Der Weg zurück

Verkaufsrang: 39693 (Bücher)
Autor: Erich Maria Remarque
Taschenbuch
EAN: 9783462027280
ISBN: 346202728X
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Seitenzahl: 334
Erscheinungsdatum: 1998
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Preis: EUR 8,90

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Kundenrezensionen zu 'Der Weg zurück'

Überleben war eine Sache... (31. März 2008)

40 Jahre bevor die ersten traumatisierten Soldaten aus Vietnam zurückkehrten und der Begriff vom postraumatischen Stressyndrom zum ersten Mal ins öffentliche Gespräch rückte zeichnete Erich Maria Remarque ein prophetisches Bild von dem Weg zwischen zwei Extremen: Dem Krieg und dem Zivilleben.
Wie in seinem Erstling geht es auch hier um eine Gruppe junger Männer, die durch ihre Kriegserfahrungen zusammengeschweisst wurden. Nach vier Jahren in Schützengräben und Trommelfeuer ist jeder glücklich mit dem Leben davongekommen zu sein. Aber irgendwie ist es einfach nicht mehr so wie vorher: Alte Freunde sind plötzlich fremd, Eltern und Familie behandeln einen plötzlich mit einer eigenartigen Vorsicht, Ehefrauen und Freundinnen - für viele der einzige Grund, nach Hause zurückzukehren – haben sich mit anderen Männern eingelassen.
Remarques hat sein persönliches Kriegstrauma in seinem gesamten Werk stückweise verarbeitet, und sich dabei oft wiederholt; nach drei oder vier Romanen stellt sich auch ein gewisser Sättigungsrad ein; hier beweist er aber noch Schreibfrische und ein gesundes Maß an psychologischer Einsicht. Im Gegensatz zu den streckenweise heftigen Kriegsbeschreibungen seines Erstlings ist hier in jeder Zeile das Gefühl der Entfremdung spürbar: Durch den gesamten Roman zieht sich die feine Tragik einer Gruppe junger Männer, die ohne zu wissen warum, scheinbar aus dem Leben gekündigt wurden, und nun wie hinter einer Glaswand dem Vergnügen ihrer Altersgenossen zusehen müssen. Und auch als Zivilist erscheint der Konflikt der Veteranen für den Leser plötzlich sehr nachvollziehbar: Ich las den "Weg zurück" unmittelbar im Anschluss an "Im Westen nichts Neues", und empfehle jedem geneigten Leser, es genauso zu machen: Neben seinem bahnbrechenden Debüt ist das der großartigste Roman aus Remarques umfangreichem Werk.

Leise, aber stark und intensiv! (13. März 2008)

Dieses Buch ist die Quasi-Fortsetzung von "Im Westen nichts Neues" und beschreibt die Rückkehr der Soldaten nach Ende des 1. Weltkrieges. Es behandelt die Frage: Wie gehen die Soldaten, tief gezeichnet von den Schrecken des Krieges, mit ihrem Leben um?

Und sie müssen feststellen, dass nichts so geblieben ist wie vor ihrem Einzug. Konsequent aus der Sicht des kleinen Soldaten und "Ich-Erzählers" geschildert geht es um die kleinen Dinge des Alltags, an denen erschreckend deutlich wird, wie die menschliche Seele im Krieg zerstört wurde, auch wenn der Krieg überlebt wurde. Es geht um Entfremdung von den anderen Menschen und von sich selbst, es geht um die mangelnde Würdigung der eigenen Kriegserfahrungen, es geht um die Ohnmacht, über die Kriegserlebnisse zu sprechen und das Abdriften in Oberflächlichkeiten, das Wegdrücken von Gefühlen, die bearbeitet werden wollen.

