Kundenrezensionen zu 'Schweigeminute'
Traurif und wunderschön (3. Dezember 2008)
Der Erzählstill und die Beschreibungen des Autors sind wunderbar. Was gut gelungen ist, sind, meiner Meinung nach, wunderschöne Beschreibungens, die das Gefühl geben dabei zu sein. Das Buch ist wunderschön geschrieben, toller still, voller Gefühle, so unglaublich optimistisch und traurig zugleich.Eine wunderschöne Novelle, die man natürlich nicht lesen muss (man kann ja auch nichts lesen), aber trotzdem lesen sollte. Ich würde es jedem empfehlen.
Die Grammatik des Abschieds (27. November 2008)
Mit einer Gedenkstunde beginnt diese Novelle: es gilt Abschied zu nehmen von Stella Petersen, der allzeit fröhlichen Englischlehrerin aus dem Lessing-Gymnasium. Unter den trauernden Schülern ist Christian, 18 Jahre jung und Klassensprecher seiner Klasse. Wahrscheinlich niemand weiß es, mancher ahnt es: die Beziehung zwischen Christian und Stella ging über eine Lehrerin-Schüler-Beziehung weit hinaus - tatsächlich waren sie ein Liebespaar.Wie diese Beziehung sich anbahnt, sich entwickelt, zur Leidenschaft wird, für Christian (und für Stella?) eine Zukunftsperspektive hat, dann aber alles so grausam endet: all dies schildert Siegfried Lenz in diesem großartigen Alterswerk auf faszinierende Art und Weise. Auch der formale Rahmen passt; die unaufgeregte, sachliche Sprache von Siegfried Lenz ist sowieso jedem seiner Leser vertraut.
"Schweigeminute" zeigt, wie unheimlich schön, traurig, aber zugleich beglückend Literatur sein kann!
traumhaft schön (17. November 2008)
Lenz erzählt die Geschichte einer jungen Liebe.Der 18-jährige Christian verliebt sich in seine Englischlehrerin Stella, und sie sich in ihn.
Lenz beschreibt die Idylle die zw. den Jungverliebten herrscht, die Träume einer gemeinsamen Zukunft, die es nie geben wird. Noch bevor ihre Liebe den Alltag bestehen muss, die Herausforderungen des Altersunterschiedes meistern kann kommt Stella um's Leben.
Ihre gemeinsame Geschichte wird während der Gedenkstunde in der Schulaula, in der es auch eine Schweigeminute gibt, erzählt. Christian erzählt die Geschichte einer tragischen Liebe, die gerade aufgrund des Todes von Stella nie endet. Er erzählt die Geschichte seinen Lesern, richtet das Wort aber immer wieder direkt an Stella, lässt uns so teilhaben an ihren intimsten Momenten.
Ein sehr einfühlsames, wunderschönes Buch.
merkwürdig distanziert (26. Oktober 2008)
Lieder kann ich mich den lobenden Rezensenten nicht so ganz anschließen, denn mich hat das Buch eher nicht begeistert.Die Liebesgeschichte zwischen einem Schüler und seiner Englischlehrerin kommt doch sehr angestaubt und merkwürdig distanziert daher. Man sollte meinen, die Novelle böte Stoff genug für große Gefühle, Verwirrungen, Irritationen und Gefühlschaos. Aber nichts von alle dem konnte ich beim Lesen finden. Stella, die Lehrerin bleibt schemenhaft und unnahbar, unerreichbar für den Leser, wie wohl auch für ihren jungen Liebhaber.
Es gelang mir mich weder in die Zeit noch in die Protagonisten hinein zu versetzen. Es war als erinnere sich jemand an etwas, das weit, weit zurück liegt. - So weit, dass es sich an vieles erinnern kann, nur nicht an seine Gefühle, die er durchlebt hat.
Ich jedenfalls habe nicht in der Geschichte mit gelebt und gelitten. Schade, wirklich sehr schade!
Ein Meister seines Faches !!! (24. September 2008)
Marcel Reich-Ranicki sagte, vielleicht sein bestes Buch, dieser Satz hat mich zum Kauf bewogen, nachdem ich von dem Roman "Fundbüro" vor einigen Jahren nicht so begeistert war, da mir dieser doch ein wenig zu "betulich" daher kam. Umso neugieriger war ich jetzt also auf "Schweigeminute".Nachdem ich das Buch heute morgen ausgelesen habe, ich hatte mir mit der Lektüre ganz bewußt ein wenig Zeit gelassen, bin ich der Meinung, daß diese Geschichte eindeutig besser ist als seinerzeit "Fundbüro", schon allein deshalb, weil das Thema "Liebe und Tod" ein immer aktuelles ist. Die Liebe eines Schülers zu seiner Englischlehrerin wird in dieser Novelle von Siegfried Lenz in seiner bekannt ruhigen Art erzählt. Man muß Siegfried Lenz' Erzählweise u. sein Erzähltempo schon mögen, sonst wird man sicherlich enttäuscht sein über das Buch. Gerade in der Unaufgeregtheit seiner klaren u. präzisen Erzählweise liegt die Kraft des Autors u. der Geschichte.
Ich möchte an dieser Stelle nicht mehr über die Handlung verraten, da es sich ohnehin nur um ein schmales Bändchen handelt.
Siegfried Lenz ist mit dieser Novelle eine eindringliche Geschichte über den Zauber des Augenblicks u. die Vergänglichkeit gelungen die wirklich berührt. Wer das als "langweilig" bezeichnet hat leider nichts begriffen u. wird sicherlich auch Autoren wie Exupéry noch als langweilig bezeichnen, wenn Sie verstehen was ich meine.
Siegfried Lenz ist einer unserer größten Schriftsteller der Nachkriegsgeschichte u. Erzählungen aus seiner Feder bedürfen keiner weiteren Erklärung, da sie aus sich selbst heraus Erklärung genug sind.
"Schweigeminute" geht zu Herzen u. wirkt noch eine ganze Zeit nach, so wie es auch sein soll.

