Die Welle: Bericht über einen Unterrichtsversuch, der zu weit ging

Verkaufsrang: 274 (Bücher)
Autor: Morton Rhue
Taschenbuch
EAN: 9783473580088
Auflage: Neuauflage.
ISBN: 3473580082
Languages:
ListPrice:
ManufacturerMaximumAge: 180
ManufacturerMinimumAge: 156
Seitenzahl: 186
Erscheinungsdatum: 1. November 2008
Verlag: Ravensburger Buchverlag
von: Hans-Georg Noack (Übersetzer)
Preis: EUR 4,80

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Wäre Die Welle ein Roman, man könnte den Inhalt des Buchs kaum glauben. Aber so (oder doch zumindest ähnlich) ist es wirklich passiert, in der Klasse des Lehrers Ron Jones in den USA -- einer Klasse an einer Schule also, die sich so weit weg wähnte vom deutschen Nazi-Terror, und die dann doch auf schmerzliche Weise am eigenen Leib erfahren musste, dass die Regeln des Faschismus auch heute noch funktionieren und dass es jeden treffen kann.

In Die Welle beginnt alles mit einem Film über den Holocaust. Der junge Lehrer Ben Ross zeigt den Schülern der Gordon High School Bilder von ausgermergelten Juden im Konzentrationslager. Alle sind angewidert und entsetzt, aber eine Gruppe um Laurie Saunders von der Schülerzeitung "Die Ente" kann und will nicht glauben, dass Menschen zu derlei Grausamkeiten überhaupt fähig sind. Um sie und andere zu überzeugen, startet Ross ein Experiment, dass auf fast unbemerkte Art und Weise Methoden der Diktatur installiert. Und plötzlich zerfällt der Klassenverbund in Opfer und Täter -- bis die Situation auf schreckliche Weise eskaliert.

Inzwischen gehört Die Welle des 55-jährigen Autors Morton Rhue (Ich knall euch ab!, Asphalt Tribe) zum Kanon auch an deutschen Schulen. Und das ist gut so. Denn das Buch räumt mit dem weit verbreiteten Vorurteil auf, dass der Nationalsozialismus ein historisches Phänomen war, das nicht wiederkommen kann. "Wie kann man Millionen von Menschen abschlachten, ohne dass jemand etwas davon weiß?" Auch wenn Die Welle Fragen wie diese nicht beantworten kann, so wirft der Roman sie doch auf. Umso wichtiger ist seine Lektüre. --Isa Gerck

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'Die Welle: Bericht über einen Unterrichtsversuch, der zu weit ging'

Ein muß für alt und jung (16. September 2008)

Dieses Buch muß man gelesen haben oder (für die lesefaulen) zumindest den guten deutschen Film mit Jürgen Vogel gesehen haben. Lehrreich, interessant und eine Warnung an jeden Menschen auf dieser Erde. Weil dieses Buch "ein muß für alt und jung" ist gibt es natürlich 5 Sterne von uns.

Hatte mir mehr erhofft (14. Juli 2008)

Nachdem alle dieses Buch in den Himmel gelobt haben, hatte ich doch einige Erwartungen. Es ist nicht schlecht, allerdings doch eher ein Standartwerk auf einfachem Leseniveau. Es hätte meiner Meinung nach tiefer gehen können. Ich habe es gelesen, kann mitreden, würde es aber nicht unbedingt empfehlen.

Das Buch macht einiges klarer (14. Juli 2008)

Bei "Die Welle" handelt es sich um die literarische Aufarbeitung eines Unterrichtsversuchs, der in ähnlicher Form tatsächlich stattgefunden hat. Ein Lehrer versucht seinen Schülern, die Entstehung des Faschismus zu zu veranschaulichen, indem er zunächst lediglich Strukturen von Disziplin und Gemeinschaft erzeugt, die die Schüler begeistern, im weiteren Voranschreiten jedoch zu für den Faschismus typischen Ausschreitungen führen (Übergriffe auf andere in Wort und Tat). Beunruhigend - und auch überraschend für den Lehrer - ist, dass das Experiment eine erhebliche Eigendynamik entwickelt, und nur schwer abzubrechen ist.

Hierdurch wird den Schülern und den Lesern deutlich gemacht, dass prinzipiell jeder für entsprechende Denkweisen anfällig ist.

