Hamma wieder was gelernt: über das Erwachsenwerden

Verkaufsrang: 1339 (Bücher)
Autor: Markus Kavka
Broschiert
EAN: 9783499623790
ISBN: 349962379X
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Seitenzahl: 173
Erscheinungsdatum: September 2008
Verlag: Rowohlt Tb.
Preis: EUR 7,00

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Kundenrezensionen zu 'Hamma wieder was gelernt: über das Erwachsenwerden'

amüsant und viel wahres (8. Oktober 2008)

Markus Kavka, der MTV Moderator hat einen sehr amüsanten Roman geschrieben für Leute über 40. Man findet viele Parallelen im eigenen Leben, vor allem wenn man auch wie Kavka in der Medienbranche arbeitet. Kurze, humorvolle Lektüre, die man in einem Rutsch durchlesen kann.

Traurige Lebensbeichte eines alternden Moderators (14. September 2008)

Markus Kavka, ex-cooler Moderator der ersten Stunde des deutschen Musikfernsehens, hat eine Rechtfertigung verfaßt, warum man mit 40+ auch noch bei MTV sein darf.

Auf Sendung kommt der alte Herr Kavka ja noch sagenhaft altersweise rüber unter all den Pop-Rammelköpfen, aber mit der Coolness ist es dem Anscheine nach nicht weit her, denn es mußte ein anstrengendes Büchlein verfaßt werden über die Dinge, die nich so sein Ding sind. Heiraten und Rente und Kinder und so. Und erst recht nicht mit 25. Total uncool, haben wir alle in der 12. Klasse auch gedacht. Herr Kavka denkt das heute noch ganz systemkritisch und bastelt sich einen viel cooleren Außenseiterstatus zurecht, dabei leider übersehend, dass in Deutschland mittlerweile kaum jemand mit 25 verheiratet ist, erst recht kein studierter Mitbürger, und dass Kinderlosigkeit keine Domäne vormals trendiger VJs, sondern Massenbewegung geworden ist. Und als solche auch nicht mehr ganz so exklusiv, wie der Herr Kavka sich da zusammenrhabarbert.

Leider läßt sich das Buch inhaltlich nicht beurteilen, ohne über Herrn K.s Biographie zu diskutieren, und da diese nicht so furchtbar spannend ist und durch die ca. 100 Seiten auch kaum hochgejubelt werden kann so einem Einsamer-Wolf-das-Abenteuer-wartet-Großstadtmythos, dürfte die einzig solide Empfehlung für Erwachsene darin liegen, das Buch nicht zu lesen, während allen Teens empfohlen sein soll, auf jeden Fall zuzugreifen. Viel Spaß damit - da versucht einer so cool zu sein wie ihr.

Stadtlektüre für Mixtapefreunde. (9. September 2008)

Hier also wieder eine neue Zusammenstellung der Kolumnen von Markus Kavka. Kein Roman, eher sowas wie die Betrachtungen eines "Berufsjugendlichen", wie er sich selbst augenzwinkernd eingesteht. Ein Buch eines Großstädters, dass perfekt in die Stadszene passt. Es ist nicht etwa so, dass Kavka irgendwas essentiell Neues zu sagen, oder einen besonderen Blickwinkel auf die Dinge, die das älter werden mit sich bringt, hätte. Es ist vielmehr so, dass sein flüssiger, ungekünstelter Schreibstil das Buch zu einer kurzweiligen Angelegenheit macht. Man kann es gemütlich an einem Nachmittag auf dem Balkon, bei den letzten Spätsommersonnenstrahlen durchlesen, oder sich die nervige Fahrt zur Arbeit in der stickigen U-Bahn verkürzen.
Die Kolumnen schwanken etwas in ihrer Qualität, sind aber immer unterhaltsam. Zum besten Stoff gehört wohl das interessante Interview, dass er mit Quentin Tarantino führen durfte (Das Aspirin-Gespräch), seine Begeisterung für das Runde Leder und den "falschen" Verein (Meine große Liebe; EM - das wars) und natürlich die Musik (Das traurigste Mixtape der Welt; Musik und ich). Andere Dinge wirken etwas gewollt, wie z.B. "Mythos Festival" oder "Loud is the new quiet". Ein echtes Bonbon stellt aber "Dann kamen die Zombies" dar. Hier stellt Kavka seine TOP 100 Videoclips vor und davon hat er ja nun wirklich Ahnung. In Zeiten von YouTube kann man sich diese Meilensteine der Videokunst nochmal vor Augen führen und alte Lieben wiederentdecken, an die man schon lange nicht mehr gedacht hat. Oder vielleicht sogar noch das ein oder andere entdecken.
Gemessen am Preis, ist das Buch definitiv einen Kauf wert und außerdem kann man so dem guten Markus bei seiner Altersvorsorge helfen. Denn spätestens nach der Lektüre seiner Zeilen wissen wir, dass er jetzt endlich mal spart. Auf das Haus am Meer.
Auch wenn die Halbwertszeit des Buches nicht ganz so lang ist, wie es wohl dauert mit dem ansparen... Kein Ding, Markus!

