Kundenrezensionen zu 'Wachsen Ananas auf Bäumen?: Wie ich meinem Kind die Welt erkläre'
Trailer Effekt - Zum Schmunzeln, aber nicht überragend. (15. Dezember 2007)
"Wachsen Ananas auf Bäumen" wurde vor Kurzem in der MDR Sendung "Was liest Du?" von Jürgen von der Lippe und Ralph Morgenstern vorgestellt. Der vorgetragene Auszug, das Kapitel "Wurst", eine 'geringfügige Abwandlung' der Schöpfungsgeschichte, die recht ironisch die Verteilung der Nahrungsmittel auf der Welt wiedergibt, fand ich einfach fantastisch: "Dann kam Gott der Herr zu den Deutschen: "Hm", sprach er, "nehmt's mir nicht übel, aber ihr habt irgendwie Wurstgesichter. Soll ich euch die Wurst geben? Nein, das wäre ein Klischee. (...) Also gab Gott der Herr den Deutschen den Broccoli."Von diesem Auszug begeistert, habe ich das Buch dann auch gleich bei Amazon bestellt - und fühlte mich nach der 20. Seite wie nach dem Besuch eines Kinofilms, dessen Trailer so unglaublich vielversprechend war, der aber dann in voller Länge bei Weitem hinter der Vorschau zurückstand.
Mit dem Kapitel "Wurst" hat Ralph Morgenstern wohl das wirklich Beste aus diesem Buch herausgesucht. Sicher, die restlichen Episoden ließen mich das ein oder andere Mal schmunzeln, der Effekt eines wirklich packend-guten Buches, es überhaupt nicht mehr aus der Hand legen zu wollen, stellte sich bei mir allerdings nicht ein.
Alles in allem ist das Buch "nett" geschrieben, spielt ein bisschen mit den Klischees des Alltags, bietet aber dennoch oder vielleicht gerade deshalb recht wenig Neues. Wer ab und an ein wenig über alltägliche Skurilitäten schmunzeln möchte, ist mit diesem Buch gut bedient. Wer herzhaft lachen möchte, nicht.
Lustig, aber distanziert... (1. Dezember 2005)
Es ist viel mehr ein Buch über einen Vater, der seine kleinen Abenteuer mit seinem Sohn niedergeschrieben hat.. lustig und mit viel Liebe und Hingabe.. allerdings schreibt er distanziert.. nicht persönlich.. die Aussagen wie "das Kind" oder "die Frau" statt "mein Kind" oder "meine Frau" bauen eine Distanz zwischen dem Erzähler und den Familienmitgliedern auf.. es führt zu einer Verfremdung.. unpassend für ein Buch diesen Charakters..Ganz wunderbar (14. Mai 2004)
Vielleicht ist der Titel tatsächlich missverständlich. Denn das Buch hat nichts zu tun mit den vielen "Trendbüchern", die alltägliche Phänomene leicht verständlich erklären ("Warum müssen wir gähnen" etc.) Würde das Buch heute erscheinen, würde man deshalb sicher einen anderen Titel wählen.Martenstein erzählt vielmehr kleine Geschichten und Anekdoten, wie sie ein Vater erleben kann, der mit seinem Sohn unterwegs ist. Es hat also eher etwas von Axel Hacke.
Mit dem Unterschied, dass Martenstein oft noch direkter, deftiger und kurioser ist. Und deshalb auch noch witziger.
Leseproben von Herrn Martenstein gibt es übrigens außer im Tagesspiegel auch in der "Zeit". Dort erscheint in der Beilage "Leben" jeden Donnerstag seine Kolumne "Lebenszeichen". Die ist wirklich sehr zu empfehlen und sagt doch eine Menge über seinen Stil - auch wenn es dort meist nicht um seinen Sohn geht.
Erwartungen nicht erfüllt (9. Juli 2002)
Leider entspricht das Buch nicht den Erwartungen, die in der Kurzbeschreibung geweckt wurden. Der Schreibstil und die Erzählweise sind witzig und interessant, jedoch ist die Anzahl der Erklärungen dünn gesät, schade eigentlichWitziger, kurzweiliger Lesestoff für Eltern (18. Oktober 2001)
Ein wirklich witziges Buch über die Erklärungsnot von Eltern. Die Kapitel sind kurz gehalten, sodaß auch streßgeplagte Eltern, die nur wenig Zeit haben, mal das ein oder andere Kapitel zwischendurch lesen können. Obwohl man das schlecht kann, denn es ist so kurzweilig, interessant und intelligent geschrieben, daß einen die Sucht packt, und man einfach Kapitel für Kapitel weiterlesen muß.Die Themen sind teilweise sehr aktuell (Computer, Tolenranz, etc) und werden nicht nur lustig, sondern auch mit ernsten Untertönen behandelt.
Ein sehr gut geeignetes Buch zum verschenken und selberdrüber lachen.


