Amazon.de-Hörbuchrezension
Der neben Jauch sympathischste Nachhilfelehrer unserer Pisa-geschockten Spaßnation ist unbestritten Dietrich Schwanitz, dessen literarische Abendakademie Bildung seit Monaten die Bestsellerlisten anführt. Da "über Musik zu reden ähnlich sei, wie einen Witz zu erklären" (Schwanitz), hat man sich entschlossen, das Kapitel "Musik" jenen Lesern, die sich bei der Arena von Verona lediglich an einen Show-Auftritt einer piepsenden Dame erinnert fühlen, nun auch akustisch nahe zu bringen.Zehn randvolle CDs dokumentieren den langen Weg der abendländischen Musikgeschichte seit dem Mittelalter von den einstimmigen Litaneien der Gregorianik, über Hildegard von Bingens "O Euchari" bis zu Samuel Barbers wunderschönem "Adagio für Streicher". Natürlich wird die Auswahl nicht jeden befriedigen: Mögen die einen die Bevorzugung Vivaldis vor Händel bekritteln, werden andere wiederum die erlesenen Einspielungen Bach'scher Violinsonaten- und Cellosuitensätze durch Menuhin und Casals aus den 1930er-Jahren erfreut begrüßen. Naturgemäß nehmen die Tongiganten Bach, Mozart und Beethoven den breitesten Raum ein, dafür darf Schuberts Eingangssatz aus "Der Tod und das Mädchen" in voller 20-minütiger Länge erklingen. Klaviervirtuosen wie Horowitz, Rachmaninoff, Rubinstein und ihre historischen Aufnahmen lassen außerdem schnell verschmerzen, dass auch Verdis Gefangenenchor aus Nabucco wieder einmal die Ketten rasseln lässt.
Im beiliegenden Booklet findet sich das komplette "Musik"-Kapitel in gewohnt launiger Schwanitz-Manier. Dringende Empfehlung: Häppchenweise genießen, da die ungesteuerte musikalische Achterbahnfahrt durch die Jahrhunderte sehr leicht zum Bildungskollaps führen kann. --Ravi Unger Musikbeispiele "Vom Mittelalter bis zur Moderne", Spieldauer: ca. 16 Std., 10 CDs im Schuber; Booklet (Auszug aus Bildung. Alles, was man wissen muss)
Kundenrezensionen zu 'Musik. Alles, was man hören muss. 10 CDs'
Enttäuschung auf der ganzen Linie (27. Oktober 2007)
Wir haben uns "Alles, was man hören muss" gekauft und sind zutiefst enttäuscht. Hier stimmt nichts. Die Auswahl der Musik ist beliebig, viele der Orchester und Interpreten sind vollkommen unbekannt. Und handelt es sich mal um bekannte Orchester, sind die Aufnahmen uralt (viele 6o Jahre und älter). Erklärungen zu den einzelnen Stücken werden nicht geliefert, nur Allgemeines zur Musikgeschichte im mehr als bescheidenen Booklet. Man fragt sich, was das soll. Die Antwortet kann nur lauten: Geldschneiderei. Der Verlag erhofft sich offensichtlich, mit dem Namen Schwanitz noch einmal ordentlich abzusahnen, bevor sich niemand mehr für den verstorbenen Herrn Prof. interessiert. Das ist unseriös (wie die beiden Jubelbesprechungen, die auf dieser Seite zu finden sind).Von vornherein verkorkstes Konzept (3. Juni 2007)
Ebenso wie das Schwanitz'sche Bestseller-Buch, das im Bibelformat Halbwissen vermittelte, ist auch die CD-Edition von "Bildung" durch ihre oberflächliche Kanonisierung einer Kunstform von vornherein zum Scheitern verurteilt. Dass auf 10 CDs keineswegs "alles, was man hören muss" kompiliert werden kann, ist dabei nur eine beiläufige Feststellung, jedoch werden hier Werke unkomplett dargestellt, die potenziellen Neuhörer werden dazu gebracht, sich einzelne Sätze anzuhören und sich zu sagen: "Ach, so klingt also Schubert. Ach, so klingt die(!) Musik des 20. Jahrhunderts" und vermutlich werden die wenigsten ob der dogmatischen Aufmachung nachher den Eindruck haben, noch nicht einmal an der Oberfläche der musikalischen Vielfalt, die sich durch die Jahrhunderte (und insbesondere im 20.) entwickelt hat, gekratzt zu haben.Trauriges Fazit: Ein Spielzeug für diejenigen, die einen Menschen danach beurteilen, ob er "Wilhelm Meister" oder die "Buddenbrooks" im Bücherregal stehen hat. Mit Bildung im ursprünglichen Sinne des Wortes hat das nicht viel zu tun.
Viel Musik - wenig Bildung (16. Oktober 2006)
Leider versucht der Verlag mit der Aufmachung und dem Namen Schwanitz, den Eindruck zu vermitteln, dass hier ähnliche Aufklärungsarbeit in Sachen musikalischer Bildung geleistet wird, wie im allgemein bekannten Schwanitz Titel.Der Hörer, der erwartet, hier eine ähnliche Anleitung oder Erläuterung zu erhalten, wird jedoch schwer enttäuscht.
Tatsächlich handelt es sich hier nur um eine Aneinanderreihung von klassischen Titeln, ohne jede Erläuterung. Der Hörer könnte also als Alternative auch auf irgendwelche x-beliebigen Klassik-Sampler zurückgreifen, die meist für einen wesentlich günstigeren Preis angeboten werden.
Als Hörer fühlt man sich hier vom Verlag verschaukelt. Herr Schwanitz kann sich ja leider nicht mehr wehren.
Nette Auswahl, kaum Hilfestellung (24. August 2006)
Die Qualität der Aufnahmen ist tatsächlich gut, die Auswahl der Stücke ebenfalls. Zu jeder Stilrichtung finden sich mehrere Beispiele auf den CDs.Ich hatte jedoch einige Kommentare von Schwanitz zu den jeweiligen Stücken erwartet, da er nun einmal als Autor drüber steht und das Ganze auch ganz bewusst im Look des Buches "Bildung ..." gehalten ist. Die Booklets beinhalten - und da muss ich dem anderen Rezensenten widersprechen - keine Informationen. In den Faltblättern ist lediglich eine sehr kurze Passage aus "Bildung..." abgedruckt.
Fazit: als Sammelsurium und für das "mal in andere Stile reinhören" sicher ganz nett. Aber für einen Einstieg in die Klassische Musik bzw. Musikgeschichte ungeeignet, da völlig kommentarlose und damit nicht nachvollziehbare Zusammenstellung. Es macht den Eindruck, dass der Erfolg der "Bildung"-CDs und Bücher unter dem Namen Schwanitz noch einmal ausgenutzt werden soll.
Schade! Davon hatte ich mir mehr erwartet.
Toller Überblick auf 10 CDs - musikalische Entdeckungsreise! (24. Oktober 2005)
Auf 10 CDs bietet die Box "Musik, Alles, was man hören muss" einen tollen musikalischen Überblick. Die Aufnahmen sind durchweg qualitativ hochwertig. In dem mitgelieferten Begleitheft finden sich ausführliche Informationen zu den Stücken und Komponisten, so dass man die Box uneingeschränkt empfehlen kann.Eine musiklische Entdeckungsreise!