Jippieh, jemand versteht mich (28. August 2008)

Gut, dass ich allein war, als ich das Buch gelesen habe. Ich musste nämlich unwillkürlich immer wieder - mal leise, mal laut - sagen, brüllen, kreischen: Ja, danke, genau so gehts mir auch!

Markus Kavka hat es drauf: die Alltagsbeobachtungen, das Rüberbringen der eigenen Gedanken, das Zusammenfassen einer Teil-Generation, der - wie er sie nennt - kidults.
JA! Man fühlt sich verstanden (und auch ein bisschen getröstet), wenn Kavka schreibt, dass er ebensowenig einen Masterplan für das eigene Leben hat wie vermutlich etliche Zigtausend andere. Dass es eben nicht der Schlüssel zum Glück (und der Sinn des Lebens) sein kann, mit Mitte zwanzig verheiratet, bekindert und sesshaft zu sein. Dass es vielmehr auch spannend sein kann, eben gerade nicht zu wissen, was übermorgen kommt ("Solange morgen so lustig wird wie gestern").

Aber tatsächlich ist es nicht nur so, dass der "Opa des Jugendfernsehen" wie ein lustiger Onkel ironisch-sarkastisch über alle herzieht, die ein beständiges Familienleben führen. Nein, auch die melancholischen Untertöne sind nicht zu übersehen. So rutschte mir doch glatt ein Tränchen in den Augenwinkel, als ich so gut nachempfinden konnte, wie das ist, wenn die eigenen Eltern plötzlich alt werden. Wie das ist, wenn da auf dem Nachttischchen Tablettenpackungen liegen, die da vor Jahren, als man selbst noch Teil des Haushalts war, noch nicht waren. Wie es ist, wenn man seine Eltern plötzlich nur noch ein paar Male im Jahr kurz sieht und feststellen muss, dass diese Altersflecken und die grauen Haare sich verdoppelt haben.

Danke für diesen Seelenbalsam mit Zwinkeraugen, der deutlich suggeriert: es ist okay, nicht erwachsen werden zu wollen. Es ist absolut okay, auch jenseits der Ende zwanzig noch das Gefühl zu haben, ganz am Anfang des Lebens zu stehen. Und okay ist es auch, Angst zu haben vor dem, was da noch kommt.

Ganz großes Kino!

Teil II der Zeitzuender-Kolumnen (21. August 2008)

Voller Vorfreude stürzte ich mich heute auf dieses Buch (überrascht, dass es sogar einen Monat früher da war als erwartet), und war doch etwas irritiert, darin letztendlich nur die Fortsetzung der (größtenteils bereits gelesenen) Zeitzuender-Kolumnen zu finden.
In Titel und der Beschreibung war nichts davon zu lesen, sodass mir diese zunächst eher soetwas wie einen zweiten Teil von "Mach mir mal ne Nudelsuppe, bevor ich dich besudel, Puppe" suggerierten, statt die Fortsetzung von "Elektrische Zahnbürsten".

Wer die Kolumnen allerdings noch nicht kennt, hat hiermit nun die ideale Gelegenheit, alles in Ruhe und in gedruckter Form nachzulesen... :)
persönliche Favoriten:
"Das traurigste Mixtape der Welt" und "Wo wollt ihr alle hin?"

Fünf Sterne für die Kolumnen, vier für die etwas missverständliche Deklaration des eigentlichen Buchinhalts.

dkb.de

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