Kundenrezensionen zu 'Das magische Gefühl, unverwundbar zu sein: Das Tagebuch der Lateinamerika-Reise 1953-1956'
"The Motorcycle Diaries" gefiel mir besser (3. Juli 2008)
In diesem Tagebuch ist die zweite Südamerikareise aus den Jahren 1953-1956 beschrieben. Diesmal leider ohne Alberto Granado (man wird ihn vermissen, wenn man die Motorcycle Diaries gelesen hat!), aber mit einem anderen Freund, auch wenn dieser eigentlich nur kurzzeitig auftaucht. Problem hierbei natürlich, dass der Abenteureffekt etwas abhanden kommt und der Vorgänger demnach mehr Spaß bereitet. Dafür hat man hier aber wiederrum mehr vom politischen Menschen Guevara. Es vergeht kaum eine Seite, auf der er nicht die Menschen, die er kennenlernt und die Länder, durch die er reist und in denen er natürlich auch länger verweilt, mit allen politischen Ansichten bzw. Gegebenheiten detailiert beschreibt. Er macht sich Gedanken wo die jeweilige Politik hinführen wird, was man verbessern muss und was gut läuft. War er auf seiner ersten Reise noch der abenteuerlustige junge Mann, ist er jetzt der gereifte junge Mann, der seine medizinischen Kenntnisse in diversen Krankenhäusern einsetzen will bzw. auch einsetzt und der seine politischen Theorien mit der Praxis vergleicht. Bemerkenswert auch, dass er über Menschen, die er eben erst kennengelernt hat teilweise eine halbe Seite schreibt und auch mal wieder über Historisches mehrere Seiten, während er über seine Frau und die Geburt des ersten Kindes nur wenige Sätze verliert. Kurios, aber verständlich, auch die banalen zwei Sätze, die er über sein Treffen mit dem jungen Revolutionär Fidel Castro niederschreibt. Wenn er damals schon gewusst hätte, wo dieses erste Treffen mal hinführen wird!Obwohl sich dies alles gar nicht so schlecht anhört gefällt mir dieses Tagebuch im Gegensatz zu "The Motorcycle Diaries" nur bedingt. Zum einen ist es sehr holprig geschrieben, hat kaum flüssige Übergänge und viele Beschreibungen klingen umständlich. Desweiteren tauchen Personen auf und verschwinden unvermittelt wieder. Sowas steht in einem Tagebuch, ich weiß, und das mag für den jeweiligen Tagebuchaufzeichner, also Che, nach Jahren noch interessant sein, für den Leser aber eher weniger. Oft merkt man zudem noch zu deutlich, dass ganze Passagen einfach fehlen. Literarisch sind also andere Schriften von Che Guevara deutlich zu bevorzugen. Richtig gut gefallen haben mir aber die Briefe im Anhang, da dort die eben genannten Nachteile nicht auftauchen. Schade auch, dass dem Autor hier anscheinend nicht allzu viel Kurioses passiert ist, was ja noch bei der Reise mit Alberto Granado der Fall war und was dieses Werk etwas erfrischt hätte. Es soll ja kein politischer Essay sein. Andererseits ist das natürlich auch ein nur ein Zeichen dafür, dass Che die Politik zunehmend wichtiger wurde.
Für alle die mehr über den Menschen Che Guevara erfahren wollen, ist das Tagebuch der ersten Reise besser geeignet, denke ich. Wer nach den Anfängen des Revolutionärs Guevara sucht, der ist mit "Das magische Gefühl, unverwundbar zu sein" besser bedient.
auch hier nochmal es gibt bessere biografien von che... (31. Januar 2006)
... jedoch keine die er selbst geschrieben hat. für che-interessierte-fans oder wie auch immer man sich selbst bezeichnen möchte sollte diese ausgabe nicht einfach übergangen werden. es ist richtig das hier nicht jedes detail aus seinem leben angeführt wird,manchmal größere lücken enthalten sind, jedoch ist zu bedenken das dies seine gedankengänge sind die er in dieser zeit in einem tagebuch gesammelt hat und nicht die eines anderen autoren der versucht che`s leben zu analysieren, zu rekonstruieren oder dergleichen. deshalb von mir 5 sterne frei nach dem motto niemand kann mich besser darstellen als ich selbst!Seien wir realistisch,versuchen wir das Unmögliche" (6. April 2005)
Fakten aus erster Hand.Ein ganz neuer und interessanter Einblick in das Leben von Ernesto,es ist flüssig und gut verständlich geschrieben.Mir war es beim kauf dieses Buches nicht primär wichtig zu erfahren wir er sich entwickelte,sonder viel mehr wie er sich ausdrückte und wie er seine Umwelt war genommen hat. Man erfährt was er über Leute dachte die er auf seiner Reise traf wie er mit ihnen umging auch wie er Probleme analysierte und über Ängste und Sorgen debatiert.Man lernt auch den sorglosen Guevara kennen der dauernd pleite ist und sich durchs Leben kämpft aber immer seinem Ideal treu bleibt und nicht der versuchung erliegt sich dauerhaft niederzulassen und seinen Begabungen in Medizin usw.zu Geld zumachen. Man wird ihn LIVE erleben beim lesen dieses Buches !Absolut empfehlenswert! (9. März 2004)
Wer sich intensiver mit Che Guevara asueinander setzen will, bwz. ihn verstehen will, der muss dieses Buch gelesen haben. Auch wenn es wenig strukturiert ist, so überzeugt es doch durch die stichhaltigen und nachvollziehbaren Formulierungen. Die Handlung ist ohnehin interssant, da man die geschilderten Ereignisse in Europa, wenn überhaupt, noch nie aus dieser Perspektive betrachtet hat.Da Che Guevara oftmals als "Ikone" oder übermenschlich mystifiziert wird, so räumt dieses Buch auf mit dem Clichée. Neben allen ideologischen Grundsätzen gab es auch noch den Menschen Che, der nicht minder interessant ist, als all seine politischen Theorien.


