Kundenrezensionen zu 'Unterm Rad.'
Wiedermal volle Punktzahl! (2. Januar 2009)
Wieder einmal möchte ich die volle Punkt bzw. Sternenzahl an H. Hesse vergeben. Wer meine anderen Rezensionen liest, kann sich dies eh schon denken, da ich mich als wirklicher Anhänger der Schriften sehe.Wer einmal in Calw (Geburtsort Hesses) war, erkennt in dem Buch einige Ort wieder. So die Brücke mit der kleinen Kapelle darauf.
In einer anderen Rezension habe ich gelesen, dass Hesse dort von seiner eigenen Jugend und Leben schreibt.
Vieles in dem Leben Hesses erinnert mich z.T. und in Variationen auch an das meine!
Die Geschichte:
Hans Giebenrath nimmt an einer Prüfung im fernen Stuttgart teil. Wobei er um einen begehrten Seminarstudienplatz bangt, bzw. sein Vater.
Hans ist gerne für sich und draußen. Sein größtes Blessier ist das Angeln. Hierbei muss ich wieder an die wunderbaren und herrlichen Beschreibungen Hesses aufmerksam machen. So wunderbar kann, meiner Meinung nach, kaum jemand eine Landschaft beschreiben.
Er wird... und kommt in ein Ziesterzienerkloster. Dort gestaltet er sich schwer mit seinen sozialen Kontakt. Als er dort schließlich Verbindung aufnimmt, wird ihm der Freund wieder genommen. Dann kommt der Showdown und Hans ist wieder zurück in den heimatlichen Gefilden. Er lebt nur noch vor sich hin und spielt mit den Gedanken des Selbstmordes. Als er das Mädchen Emma sieht, überkommt es ihn und so kommt die Lebensfreude wieder zurück. Er nimmt eine Lehrstelle an und integriert sich ins handwerkliche Leben, welches im Übrigen sehr treffend geschildert wird! Menschen in diesem Gewerbe haben oft (nicht immer) einen latenten Hang zur Übertreibung und Überschätzung. Ein Aufflackern in Hans, nachdem er schmählich von Emma verlassen, ist die Begegnung im Wirtshaus!
Ich finde schon, dass die Pädagogik seit den Zeiten Hesses keinen wirklichen Fortschritt gemacht hat. Noch immer werden solche Thesen verbreitet, nun immer herrscht der (enorme) Leistungs- und Erwartungsdruck, dem viele Menschen oft nicht standhalten können. Für einige gibt es nur einen Ausweg...
Es wird noch immer nicht menschlich, sondern mit der Holzhammermethode gearbeitet! Kein wirklicher Quantensprung.
Für mich ist es ein wunderschönes Buch, leicht geschrieben und dennoch nicht am Leben vorbei geschrieben.
Ich selbst bin durch das Buch von einem Mitschüler aufmerksam gemacht worden.
Alles ist im Fluss.
Danke Hermann Hesse (9. September 2008)
Was mich an den Büchern von Hesse immer wieder begeistert und fasziniert ist die Intensität seiner Sprache. Unglaublich, wie man auf jeder Seite das Leben spürt, wie man von der Gefühlswelt berauscht wird.Genauso faszinierend ist die Figur des Hans Giepenrath. Man spürt den gewaltigen Wandel in ihm, man kann ihn förmlich miterleben. Man leidet mit ihm, egal ob in den unbeschwerten Tagen seiner Kindheit in seiner Heimatstadt, während der Prüfungen im Landexamen oder in seiner Zeit als Seminarist. Man hat das Bedürfnis ihm helfen zu wollen, aber man kann nicht. Keiner kann ihm wirklich helfen. Und so nimmt das tragische Ende, meiner Meinung nach absichtlich, seinen unaufhaltsamen Lauf.
Ein Buch über das Leben, über übertriebenen Ehrgeiz, über das Scheitern und das Alleinsein. Ein faszinierendes Buch.
Eine tragische Geschichte! (29. Juni 2008)
Der begabte Schüler Hans legt das Landexamen mit großem Erfolg ab, gedrillt von seinem Vater, dem Stadtpfarrer und dem Direktor seiner Schule. Aber auf dem Seminar geht es ihm plötzlich gar nicht mehr gut. Seine Leistungen lassen nach, und er wird sich bewusst, dass er keine richtige Jugend hatte. Außerdem liegt eine große Verantwortung auf ihn - in seinem Dorf ist er bekannt, und ein Versagen wäre eine Schande. Doch er bricht seine Ausbildung, denkt zunächst über Selbstmord nach und lässt sich dann überreden eine Lehre als Mechaniker zu beginnen. Kurz darauf ist er tot.Diese Geschichte ist äußerst tragisch. Dem Leser wird bald klar, dass die Geschichte ein böses Ende nehmen wird. Hans kommt mit dem Druck nicht klar und stürzt ab. Zuerst war es Hans' größter Wunsch, höher hinaus zu kommen als die meisten Leute im Dorf. Es gelingt ihm nicht und wird dann doch nur Mechaniker. Ich konnte mich gut in die Rolle der Hauptperson hineinversetzen. Allerdings glaube ich nicht, dass Schüler heutzutage so unter Druck gesetzt werden, sondern setzen sich oft selbst unter Druck. Ich hätte mir gewünscht, dass Hans seinen Weg gemacht hätte. "Unterm Rad" ist wirklich eine traurige Geschichte, die vielleicht nicht ganz zeitgemäß ist, die man aber trotzdem lesen sollte, zumal sich das Buch sehr flüssig liest.
Hermann Hesse - wirklich zeitlos? (26. April 2008)
Ich habe diesen Roman in der Schule lesen müssen. Ich muss ganz ehrlich sagen: Alleine hätte ich das Buch nicht gekauft.Am Anfang erschien mir "Unterm Rad" recht dröge und langweilig und zu detailliert beschrieben. Erst später wurde das Buch besser, die Probleme sind zeitlos, doch die Erzählweise des Autors keineswegs. Man merkt eben doch sehr stark, dass das Buch 1903 erschienen ist. Teilweise habe ich einige Passagen übersprungen, da sie mir einfach zu lang waren.
Doch trotz allem vermag es Hermann Hesse, die Gefühle und Probleme echt und glaubwürdig darzustellen.
FAZIT: Hermann Hesse hat ein Buch geschaffen, dass sich zwar manchmal mit ausschweifenden Beschreibungen quält, aber trotzdem die Probleme der Charaktere gut darstellt. Trotzdem würde ich sagen, dass "Unterm Rad" kein Pflicht-Buch ist und erst von älteren Personen gelesen werden sollte.
Am Ende vergebe ich 3 Sterne, mit leichter Tendenz nach unten.
Aktueller denn je (11. Dezember 2007)
Es scheint aktueller denn je zu sein. Eine traurige Geschichte sauber Aufgebaut und im tollen Hesse-Stil erzählt.Für mich ein Muss für alle Hesse-Fans

