Verkaufsrang: 4201 (DVD)
AspectRatio: 4:3
AudienceRating: Freigegeben ab 6 Jahren
Autor: Charles Chaplin
Autor: Paulette Goddard
Binding: DVD
EAN: 9783866153264
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
ISBN: 3866153260
Label: Süddeutsche Zeitung GmbH
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Süddeutsche Zeitung GmbH
Verlag: Süddeutsche Zeitung GmbH
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 27. Januar 2007
Spielzeit: 122
Studio: Süddeutsche Zeitung GmbH
TheatricalReleaseDate: 21. Oktober 1999
Preis: EUR 7,94
Kundenrezensionen zu 'Der große Diktator'
Wirklich ganz groß... (28. Januar 2007)
Chaplins Großer Diktator ist bestimmt eines der satirischen Meisterwerke in der Filmgeschichte. Zum Inhaltlichen ist ja hier auch schon eine Menge gesagt worden. Bei diesem Film ist der ironische Umgang mit einem, zumal zur damaligen Zeit, brandaktuellen Thema bestens gelungen. Die Absurdität und Lächerlichkeit des Faschismus werden hier hervorragend pointiert. Erwähnenswert finde ich noch das Phantasiedeutsch in Hynkels Reden (Schtonk usw.) sowie die Nebenhandlungen in seinem Palast, bei der ständig irgendwelche "Erfinder" ihre "Ideen" vorstellen, das ist alles sehr sehr witzig gemacht und zündet heute noch genauso, wie vor 65 Jahren. Klar, diesen Film muss man gesehen haben. P.S. Ich habe statt Adenoid (was ja so eine Art Krebsgeschwür im Hals ist) immer Alfons verstanden, was ja auch witzig ist..komisch und berührend (19. Januar 2007)
Chaplin parodiert in diesem Meisterwerk die NSDAP-Diktatur und Adolf Hitler etwa um die Zeit des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich und der Novemberpogrome 1938. Gedreht wurde der Film 1941, als die USA noch nicht am Weltkrieg beteiligt war, und Hitler den Höhepunkt seiner Macht erreicht hatte.Der Film ist Chaplins erster mit Ton, allerdings gibt es noch vereinzelt Anspielungen und Elemente aus den früheren Stummfilmen.
Dabei gelingt ihm eine Vermengung einiger der komischsten, aber auch tragischsten und anrührigsten Szenen, die es in Komödien je gegeben hat. Chaplin spielt in einer Doppelrolle den Diktator Adenoid Hynkel, sowie seinen Doppelgänger, einen jüdischen Barbier, der am Ende des Ersten Weltkriegs ins Koma fällt, und erst nach der Machtübernahme Hynkels wieder aufwacht. Er versteht zunächst nicht die Willkür der Sturmtruppen und die Veränderungen der faschistoiden Gesellschaft, als er plötzlich in einem Ghetto leben muss. Dort lernt er die Stieftochter des Nachbarn kennen, in die er sich verliebt, doch der Regimeterror holt die junge Liebe ein, als der Barbier ims KZ gesteckt wird.
Parallel sieht man die Vorgänge in Hynkels Palast, Hynkel offenbar psychisch etwas labil und manipuliert von seinem Innenminister Garbitsch.
Bei Ansprachen, und wenn er aufgeregt ist, spricht der Diktator in einem unverständlichem Kauderwelch aus Deutsch und Englisch im Tonfall Hitlers.
Trotz des ernsten Hintergrundes kann man nicht umhin, oftmals in schallendes Gelächter auszubrechen, ob jetzt der Barbier kopfüber im Flugzeug Schwierigkeiten mit der Wasserflasche hat, oder der gestresste Hynkel durch seinen Palast hetzt, drei Takte Klavier spielt, 10 Sekunden Modell steht für Maler und Bildhauer, die Sektretärin verführt, und nicht mal bis zum ersten Kuss kommt, weil Feldmarschall Hering ihm bereits eine neue Massenvernichtungswaffe vorstellen will.
