In 80 Tagen um die Welt

Verkaufsrang: 5626 (Bücher)
Autor: Helge Timmerberg
Gebundene Ausgabe
EAN: 9783871345937
Auflage: 3., Aufl.
ISBN: 3871345938
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Seitenzahl: 288
Erscheinungsdatum: 2. Juni 2008
Verlag: Rowohlt Berlin Verlag GmbH
Preis: EUR 17,80

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Kundenrezensionen zu 'In 80 Tagen um die Welt'

Es kommt auf die Erwartungen an (26. November 2008)

wie ich den vorhergehenden Rezensionen entnehmen kann, spaltet das Buch die Leserschaft. Die Enttäuschten sind Jules-Verne-Fans, die Begeisterten sind Helge-Timmerberg-Fans.

Zugegebenermaßen hat das Buch mit der Reise des Phileas Fogg nur am Rande zu tun. Das liegt aber auch daran, dass Mr. Fogg eine literarische Figur ist und Jules Verne die Reise selbst nicht gemacht hat. Man kann sich also nicht auf die Suche nach Originalschauplätzen begeben. Timmerberg stellt dies aber auch gleich zu Beginn seines Buches klar.

Also interpretiert Helge Timmerberg die Reise sehr frei. Der Leser, der Timmerberg mag, und dem Reisen auch eine philosophische Komponente abgewinnt, kommt voll auf seine Kosten. Allerdings muss man wissen, dass Timmerberg als Person nicht ganz stubenrein ist. Von Sex, Drugs und Esoterik darf man sich also nicht abgestoßen fühlen. Wer gern über Reisen, Rauchen, GoGo-Girls und Diktatoren liest, wird nicht enttäuscht. Wer eine Nach-Reise des Jules Verne Abenteuers sucht, kann nur enttäuscht sein.

Meinen Geschmack hat das Buch voll getroffen. Armchair-Travelling für Backpacker und andere eher alternative Touristen. Einen Punkt Abzug für den zugegebenermaßen dreisten Marketing-Gag mit dem Titel.

Es kommt auf die Erwartungen an (21. November 2008)

wie ich den vorhergehenden Rezensionen entnehmen kann, spaltet das Buch die Leserschaft. Die Enttäuschten sind Jules-Verne-Fans, die Begeisterten sind Helge-Timmerberg-Fans.

Zugegebenermaßen hat das Buch mit der Reise des Phileas Fogg nur am Rande zu tun. Das liegt aber auch daran, dass Mr. Fogg eine literarische Figur ist und Jules Verne die Reise selbst nicht gemacht hat. Man kann sich also nicht auf die Suche nach Originalschauplätzen begeben.

Also interpretiert Helge Timmerberg die Reise sehr frei. Der Leser, der Timmerberg mag, und dem Reisen auch eine philosophische Komponente abgewinnt, kommt voll auf seine Kosten. Allerdings muss man wissen, dass Timmerberg als Person nicht ganz stubenrein ist. Von Sex, Drugs und Esoterik darf man sich also nicht abgestoßen fühlen. Wer gern über Reisen, Rauchen, GoGo-Girls und Diktatoren liest, wird nicht enttäuscht. Wer eine Nach-Reise des Jules Verne Abenteuers sucht, kann nur enttäuscht sein.

Meinen Geschmack hat das Buch voll getroffen. Armchair-Travelling für Backpacker und andere eher alternative Touristen. Einen Punkt Abzug für den zugegebenermaßen dreisten Marketing-Gag mit dem Titel.

Der Weg ist das Ziel (18. November 2008)

