Verkaufsrang: 20648 (Bücher)
Autor: Friedrich Dürrenmatt
Autor: Theo Lindner
Taschenbuch
EAN: 9783888055027
Auflage: 4. Auflage.
ISBN: 3888055024
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ManufacturerMaximumAge: 1188
ManufacturerMinimumAge: 144
Seitenzahl: 68
Erscheinungsdatum: Dezember 2007
Verlag: Beyer
Preis: EUR 5,50
Kundenrezensionen zu 'Das Versprechen. Text im Unterricht: Kommentare, Diskussionsaspekte und Anregungen für produktionsorientiertes Lesen'
Das Versprechen (19. Februar 2001)
Ich bin nicht der Meinung, dass Dürrenmatt beabsichtigt hat, Matthäi anders darzustellen als einen 08/15-Kriminalkomissar, wie wir ihn aus jedem x-beliebigen Kriminalroman oder -Film kennen. Aber: "Nichts ist grausamer als ein Genie, das über etwas Idiotisches stolpert". Das Buch ist deshalb "Requiem" auf den Kriminalroman genannt worden, weil Dürrenmatt eben nicht an aalglatte Fälle glaubt, die, wenn sie nur vom richtigen Mann bearbeitet werden, reibungslos vonstatten gehen, sondern ist der Ansicht, dass der Zufall in jedem Fall eine nicht geringe Rolle spielt. Das ist es, was das Buch v.a. in den letzten drei, vier Kapiteln deutlich heraushebt. Zum anderen möchte ich mich zur Atmosphäre äußern, die Dürrenmatt in seinem Buch beschreibt. Ich glaube, es könnte kein besseres Milieu geben als dieses winzige Dörfchen, in dem jeder jeden kennt und folglich auch die ganze Gemeinde sich gegen Fremde abgeschottet hat und solchen gegenüber dementsprechend misstrauisch reagiert. Diese Feindseligkeit liegt zu jeder Zeit, im gesamten Buch in der Luft. Man kann sie spüren, wenn sich die Bewohner des Dorfes vor dem "Hirschen" (Kneipe in Mägendorf, dem Ort der Handlung) beinahe den verdächtigen Hausierer lynchen, wenn Matthäi Schulkameraden des ermordeten Mädchens befragt usw.. Überall ist diese statisch aufgeladene, frustrierte, rachsüchtige, schwüle Atmosphäre anzutreffen, die für mich das Buch so spannend machen (neben vielen anderen Dingen), dass ich es, nachdem ich es zum erstenmal vom Regal eines Bekannten genommen hatte (mittlerweile selbst gekauft), nach zwei Stunden durchgelesen habe. Auch wer den Film gesehen hat, sollte es sich, allein des Schlusses wegen, noch einmal komplett durchlesen - kleine und größere Änderungen werden ihn zwischendurch bei der Stange halten.Atmosphärischer Krimi mit mehr dahinter (9. September 1999)
Bekannter als Dürrenmatts Buch ist dessen Verfilmung. Ein faszinierender Schwarzweißstreifen mit Heinz Rühmann, der für die Rolle des Kommissar Matthäi wie geschaffen zu sein scheint. Diese liebenswerten Bilder einer Graubündener Berglandschaft htte ich vor mir, als ich das "Buch zum Film" las. Manches und besonders das Ende ist anders als im Film. Dürrenmatt selbst hat sein Drehbuch überarbeitet, und die Überarbeitung zeigt, daß es ihm um mehr als nur einen Krimi handelt. Ausgerechnet ein Kinderbild, das niemand ernst nehmen will, ist es, das Kommissar Matthäi auf die Spur eines Kindermörders bringen soll. Seine Kollegen und Vorgesetzten halten ihn für übergeschnappt, der sich bis zum bitteren Ende an seiner These festbeißt. Wird sie richtig sein? Mehreres macht diesen Roman zu mehr als einem Krimi. Er ist nicht gewaltverherrlichend, sondern sie scharf kritisierend. Er hat es sich bewahrt, das Grauen eines Verbrechens auch als Grauen und nicht als Normalität hinzustellen. Es ist, möchte man sagen, fast charakteristisch, daß Hauptgegenstand der Ermittlung eine verrückte, gleichwohl nicht aus der Luft gegriffene These ist. "Das Versprechen" zeigt, wie wenig wir heute noch Zugang zu der Wahrnehmungswelt der Kinder haben. Es zeigt einen extremen Fall von Durchhaltevermögen - ob vorbildlich oder nicht, muß der Leser entscheiden, aber jedenfalls etwas anderes als heutige Lauheit, wo der Aktendeckel zugemacht wird. Ermittlung eingestellt. Fertig. Das Buch zeigt Möglichkeiten und Grenzen von Menschen. Es spielt in einer Lebenswelt, von der sich unser heutiger Alltag einiges abschneiden kann. So ist Dürrenmatts Roman nicht nur spannend, unterhaltsam und literarisch hochwertig, sondern zutiefst nachdenklich und uns anfragend. Ein Krimi mit mehr dahinter. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)Für den anspruchsvollen Krimileser (9. Juni 1999)
Björn Witt und Benjamin DrescherRezension zum Buch „Das Versprechen" von Friedrich Dürrenmatt
Das Buch beschreibt, wie Kriminalkommissar Matthäi an einem Kriminalfall zugrunde geht. Ein ermordetes Mädchen wird von einem Hausierer gefunden. Er wird sofort von den Einwohnern und von der Polizei verdächtigt. Alle glauben an seine Schuld, nur der Kriminalkommissar Matthäi ist sicher, dass er nicht der Mörder ist. Matthäi nimmt den Fall selbst in die Hand, da die Polizei den Fall schon abgehakt hat. Er entdeckt eine Kinderzeichnung, gemalt von dem ermordeten Mädchen, worauf er einige versteckte Nachrichten entschlüsseln kann. Daraufhin stellt er dem Mörder eine Falle: Er lauert in einer Tankstelle auf den Täter, denn er weiß, welche Strecke und welches Auto er fährt. Als Köder benutzt er das kleine Mädchen seiner Haushälterin. Eines Tages nähert Matthäi sich seinem Traum, den Täter zu fangen.
