Fever Pitch: Ballfieber - Die Geschichte eines Fans

Verkaufsrang: 1756 (Bücher)
Autor: Nick Hornby
Taschenbuch
EAN: 9783462025866
ISBN: 3462025864
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Seitenzahl: 335
Erscheinungsdatum: 1997
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
von: Marcus Geiss and Henning Stegelmann (Übersetzer)
Preis: EUR 7,99

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Kundenrezensionen zu 'Fever Pitch: Ballfieber - Die Geschichte eines Fans'

Nicht so der Knaller... (27. Juni 2008)

Ich habe "Fever Pitch" gelesen, weil man dieses Buch als Fußballfan ja unbedingt gelesen haben muss, wurde mir jedenfalls mehrfach gesagt. Allerdings habe ich mich während des Lesens oftmals durch einige Kapitel quälen müssen, da mich die ausführliche Schilderung des Spielverlaufs eines englischen Meisterschaftsspiels von 1978, um nur mal ein Beispiel zu nennen, einfach nicht sonderlich interessiert hat. Insgesamt kam mir das Innenleben des Fußballfans Hornby viel zu kurz, denn letztendlich gleicht dieser Roman über weite Strecken einem verhältnismäßig pfiffig formulierten Spielbericht - mehr aber auch nicht!

Klasse Fussball Biographie (24. Juni 2008)

Mein erster Hornby auf deutsch und wie die englisch-sprachigen Originale liest sich auch die deutsche Übersetzung fließend und einfach gut.

Fever Pitch handelt vom Author selbst, seiner Leidenschaft zu Arsenal und den Zeiten des englischen Fussbals in den 70ern und 80ern, mit einem Ausklang zur Saison 91/92. Und neben all den lustigen Ereignissen, seinem fussballfixierten Leben und seiner kaum erklärbaren Fanleidenschaft werden auch die dunklen Seiten des britischen Fussballs beleuchtet - mit samt ihren antisemtischen Auswüchsen und hunderten von Toten Fans.

Fever Pitch ist eine leidenschaftliche, zum Schmuntzeln und Lachen anregende Beschreibung von Fangefühlen und versucht, diese auch dem Laien anschaubar zu machen. Ein wirklich tolles Buch... auch für "Nicht-Fussballer". Schade nur, dass es schon vor so langer Zeit geschrieben wurde, und neuere Ereignisse und Erlebsnisse nicht mehr enthalten kann.

Selbstironische Fan-Memoiren (20. April 2008)

Ein Intellektueller, der jede freie Minute zum Fußballplatz pilgert, gibt's denn das? Ja, das gibt es, besser gesagt, den gibt es, und er heißt Nick Hornby, Engländer von Geburt, Schriftsteller von Beruf.

Die Obsession des Literaten zum Fußball begann im zarten Alter von elf, an jenem schicksalhaften 14. September des Jahres 1968, als Hornby sen. seinen Sprössling zum Spiel Arsenal gegen Stoke City mitnahm. Von da an war es geschehen: "Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden."

In diesem selbstironischen, heiteren Ton geht "Fever Pitch" weiter, etwa wenn Hornby diagnostiziert: "Genauso wie mein Team war auch ich oft mürrisch, defensiv, streitlustig und verklemmt". Dabei gab es in London doch reichlich Auswahl, aber das extravagante Chelsea oder die zur damaligen Zeit technisch hoch versierten Stadtrivalen von West Ham oder Tottenham waren nichts für seinen Geschmack. Nick Hornby suchte sich instinktiv ein Team aus, das seine Leidenschaft aufs bloße Leiden reduzierte. Und das Stadion in Highbury wurde zum Tempel dieses Bangens und Fieberns. Feiern, berufliche Verpflichtungen, Reisen, alles wurde nach dem Spielplan der Gunners ausgerichtet. "Ich habe mein Leben in Arsenalspielen ausgemessen", lautet das Bekenntnis.

Alsdann sind auch die Buchkapitel nach Matchtagen gegliedert und in drei große Abschnitte zusammengefasst (1968-1975, 1976-1986, 1986-1992). In der Lücke zwischen 1975 und 1976 versuchte Hornby "erwachsen zu werden" und vom Fußball loszukommen, ein Unterfangen, dass er nach zehn Monaten als hoffnungslos wieder aufgab.