Helge Timmerberg startet zu einer Reise, die er eigentlich gar nicht antreten will. Aber sein Vorhaben, Jules Verne auf seinen berühmten "In 80 Tagen um die Welt" in moderner Art zu folgen, ist nun einmal geplant und so zieht er los. Doch ein bisschen besser hätte er sich schon informieren sollen, denn gleich in Venedig stößt er auf ungewohnte Menschenmassen - es ist nämlich Karneval und ausser ihm befinden sich noch Tausende Touristen mehr in der Stadt, die ihm auf einmal so unsympathisch ist. Überhaupt hat sich vieles verändert auf der Welt, die er so gerne bereist und deren Völker er so geliebt hat. Widerwillig,trotzig,suchend, dies sind die begleitende Eigenschaften auf dieser, seiner vorerst letzten Reise und ebenso fühlte ich mich beim Lesen dann leider auch. Der Einband suggeriert Abenteuer, ebenso wie die im Buch enthaltenen historischen Bilder und Karten - nur leider findet keines solches statt.
Dennoch berichtet Timmerberg so sympathisch und zwanglos von dieser Reise und seinen Gefühlen, dass ich das Buch dann trotzdem gerne gelesen und auch oft laut aufgelacht habe, weil der Autor so erschreckend ehrlich ist und man ihm manche Situation so gut nachfühlen kann.
"Der Weg ist das Ziel" sollten diese 20 Kapitel eigentlich heißen, denn mit "In 80 Tagen um die Welt", der Nachahmung des berühmten Romans, hat er das Thema vielleicht ein bisschen verfehlt!
Fazit: Ein Buch für Timmerberg-Fans, kein Ratgeber für Weltenbummler oder Roman für Abenteuerliebhaber!

Der Titel ist das Beste... (13. Oktober 2008)

Ein Buch mit schönem TItel und Klappentext, der exakt auf das historische Vorbild verweist und damit völlig falsche Hoffnungen weckt, die nicht im geringsten erfüllt werden. Fast schon ein Fall für Schadenersatz aufgrund grober Täuschung.
Außer fortdauernder Anspielungen auf eigenen Drogenkonsum und sexuelle Freizügigkeiten, scheint dem Autoren nicht viel mehr einzufallen als karge Beschreibungen von Hotelzimmern abzugeben. Absolut enttäuschend...

"In paradise" (13. Oktober 2008)

"Reise um die Erde in 80 Tagen" gehört wohl zu den populärsten Romanen Jules Vernes. Die futuristisch-utopische, satirisch-humoristische Weltreise des reichen, exzentrischen Engländers Phileas Fogg gemeinsam mit seinem französischen Diener Passepartout im Jahre 1872 begeisterte schon viele Leser. Auf den Spuren dieses legendären Gespanns, sich weitestgehend an die Originalroute haltend, versucht der deutsche Journalist und Weltenbummler Helge Timmerberg im Selbstversuch dieses Abenteuer nachzuspielen.

Die exotischen - vor allem auch unbequemen - Verkehrsmittel auf dem Rücken eines Elefanten, im Heißluftballon, mit dem Raddampfer oder der indischen Eisenbahn hat Timmerberg den heutigen Erfordernissen angepasst. Er geht größtenteils in die Luft, was neben der Zeitersparnis auch andere Vorteile offenbart. "Jules Verne ließ seinen Helden Phileas Fogg mit dem Zug von Bombay nach Kalkutta reisen, und der hat während dieser Fahrt die Frau seines Lebens getroffen, gerettet und mitgenommen. Die Frau des Lebens ist keine schlechte Vision, aber dafür zweiunddreißig Stunden mit dem indischen Zug? Heutzutage kann man auch Stewardessen heiraten. Stewardessen sind überhaupt die besten. Sie sehen gut aus, sind selten zu Hause. Und wenn man selber mal fliegen will, kosten die Tickets nur noch zehn Prozent dessen, was man vor der Heirat bezahlt hat, weil die Vergünstigungen auch für den Ehemann gelten. Stewardessen verleihen Flügel, Stewardessen sind gut im Bett, Stewardessen bleiben immer nur eine Nacht."

Derart salopp und schnoddrig startet Timmerberg zwar nicht in London, sondern im feuchtkalten Februar-Berlin, checkt nach einer Fahrt im ICE in einem tristen Hotel in München ein ("Es wird immer so viel darüber spekuliert, warum Menschen Drogen nehmen. Das Hotelgewerbe hat Antworten") und erlebt den nächsten Tiefschlag im wegen des Karnevals überfüllten Venedig ("Hotelzimmer werden mit Liebe oder Hass eingerichtet (...) Hass ohne Geschmack sieht dann so aus wie das Zimmer 107 des "Marco Polo" (...) 330 Euro, ohne Frühstück"). Es folgen Triest, Brindisi und - nach allseits feuchter und mit Seekrankheit geschlagener Fährüberfahrt - Griechenland, Ägypten, Bombay, Pattaya, Shanghai und Tokio. Dabei versucht der Weltreisende mit Crack, Kaffee, Amphetaminen, Bier, Tee, Joints, Gin Tonic und Tequila seine permanente Reisemüdigkeit in den Griff zu bekommen.