Der Roman ist lesenswert, weil er sehr interessant und lebendig geschrieben wurde. Die Lektüre unterscheidet sich von den anderen Kriminalromanen, indem das Happy End fehlt. Wen das nicht stört und wer auf einen spannenden Fall Lust hat, der sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen!
André Schäfer & Christian Ziegner
Rezension zu „Das Versprechen" von Fr. Dürrenmatt
Das Buch „Das Versprechen" handelt von einem Polizeibeamten mit Namen Matthäi. Er ist am Anfang des Buches ein reiner Verstandesmensch, der nicht auf seine Gefühle hört und weder raucht noch trinkt. Nachdem Matthäi seinen letzten Fall, ein Sexualverbrechen, abgeschlossen hat, soll er nach Jordanien versetzt werden, um dort seine Karriere ausklingen zu lassen. Doch dazu kam es nicht, weil er an dem Fall verzweifelt. Matthäi verspricht der Familie des toten Mädchens, dass er den Mörder finden wird. Dieses Versprechen nimmt er dann so ernst, dass er schließlich besessen wird, den Fall zu lösen. Matthäi fängt an zu rauchen und zu trinken. Später verliert er völlig den Bezug zur Realität.
Das Buch ist jedem zu empfehlen, der gerne Kriminalromane liest und nicht so viel Wert auf Happy-Ends legt. Es ist sehr ausführlich und anschaulich geschrieben und vermittelt dem Leser das Gefühl, in die Geschichte eintauchen zu können.
Das Buch ist sehr spannend, da es einige überraschende Wandlungen enthält, jedoch scheinen einige Umstände etwas weit hergeholt. Nur für anspruchsvolle Krimifans zu empfehlen. Dieser Roman wurde unter dem Namen „ Es geschah am hellichten Tag" verfilmt.
Felix Fabisch & Markus Hartelt
Rezension zu ,,Das Versprechen" von Friedrich Dürrenmatt
Eigentlich soll sich Kriminalkommissar Matthäi, der auf der Höhe seiner Karriere angelangt ist, zum Flug nach Jordanien fertigmachen, um dort ein ehrenvolles Amt zu übernehmen. Da erreicht ihn ein Anruf aus Mägendorf, einem kleinen Ort in der Nähe von Zürich: Ein ihm bekannter Hausierer teilt ihm mit, er habe im Wald die grausam verstümmelte Leiche eines Mädchens gefunden. Matthäis Abflug ist in drei Tagen fällig, doch er fährt nach Mägendorf und verspricht den Eltern des Kindes „bei seiner Seligkeit" nicht zu rasten, bis er den Täter entlarvt hat.
Matthäi ist schon vor diesem Fall kein gewöhnlicher Kommissar. Er ist hochintelligent, zielstrebig und kann Situationen und Menschen perfekt einschätzen und beurteilen. Er ist ein reiner Verstandesmensch und lebt nur für seinen Beruf, weshalb er auch kaum Freunde hat. Nach dem Mord meldet sich sein Gewissen und er wird ein wenig nervös und hektisch. Je länger er an diesem Fall arbeitet, um so mehr verändert er sich. Er kennt nur noch diesen Fall. Er ist besessen, fanatisch und verbohrt. Er fängt an zu rauchen und zu trinken. Keiner kommt mehr an ihn heran. Was ihm am meisten im Nacken sitzt, ist das Versprechen an die Eltern, den Täter zu überführen. Am Ende verkommt er zum Idioten, wird Alkoholiker und hat kaum noch eine Wahrnehmung der Wirklichkeit.
Das Buch ist anschaulich und ausführlich geschrieben und vermittelt dem Leser das Gefühl, in das Buch eintauchen zu können. Es ist sehr spannend, da es eine überraschende Wandlung gibt. Für Leser, die viel Wert auf ein Happy - End legen, scheint das Buch nicht geeignet.
