Vollidiot

Verkaufsrang: 645 (Bücher)
Autor: Tommy Jaud
Taschenbuch
EAN: 9783596163601
Auflage: 18., Aufl.
ISBN: 3596163609
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Seitenzahl: 288
Erscheinungsdatum: Februar 2006
Verlag: Fischer
Preis: EUR 4,00

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Es gibt Bücher, da muss man während der Lektüre alle paar Sekunden lachen, fühlt sich prächtig unterhalten -- und hat die Handlung doch nach kurzer Zeit völlig vergessen. Was kein Einwand sein muss, sondern vielmehr eine Art Genre beschreibt, das man in Anlehnung an das Kino als Popcorn-Literatur bezeichnen könnte: Temporeich erzählt und schnell konsumierbar, spekuliert diese Art von Unterhaltungs-Literatur von Anfang an auf ihre Verfilmbarkeit. Else Buschheuers Ruf! Mich! An! ist so ein Fall, oder auch Benjamin von Stuckrad-Barres Soloalbum. Mit scharfsinnigen Beobachtungen gespickt und hart am Zeitgeist segelnd, kreisen diese Romane gern um die existenziellen, aber irgendwie auch nichtigen Nöte notorischer Single-Existenzen. Tommy Jauds Vollidiot passt prima in die Reihe.

Simon Peters, Verkäufer in einem T-Punkt-Laden, steht kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag. Seit seine Freundin ihn verlassen hat, ist er etwas von der Rolle. Weder im Club-Urlaub noch im Kölner Tag-und-Nacht-Leben findet er sexuelle Erfüllung. Und bei Ikea sind nur Pärchen unterwegs. Als er sich endlich ein Herz fasst und die traumhafte Tresenkraft aus dem Starbucks gegenüber anspricht, fühlt er sich "wie ein Ossi beim ersten McDonalds-Besuch, drei Minuten nachdem die Mauer gefallen ist." Natürlich geht der Annäherungsversuch schief, denn Auge in Auge mit der Angebeteten bringt Simon kein Wort heraus: "ein Reh im Fernlicht eines Gurkenlasters."

Zum Glück gibt es aber Paula. Die ist mit allen Beziehungswassern gewaschen und hat den perfekten Paula-Plan parat, mit dem Simon die Milchschaum-Fachkraft todsicher klarmacht. Dummerweise vermasselt Simon den Plan, weil er sich am Tag X aus seiner Wohnung aussperrt. Zum Glück hat seine kroatische Putzfrau Lala einen Ersatzschlüssel.

Wie in den meisten Single-Romanen geht es auch bei Tommy Jaud darum, dass der egozentrische Held ein paar Sachen über sich kapiert: nämlich, dass er sich wie ein Trottel durch die Welt bewegt. Eine richtige Entwicklung macht er freilich nicht durch. Und wie Sven Regeners Herr Lehmann endet auch Vollidiot mit dem dreißigsten Geburtstag des Protagonisten. Nur dass bei Jaud am Schluss nicht die Berliner Mauer fällt, sondern der Ikea-Sessel Jennylund in Rauch und Asche aufgeht.

Tommy Jaud, Comedy-Autor aus Köln, weiß, wie man Pointen setzt, mit Klischees spielt und den Leser bei Laune hält. Der Zwang zum Originellen ist vermutlich berufsbedingt. ("Dörte? Klingt wie ein widerlicher Bio-Brotaufstrich. So einer, den sich frustrierte Realschullehrer auf ihr Dinkel-Bananenbrot streichen, bevor sie in ihren asbestverseuchten Klassenzimmern verpickelte Teenager mit binomischen Formeln zu Tode langweilen.") Mögen die Lacher auch gekonnt vorprogrammiert sein, echtes Interesse bringt Jaud seinem Helden nicht entgegen. Und so ergeht es auch dem Leser. Er lacht und geht zur Tagesordnung über. --Axel Henrici

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Kundenrezensionen zu 'Vollidiot'

Der Hetero-Mann, das arme Würstchen... (29. November 2008)

