Kundenrezensionen zu 'Menschen im Hotel'
Ein Hotelroman von hoher Qualität (26. Oktober 2008)
Am Ende des Romans denkt der Volontär Georgi: "Großartiger Betrieb in so einem großen Hotel, kolossaler Betrieb. Immer ist was los. Einer wird verhaftet, einer geht tot, einer reist ab, einer kommt. Den einen tragen sie per Bahre über die Hintertreppe davon, und zugleich wird dem anderen ein Kind geboren. Hochinteressant eigentlich. Aber so ist das Leben".Ja, so ist das Leben. Dieser Hotelbetrieb im Berlin der späten 20er Jahre steht für das Leben. Da ist einer, der möchte es endlich kennenlernen und da ist ein anderer, der möchte es hinter sich bringen, hat aber nicht die nötige Courage dafür. Jemand will sich das Leben nehmen, lernt aber die große Liebe in diesem Moment kennen. Der eine ist Dieb und zu ehrlich, um zu stehlen, der andere will soviel Leben in sich aufsaugen, wie ein ausgetrockneter Schwamm. Die alternde Primaballerina, der todkranke Buchhalter, der Provinzdirektor, der geldlose Baron, der morphiumsüchtige Arzt. Das sind die prallen Figuren in einem prallen Roman.
Da gibt es wundervolle Sätze über den Sinn des Lebens, über die Liebe und den Tod. Da gibt es bezaubernde Bilder von dem gerade wieder erwachenden Hotelbetrieb am frühen Morgen. Da wird ein Berlinbild gezeichnet, das mehr über diese Stadt verrät, als viele andere Romane, dies zu tun versuchten.
Mit einem Satz: Ein prachtvoller Roman!
Streckenweise langweilig (7. August 2008)
Durch Elke Heidenreich wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Ich begann es gleich zu lesen und habe mich bei fast jeder Seite gefragt ob ich das Buch einfach zu klappe und in mein Bücherregal verbanne. Aber ich habe meine Prinzipien und lese jedes Buch bis zum "bitteren" Ende. Man merkt, dass das Buch aus einer anderen Zeit ist, was ich eigentlich schön finde und auch gehofft habe, aber der Erzählstil geht mir einfach zu langsam und zu schleppend. Seite um Seite fragt man sich, na wann kommt jetzt die Spannung, aber man wartet vergebens...Fazit: Wenn ich es nicht gekauft und gelesen hätte, hätte ich nichts verpasst.
Das Hotel ist das Leben. Keiner verlässt es so, wie er es betritt. (5. Juli 2008)
Die Drehtür des Hotels ist beständig in Bewegung. Durch sie gelangen die Menschen ins Hotel und durch sie verlassen sie es wieder. Das Hotel ist das Leben. Der durch die Drehtür das Hotel wieder verlässt, ist ein anderer, als jener, der es durch die Drehtür betreten hat.Der pflichtbewusste Hilfsbuchhalter Kregelein, krank, abgemagert und im Wissen bald sterben zu müssen, nimmt sein Erspartes und das Geld aus einer Erbschaft, um seine letzten Tage zu nutzen. Jetzt zu sterben, kann noch nicht alles gewesen sein, er will wissen was das Leben zu bieten hat. Im Hotel trifft er auf Menschen verschiedenster Schichten und unterschiedlichster Ziele. Ihr Leben erfahrt ungeahnte Wendungen und das Planbare und Naheliegende gerät in ungeahnte Ferne.
"Menschen im Hotel" ist ein kurzweiliger Roman, der die Geschichte dieser Menschen erzählt und die einzelnen Charaktere auf recht unterhaltsame Weise beschreibt. Spannung und Humor kommen dabei nicht zu kurz.
Leider fehlt es der an sich angenehmen Stimme von Barbara Rudnik an Variabilität und Dynamik, so dass das Hörbuch etwas "weichgespült" daherkommt.
Für jene, die sich für das gesellschaftliche Leben in den 20er Jahren interessieren und die sich an Charakterstudien erfreuen, ist dieses Buch allemal zu empfehlen.