Großartig auch das Aufeinandertreffen von Hynkel und dem Mussolini-Pendant Benito Napoloni aus Bacteria. Innenminister Garbitsch rät Hynkel, Napoloni so weit wie möglich zu beeindrucken und einzuschüchtern, um diesen von der Osterlichen Grenze zu verscheuchen - allerdings fällt ihm dies bei dem feurigen Bacterianer äusserst schwer, und alles eskaliert in einer Essensschlacht.
Am Ende führt eine Verwechslung dazu, dass der Barbier nach dem Einmarsch der Armee in Osterlich die Rede vor dem Volk halten darf, und diese Gelegenheit nutzt er zu einem rührenden Appell an die Humanität.
Sofern man nicht auf dem Standpunkt steht, dass die Thematik zu ernst sei, um darüber Witze zu reissen, ist dieser Film ein Juwel, das mit der Absurdität der Machtgeilheit und der Sinnlosigkeit der Eitelkeiten und menschlichen Gier abrechnet. Wenngleich über 60 Jahre alt, ist der Film unglaublich modern geblieben (von den klassischen Slapstick-Szenen einmal abgesehen). Einziges Manko ist die verniedlichende Darstellung des Konzentrationslagers, wobei laut Chaplin er diesen Film nicht drehen hätte können, hätte er tatsächlich gewusst, was in Europa passiert. Ob man ihm das glaubt, ist jedem selbst überlassen, den künstlerischen Anspruch mag dies nicht schmälern. Neben 'Dr. Seltsam' DAS Highlight der tragödischen Komödie.
Neben "Moderne Zeiten" ein Glanzlicht in Chaplins außergewöhnlich erfolgreichen Karriere! (1. Januar 2007)
"Der große Diktator" wurde mit Sicherheit nicht rein zufällig als Nr. 100 in die Cinematek-Reihe aufgenommen.Es gibt unzählige Gründe, diesen Film gesehen haben zu müssen, doch möchte ich mich hier nur auf einige wenige beschränken:
1. Chaplin, in der Doppelrolle (Jüdischer Friseur, Hitler-Pseudonym "Hynkell") überzeugt absolut (wie immer eigentlich).
2. Der Film entstand 1941, als das Hitler-Regime am Höhepunkt seiner Machtausbreitung stand.
Umso mutiger erscheinen da (äußerst) auffällige Ähnlichkeiten bei (absichtlich) abgeänderten Namen wie z. B. Hynkell (Hitler), Hering (Göring), Austerlich (Österreich),...
3. UNVERGESSLICH: Hynkell spielt sich mit einem (Luftballon-)Globus, als er sich alleine im Arbeitszimmer befindet. Er wirft ihn in die Höhe, stupst ihn mit Händen, Füßen und letztlich gar mit dem Gesäß. Am Ende der herrschsüchtig-gierig-größenwahnsinnigen Spielerei zerplatzt der Globus in den Händen des "Führers" (und damit sein Traum von Weltherrschaft), der sich daraufhin, trotzig wie ein Kleinkind, zur Schreibtischkante beugt und drauflosheult - TOP!
4. UNVERGESSLICH: Mussolini (habe sein Film-Pseudonym leider grad vergessen) kommt zu Besuch. Hynkell und er versuchen sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegenseitig zu übertrumpfen. Der Höhepunkt des Wetteiferns wird bildlich wunderbar in der Friseurstuhlszene dargestellt. Die beiden Diktatoren kurbeln sich mit den höhenverstellbaren Sesseln nach oben. Am Ende sind es gut 3-4 Meter, die beide über dem Boden ragen - SUPER!
5. UNVERGESSLICH: Die Rede des (für Hynkell gehaltenen) jüdischen Friseurs über Toleranz, Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Aufgrund der schon zuvor angesprochenen Tatsache, dass der Film 1941, also zu Nazi-Deutschlands Hochblüte, gedreht wurde, gehen die Worte noch tiefer unter die Haut, berühren noch stärker unsere Herzen -PHANTASTISCH!
"Der große Diktator" ist ein Meisterwerk der Extraklasse, das niemandem, der einen Fernseher besitzt, entgehen sollte; ja eigentlich NICHT entgehen DARF!!