Hornbys Fan-Memoiren erschienen 1992. Die neue Legionärs-Ära unter Trainer Arsène Wenger, in der Arsenal sein Image von der Blutgrätschertruppe ablegte und plötzlich durch Ballgefühl und Spielwitz aufzufallen begann, ist daher nicht im Buch zu finden. Das heißt: die bereits legendäre Meistersaison von 2003/04, die von den Londoner Kanonieren mit 90 Punkten und ohne eine einzige Niederlage beendet worden war, fehlt.

Fazit: das Buch ist erfrischend ehrlich geschrieben und man spürt, dass der Autor oft und gerne über sich selbst lacht. Dennoch schleicht sich nach Zweidrittel der gelesenen Seiten eine gewisse Abstumpfung ein. Denn der Inhalt bietet gegen Ende hin wenig Neues. Zudem wünscht man Nick Hornby nichts mehr, als dass er endlich die richtige Frau finden möge, die Arsenal mit technisch feiner Entschlossenheit über die Outlinie bugsiert. ;-)

Fußball ist mehr als ein Sport ... (21. März 2008)

... wenn Sie diese Meinung teilen, dann ist dieses Buch von Nick Hornby genau das richtige für Sie! Wie so viele Bücher von Hornby so ist auch dieses sehr stark autobiographisch gefärbt, und genau das macht es so lesenswert. Man erfährt, wie sich die Begeisterung für Arsenal London als roter Faden durch das ganze Leben des Autors zog und immer noch zieht. Doch es geht natürlich nicht nur um Fussball. In seine Geschichte packt Nick Hornby jede Menge interessanter und witziger Anekdoten über seine etwas komplizierte Kindheit, die Schul- und Studienzeit, seine ersten Liebesabenteuer und letztendlich sein Leben als erfolgreicher Autor. WIE Hornby diese Themen alle zusammen unter einen Hut bringt und zu einer wirklich lesenswerten Geschichte seines Lebens zusammenpackt, das ist schon bewundernswert.

Mein persönliches Fazit: Fever Pitch ist mein Lieblingsbuch über Fussball (und ich besitze so einige!) und es gehört zu den wenigen Büchern, die ich bereits zum dritten Mal gelesen habe.

Ein Eigentor! (13. März 2008)

Hornby zeigt Dinge auf, die er so und in diesem Ausmaß vermutlich nicht zeigen wollte: den ganzen Wahn um den Fußball, das Fansein, das er selber als "Besessenheit" bezeichnet - Besessenheit aber ist eine Krankheit, eine Geisteskrankheit. Er zeigt die Fanatisierung der Massen, die absichtlich und willentlich Angst verbreiten und Gewalt; man rechnet schon mit gewalttätigen Ausschreitungen nach einem Spiel, und das Pub, in das man nachher geht, ist, wenn dort die Fans der gegnerischen Mannschaft sich einfinden, ein feindliches Pub. Fußball ist an sich ein schöner, edler, eleganter Sport - das, was fanatisierte, hirnverbrannte Fans daraus machen, ist primitive Barbarei und hat mit Kultur - Fußballkultur (ein Widerspruch in sich) nichts zu tun (so etwas gibt es bestenfalls auf einem Fußballplatz, auf dem sich außer den 22 Mann, die miteinander - und nicht gegeneinander (!) spielen, niemand befindet.) Sobald der erste Fan auftaucht, ist es mit der Kultur vorbei. Wen interessiert es, wer gegen wen wann und wo auf welche Weise ein Tor gemacht hat?? Ein TOR??! Gibt es etwas Nichtigeres, Unwichtigeres, Vergänglicheres?? Hornby gesteht ein, dass Fußball manchmal der Platzhalter ist für jede intellektuelle Betätigung, d.h. mit einer solchen nicht vereinbar. Die wenigen wirklichen Geschichten, die Hornby erzählt, betreffen seine Kindheit und Schulzeit, die Trennung seiner Eltern, seine Freundin(nen), vage sein Problem als Lehrer und die Notwendigkeit eines Psychiaterbesuches (siehe 1. Satz!). Aber alle persönliche Geschichte ist unterbrochen, abgebrochen durch fußballerische Nichtigkeiten wie: das war, als Arsenal gegen Southampton spielte, jenes Spiel, in dem Franco McNamara eingewechselt wurde; so ist alles Interessante zerfleddert, verwässert, zunichte gemacht: wie sein Dasein als Fan, so scheint auch sein Leben zu sein: gekennzeichnet von Trostlosigkeit, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, ohne Richtung, ohne Ziel, ohne Kontinuität - ständig unterbrochen von einem Fußballspiel - und umgeben von Gewalt(bereitschaft). Keine große Lektüre, auch wenn alle das Gegenteil behaupten.

dkb.de

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