Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 2: Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache

Verkaufsrang: 4098 (Bücher)
Autor: Bastian Sick
Broschiert
EAN: 9783462036060
Auflage: 1
ISBN: 3462036068
Languages:
ListPrice:
Seitenzahl: 224
Erscheinungsdatum: 19. August 2005
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Preis: EUR 2,40

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Das Foto auf der Rückseite zeigt einen wie ein Honigkuchenpferd grinsenden Autor. Kein Wunder. Wurden von Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod doch schon eine Million Exemplare verkauft. Bastian Sick präsentiert nun eine zweite Auswahl seiner so erfolgreichen Zwiebelfisch-Kolumnen, die der ersten in nichts nachsteht. Und man gönnt ihm diese ostentative Fröhlichkeit auch deshalb, weil der Leser bei der Lektüre auch selbst reichlich Gelegenheit zum Schmunzeln und Lachen bekommt. Zum Beispiel über die hier versammelten "Katastrophen mit Apostrophen" oder dialektale Besonderheiten wie etwa die rheinische Verlaufsform: "Dat Chantal ist sich die Haare am Föhnen". Oder die zunehmende Begeisterung auf öffentlichen Schildern für Anführungszeichen. Da kann der Schuss leicht nach hinten losgehen, wenn etwa eine Fluglinie verlautbart: Wir wünschen Ihnen einen "guten Flug". Und natürlich freut man sich auch, wenn Oberlehrer Sick, solchen Sprachverhunzern auf die Füße tritt. Etwa der ärgerlich falsche Gebrauch der Vorsilbe Ex: Wie oft hat man nicht von in der Ex-DDR geborenen Menschen lesen müssen.

Folge 2 der Kolumnensammlung bietet sogar noch mehr Abwechslung: Eingestreut sind diesmal Fragen von Lesern, die Sick auf kurzweilige Art beantwortet. Zum Beispiel ob neben der Torschlusspanik auch die immer wieder gehörte "Torschusspanik" sprichwörtlich ist. Wie man "doof" steigert oder ob der Ausdruck "etwas türken" mit den Türken zu tun hat und deshalb als diskriminierend abzulehnen sei. Mit der Sprachkultur in E-Mails beschäftigt sich sogar ein längerer Text, und am Ende des Buches wartet ein kleiner Deutschtest: "60 Fragen aus dem Fundus der Irrungen und Verwirrungen unseres Sprachalltags". Für wahre Zwiebelfisch-Fans fast ein Kinderspiel.

Ich habe in Bastian Sicks unterhaltsamer Deutschklasse auch wieder einiges gelernt. Zum Beispiel, dass das vielbenutzte "ausgepowert" eigentlich aus dem Französischen (von "pauvre") stammt. Und endlich hat mir jemand erklärt, was die Abkürzung "lol" bedeutet, die zu viele E-Mails verunziert. "Laugh out loud" -- andererseits eine gute Empfehlung an alle Leser dieses Buches. --Christian Stahl

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Kundenrezensionen zu 'Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 2: Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache'

Wer lernen will - der kann das hier (5. Juni 2008)

Wer wie ich beruflich bedingt richtiges Deutsch schreiben muss und außerdem auch noch die altmodische Verpflichtung fühlt, Grammatik und Orthographie seiner Muttersprache zu beherrschen, kann nur dankbar sein, wenn ihm die typischen Fallstricke konzentriert und unterhaltsam dargeboten werden. Bastian Sicks Werke mögen vielleicht nicht von schillerscher Qualität sein, aber sie sind hilfreich, ohne weh zu tun. Ich habe das Buch z.B. als Pausenfüller bei mir gehabt, mal hier und dort 5 Minuten gelesen oder 10, immer so ein oder zwei Kapitelchen. Das ist unterhaltsam, und hinterher wusste ich mehr. Okay, einiges war mir bereits bekannt, aber ich fand es trotzdem gut, dass es mir noch einmal in aller Klarheit vor Augen geführt wurde.

Ich hatte Teil 1 gelesen, und bekam dann Teil 2 geschenkt. Da hatte ich erst so meine Bedenken, "Schon wieder so etwas Aufgewärmtes". Aber so ist das nicht, es gibt auch hier viele Punkte, die es sich immer wieder lohnt, noch mal in korrekter Form zu verdeutlichen.

Ich kann natürlich korrektes Deutsch auch lernen, indem ich den Duden lese. Das macht aber deutlich weniger Freude :-)) Wer nicht selbst ein Oberlehrer ist und schon alles weiß (oder an allem etwas auszusetzen hat), darf sich das Buch gönnen.

