Aus der Amazon.de-Redaktion
Fantasy mal nicht von der Stange: der junge britische Autor Joe Abercrombie hat mit seinem von der ersten Seite an fesselnden Klingen-Epos Kriegsklingen (The Blade itself), Feuerklingen (Before they are hanged) und Königsklingen (Last argument of Kings) eine düstere, klassische Fantasy-Welt ohne Elf und Co. auf hohem Niveau geschaffen, die sich bei aller Magie, Schwertkämpfen und bedrohlichen Vorhersehungen hauptsächlich um die Charaktere dreht: gebrochene, realistische Helden, mal gut mal böse, aber immer mit Wucht und Schläue bei der Sache!Da ist zum einen der Barbarenkrieger Neunfinger-Logan, ein Hau-Drauf-Typ vor dem Herrn, dem die Lust aufs Draufhauen vergangen ist. Trotzdem muss er sich unablässig seiner zahllosen Feinde erwehren und eben draufhauen -- das ergibt absurde Situationen, die actionlastig und tragisch gleichzeitig sind. Großinquisitor Glokta hingegen ist Folterer und Menschenhasser in gelungener Kombination und foltert das Bild einer Verschwörung gegen das Reich aus seinen unzähligen Opfern heraus. Und nicht zu vergessen Captain Jezal dan Luthar, ein selbstsüchtiger Egomane, dem Ruhm und Reichtum wichtiger sind als Freunde und Ehre.
Der Krieg gegen die Nordmänner ist im dritten und letzten Teil von Abercrombies Fantasy-Trilogie in vollem Gange und nur sein bester Freund und größter Feind kann den König der Nordmänner stoppen: Neunfinger-Logan. Glokta hingegen sieht sich nur noch von Feinden umgeben und ganz ohne Schwert, aber mit den scharfen Waffen der Drohungen, Verleumdungen und Folter dringt er weiter ins Herz seiner Feinde vor, während Jezal dan Luthar sich scheinbar für das einfache Leben an der Seite seiner Geliebten entscheidet.
Joe Abercrombies Finale Königsklingen ist ein würdiger Abschluss einer herausragend guten Fantasy-Trilogie, bei der die Köpfe gängiger Fantasy-Klischees ebenso häufig rollen wie die Augen des Lesers angesichts der unmöglichen Situationen, in die Abercrombie seine Helden wider willen immer wieder stößt. Vergleichbar mit dem Können von Scott Lynchs Die Lügen des Locke Lamora hat sich Abercrombie seinen Platz unter den Fantasy-Autoren der Zukunft schon jetzt gesichert. --Wolfgang Treß
Kundenrezensionen zu 'Königsklingen'
Genial und packend geschrieben (21. November 2008)
"Königsklingen" führt konsequent die Geschichte aus "Feuerklingen" fort. Und auch die Hauptcharaktere bleiben dieselben, auch wenn sie im Laufe des Romans alle eine beachtlichere Veränderung erfahren als in den beiden Teilen zuvor. Die beiden Kriege, der eine im Norden, der andere in der Ebene vor Adua, sind jedoch lediglich passende Schauplätze, auf denen die Figuren ganz nach ihrer eigenen Persönlichkeit agieren können. Und immer noch sind sie nur einfache Menschen, die ein Stück Glück, Erfolg oder Reichtum erlangen möchten, ehe ihr kurzes Leben vorbei ist.So düster und gleichzeitig realistisch ist Fantasy selten. Joe Abercrombie macht nicht den Fehler, ein Heldenepos zu schreiben, eine Prophezeiung sich erfüllen zu lassen oder sich alles mit einem Happy End zu verderben. Stattdessen begleitet der Autor den Leser düster, zynisch und manchmal brutal durch seine Geschichte und zeigt ihm eine fantastische Welt voller lebendiger Charaktere, die so unrealistisch gar nicht scheint. Auch wenn am Ende des Buches keine Tauben in eine glorreiche und goldene Zukunft aufsteigen, wird die Geschichte dennoch zu einem zufrieden stellenden und vor allen Dingen sehr passenden Ende geführt.
