Aus der Amazon.de-Redaktion
18 lange Jahre hat Ken Folletts nicht eben kleine Fan-Gemeinde auf eine Fortsetzung seines Bestsellers Die Säulen der Erde warten müssen. Lange hat sich der Autor geziert, bis er dem Bitten des Publikums und der Verlage endlich nachgab und sich für einen Vorschuss von immerhin 49 Millionen Euro an die Arbeit machte. Und schon nach ein paar der stattlichen 1.300 Seiten von Die Tore der Welt weiß man: Für die Verlage hat sich dieser Vertrauensbonus ebenso gelohnt wie für die Leser das Warten.200 Jahre sind in im südenglischen Kingsbridge vergangen, wo Follett seine Geschichte auch diesmal angesiedelt hat. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Nachfahren der Helden von einst. Entlang ihrer Schicksale führt uns der Autor, der sich bei seinen Recherchen von gleich drei Historikern zuarbeiten ließ, ausgesprochen kundig durch die Welt des 14. Jahrhunderts: Durch Caris, die der Verbrennung als Hexe durch den Eintritt in ein Kloster entkommt, lernen wir Manches über die Pest und die mittelalterliche Medizin. Mit der Baukunst der Zeit macht uns der Architekt Merthin, Caris` Geliebter, vertraut. Auch den Gegensatz zwischen einem ebenso selbstsüchtigen wie hemmungslosen Adel auf der einen und der Masse der besitzlosen Leibeigenen auf der anderen Seite führt uns der Autor mit großer Souveränität in seiner gewohnt schnörkellos-direkten Sprache anhand persönlicher Schicksale vor Augen: ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann...
Gewiss: In Wahrheit hat es wohl keine beinahe verbrannte Hexe zur Leiterin eines Nonnen- und erst recht keines Mönchsklosters bringen können. Und überhaupt muss man natürlich davor warnen, seine historische Bildung nur aus historischen Romanen zu beziehen: Dennoch: Die Tore der Welt ist eine nicht nur spannende, sondern sehr wohl auch historische lehrreiche Lektüre. -- Alexander Dohnberg, Literaturanzeiger.de
Kundenrezensionen zu 'Die Tore der Welt'
Eine Reise durchs Mittelalter zwischen zwei Buchklappen (8. Juli 2008)
Die Säulen der Erde waren wirklich ein fundamentaler Meilenstein der Romanliteratur. Kraftvoll und Innovativ hat Ken Follet eine ganz eigene Welt geschaffen und jedem Leser das Mittelalter erstaunlich nah gebracht. In gewisser Art und Weise hat er ganze Heerscharen von Lesern an historische Romane herangeführt. Mit seinem neuen Werk "Die Tore der Welt" hat er wieder einen tollen, lebhaften und fesselnden Roman geschrieben. Aber in der Zwischenzeit sind 20 Jahre vergangen, Autoren wie Tanka Kinkel etc. haben ganze Bibliotheken solcher Romane verfasst und mit diesen muß er sich nun messen. Und das gelingt ihm gut aber auch nicht darüber hinaus. Ein vergleichbarer Weltbestseller wie sein Vorgänger wird er daher nicht werden.Das Buch umfasst wiederum die Spannne eines kompletten Lebens und begleitet zwei Protagonisten, die von klein auf einander verbunden sind und deren Schicksale miteinander verkettet sind und die dennoch fast ein ganzes Leben dafür kämpfen müssen, ihr Schicksal zu erfüllen.
Dabei beschreibt Follett intensiv und leidenschaftlich die Gebräuche, Ängste und das Leben zur Zeit unser Hauptakteuere im 14.Jahrhundert. Die Referenz zu historischen Ereignissen ist schmal, aber auch das ist - denke ich - nicht die zentrale Intention Folletts. Er holt den leser mit einem fulminaten Start direkt in die Welt des Mittelalters und verbannt ihn bis zur letzten Seite dorthin.
Die Charakteure sind leider recht eindimensional, der Böse ist durch und durch Böse, die Guten in allen Facetten ihres Handelns gut. Dennoch baut das Buch Spannung und unerwartete Wendungen auf, indem die Widersacher durch günstige Umstände immer wieder die Oberhand bekommen und erneut bekämpft werden müssen. Immer wider treffen dabei traditionelle Ansichten auf moderne Ideen. Das Kloster von Kingsbrigde ist demzufolge immer wieder eine Quelle blockierenden Traditionalismus gegen die aufklärerischen Ideen Carries und Merthins, den beiden zentralen Figuren des Romans.
Follett bedient sich einer Sprache die sehr klar und präzise ist. Seine Beschreibungen der Umgebung und der Personen ist sehr plastisch und vermittelt nachvollziehbare Bilder.
Follett fesselt mit seinem Erzählstil und seinen unvorhersehbaren Wendungen durchaus bis zum Ende des Buches.
auf englisch lesen! (8. Juli 2008)
Die Tore der Welt ist ein wunderbares Werk und es kann und sollte losgelöst von den Säulen der Erde betrachtet werden. Alles, was es verspricht hält dieses Buch: klare (Haupt-)Charaktere, spannende Story, herrliche Herleitung architektonischer Zusammenhänge und das alles hübsch eingebettet ins mittelalterliche Südengland. Grobe hisrtorische Fehler sind mir nicht aufgefallen, obgleich Ken Folletts Roman etwa im Vergleich zu den Gable-Romanen mit deutlich weniger Fakten aufwartet.Wie viele vor mir habe ich mich über zu viele Schreibfehler geärgert. Doch ist dieses Übel dem Verlag oder dem Übersetzer zuzuschreiben und nicht dem Autor.
Richtig ist, dass häufige Wiederholungen und Zusammenfassungen der vergangenen Kapitel ab etwa Seite 600 zunehmend nerven. Man fühlt sich ein wenig für dumm verkauft. Doch bin ich mir auch hier nicht sicher, ob die Übersetzung nicht einen Teil dazu beiträgt.
Das Haar in der Suppe wäre für mich die Charakterisierung von einigen Nebenrollen: Annet, Philemon und Wulfric hätte ich mir etwas facettenreicher gewünscht.
Wir haben es m.M.n. hier aber dennoch mit einem ganz starken hiostorischen Roman zu tun, insbedondere angesichts des vielen Schrotts, der sich im Genre tümmelt.
Dann will ich mich zum guten Schluß auch noch wiederholen: Read it in english, if you can.
Ein wunderbares Buch (7. Juli 2008)
Ich bin zwar noch am Lesen.... muß nur noch ca. 300 Seiten lesen, aber ich bedaure jetzt schon, dass dieses Buch dann zuende ist .... und was lese ich danach? es wird schwierig danach etwas entsprechendes zu finden. Die Tore der Welt ist ein Buch bei dem man das Gelesene "sieht" und bei dem man mitlebt.na ja .... (6. Juli 2008)
Also, wenn man es süffig und eindeutig mag, wenn einem grobe Striche lieber sind als zarte Linien, und wenn man es vor allem mit der Historie nicht gar zu eng nimmt, dann ist man in diesem Mammutwerk, wo einfach ALLES vorkommt, was der menschliche Abgrund so zu bieten hat, bestens aufgehoben.Ich hab es allerdings doch lieber anders: zarter, feiner, differenzierter, weniger brachial - und vor allem mit mehr Liebe erzählt!