Timmerbergs ziemlich wilde Geschichten, seine permanente Ode an das Rauchen bzw. Nichtrauchenkönnen und die Vielzahl an ganz persönlichen Erlebnisse mit "Frauen, Sex und Cha-Cha-Cha", vorgetragen in nuschelndem, schleppenden Tonfall, erfordern zu Beginn des Hörbuches teilweise recht viel Durchhaltevermögen vom Hörer. Seine individuellen Subjektivitäten nerven zuweilen arg. Doch je weiter sich der Reisejournalist aus Europa entfernt, umso besser wird das Hörbuch. Vielleicht übten die Lehrer und Gurus, die Timmerberg in Asien trifft, einen positiven Einfluss aus. Auf jeden Fall bringen sie ihm bei, dem permanent gegenwärtigen Dämon der Reise abzuschwören, seinen Gefühlen zu folgen und Gelassenheit zu entwickeln.

Im letzen Teil seiner Reise erwartet den Hörer endlich wieder der gewohnt reiselustige und angstfreie Autor. Hier versöhnt Timmerberg mit wundervollen Beobachtungen und wortgewaltigen Beschreibungen von Land, Leuten und zum Teil philosophischen Gedankengängen.
In Mexiko-Stadt fühlt er sich "wie neugeboren in einem schönen und wilden Leben, in einem schönen und wilden Land". Auch wenn der nachfolgende Abstecher nach Kuba nicht mehr das offenbart, was es noch vor zehn Jahren war. In den Neunzigern hatte Timmerberg hier zwei Jahre gelebt. Doch die Leichtigkeit der Karibik ist verschwunden. Kein Salsa ist mehr im Blut der Kubaner, oder besser: er ist unter der permanenten Angst gegenüber dem allgegenwärtigen Staatsapparat in Form von Gummiknüppel schwenkenden Polizisten begraben. "Es glitzert nicht mehr, Havanna hat den Rhythmus verloren, die Lebensfreude ist weg.", diagnostiziert der Autor, "Kommunismus im Endstadium".

Letztendlich landet Timmerberg am achtzigsten Tag gutgelaunt im inzwischen frühlingshaften Berlin und meint, das es zu Hause doch eigentlich am Schönsten ist: "Vor knapp 40 Jahren flüchtete ich aus einem Deutschland, das nicht zu ertragen war. Wer auf Hippies rumhackt, weiß nicht, wie es her in den sechziger Jahren ausgesehen hat. Auf den Straßen, in den Köpfen, in den Tassen. Schon ein Capuccino galt als Gift für die deutsche Lebensart. Damals war Deutschland das langweiligste und intoleranteste Land überhaupt, heute ist es das glatte Gegenteil." Der Reiseveteran will sesshaft werden. Mal sehen, ob ihm das gelingt.

Fazit:
"Reisen ist genauso 'ne Flucht vor dir selber, wie wenn du 'ne Symphonie schreibst. Es ist einfach eine Möglichkeit, mit deinem Gewühle umzugehen. Du kannst es Abenteuer nennen oder Flucht. Es ist meistens beides, halbe-halbe.", erklärt Timmerberg, was durchaus auch auf das Hörbuch angewandt werden kann, das zur Hälfte letztendlich doch noch hörbar wird.
"In 80 Tagen um die Welt" ist ein schnoddriges und locker "weghörbares" Hörbuch des 56-jährigen Althippies Timmerberg, der ein bisschen reisemüde geworden ist.
Neugierig auf die Welt macht er jedenfalls nicht unbedingt, aber vielleicht über sie nachzudenken, dazu regt er durchaus an.

Für mich 3,5 Sterne!

dkb.de

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