Im Vergleich zu "Im Westen nichts Neues" ist es ein sehr stilles Buch, das nur Alltagssituationen beschreibt und gerade dadurch eine ganz besondere Intensität erreicht. Besonders beeindruckend schildert Remarque die Versammlung in der alten Schule, wo die Soldaten ihren Schulabschluss nachholen sollen, als die "weltfremde" Rede des Rektors von seinen ehemaligen Schülern und Soldaten unterbrochen wird. Oder die Stelle, als der Protagonist sich als Gast im Hause seines reichen, gönnerhaften Onkels vor der distinguierten Besserwisser-Gesellschaft seines Soldatentums schämen soll. Oder die Eskalation am Rathaus. Nicht zuletzt der Nervenzusammenbruch des Erzählers.

Zum Schluss bleibt hilfloses Schweigen - keine Bewertung, keine Moral, nur die Schilderung der psychischen Kriegsfolgen einer Generation, die im Krieg verloren ging.

Bitte: LESEN! Das hier ist ein ganz wichtiges Buch gegen jedweden Krieg!

Noch besser als "Im Westen nichts neues Neues" (5. September 2007)

Dieses Werk hat mich schon ab der ersten Seite gefesselt. Noch mehr als in seinem berühmtesten Werk (Im Westen nichts Neues) lässt Erich Maria Remarque die Leser in die Welt von Ernst, einem ehemaligen Frontsoldaten, eintauchen. Grob definiert geht es im Buch über Kriegsheimkehrer, welche sich nicht mehr in das "normale" Leben integrieren können und die Welt nicht mehr verstehen, alles wofür sie gekämpft haben ist nichts mehr wert oder sogar nicht mehr da.
Dieses Buch bietet sogar geschichtlich eine Menge. Es finden Ereignisse statt, wie z.B. bürgerkriegartige Aufstände usw. und lassen den Leser Geschichte hautnah miterleben.

Meiner Meinung nach hat Erich Maria Remarque hiermit eines der besten Bücher überhaupt geschrieben. Manchmal war es mir direkt unheimlich, wie ich mit der Hauptfigur mitgerissen wurde. So kam es vor, dass ich bei bestimmten Stellen fast einen Wutausbruch bekam, beinahe anfing zu weinen oder auch lautstark lachen musste. Dieses Buch ist ein MUSS!

"[...] Wiederkommen ist manchmal wohl noch schwerer." (27. März 2005)

Der erste Weltkrieg ist vorbei. Die jungen Männer, die sich voller Enthusiasmus aus der Schulbank in den Schützengraben stürzten, treten voller Hoffnung den Rückzug in die Heimat an. Ernst Birkholz ist einer von ihnen.
Frieden, endlich Frieden.

Doch zu Hause ist alles anders als erwartet. Der Kaiser ist geflohen, es ist Revolution. Der Zusammenhalt der Kameraden im Felde scheint in der Heimat wie weggeblasen - Soldaten kämpfen gegen Soldaten, ihre einstigen Kameraden.

Andererseits dreht sich die Welt weiter als sei nie Krieg gewesen, besonders in den Familien wird das deutlich. Was wissen die Menschen schon, was im Felde los war? Zu weit weg war der Schützengraben, um die Menschen zu Hause im Denken und im Handeln beeinflusst zu haben.

Ernst findet sich nicht mehr zurecht. So sehr er sich auch bemüht, er findet keinen Halt, nicht bei seinen Eltern, nicht in der Liebe, nicht einmal in der Natur.
Der Krieg ist aus, doch in seinem Innern geht er weiter. Träume und Tagträume reißen in zurück in den Schützengraben - zu intensiv waren die Erfahrungen, die er machen musste.

Einige seiner Kameraden verzweifeln an diesem neuen alten Leben und wählen den Tod.

Ernst findet am Ende einen Weg, sich zu arrangieren. Er weiß, dass er den Krieg nie richtig los wird, doch er will leben.

Remarque schafft es eindrucksvoll das Leben nach dem Krieg und die Gefühle eines Soldaten zu beschreiben. Der Weg zurück aus dem Krieg ist nicht so einfach, wie es die, die nicht im Feld waren, gerne glauben würden. Der Krieg lebt in den ehemaligen Soldaten weiter und zeigt immer wieder seine Sinnlosigkeit.

