Kundenrezensionen zu 'Die Spur der Füchse'
Nette Lektüre für zwischendurch (9. September 2008)
Wie schon Der Modigliani-Skandal", so gehört auch Folletts drittes Werk Die Spur der Füchse" eher zu den unbekannten Büchern aus der Feder des Walisers. Und beide haben noch weitere Gemeinsamkeiten. Auch diesen veröffentlichte er zuerst unter dem Pseudonym Zachary Stone und wohl die meisten hätten ihn ebenfalls nicht auf Anhieb als einen Roman von Follett erkannt. Der Aufbau ähnelt dem von Der Modigliani-Skandal" sehr. Eine einzige, echte Hauptfigur gibt es nicht. Vielmehr bekommt der Leser die Handlung aus der Sicht von verschiedenen Charakteren erzählt. Zudem erstreckt sich der Plot auf nur einen Tag. Jede Stunde beschreibt in kurzen Kapiteln die Geschichte der einzigen Figuren, weshalb sich Kinofreunde unwillkürlich an Jacky Brown" oder Pulp Fiction" erinnert fühlen, wobei es hier um ein vergleichsweise eher unspektakuläres Thema geht: Ein angesehener Politiker wird vom Londoner Unterweltboss Tony Cox erpresst und dazu gebracht, zu verraten wer das letzte Erdölfeld in der Nordsee zugesprochen bekommt. Noch bevor dies in der Öffentlichkeit verkündet wird, leitet Cox die Nachricht an Felix Laski, Inhaber einer kleineren Bank und Intimkenner der Finanzwelt, weiter. Dieser kauft das begünstigte, bisher marode Unternehmen auf und gibt Cox im Austausch Informationen über die geplante Fahrtroute eines Geldtransporters. Ein beinahe perfekter Coup, denn Kevin Hart und Arthur Cole, Journalisten der Evening Post, sehen die Zusammenhänge und versuchen ihrerseits einen Vorteil aus dem Ganzen zu ziehen. Wie in einer Kettenreaktion passieren dann aber Dinge, die für alle Beteiligten so nicht vorhersehbar waren. Obwohl es sich hier um eines der frühen Werke des Walisers handelt (im selben Jahr geschrieben und veröffentlich wie Die Nadel"), überrascht die dramaturgische Dichte und Komplexität des Plots auf den wenigen 288 Seiten. Der Erzählstil ist sehr knapp gehalten und unterstreicht damit ihren journalistischen Charakter. Zusätzlich wird dadurch das Tempo hoch gehalten, so dass man sich relativ schnell in den glaubwürdigen und authentischen Figuren verliert. Da stört es gar nicht so sehr, dass Spannung im eigentlichen Sinne Mangelware bleibt, denn Die Spur der Füchse" ist nicht wie angepriesen, ein packender Thriller, sondern vielmehr eine gut durchdachte und interessant konstruierte Milieustudie des Londons der mittleren 70er Jahre. Irgendwie bekommt man als Leser das Gefühl, dass Folletts Ideen nicht so weit von der Wahrheit entfernt sind und es eine derartige, hier beschriebene Verbindung zwischen Journalismus, Hochfinanz und Verbrecherwelt durchaus gegeben haben mag. Und wahrscheinlich immer noch gibt. Interessant ist auch Folletts Vorwort, in dem er selbst zu seinem Werk Stellung nimmt und erklärt, warum es für eins der besten seiner frühen, unbekannten Bücher hält. Sein Lob hier in allen Ehren, bleibt Die Spur der Füchse" dennoch weitesgehend Mittelmaß. Insgesamt ein kurzweiliges, gut zu lesendes Buch, zu dem der Leser im Gegensatz zum zähen Modigliani-Skandal" sofort einen Zugang findet und bis zum Schluss, der etwas vorhersehbar geraten ist, gut unterhalten wird. Nette Lektüre für zwischendurch, die allerhöchstens für Follett-Fans als Muss zu bezeichnen ist.Viele lose Fäden und kein Ende... (26. August 2008)
Wenn ein Autor sich bemüßigt sieht, in Vorbemerkungen sein Werk zu erklären, bzw. so etwas wie Rechtfertigung zu leisten, dann ist man schon etwas verwundert. Wie auch in seinem Buch "Der Modigliani-Skandal" richtet Follett das Wort direkt an den Leser, um.......ja, um was zu tun? Die Erwartungen zu dämpfen? Enttäuschungen zu vermeiden?Wie auch immer, "Die Spur der Füchse" liegt einem interessanten Grundthema auf, wobei es zunächst viele lose Fäden gibt, die nach und nach in einem Handlungs-und Beziehungsgeflecht miteinander verwoben werden. Es gibt ein, zwei starke Charaktere, allerdings fehlt der wirkliche Hauptakteur. Der Komplott erfaltet seine Wirkung nach und nach und lässt somit Klarheit wie frische Luft an des Lesers' Nase wehen. Einige mögen dies als komplex und gelungen werten. Ich jedoch empfand die vielen Nebenkriegsschauplätze etwas öde.
Follett schreibt, wenn auch gewollt, etwas unpersönlich. Viel Liebe zum Detail, welche Follett in seinen späteren Werken auszeichnet, konnte ich nicht entdecken. Es scheint, als hatte er eine fixe Idee, die er schnell literarisch umgesetzt sehen wollte, eine Art Experiment, in welchem Politiker, Unterweltsbosse und Reporter ihr persönliches Fiasko erleben und in einer Geschichte ihre kleine achso logische Rolle zu spielen haben, damit alles zum Schluß irgendwie zusammenpasst.
Kurzum: das gesamte Buch, die gesamte Story wirkt seltsam gezwungen und austauschbar. Die Grundidee ist nicht wirklich schlecht, jedoch weit von einer genialen kurzen und knackigen Geschichte entfernt, welche ich eigentlich erwartet hatte.
Dies ist nicht das Werk eines Großmeisters, sondern allenfalls ein nettes , durchschnittlich unterhaltsames Taschenbüchlein für zwischendurch.
Entäuschend (28. Juli 2007)
Also die allgemaine Idee und Story ist gutich finde aber, dass das Buch viel zu ungenau geschrieben ist und auch der Schluss ist plötzlich da obwohl man noch gar nicht damit rechnet.
Desshalb finde ich es eins der schlechtesten Ken follett Bücher...leider


