Kundenrezensionen zu 'Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen'
Absolute frechheit (30. November 2008)
Also ich finde dieses buch eine absolute frechheit! Hier wird mit vorurteilen nur so umhergeschmissen. Meiner Meinung nach ist der Faktor Neid hier eine entscheidende Triebkraft, aber vielleicht ist es ja gerade dass was die leser haben wollen, aber ich kann nur sagen dass hier viele Tatsachen verdreht werden bzw einfach falsch wieder gegeben wird. Hier wird extrem viel negativ gemacht, was in wirklichkeit sehr gut und sehr wichtig ist. Dieses Buch ist meiner Meinung nach ein Typischer Fall von wie werde ich auf kosten anderer Berühmt! Manche Vergleiche in diesem Buch sind eine wahre Frechheit und anmaßung.Ich habe mich selten so über ein Buch aufgeregt! Billigstes Boulevardniveau!
Interessant aber nicht objektiv (30. Oktober 2008)
DIe Lektüre dieses Buches hat einmal alle Emotionen in mir ausgelöst, von interessiert über belustigt bis hin zu Wut über den blanken Neid und die Nichtanerkennung der Leistung der "Eliten" unseres Landes.Wer etwas über Eliten erfahren möchte sollte sich dieses Buch kaufen, allerdings nur dann, wenn er in einer Situation ist in der er sich nicht zu sehr von einer fremden Meinung beeinflussen lässt, sonst landet man schnell im Lager der sozialen Neidpropagandisten, die mehr auf Verteilungsgerechtigkeit als auf Leistungsgerechtigkeit setzen.
Dieses Buch ist durchaus informativ, es allerdings als "Sachbuch" zu bezeichnen, wie es die Westdeutsche Allgemeine Zeitung getan hat, ist in meinen Augen falsch, da es dafür zu sehr auf Unterhaltung ausgelegt ist, und die persönliche Meinung nicht nur im Subtext auftaucht, sondern klar geäußert wird.
Sozialneid ist eines der zentralsten Begriffe die dieses Buch bezeichnen. Den Eliten wird Weltfremdheit und Arrgoanz vorgeworfen und die Flucht aus dem staatlichen Uniformitätsschulsystem wird verteufelt.
Informativ ja -- sachlich nein.
Viel Spaß beim lesen!
Politisches Buch insofern, (16. Oktober 2008)
dass es die Grundüberzeugung des Lesers nicht verändern wird: Wer Politiker für die Mächtigen im Land hält, wird dieses Buch ablehnen; wer andere Personen als Mächtige im Sinn hat, wird das Buch begrüßen. (Sehr aufschlußreich hierzu die anderen Kommentare!) Das Buch vermittelt, dass unsere "Elite" nicht Menschen mit Visionen (gesellschaftlich oder wirtschaftlich) sind, sondern wie die "Nichtelite" ganz simpel auf die Selbstversorgung aus ist.Eines fehlt: Das Geraderücken des Begriffes ELITE. Wer ist an diesm Wort überhaupt interessiert? Hat der Wirtschaftsbereich überhaupt Anspruch auf dieses Wort? Darf sich jemand einer Elite zurechnen, der die Gesellschaft nicht positiv beeinflußt?
Das sollte in Angriff genommen werden!!
Buch kaufen und diskutieren. Eben nicht die Meinung durch "Berater" diktieren lassen.
Sehr gut, aber was ist mit den Naturwissenschaften? (16. Oktober 2008)
Das Buch ist sehr gut zu lesen und regt zum Nachdenken und Hinterfragen an. Die Autorin beschreibt oft ihre unmittelbaren Reaktionen, die meist gut nachvollziehbar sind. Es ist schon interessant zu lesen, wer sich selbst für elitär hält.Eines habe ich allerdings vermißt: Bei "Elite" denke ich zuallererst an Spitzenwissenschaftler, speziell an den Universitäten. Im Zusammenhang mit Hochschulen geht die Autorin zwar auf die Qualität der Lehre, aber nicht auf die Qualität der Forschung ein. Zudem befragt sie nur Studenten der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und nicht beispielsweise auch Naturwissenschaftler. Gerade die kürzlich gekürten "Elite-Unis" wurden nach Güte der Forschung, insbesondere im naturwissenschaftlichen Bereich, bewertet. Obwohl sie die Elite-Unis kurz erwähnt, geht die Autorin auf diese Thematik überhaupt nicht ein - auch hier würde reichlich Diskussionsbedarf bestehen.