Auch wenn Remarque für seinen Protagonisten einen Ausweg findet, so zeigt er doch, dass die Aussichten für die Menschen allgemein nicht gut sind.
Schon wieder spielen Jugendliche Krieg, marschieren, spielen töten und bereiten sich darauf vor, das Vaterland zu verteidigen. Wieder werden willige Soldaten für einen nächsten Krieg herangezüchtet.

Remarque, der den Roman 1930/1931 erstmalig als Vorabdruck in Fortsetzungen in der Berliner Vossischen Zeitung veröffentlichte, sollte mit seiner Vorahnung Recht behalten.

Dieser Roman ist noch immer aktuell. Es ist egal, wo der Krieg stattfindet, wann er stattfindet, mit welchen Waffen gekämpft wird, das Grauen bleibt in den Köpfen der Soldaten hängen. Ein Krieg vernichtet nicht nur Leben, weil Menschen dabei getötet werden.

Ungebrochen aktuell (26. Januar 2005)

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Dieses Buch ist nicht nur eine Ergänzung zu „Im Westen nichts Neues". Es beschreibt die Folgen des Krieges für Menschen, wohin gegen der Vorgänger den Krieg an sich, mit all seiner Grauenhaftigkeit und Unmenschlichkeit, beschreibt. „Im Westen nichts Neues" ist zweifelsfrei eines der besten Bücher des vergangenen Jahrhunderts, da es den Krieg beschreibt wie er tatsächlich ist, und nicht etwa verklärt kitschig, pathetisch und heroisch wie es z. B. damals und heute von Rechtsextremen praktiziert wurde und wird. „Der Weg Zurück" hingegen schildert den Weg zurück ins Leben, der den von der Front wiederkehrenden Soldaten extrem schwer fällt. Hauptfigur des Buches ist Ernst Birkholz, aus dessen Sicht es auch geschrieben ist. Gemeinsam mit den Kameraden, die den Krieg überlebt haben, tritt er den „Weg zurück" an. Durch die Jahre im Schützengraben, in denen jungen Männer ihre Kameraden und „Feinde" auf bestialischste Weise verrecken sahen, in denen ihnen ihre noch jungen Hoffnungen, Ideale und Zukunftsperspektiven im Trommelfeuer der Granaten versanken, erscheint ihnen alles Alltägliche völlig sinnlos. Die alte Kameradschaft, die sie in den Kriegsjahren zusammengeschweißt hat, zerbricht, da jeder versucht im revolutionären Deutschland 1918/19 mit sich selber fertig zu werden und seinen „Weg zurück" zu finden. Viele fühlen sich verraten und verkauft, da der Kaiser, dieser eine Mann, für den Millionen sterben mussten, ins Exil geflüchtet ist und all die Jahre, in denen eine ganze Generation verheizt wurde, völlig nutzlos waren. Viele Kameraden kommen in der neuen alten Welt nicht mehr zurecht und begehen Selbstmord. Auch der Hoffnungsträger des Romans, Ludwig Breyer, der an Syphilis leidet, schneidet sich die Pulsadern auf.
Am Ende strömt jedoch noch Hoffnung durch Ernst Birkholz, der erkennt dass es vieles aufzubauen und fast alle wieder gutzumachen gibt was in den Jahren des Tötens verloren gegangen ist.
Dieses Buch war damals (1931) an Appell an Deutschland und die Welt, etwas wie den Weltkrieg von 1914-1918 nie wieder zuzulassen. Leider verfehlte der Appell seine Wirkung. Doch dieses Buch büßt auch heute nichts seiner Aktualität ein, da jeder nur mal den Fernseher anschalten brauch und sieht, wie die einzig verbliebene Supermacht der Welt einen Krieg nach dem anderen anfängt. Aus dem Irak z. B. kehren Veteranen nach Hause zurück, die ähnlich zerstört sind wie die Figuren dieses Romans. Es bleibt die Frage, wann Menschen je verstehen werden, dass Krieg niemandem etwas nützt, sondern sie sich damit selber vernichten. Daher kann man Remarques Buch „Der Weg Zurück" jedem empfehlen, auch und vielleicht besonders der jüngeren Generation.

dkb.de

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