Aus der Amazon.de-Redaktion
Kinder können nicht zuhören. Und wenn sie es tun, dann schlägt ihnen die Phantasie oft ein Schnippchen, das sie -- oft bis zum Tod -- mit falschen Liedtexten leben lässt. Denn vor allem Kinder sind grausame Verhörer – so wie Frau J. aus Stephanskirchen, die als junges Mädchen felsenfest davon überzeugt war, dass der eigentlich klischeehafte Satz eines mittelmäßigen Seemannslieds („Stürmisch die Nacht und die See geht hoch“) tatsächlich „Stürmisch die Nacht und die Säge tobt“ laute. Für den Münchner Autor und Kolumnisten Axel Hacke sind diese Verhörer von teils schrecklicher Schönheit die eigentliche Quelle unerschöpflicher Poesie: „Der Verhörende schafft sich gewissermaßen aus der Unverständlichkeit der Welt heraus einen eigenen Kosmos, ein Beweis für die kindlich-dichterische Kraft, die vielen von uns innewohnt, ohne dass wir eigentlich etwas von ihr ahnen“, heißt es in dem von Michael Sowa wieder einmal kongenial illustrierten Buch Der weiße Neger Wumbaba. Hackes Meinung nach haben Liedtexter gar die Aufgabe, zum Fehlhören zu animieren.In seiner Kolumne Das beste aus meinem Leben für die Süddeutsche Zeitung erwähnte Hacke einmal einige schöne Exempel für die Freudschen Fehler des Gehörs -- mit der Folge, dass ihn immer neue Zuschriften seiner Leser ereilten, darunter die wirklich überzeugende Umdichtung des Evergreens Der Mond ist aufgegangen von Matthias Claudius, dessen vertonte Gedichtzeilen „und aus den Wiesen steiget / der weiße Nebel wunderbar“ das Gehirn eines Musikenthusiasten folgendermaßen verwandelte: „und aus den Wiesen steiget / der weiße Neger Wumbaba“. Dieses ungleich größere Zitat ziert nun als Titel ein Buch, die Hackes Originalkolumne sowie seine zahlreichen Nachfolger versammelt. Selbst wenn man sich bei manchen der eingesandten Verhörern etwas ohrenreibend fragt, wie das Hirn derlei phonetisch-semantische Kapriolen zustande bringt, so ist Der weiße Neger Wumbaba doch der beste Beweis für die im Buch aufgestellte These, „dass die besseren Liedtexte in den Köpfen der Hörer entstehen.“ Und das ist auf zauberhafte Weise sicher war. -- Thomas Köster
Kundenrezensionen zu 'Der weisse Neger Wumbaba: Kleines Handbuch des Verhörens'
Philosophie im Alltag (3. Dezember 2008)
Dieses Büchlein ist einfach goldig. Der Mensch glaubt zu verstehen, auch wenn er nichts versteht. Jahrelang versteht er z.B. den Text eines Liedes falsch und singt trotzdem unbeirrt und fröhlich mit. Das Schrullige daran: Das Ganze ergibt trotzdem - zumindestens für ihn selbst - einen Sinn. Hier wird auf urkomische Weise klar wie doch alles eine Frage der Interpretation ist. Aus dem Erzbischof wird dann eben der Erdbeerschorsch und auch der hat seinen Platz in dieser Welt.Wunderbar! (11. September 2008)
Also ich kann hier einige Rezensionen überhaupt nicht verstehen geschweige denn nachvollziehen. Was ist an diesem Buch langweilig oder rassistisch!!!! Ich habe Tränen gelacht. Einige Verhörer wurden ja schon zitiert, ich fand auch die von Herbert-Grönemeier-Songs originell ( Schamhaar usw) oder das Lied mit der Läwerwurscht ( irgendwein russisches Kampflied). Einfach klasse, genau wie der Nachfolger. Da erinnert man sich stark an die eigenen Verhörer. Bitte weitere solcher Bücher!Nette Idee, aber eher langweilig (2. September 2008)
Das Buch hält leider nicht, was man sich unter dem Titel verspricht.(Das gilt im Übrigen auch für den zweiten Teil "Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück".)
In meiner Meinung nach eher langweiliger Prosa reihen die Autoren verschiedene Verhörer aneinander.
Ich hatte mir mehr - und vor allem lustigere - Unterhaltung versprochen.
Gut, dass das Buch nicht dick war.
Habe so gelacht!!!! (1. September 2008)
Obwohl ich das Buch schon vor einiger Zeit gelesen hatte, habe ich mir nun noch die CD angehört -und ich habe wieder soooo gelacht!Die "Verhörer" sind einfach köstlich - und eigentlich ist uns das doch auch Allen schon passiert, nicht nur als Kind!
Axel Hacke trägt seinen Text auch gekonnt vor (da war ich skeptisch: geht das auch vorgelesen??? JA!!! Es geht sehr sehr gut!).
Eigentlich bleibt nur noch ein Wunsch offen: MEHR DAVON!!!!
ein paar nette Geschichten, aber den Preis nicht wert (22. August 2008)
Überall hat man von diesem tollen Buch gelesen. Also habe ich mir die CD zum Geburtstag schenken lassen. Leider war ich anschließend ein wenig enttäuscht. Einige Versprecher waren mir schon bekannt(einfach mal Radio FFH hören!)und leider schafft es Herr Hacke auch sprachlich nicht, mich in seinen Bann zu ziehen. Es kommt einem vor, als wäre alles nur von einem Zettel abgelesen.Fazit: Eine CD, die man sich zwischendurch mal anhören kann, die aber ihr Geld leider nicht wert ist.