"Königsklingen" ist genial, packend geschrieben, mit spitzem Humor und realistischer Brutalität. Wer dieses Buch nicht mag, der darf ruhig weiter Blümchenfantasy lesen.
...wieder zu Schlamm geworden (4. November 2008)
Wieder zu Schlamm geworden?... Endlich habe ich jetzt auch Königsklingen ausgelesen und ich bin froh das Abercrombie es geschafft hat mich von meinem Trauma - nämlich - dem schlechten Ende von guten Büchern, zu befreien. Abercrombie schreibt so weiter, wie ich es mir erhofft habe. Schnörkellos und zielstrebig dem Ende zu. Hier werden nicht auf den letzten 100 Seiten Dinge an der Haaren herbeigezogen und die Geschichte noch irgendwie zu erklären oder die Handlung doch noch logisch erscheinen zu lassen. Was in diesem Fall auch gar nicht nötig war. Nein, hier machen die Akteure weiter ihr Ding, denn Sie konnen gar nicht anders. Die Chancen die sie gehabt haben, sind vertan oder ihnen genommen worden. Reagieren, nicht agieren bestimmt ihr Handeln. Ihre gelebtes Leben und den damit gewonnenen schmerzlichen Erfahrungen, lässt vielen überhaupt nicht mehr die Chance anders zu reagieren. Der blutige Neuner macht sein Ding weiter - auch wenn er manchmal hofft er könnte anders sein, Ferro kann Ihre Vergangenheit genauso wenig abstreifen wie viele andere. Die Story hat keine hellen oder freundlichen Momente mehr. Die Sympathien die man im Lauf der Geschichte für den einen oder anderen aufgebaut - werden in Königsklingen wieder in Frage gestellt. Ausser Jezal machen alle wieder einen Schritt "back to the roots" und das ist aus meiner Sicht auch gut so.Ich habe niemals angenommen, dass The First Law ein Abendrot/Happyend bekommt, dazu hat Abercrombie seinen Protagonisten oft genug übel mitgespielt. Wirklich weitergekommen sind sie alle nicht wirklich, die alten Mechanismen greifen noch immer. Wie einprogrammierte Befehle, lösen bestimmte Umstände althergebrachte Verhaltungsmuster wieder aus. Nackte Gewalt, Intrigen, Hoffnungslosigkeit und Rache bestimnen das Handeln der Aktuere bis zum Schluss.
Abercrombie hat es meiner Meinung nach geschafft das Buch und die Handlung gut abzuschliessen. Das hat er vielen anderen voraus. Meiner Meinung nach schreit - das Buch nach keiner Fortsetzung. Es ist alles gesagt worden. Menschen ändern sich nur selten. Und noch seltener zu ihrem Vorteil. Zwar haben einige Akteure überlebt, aber ich glaube es kaum das wir ein Wiedersehen mit Ihnen haben werden. Der Zynismus der Bücher wird wohl kaum jemand überlesen haben. Und ich glaube auch das Abercrombie sich selber treu bleibt. das angekündigte Buch RACHEKLINGEN hat meiner Information nach nichts mit THE FIRST LAW zu tun, sondern soll sich um ein Söldnerdrama im Stile der BLACK COMPANY von Clenn Cook oder Erikson Brückenverbrennern handeln. Und da würde ich mich echt freuen, denn Abercrombie hat genau die Voraussetzungen dafür.
Fazit: THE FIRST LAW war eine hervoragendes Beispiel dafür, das es auch noch neue Pfade in der Fantasy gibt, die es sich lohnt zu erkunden. Mir haben die Bücher einen Höllenspass gemacht - und ich bin mir sicher das ich sie nicht wieder zu Schlamm werden lasse und sie bei neuer Gelegenheit wieder auferstehen lasse. Joh!