Simon Peters ein Mann auf der Suche nach seiner großen Liebe. Und auf diesem Weg landet er von einem Fettnäpfchen im nächsten. Einfach nur lustig. Wer schlecht drauf ist und dieses Buch liest, kann gar nicht mehr schlecht drauf sein. Mein erstes lustige Buch, das ich gelesen habe und ich habe es keine Minute bereut. Ich war noch nicht mal auf Seite 20 und habe gelacht. Schlechte Laune ade. Man könnte auch sagen, der Hetero-Mann, das arme Würstchen.
Mein letztes Wort geht an die Frauenwelt: Lasst Euch gesagt sein, dieses Buch sagt die Wahrheit. Es gibt Männer die so denken, reden und auch so handeln. Vielleicht nicht ganz so extrem, aber die grobe Richtung stimmt!!!!!

Am Anfang... (11. November 2008)

... fand ich es recht langweilig und auch prollig, nicht komisch aber ab ca. Seite 100 wurde es dann richtig lustig. Ich hab oft lachen oder schmunzeln müssen und hab mir schon die Fortsetzung gekauft :-)

Psychogramm eines Loosers (8. November 2008)

Es hat Komik - dieses Buch- zugegeben. Aber Bauchmuskelkater vom Lachen?
Als Film kann ich mir das schon eher und auch besser vorstellen, wenn ... und das muß wirklich gekonnt sein ... die schauspielerische Ausdrucksmöglichkeit eines echten Comedian in Mimik und Bewegung nonverbal den Text aufpeppen kann.
Vielleicht mag man ja dann auch den Protagonisten Simon, und es entsteht ein bißchen mehr Sympathie, die bei mir nicht so recht aufkommen wollte beim Lesen.
Es hat überhaupt nichts damit zu tun, ob das Buch nun als "Männer -Roman" etikettiert wird oder nicht: wie alle Clowns hat der Protagonist in seiner Clownerie etwas tief Tragisches an sich ... schon wie er sich einführt mit den verschiedenen Socken.
Das kann aber auch den sprichwörtlich zerstreuten Professoren passieren ...(fast) jedem Mann eigentlich.
... und genau das läßt mir beim Lesen das Lächeln auf den Lippen gefrieren.
Humor ist weniger gefragt als der Spaß daran, sich anhaltend und nachhaltig über Pleiten, Pech und Pannen eines Loosers zu amüsieren.
Das darf man ja in diesem Fall sogar, denn der Autor bietet sich selbst dazu an... aber der anfängliche Spaß wird nicht bis zu Ende durchgehalten.
Weniger Seiten wären vielleicht mehr gewesen.
LeserInnen mit Vorliebe für ein deftiges und schrilles Genre kommen jedenfalls auf ihre Kosten

sehr witzig! (27. Oktober 2008)

Als eingeschleifte Chick-Lit Leserin habe ich mir gedacht, jetzt les ich mal das "männliche Pendant" zu meinen so gewohnten Romanen!

Ich muss sagen, dass ich mich anfangs mit dem Schreibstil ein wenig schwer tat. Die Sätze sind teilweise unvollständig und beinhalten sehr viel "männlichen Wortwitz", wodurch ich als Frau jeden Satz mit viel Aufmerksamkeit lesen musste, um den Faden zu behalten. Nach einer kurzen "Eingewöhnungsphase" fand ich jedoch immer mehr Gefallen an der Geschichte.

Es ist erfrischend, auch mal aus der Sicht eines Mannes über die Probleme des Lebens zu erfahren. Es ist beruhigend zu erfahren, dass auch Männer Probleme in Beziehungen haben und sich viele Gedanken über das andere Geschlecht machen!

Fazit: Sehr empfehlenswertes und witziges Buch!

Ich habe absolut viel Humor, aber ... (22. Oktober 2008)

dieses Buch - gekauft nach der Vorstellung im Fernsehen durch Jürgen von der Lippe mit Hape Kerkeling - war ein absoluter Reinfall und hat mein Humorzentrum aber überhaupt nicht getroffen. Das einzige Mal, wo ich Tränen gelacht habe, war im TV: Von der Lippe las vor und Kerkeling wandte sich zu ihm und sprach mit Grabesstimme (Horst Schlämmer): "Wonna have some fun?" Genial, aber das Buch war absolut flach und billig. Nix für mich!!

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