Kundenrezensionen zu 'The Motorcycle Diaries: Latinoamericana. Tagebuch einer Motorradreise 1951/52'
Dieses Buch macht Spass!! (29. Juni 2008)
Im Jahre 1951 bricht der 23jährige Ernesto Guevara zusammen mit seinem Freund Alberto Granado und dem Hund Comeback zu einer Reise durch Lateinamerka auf. Start und Ziel stellt natürlich Argentinien dar, während Chile, Peru, Kolumbien, Venezuela, und kurzzeitig sogar die USA auf der eigentlichen Reiseroute liegen. Mir hat dieses Buch viel Spass bereitet. Che Guevara hat alles sehr lebhaft beschrieben, man merkt fast jeder einzelnen Zeile an, wie aufregend dieses Abenteuer für ihn und seine Freund war und wieviel Spaß sie zumeist hatten. Die Hauptfragen, die sich stellen sind immer wieder: Wo bekommen wir, am besten natürlich unentgeltlich, etwas zu Essen her, wie kommen wir von A nach B und wo und wie können wir die Nacht verbringen? Vieles klappt reibungslos, manches Mal muss man aber auch leichte Rückschläge hinnehmen. Da wird dann versehentlich ein Hund erschossen, bei brütender Hitze auf einem verstopften Schiffsklo ausgeharrt oder einfach niemand gefunden, der einen bis zum nächsten Ort mitnehmen kann/will. Etwas später schweift Guevara zwischendurch auch mal ab und beschreibt nicht nur das Gesehene, sondern auch die dazugehörigen historischen Fakten (sehr ausführlich, wenn es um die Inkas geht). Ich kann mich nur wiederholen: Es macht wirklich Spass Che Guevara und Alberto Granado auf ihrer Reise zu begleiten, denn das macht man tatsächlich, so lebendig wird hier alles beschrieben. Ob man dieses Buch nun aber als Bericht vom Beginn seines revolutionären Denkens ansehen kann oder sollte, weiss ich nicht wirklich. Er wird mit Armut, Elend und Krankheit konfrontiert und versucht natürlich zu helfen wo er kann, aber das zählt ja für seinen Freund und Begleiter Alberto ebenso. Sein soziales Verhalten wurde wohl sensibilisiert, aber der spätere Freiheitskämpfer und Revolutionär wurde später geboren, auch wenn man speziell bei seiner Rede an seinem Geburtstag selbstverständlich erkennt wie seine politische und soziale Gesinnung aussieht. Jeder Leser, der also nur deswegen und nicht wegen dem Reisebericht an sich dieses Buch lesen will, sei also gewarnt, er könnte enttäuscht werden. Anonsten erfährt man über den jungen Ernesto Guevara natürlich einiges. Man wird Zeuge seines Humors, seiner Intelligenz sich aus schwierigen Situationen heraus zu lavieren (natürlich immer in Kooperation mit Alberto Granado) und auch über sein im Grunde sehr romantisches Wesen. Der einzig kleine Minuspunkt, den ich dem Buch geben kann resultiert daraus, dass leider gegen Ende die Informationen Lücken aufweisen, die vor allem für bis dato unbelesene Guevara-Sympathisanten schwer zu füllen sein könnten. Ansonsten macht es riesigen Spass.Abgerundet wird alles durch ein Vorwort von Ches Tochter, welches ich allerdings nicht sehr sinnvoll finde und zwei voran- bzw hintangestellten Texten seines Vaters, die noch ein bisschen die Vor- bzw. Nachgeschichte seines Unterfangens näher erläutern. Sollte jemand noch nicht die Verfilmung dieses Buches kennen, dann sei ihm/ihr diese noch zusätzlich ans Herz gelegt!!
Der andere Che (11. November 2007)
Egal was man von Che Guevara gehalten hat - kühner Revolutionär, Mörder, Held oder einfach nur Kultfigur - nach der Lektüre dieses Buches wird das Bild, was man von ihm hat, verändert sein. Seine Tochter schrieb im Vorwort: "Wenn ich ehrlich sein soll, muss ich sagen, dass ich mich beim Lesen in den Jungen, der mein Vater war, verliebt habe". Diese Empfindung ist ganz und gar nicht absurd. Auch ich musste mich beim Lesen desöftern Erinnern: Das hat Che Guevara geschrieben...DER Che Guevara. Der gewitzte Schreibstil passt nun so gar nicht zu der Person des Che. Durch die Lektüre dieses Buches lernt man eben die andere Seite kennen. Dadurch wandelt er sich vond er auf Postern und T-shirts kunstvoll abgedruckten Kultfigur zum Menschen, der er ja schließlich auch war.Das Buch ist total süß geschrieben, es macht richtig Spaß, die Reise gedanklich nachzuverfolgen. Man erhält einen lebendigen Eindruck in das Südamerika der frühen 50er Jahre, eine Zeit und einen Ort, dessen Betrachtung nicht alltäglich und daher umso interessanter ist. Zudem finden sich in der Buchmitte einige von Che und Alberto geschossene Fotos als i-Tüpfelchen.
Ein Buch, das Spaß macht und ich vorbehaltslos empfehlen kann.
Che`s Entdeckung Südamerikas (25. November 2006)
Ches Reise durch den Lateinamerikanischen Kontinent, die ihn für sein ganzes Leben prägen sollte, wird in diesem Buch aus seiner eigenen Sicht wiedergegeben. Klaus Laabs übersetzte Ches Aufzeichnungen aus dem spanischen. Sehr schnell bekommt man einen Eindruck von Ches Charakter, seiner offenen und aufgeschlossenen Art, seiner Willensstärke und Gerechtigkeitssinn. Das Buch liest sich wie ein Abenteuerroman und beinhaltet so ziemlich alles, was den meisten Backpackern auf Reisen dieser Art widerfahren kann. Durch Humor und Intelligenz in Teamarbeit mit seinem Freund Alberto versteht er es die Herausforderungen, die meist finanziell bedingt sind, zu bestehen. The motorcycle Diaries ist hier vielleicht ein wenig übertrieben gewählt. Tatsächlich beginnen die beiden ihre Reise motorisiert, doch schon nach einigen Etappen müssen sie ihr Gefährt aufgeben und mit anderen Mitteln ihre Ziele erreichen. Zum Ausdruck kommt auch an vielen Stellen die Gastfreundlichkeit, die für die meisten Bewohnern des Südamerikanischen Kontinents so charakteristisch ist. Leider sind die persönlichen Aufzeichnungen an manchen Stellen etwas dünn, was im Anhang durch Briefe und andere Quellen ausgeglichen wird. Vermisst habe ich auch eine etwas ausführlichere Einleitung, in der Ches Lebenssituation vor der Reise dargestellt wird. So bekommt man erst spät mit, daß Che nicht als Doktor sondern als Student kurz vor dem Abschluß abreist. So auch seine schwere Asthmakrankheit, die eine Reise dieser Art und mit den wenigen finanziellen Mitteln nicht unerheblich beeinträchtigt.Alles in allem ein lesenswertes Buch.