Ansonsten bleibt ein sehr positiver Gesamteindruck.
Lockerer Erfahrungsbericht zum Thema "Was ist Elite?" (14. Oktober 2008)
Also ich finde das Buch ziemlich gelungen. Und zwar nicht trotz, sondern wegen seiner Subjektivität. Wer soziologische Analysen oder politisch korrektes sowohl-als-auch Geschwurbel lesen will, kann das ja auch haben, nur halt nicht hier.Die Autorin hat eigene Erfahrungen mit Unternehmensberatern mit einer ca. einjährigen Vor-Ort-Recherche bei verschiedenen eliteverdächtigen Institutionen zu einer unterhaltsam locker geschriebenen Spurensuche des Begriffs "Elite" verbunden. Wie der Untertitel verrät handelt es sich dabei in allererster Linie um die Frage, wie die zukünftigen politischen und wirtschaftlichen Führungskräfte herangebildet werden, bzw. was bestimmte Menschen dafür qualifiziert, diese Ausbildung zu durchlaufen und im Anschluss entsprechende Positionen zu besetzen.
Diese Frage ist ja insbesondere in Zeiten der globalen Finanzkrise mehr als überfällig und wurde in der einschlägigen Forschungsliteratur (auf die die Autorin auch hinweist) bereits ausgiebig untersucht.
Einige Rezensenten erwecken den Eindruck, Frau Friedrichs schreibe aus der neidverzerrten Froschperspektive einer Zukurzgekommen, die sich für die ihr widerfahrenen Ungerechtigkeiten durch die da oben nun endlich mal schreibenderweise rächen will.
Das sehe ich allerdings ganz und gar nicht so. Der Leitfaden des Buches besteht darin, herauszufinden, wie Elite zu definieren sei und nicht darin, den sog. Eliten ihre Elitezugehörigkeit abzusprechen.
Liest man darüberhinaus einschlägige wissenschaftliche Literatur zum Thema kommt man zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie die Autorin: Dass es sich bei der sog. Führungselite um eine selbstreproduzierende und damit relativ hermetische Schicht aus höheren Akademikern, Wirtschaftsführern und Politikern etc. handelt.
Dass das Selbstverständnis der Eliten zum Großteil auf Fleiß und Leistungsbereitschaft beruht, erwähnt die Autorin so oft, dass ich nicht verstehe, wie man das beim Lesen übersehen kann. Darüberhinaus bemerkt sie mehrmals, dass der Gerechtigkeitsgedanke auf Leistung basiert: Wer mehr leistet, darf höhere Ansprüche stellen, muss dafür aber eben auch größere Opfer bringen.
Dass die Autorin sich dazu bekennt, sich ihren größeren persönlichen Freiraum mit geringeren Ansprüchen an materiellen Wohlstand zu erkaufen, macht sie sympathisch und zeigt, dass sie offensichtlich zufrieden ist, nach ihren eigenen Wertmaßstäben leben zu können.
In gleicher Weise erwähnt sie den sozialen Auftrag, dem sich die Eliten verpflichtet fühlen. Die Frage, wie ernst es der Einzelne damit jeweils nimmt, darf in Zeiten, in denen das Versagen von Führungskräften kräftig finanziell belohnt wird, durchaus einer genaueren Betrachtung unterzogen werden.
Ebenso ist der implizite Warnung vor einer Erosion der stabilisierenden Mittelschicht in unserer Gesellschaft richtig und notwendig.
Dass ihr für diese Probleme keine genialen Lösungen einfallen kann man ihr nicht zum Vorwurf machen, das geht unseren Politikern genau so.
Fazit: Das Buch bringt zwar keine neuen Fakten, trägt aber dazu dabei, das nicht enden wollende Elite-Geplauder allenthalben als das zu identifizieren, was es ist: Ausdruck der erfolgreichen Vermarktung eines neuen Produkts der Heißluftfabrik McKinsey, Berger & Co.