Lässt mich öfters (15. April 2008)

darüber nachdenken, was ich so rede. Die 2. Cd gefällt mir nicht so gut, weil der Sprecher Herr Sick keine angenehme Stimme und Aussprache hat. Inhalt ok.

Zum Überleben des Genitiv (8. März 2008)

Wie der erste Teil erstaunliche Erkenntnisse vermittelnd. Allerdings sind manch grausliche Preußizismen dabei, die in Österreich garnicht relevant sind. Gottseidank!
Leider wird man hellhörig auf die von Sick dargestellten Sprachverirrungen, sodass man jedesmal zusammenzuckt, wenn sich "größer wie" "scheinbar" nicht ausrotten läßt.

So unterhaltsame wie belehrende Autorenlesung (9. Februar 2008)


Wer möchte dem Journalisten Bastian Sick nicht beipflichten, wenn er die Verwahrlosung der deutschen Sprache beklagt. Da werden bedenken- und gedankenlos die Fälle des Genitivs und des Dativs durcheinandergeworfen, Imperative falsch gebildet, Kommata vergessen oder gefühlt" an falschen Stellen gesetzt. Der Autor prangert solche sprachlichen Fehlleistungen humorvoll an, beläßt es hierbei aber nicht, sondern erklärt die grammatikalisch korrekte Handhabung. Daneben erläutert er so kuriose Phänomene wie das Fehlen eines Namens für die gegenwärtige Dekade, die sogenannnten Falschen Freunde" oder die Tatsache, daß Flüssen kein einheitliches Genus zu eigen ist, sie vielmehr manchmal männlich (der Rhein) andere Male aber auch weiblich (die Elbe) sein können.

Der 1965 geborene Autor hat im Rahmen seiner ursprünglichen Korrektorentätigkeit seine Kollegen immer wieder mit kommentierten Email - Memos über Sprachverstöße und Zweifelsfälle in Rechtschreibung, Stil und Grammatik erheitert. Davon angetan schlug ihm sein Chef vor, daraus eine Online-Glosse zu machen. Die Zwiebelfisch" - Kolumne war geboren, mit der Bastian Sick seit Mai 2003 eine wachsende Fan-Gemeinde begeistert. 2004 erschienen seine Zwiebelfisch" - Kolumnen mit großem Erfolg als Buch. Erfolg gebiert Kinder. So erschien bereits ein Jahr später mit dem Untertitel Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache" eine Fortsetzung dieser Kolumnen.

Im August 2005 haben der Audio Verlag und der in der Online-Redaktion des Hamburger SPIEGEL tätige Autor auch das zweite Buch in ein aus zwei Cds bestehendes Hörbuch umgesetzt. Ohne die erste noch von einem Schauspieler gelesene Folge zu kennen, erscheint die ca. zweieinhalbstündige Autorenlesung durchaus als gelungen. Der in Lübeck geborene Bastian Sick liest mit jungenhafter klarer Stimme wohlartikuliert seine Kolumnen. Talent für die richtige Aussprache von Dialektsätzen (Dat Chantal iss sich die Haare am fönen.") oder fremdsprachiger Zitate lässt sich dem früheren Französisch- und Geschichtsstudenten nicht absprechen. Der erheiternde Deutschunterricht wird am Anfang und Ende jeder CD durch beschwingte Musikeinlagen des Altmeisters Christian Bruhn aufgelockert.

Fazit: Für Freunde der deutschen Sprache und der Irrungen und Verwirrungen ihrer Benutzer so erheiternde wie belehrende und damit durchaus empfehlenswerte zwei Hörbuch - CDs. Zu guter letzt ein Tip: Wem bei aller Liebe zu den durch Sick ausgegrabenen Sprachkuriositäten des Deutschunterrichts zuviel wird, der sollte einfach beim Abhören eine Pause einlegen.

unterricht, der spaß macht (22. Januar 2008)

Ich denke, auch am zweiten Band gibt es wenig Kritikpunkte. Es macht einfach Spaß, auch solch unterhaltsame Weise mit der deutschen Grammatik konfrontiert zu werden. Und wie oft fühlt man sich selbst dabei ertappt, nachlässig mit seiner eigenen Muttersprache umgegangen zu sein. Gerade das Kapitel mit dem fiktiven Heidi-Dialog musste ich mir mehrmals durchlesen. Ich denke, da wäre weniger mehr gewesen. Aber alles in allem ist auch dieses Buch wieder sehr empfehlenswert, auch wenn der Überraschungseffekt dieses Mal abgeschwächt auftrat. Und was mir sehr gut gefallen hat, war der Deutschtest am Ende des Buches. Den sollte man machen und ehrlich dabei sein. Es schadet nicht und zeigt einem lediglich, dass niemand perfekt ist.

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