Kundenrezensionen zu 'Nina, so gefällst du mir'
Der Versuch zweier Menschen, jemand anders sein zu wollen... (7. Januar 2008)
Nina Löge, 17 Jahre alt, Tochter eines Prokuristen in einer Gummistiefelfabrik in der norwegischen Kleinstadt Lillevik (Kleinstadt, oder so), hat ein Problem: sie hat sich in Gunnar Wigdahl verliebt, der zufällig der Neffe des Chefs ihres Vaters und sein mutmaßlicher Erbe ist. Er denkt ungefähr, sie sei ja nur an ihm als dem Juniorchef interessiert, sie denkt, ohne teure Kleider, Schminke, Schuhe, Frisur etc. etc. könne sie nicht an ihn herankommen. Das führt zu Enttäuschung und gravierendem Liebeskummer.Nachdem sich Nina auch noch eine Gelbsucht an Land zieht, wird sie zur Erholung in die Berge geschickt, in eine kleine Pension, praktischerweise in Reichweite eines mondänen Hotels, in dem Gunnar seine Ferien verbringt - glaubt Nina.
Abgesehen davon, daß "Arbeit" ein unterstützendes, aber kein Allheilmittel gegen Liebeskummer ist, abgesehen von Ninas am Anfang wirklich peinlichem Verhalten und abgesehen von dem rührseligen Schluß ist dieses eines der bekanntesten und ganz zu Recht beliebtesten Berte-Bratt-Bücher.
Eigentlich gut - aber das Ende... (5. Februar 2007)
... stimmt mich traurig. Nina könnte Abitur machen und tut es nicht, sie hängt ihre Ambitionen an den Nagel, denn bei ihr "sitzt es in den Händen", sagt ihre Freundin Grete - "Und nicht im Kopf, meinst du?" fragt Nina.An sich ist es ein gutes Buch - die 17jährige Nina, ein alltägliches fröhliches Mädchen, verliebt sich in den gebildeten und reichen Gunnar, der sich kein bisschen fuer sie interessiert. Fortan meint Nina, Gunnar imponieren zu muessen, und gibt sich intellektuell und gebildet. Das geht vollkommen schief, und ihr unterlaufen katastrophale Schnitzer - so meint sie etwa, das Schloss Sanssouci sei in Paris und erzählt stolz, ihr Onkel (Nervenarzt) sei "Psychopath"! Die Stelle mit dem Psychopathen ist zum Totlachen, typisch Berte Bratt!
Nina wird krank - zur Erholung wird sie in eine Pension aufs Land geschickt, zu ihrer alten Freundin Grete. Sie erholt sich nur langsam, denn sie gibt sich ihrem Liebeskummer hin und badet im Selbstmitleid. Dann jedoch gerät Grete in Schwierigkeiten, weil ihre Mutter ins Krankenhaus kommt und sie die Pension allein fuehren muss, mit nur einer Hilfe, der "begabten Bellina", einem stumpfsinnigen Mädchen namens Bella, "die zwischen einem Tortenheber und einem Fischbesteck keinen Unterschied sehen konnte".
Jetzt erwacht Nina aus ihrem Selbstmitleid und hilft Grete - mit Abstand die beste Stelle im Buch, wie der Jammerlappen sich aufrafft und an die Freundin denkt statt an sich - und siehe da: Prompt geht es ihr besser!
Dann taucht Gunnar in der Pension auf - einer jener gluecklichen Zufälle, die Berte Bratt Gotts ei Dank so schildern kann, dass sie nicht allzu konstruiert wirken, sondern glaubwuerdig.
Es stellt sich heraus, dass der desinteressierte Gunnar in Wirklichkeit nur Ninas affektiertes Getue nicht mochte - die frische und natuerliche Nina gefällt ihm!
Trotzdem fand ich das Ende irgendwie beklemmend. Klar sollte Nina nicht zwanghaft versuchen, sich schlauer zu geben, als sie ist, aber Lerneifer ist dennoch positiv - man sollte an sich arbeiten und sich weiterentwickeln, und zwar ein Leben lang - und sich noch nicht mit 17 zur Ruhe setzen!
Da ist mir die Geschichte von Elaine ("Alles kam ganz anders") lieber, die zuerst kein Abitur machen will, weil sie es nicht braucht, um Keramikerin zu werden. Ihr vater macht ihr klar: "Es ist besser, etwas zu haben, das man nicht braucht, als etwas zu brauchen, das man nicht hat!"
Warum ist die fröhliche Nina unglücklich? (21. August 2003)
Ich habe die Berte Bratt Romane als junges Mädchen geliebt und freue mich, dass es sie heute noch gibt!!Zum Inhalt:
Was ist mit Nina geschehen? Aus dem fröhlichen Mädchen ist ein launisches Geschöpf geworden. Gunnar sich nichts aus ihr! Eines Tages aber findet Nina ihre Tatkraft wieder und in diesem Augenblick führt ihr ein gutes Geschick zum zweiten Mal Gunnar über den Weg...

