Kundenrezensionen zu 'Verdammnis'
Trotz sprachlicher Mängel und Übertreibung... (2. Dezember 2008)
Die ersten 300 Seiten tat ich mir schwer... mehr oder weniger plätscher, plätscher aber mit Lisbeth eine interessante Figur.Wenn ich mir auch manchmal an den Kopf gelangt habe ob der unglaublichen Fähigkeiten dieser Frau. Gepaart mit überflüssigen, teilweise sogar lächerlichen Details in der Handlungsbeschreibung nervt das! Sinngemäß: "Sie öffnete ihr PowerBook mit 1GB RAM und einem 2GHz Prozessor und doppelklickte auf das Icon Asphyxia 1.3 auf ihrem Desktop"
Dazu kommen ständige Wiederholungen von Beschreibungen, die Seiten zuvor in der gleichen Weise schon mal gegeben wurden. Da kommt man sich manchmal echt veräppelt vor. Meine Lieblingsformulierung: "Er/Sie beschrieb einen Halbkreis..." Was für ein Satz! Und dann gleich 5x innerhalb von 20 Seiten.
ABER die Geschichte ist einfach gut aufgebaut, schön vertrackt und sehr spannend. Die Charaktere sind extrem aber nachvollziehbar und liebenswert. Ab Seite 300 hat mich das Buch nicht mehr losgelassen!
Auf den letzen 100 Seiten Showdown geht es dann nochmal so richtig zur Sache... mit "überraschenden" bis unglaublichen Wendepunkten.
Brillant! (1. Dezember 2008)
Ich bin durch Zufall auf "Verdammnis" gestoßen, der bereits der zweite Band von Stieg Larssons "Millennium-Trilogie" ist, und habe diesen in Unkenntnis eines existierenden ersten Bandes zuerst gelesen. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man auch als "Quereinsteiger" sehr gut in die Geschichte hinein finden. Da in "Verdammnis" immer wieder auf zurückliegende Ereignisse aus "Verblendung" angespielt wurde, war ich unheimlich neugierig auf diesen ersten Band (den dritten gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht) und hatte beim Lesen ungemein viele "Aha"-Erlebnisse.Im zweiten Teil setzt Stieg Larsson auf brillante Art und Weise fort, was in "Verblendung" begonnen wurde.
Mikael Blomkvist, Journalist beim Wirschaftsmagazin "Millennium", recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel, dessen Hintermänner höchste Regierungsämter bekleiden. Blomkvists Partnerin aus dem ersten Buch, die geniale Hackerin Lisbeth Salander, bekommt Wind von der Geschichte und schaltet sich über Blomkvists Computer in die Ermittlungen ein, da ihr gesetzlich bestellter Betreuer Nils Bjurman in den Fall verwickelt zu sein scheint.
Als Blomkvists Informant sowie dessen Freundin und später auch Nils Bjurman tot aufgefunden werden, fällt der Verdacht auf Lisbeth Salander, die daraufhin flüchtet. Nur Blomkvist glaubt an ihre Unschuld und beginnt auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen, deren Lösung in der Vergangenheit von Lisbeth Salander begründet ist.
Die sympatischen Hauptakteure Mikael "Kalle" Blomkvist und Lisbeth Salander sind dem Leser gleich zu Beginn wieder vertraut.
Das Hauptaugenmerk des Autors liegt diesmal auf der scharfsinnigen Computervirtuosin Salander, die im ersten Buch bereits sehr rätselhaft und geheimnisumwittert dargestellt wurde. Die Wahrheit um ihre Person, die erschreckende Ausmaße annimmt, wird schrittweise ans Tageslicht gebracht.
Stieg Larsson ist mit diesem virtuos und brillant geschriebenen Buch ein weiterer Geniestreich gelungen und ich konnte es kaum erwarten, endlich den dritten und (leider) letzten Band in den Händen zu halten.
Volle Punktzahl!
Tolle Fortsetzung (16. November 2008)
Leider gibt es den dritten Teil noch nicht als Taschenbuch. Dieses Buch ist eine gute Fortsetzung des ersten Bandes und uneingeschränkt lesenswert.Von Realitätsstreben nicht eingeschränkt (14. November 2008)
Die Hauptanforderung an einen guten Krimi erfüllt dieses Buch mit Bravour - es ist absolut spannend. Darüber hinaus finde ich die Rahmenhandlung, sowohl was die Recherche um den "Handel" mit Prostituierten betrifft, als auch was die Geschichte um Lisbeth Salander angeht, absolut interessant und gelungen.Larssons Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, der häufige Szenenwechsel verwirrt nicht und trägt dazu bei, dass das Buch lebendig und interessant bleibt. Dass manches an der Geschichte ziemlich fantastisch und konstruiert ist, hat mich nicht im Geringsten gestört. Wenn ich nur Realität will, dann lese ich die Zeitung!
Dasselbe gilt für die Charaktere. Wenn es so gut gemacht ist, was soll es dann, dass Lisbeth zum "Supergirl" wird? Und der Frauentyp Mikael Blomkvist ist doch auch ganz nett, oder?
Ich freue mich jedenfalls auf die Lektüre von Band 3!