Ein Ende mit leichten Schwächen (30. Oktober 2008)
Ich kann mich in vielen Punkten den 5-Sterne Rezensionen für dieses Buch (bzw. für die Triologie) anschliessen. Es gibt aber ein paar kleine Punkte die mich dann doch etwas gestört haben. Deswegen gibt es nur vier Sterne für "Königsklingen" und die komplette Triologie.Was mich seit "Kriegsklingen" nervt ist das ständige Lutschen und Lecken am Zahnfleisch, den Zähnen und diversen Zahnlücken. Die Anzahl der Lutscher steigt von Buch zu Buch. Eintönig und wenig phantasievoll.
Das Seitenschinden von Joe Abercrombie feiert einen neuen Höhepunkt. Das Buch hätte locker um hundert Seiten gekürzt werden können. Das hätte der Story nicht geschadet.
Die ständigen Wiederholungen sind einfach überflüssig. Das Glokta unter ständigen Schmerzen und Krämpfen leidet...macht die Sache auch nach der x-ten Wiederholung nicht besser.
Auch kommt mir die Übersetzung etwas unrund vor. Einige recht verschachtelte Sätze trüben den Lesefluß. Hat sich der Stil von JA geändert ? Stand Kirsten Borchardt unter zu großem Zeitdruck ?
Die Anzahl der Schreibfehler hat sich spürbar erhöht. Das sollte Heyne besser können.
Fazit: Ein gelungener Abschluß für die Debüt-Triologie ! Joe Abercrombie hat den Fantasy-Roman nicht neu erfunden. Er hat aber eine lesenswerte Triologie geschrieben. Ein Autor von dem ich noch einige "phantastische" Bücher erwarte.
Hört auf wie es anfängt (22. Oktober 2008)
Geschrieben ist das Buch wieder (so wie die ersten beiden Teile) in dem erfrischenden Schreibstil von Joe Abercrombie. Einige überraschende und erfreuliche Wendungen treten in dem Buch auf.Ich habe mich beim lesen sehr amüsiert und war gut unterhalten. Ja und dann kommt das Ende?????. Und man sitzt dort enttäuscht. Erwartet hat man ein Dreigänge Menu mit einem krönenden Dessert. Aber bekommen hat man zum Schluß eine ungeklärte Brühe.
Es hört genauso auf wie es angefangen hat, ein weiterer Dreiteiler wäre denkbar.
Der Magier: Viel zu viele Fragen bleiben unbeantwortet: Die Beweggründe von ihm bleiben völlig unklar, warum das Ganze, wenn er sowieso geht, und nicht am Ort des Geschehens lebt, kein Motiv, keine Erklärung, was hat er überhaupt davon?
Ferro: Was ist sie überhaupt? Ein Dämon, ein Mensch oder etwas ganz anderes? Was wird aus ihr?
Logan: Überlebt er oder nicht? Was ist diese Raserei die ihm beim Kampf überkommt?
Ist die magische Waffe eine Atombombe?
West: Überlebt er?
Und das sind nicht die einzigen Dinge die unbeantwortet bleiben.
Und zum Schluß ist alles so wie auf den ersten Seiten des ersten Teils, drei dicke vergnügliche Bücher ohne Ende.
Natürlch "muss" man den dritten Teil lesen, wenn man die ersten beiden Teile gelesen hat, und es hätte auch von mir 5 Sterne bekommen, wenn es noch einen Teil geben würde.
Gutes Buch mit leider völlig unbefriedigendem Ende (21. Oktober 2008)
Wer die vorherigen 2 Bücher schon kennt, weiß worauf er sich bei dem Buch einlässt. Generell ist es wieder sehr gut und spannend geschrieben.Was mir jedoch absolut nicht gefallen hat ist die Veränderung die die Charaktere durchmachen. Hat man in den vorherigen 2 Büchern noch eine Sympathie zu den "Helden" aufgebaut, wandelt sich diese in Königsklingen in Antipathie (bei manchen mehr bei manchen weniger).
Am schlimmsten fande ich jedoch das Ende: Kein einziger Handlungsstrang wurde zu einem Ende gebracht, alles hängt noch lose in der Luft. Für das Ende einer Triologie mehr als unbefriedend.

