Kundenrezensionen zu 'Die Spiele der Erwachsenen'
Bekanntheitsgrad durch Starautorin (28. September 2008)
Ich habe dieses Buch gekauft, da ich mir dachte, dass eine durchaus respektwürdige Frau wie Sophie Dahl sicherlich ein Buch mit einer spannenderen Thematik, als die eines ausgeschmückten, in keinster Weise nachvollziehbaren Kindheit, auf den Markt bringen würde.Doch als ich mich durch dieses Buch "durchgekämpft" hatte, war ich enttäuscht. Ich hatte nicht gedacht, dass die Enkelin des Autotrs des Buches "Charlie und die Scholadenfabrik" über ein Leben mit Geldsorgen klagt, denn ich glaube nicht dass Frau Dahl sich einmal über ihre Finanzen Gedanken machen musste.
Ich würde das Buch nur jenen empfehlen, die gerne über eine dramatisierte, ausgeschmückte Ausgabe des normalen Lebens lesen.
Ein Leben auf der Flucht vor den Irrungen dieser Zeit (8. Juni 2008)
Sophie Dahl ist ein international erfolgreiches Model, Schauspielerkind, Enkelin des großen britischen Autors Roald Dahl und hat nun selbst nach einer kleinen Liebesgeschichte ihren ersten großen Roman vorgelegt. "Die Spiele der Erwachsenen", erschienen bei Bloomsbury Berlin, erzählt als Rückblick die Geschichte der Teenagerin Kitty, die in der altehrwürdigen englischen Provinz bei ihren Großeltern aufwächst und zuhause ist. Ihre Mutter, Marina, ist selbst noch kaum erwachsen, fühlt sich zumindest nicht so und möchte das Leben auf Partys und in romantischen Abenteuern genießen. Da scheint Kitty nicht immer willkommen und beim Umzug der Mutter in die Metropole New York verschlägt es das Mädchen zunächst in ein Internat. Nach vielen Irrungen und Wirrungen, das Familienleben belastenden Depressionen und dem Drogenkonsum der Mutter sowie zwei Jahre später wieder in der Heimat angelangt, hat Kitty genug vom Leben der Erwachsenen, von der Kurzzeitigkeit unerfüllter Träume und der Gefahr des weißen Pulvers mitbekommen und so ist es an der reifer gewordenen jungen Frau, selbst über ihren weiteren Lebensweg zu entscheiden, festzulegen, ob sie die Spiele der Erwachsenen bereit ist, mitzuspielen oder aber ob sie auch ohne den Sog von sich weltgewandt gebendem Lug und Trug auszukommen in der Lage ist. Diese Entscheidung wird ihr weiteres Leben prägen und das ist Kitty sehr bewusst. Sophie Dahl hat ein ganz wunderbares Romandebüt geschrieben, unaufgeregt und zeitgemäß, klar in der Aussage und einnehmend im Ton.Zu wenig Tiefgang (20. Mai 2008)
Sophie Dahls Roman erzählt von Kittys Kindheit, die überschattet wird vom unsteten Lebenwandel ihrer Mutter, die unter Depressionen leidet. Als Einstieg stellt die Autorin Kitty als erwachsen, verheiratet und schwanger vor, um dann immer wieder in kleinen Einblendungen in der Jetzt-Zeit von Kitty und dem aktuellen "Zustand" ihrer Mutter zu berichten, während die längeren Textpassagen dazwischen Kittys Kindheit beleuchten.Der Erzählstil von Sophie Dahl ist leider ebenso unstet wie Kittys Mutter. Sie springt von einem Ereignis zum nächsten, ohne dass man den Eindruck hat, dass schon alles gesagt ist. Bei manchen Passagen fragt man sich, wo jetzt der Sinn darin lag, dieses Ereignis zu schildern. Etwas mehr Hintergrund und Ausführlichkeit hätten da nicht geschadet. Man blättert um und ist schon im nächsten Vorgang und muss stirnrunzelnd nochmal zurückblättern um zu schauen, ob man nicht etwas überblättert hat.
Die handelnden Personen hätten auch etwas mehr Tiefgang in der Beschreibung ihres Wesens vertragen. Ein richtiges Bild kann man sich von keiner machen, sie bleiben gesichtslose Figuren in einem Wirrwarr von Geschehnissen. Das macht auch den Handlungsstrang undurchsichtig, die Verhaltensweisen passen oft nicht zum gedachten Alter (vor allem der Kinder), weil bei der Ruckartigkeit der Abhandlung kein Zeitgefühl entstehen kann.
Die ernste Thematik von Depressionen und Drogensucht und wie sie sich auf das Leben ganzer Familien auswirken kann ist zwar im Grunde erfasst, aber richtig ernst zu nehmen ist ihre Behandlung in diesem Buch nicht.
Wenn man über all das hinwegsieht, ist das Buch eine nette kurzweilige Unterhaltung, mehr aber auch nicht.
Leicht und dennoch ernst (26. März 2008)
Das Buch lässt sich wie ein laufender strom lesen, so leicht und beschwinglich...je älter die erzählperson kitty wird, desto nachdenklicher wird es allerdings und die krankheit der mutter kommt stückchenweise zu tage, eben im zuge des erwachsenwerdens. einen stern mehr hätte ich gegeben, wenn noch auf ein paar zusammenhänge näher eingegangen worden wäre. aber alles in allem ist das buch amüsant und gleichzeitig schwermütig. sehr angenehm und für alle mütter, die ihren töchtern freundinnen sein wollen, wahrscheinlich auch hilfreich, bestimmte grenzen eher nicht zu übertreten. so sehe ich es jedenfalls.kathleen bönsch