Grandioses Meisterwerk der Filmgeschichte (15. Dezember 2006)
Charlie Chaplins Abrechnung mit Hitler. Als etwas Anderes kann man den Film wohl nicht bezeichnen. Und obwohl der Film selbst nie einen Oscar® bekommen hat, gehört er zu den Meisterwerken der Filmgeschichte. Mit der Premiere im Oktober 1940 ergoss sich in Amerika zunächst eine Hetzkampagne über den Film. In den USA gab es viele Anti-Kommunisten besonders die deutsch-freundliche Hearst Presse, die den Film kritisierte. Und als 1942 Chaplin auf mehreren Veranstaltungen des Amerikanischen Komitees, Russlandhilfe forderte, rückte man ihn sehr schnell in die Nähe der Kommunisten. Die Ablehnung Charles Chaplin gegenüber, fand 1952 ihren Höhepunkt als man dem Briten die Wiedereinreise-Genehmigung verwehrte.Daraus zog Chaplin Konsequenzen: Seine Frau Oona löste den gesamten Besitz der Chaplins in den Amerika auf und holte das komplette Archiv mit allen Chaplin Filmen nach Europa. Die Chaplins ließen sich in der Schweiz nieder. Erst 20 Jahre später - 1972 - reiste er wieder in die Staaten, um den Ehren-Oscar® für sein Lebenswerk in Empfang zu nehmen.
FAZIT: Mit seiner komisch-tragischen Auseinandersetzung über eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte hat Chaplin in seiner Doppelrolle als Adenoid Hynkel und jüdischen Friseur für alle Zeiten Filmgeschichte geschrieben. Auch wenn Chaplin für die meisten Fans eigentlich 'der Tramp' bleibt. Wer 'Der große Diktator' nicht kennt, misst ein Stück Filmgeschichte. Auch wenn die deutsche Fassung nicht an das Original rankommt, sollte man diesen Film unbedingt als Klassiker im Filmarchiv haben. Ein Film der Sie wie mich zum Lachen und Weinen rühren wird, da bin ich mir ganz sicher.
Der große Diktator (23. November 2006)
Im September 1939, kurz nach dem Einfall der deutschen Wehrmacht in Polen, begann Chaplin endgültig mit den Dreharbeiten zu seinem Film über der Welt größten Diktator. Chaplin, im selben Jahr und Monat wie Hitler geboren, von ähnlicher Statur und mit demselben Bart ausgestattet, hatte sich bereits seit 1935 mit der Absicht getragen, einen Film über diesen Menschen zu machen, dem er mit Abscheu, zugleich aber auch mit Faszination begegnete: "Er ist der Wahnsinnige und ich bin der Komiker", sagte er über Hitler, "doch es hätte genauso gut umgekehrt werden können".Chaplin spielt eine Doppelrolle. Er ist zum einen Adenoid Hynkel, der machtbesessene, verrückte Führer Tomatiens. Auf der anderen Seite spielt er einen bescheidenen jüdischen Frisör, der unter den Repressalien des Diktators zu leiden hat. Paulette Goddard, Chaplins damalige Ehefrau, ist in der Rolle seiner heimlichen Liebe zu sehen, der rundliche Komödiant Jack Oakie wiederum verkörpert den nicht minder verrückten Gegenpart Hitlers zu seiner Zeit, den italienischen Diktator Mussolini, der in Chaplins Film zu Benzino Napaloni mutiert, dem Diktator von Bacteria.
Die berühmteste Szene des Filmes ist jene unglaubliche Sequenz, in der Chaplin (in der Rolle des Diktators) mit einer aufblasbaren Weltkugel einen Liebestanz vollführt. Nie zuvor wurde Machtbesessenheit beeindruckender karikiert als in dieser Szene. Die Situationskomik ist schnell und scharf gespielt, für Chaplin war dies jedoch nicht genug. Statt mit Humor endet der Film mit einer sechsminütigen Rede des Frisörs, in der er die Menschheit zu Frieden aufruft und ihnen eine hoffnungsvolle Zukunft prophezeit, wenn sie einander nur mit Respekt und nicht mehr mit Krieg und Terror behandelten. Der große Diktator wurde zu Chaplins erfolgreichstem Film und zum letzten, in dem er in der Rolle des kleinen Tramps zu sehen war, gleichzeitig war es sein erster durchgängiger Tonfilm.


