Kundenrezensionen zu 'Auf der Suche nach dem Wunderbaren: Perspektiven der Welterfahrung und der Selbsterkenntnis'
Differenzieren notwendig! (30. März 2008)
Wie eigentlich immer, so ist auch (mit) "Auf der Suche nach dem Wunderbaren", eine differenzierte Betrachtung wichtig.Insofern ist es vorteilhaft sich schon einwenig in der "Materie" auszukennen z.B.: Zen-Buddhismus, Sufismus, aber auch Hinduismus, Christliche Mystik. - Zumindest wird einem dann schnell klar, dass Gurdjiff so eine Art "Patchworkschamane" ist. Das schmälert aber keineswegs seine Leistungen und seine Bedeutung (und auch nicht, dass er gerade in diesem Patchworkverfahren etwas "Neues" geschaffen hat).
Die "Gurdjieff Sprache" ist ein sehr nützliches Instrument um den Menschen in seiner Komplexität, seinem Denken, Wahrnehmen, seiner "fix und fest geglaubten Identität", seiner Veränderbarkeit, seinen neurotischen Fixierungung usw. einzufangen und zu beschreiben. Seine Ausführungen über den "mechanischen, schlafenden" Menschen; weil dieser sich mit seinen Persönlichkeiten/Rollen (fest)identifiziert und im Netz der Bedingungen/Umstände gefangen ist;- im vergleich zum "wachen" Menschen, welcher sich durch lange "Arbeit an sich selbst" befreit hat; verdienen große Anerkennung.
Allerdings stehe ich persönlich seiner "Kosmologie" skeptisch gegenüber und glaube auch nicht das gegenwärtige Gurdjieffkenner diese 1 zu 1 übernehmen (d.h. Themen wie: Unfreiheit des Willens, Karma, Verbindung von Mensch-Universum etc. werden hier in ein sehr esotisch-horoskopartiges System verflochten)
Der Leser wird gleich merken, dass er hier auf einem schmalen Pfad zwischen kitschiger Esoterik und sehr tiefgründiger Weisheitslehre wandert.
Brauchbares muss von Veraltetem, Überholtem oder Fantastischem getrennt werden. Noch dieses: Man sollte den "strengen" Ton Gurdjieffs, den "Muss" Charakter und die ständige Unterscheidung zwischen einem gewöhnlichen Menschen und einem "Auserwählten, Erleuchteten", mit gelasser Distanz begegnen. Scheinbar lag Gurdjieff viel an Exklusivität, Allgemeingültigkeit und Abgrenzung.
Sehr wichtiges Buch!!!!
Gurdjieff intellektuell (26. Januar 2006)
IDas Buch ist die Zusammenfassung der Zeit, die Ouspensky Gurdjieffs Schüler war. Im Gegensatz zu dessen Darstellung der Ideen in Beelzebubs Erzählungen ist Ouspenskys Beschreibung von der rationalen, intellektuellen Sorte. Er hat Gurdjieffs Reden sehr präzise wieder gegeben, selbst Gurdjieff soll nach dem gemeinsamen Bruch Jahre später das Buch als eine gelungene Wiedergabe seiner Worte akzeptiert haben.
Die Themen sind bekanntermaßen die Mechanisiertheit der Menschheit, ihr Schlafzustand und das Selbst-Studium, das immer unter geeigneter Führung eines Lehrers in einer Gruppe vonstatten gehen soll, und kosmische Gesetze, die der Gruppe um Ouspensky etwas begreiflich machen sollten, und dieser hat viele seiner eigenen Erfahrungen und Gedanken in die Beschreibung eingeflochten.
II
Ouspensky gestand vor seinem Tod ein, dass er das "System", das er gehofft hatte zu finden und das die ganze Welt erklären und die Zukunft vorhersehbar machen sollte, nicht gefunden hatte. Kritiker beanstandeten an Ouspensky die Überbetonung der Findung eines kompletten, in sich stabilen Systems mit intellektuellen Mitteln, während Gurdjieff selbst häufig Theorien, Allegorien und Methoden gebrauchte und auch wieder verwarf, um den Intellekt seiner Schüler zu umgehen und andere Ebenen des Verstehens zu erreichen, und nie etwas statisches aufrecht erhielt.
III
Dieser Stoff ist zu schwer für beiläufiges Interesse, gleichzeitig verführerisch faszinierend und sowohl Mittel, dem Schlafwandeln zu entkommen, als auch Mittel, sich noch tiefer in die Welt des Träumens zu schicken.
Ob Gurdjieffs Methoden für die "Arbeit an sich selbst" heute noch für uns zu gebrauchen sind, wissen wir nicht.
Esoterisches Abenteuer Buch (1. Februar 2005)
Dieses Buch ist total faszinierend, weil es sehr spannend die direkten Erfahrungen Ouspenskys mit Gurdjieff persönlich und seiner Lehre wiedergibt. Es ist wie ein fesselndes esoterisches Abenteuerbuch, man möchte immer weiterlesen. Manchmal ist es jedoch schwierig, sich durchzuarbeiten, weil Ouspenskys Erklärungen ziemlich intelektuell dargestellt werden. Um so mehr ist man dann stolz, wenn man es verstanden hat. Man muß auch nicht das Buch in einem durchlesen, man kann Kapitel für Kapitel auf sich wirken lassen.Ein Schlüsselwerk, kann nur wärmstens ans Herz gelegt werden (14. Februar 2003)
Wer sich ernsthaft auf die "echte" Spiritelle Suche begeben möchte, kommt nicht um dieses Buch herum. Ein Schlüssel für echte Wahrheitssuche.Lesen Sie anschliessend Gurdjieff und J.G.Bennett, und lassen Sie sich nicht von okkulten Gurdjieff-Ouspensy Zentren anwerben, die haben nichts, aber auch gar nichts mit der wertvollen "Gudjieff-Arbeit" zu tun.
Stephan

