steve Wozniak, Inventor of the Apple Computer".

Dieses Buch wäre eine schlechte Wahl für Leute, die sich vor allem für die Geschichte der legendären Firma Apple interessieren. Zu diesem Thema gibt es Besseres im Überfluß. Menschen aber, denen diese Geschichte schon halbwegs vertraut ist, werden dieses Buch genießen.

Beim Lesen drängt sich immer wieder der Vergleich mit einem ungeschliffenen Diamanten auf: Eckig, manchmal scharf, nicht immer gerade und nicht aus jeder Perspektive ansehnlich. Und dennoch schön, wertvoll und allemal die Mühe wert, sich lange und eingehend mit ihm zu beschäftigen.

Sehr lesenswert für Menschen mit Technikverständnis (17. Juli 2007)

Um den Inhalt vollständig erfassen zu können, benötigt man etwas Hintergrundwissen im Bereich der Elektronik.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und das Buch ist eine schöne, leichte Lektüre.

Es ist sehr amerikanisch verfasst, was bei einigen Rezensionen zur Abwertung führt.
Das ist eher ein gesellschaftliches Problem, in Dtl. wird man mit Neid und Mißgunst erschlagen, wenn man ein Sieger ist und dies auch noch offen kommuniziert.
iWoz geht gegen Ende kurz auf Aspekte und Probleme des Erfolgs ein, die kaum jemand versteht - beispielsweise dass 100 Mio. $ doch nicht so viel sind, wie es sich anhört.

lesenswert (17. Mai 2007)

Der Autor ist einerseits sehr von sich überzeugt, andererseits ist das Buch sehr lebendig geschrieben und gibt ein sehr glaubhaftes Bild der Entwicklung des Apples und auch seiner persönlichen Entwicklung. Er scheut sich ja auch nicht, von den teilweise peinlichen Pubertätsabenteuern zu erzählen, aber ich finde, das tut dem Buch keinen Abbruch. Er verzichtet angenehmerweise auf fachlich sehr tiefgehende Einzelheiten, so dass das Buch eine angenehme Feierabendlektüre darstellt. Lesenswert!

dkb.de

Ähnliche Produkte zu 'iWoz. Die Autobiographie des Apple-Erfinders'

dkb.de