Das Buch ist in einfacher und verständlicher Sprache geschrieben und kann schnell durchgelesen weren.

Was positiv hervorzuheben ist, ist, dass eindringlich verdeutlicht wird, dass Strukturen von Faschismus und Nationalsozialismus keine historisch einmaligen Vorgänge sind, die womöglich dem Geist eines einzelnen Psychopathen entsprungen sind, sondern dynamische Entwicklungen, die beim Vorliegen von gewissen Voraussetzungen "zünden" können. Hieraus ist die Aufforderung fortwährender Aufmerksamkeit abzuleiten, solche Entwicklungen vorauszusehen und ihnen bei gegebenem Anlass frühzeitig entgegenzutreten.

Was das Buch allerdings nicht leisten kann, ist, auf Besonderheiten des deutschen Nationalsozialismus einzugehen. Beschränkt sich die Entwicklung im Buch auf die Schritte: Disziplin - Gründung einer "Bewegung" - Rekrutierung Außenstehnder mit "Druck" - Ausgrenzung und Bekämpung nicht rekrutierbarer Personen; so war die Besonderheit in Deutschland ein ausgeprägter Rassismus, der große Volksgruppen a priori zu "Feinden" erklärt hat und sie von der Einbeziehung in das System ausgeschlossen hat.

In der Folge beschäftigte sich der deutsche Faschismus größtenteils mit der Bekämpfung dieser "Feinde", ohne überhaupt den Versuch zu unternehmen, diese in das System zu integrieren, woraus sich noch ein erheblich größeres Gewaltpotenzial ergab, als es durch diesen Versuch angedeutet wird. Ob diese Eigenschaft des deutschen Faschismus mit dem Experiment erfasst werden kann, ist für mich fraglich.

Um diesen Punkt zu klären, müsste man noch die Entwicklung des Rassismus beleuchten und noch weiter in die gesellschaftlichen Voraussetzungen einsteigen. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass auch andere System ähnliche Ausgrenzungen unter anderer Nomenklatur betrieben haben, z.B. galten im Kommunismus bestimmte Klassen ebenso von vornherein als feindlich.

Der zweite Punkt, der etwas ungeklärt bleibt, ist die Beleuchtung der Frage, ob das Experiment schon ganz am Anfang Faschismus erzeugt hat, oder ob es einen Punkt gegeben hat, an dem die zunächst positiv empfundene Hinwendung zu Disziplin und Gemeinschaft "abgeglitten" ist. Man könnte aus dem Geschilderten entnehmen, dass bereits die Praktizierung von Disziplin und Gemeinschaft eine Form von Faschismus ist, und möglicherweise tut man diesen im Prinzip positiven Haltungen unrecht, wenn man ein späteres "Umschlagen" solcher Verhaltensweisen in Gewalttätigkeiten als unausweichlich begreift.

Allerdings kann man solche weitreichenderen Untersuchungen in der Kürze dieser Seiten nicht erwarten. Im Rahmen der Möglichkeiten beleuchtet das Buch wesentliche Punkte und ist äußerst hilfreich im Erzeugen von Aufmerksamkeit, weshalb es auch fünf Sterne verdient hat.

Nicht schlecht!Interessantes Thema! (1. Juli 2008)

Also ich fand das Thema sehr interessant und das Buch an sich ist so kein schlechtes. Warum dann nur 3 Sterne? Ganz einfach: Ich persönlich hab mir mehr davon erhoft. Mehr Tiefgang und mehr Behandlung des "Kernthemas". Ich finde eine so schnelle Abhandlung des Themas nicht passend und ich persönlich finde das man am Ende doch nicht ganz aufgeklärt ist. Irgendwie fragt man sich "wars das jetzt?"! Aber wie gesagt das ist meine persönliche Meinung. Trotzdem kein schlechtes Buch.

Einfach genial (20. Juni 2008)

Nachdem ich vor vielen Jahren die amerikanische Version des Films gesehen habe, musste ich mir das Buch sofort zulegen. Die Geschichte ist so realistisch dargestellt, dass ich das Gefühl bekam, so etwas kann wirklich jederzeit wieder passieren.
Ich kann dieses Werk nur jedem Jugendlichen empfehlen, denn vielleicht gelingt es ja, unseren Kindern zu veranschaulichen, wie und warum unsere Geschichte so verlief.

dkb.de

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