Kundenrezensionen zu 'Das Schwarze Auge, Abenteuer, Nr.105 : Blutige See'
Abenteuer im Meer des Schreckens (30. November 2002)
Die „Blutige See" ist auf der DSA-Spielewelt ein großer Teil des Meeres im Osten, zwischen Maraskan und der Ostküste gelegen, der durch die Ereignisse um die Rückkehr des Dämonenmeisters Borbarad zu seinem Namen kam. Die Blutige See ist ja bereits in der Box „Borbarads Erben" schon etwas beschrieben worden, hier folgen nun etliche spezielle Abenteuer dazu. Die Blutige See verdient ihren Namen zu Recht - finden sich hier doch allerlei Piratengesindel, plündernde Seesöldner, die Schiffe des Verräters Haffax, Seeungeheuer, Geisterschiffe, Tangfelder, Mahlströme und einiges Übles mehr. Jedoch der Schrecken aller Schrecken, das sind die Dämonenarchen, die „Bäume, die auf der See wurzeln", und deren Begegnungen man tunlichst vermeiden sollte....Es finden sich in dem Band zwei größere Handlungsfäden, die unabhängig voneinander gespielt werden können. Die erste dieser Rahmenhandlungen ist für Heldengruppen prädestiniert, die sich nicht gerade aus streng gesetzestreuen Helden oder prinzipientreuen Götteranbetern zusammensetzt, die zweite der Rahmenhandlungen hingegen eignet sich vorzüglich für Göttergläubige, Reichstreue und Ehrenhafte.
Beide Teile haben ihren Reiz. Der zweite Szenariostrang bietet den aufrechten Recken Gelegenheit, an Bord der „Seeadler von Beilunk", dem wehrhaften Flaggschiff des Reiches, durch die gefährlichen Gewässer zu kreuzen. Hier findet der Leser allerhand Hinweise und Spielmöglichkeiten zum Leben auf einer Kampftrireme, es fehlen auch nicht die technischen Daten dieses großen Schiffes oder die der Besatzung. Es folgen dann allerlei Begegnungen, Gefahren und Szenariovorschläge, die der Spielleiter je nach Lust, Laune oder Dramatik ins Abenteuer einbauen kann.
Sind diese Abenteuer auf der Seeadler jedoch relativ geradlinig gestrickt (sieht man mal von der Variante ab, daß auch ein „innerer Feind" den Helden zu Schaffen machen könnte), so gefällt die erste Rahmenhandlung fast noch um einiges besser. Sei es, weil hier gleich zu Beginn die Action losgeht, und das gewaltig, sei es, weil gleich zu Beginn die Helden eine unerwartete Wendung erwartet, die sie auf einen Schauplatz bringt, wo all ihre Fähigkeiten zum Überleben gefordert sein werden. Hier bietet sich auch beste Gelegenheit zum stimmungsvollen Rollenspiel, hier sind die Helden auch gefordert, wichtige Entscheidungen zu treffen, die prägnante weitere Auswirkungen auf die Heldengruppe haben können. Und da dieser Handlungsteil auch gerade recht ist für Söldner, Glücksritter, Streuner, Hexen, also alles Personen, die man auf der Seeadler weniger gerne sehen würde, ist fast ein Garant für schöne Episoden. Denn auch in diesem Strang findet der Spielleiter etliche Szenariovorschläge, wie er dieses Erlebnis der Helden weiter ausgestalten oder erweitern kann.
Besonders gut gefällt auch, daß jeder der zwei Abenteuerlinien ein Ziel hat; mehr noch, es ist auch ein Finale enthalten, das beide Handlungsstränge am Ende miteinander verknüpft. Hier geht es dann noch einmal richtig zur Sache, und egal, wie sich die Helden entscheiden oder in welcher Funktion sie teilnehmen, ihre Auswirkungen werden das Gebiet der Blutigen See auf die nächsten Jahre hinaus mitprägen.
Damit gefällt der Kampagnenband „Blutige See" ausgesprochen gut. Auch die Illustrationen sind in Ordnung, die Pläne der Schiffe sind übersichtlich, und die Aufgliederung der Abenteuerteile ist klar und übersichtlich. Das Cover ist passend und düster, zwar kommt Lucio Parrillo nicht an die stimmungsvollen Cover von Tom Thiel heran, aber das soll nicht weiter bemängelt werden.
Mit der „Blutigen See" erwirbt der Spielleiter also eine Menge hervorragendes Material für viele, viele Spieleabende und kann den Spielern auf lange Zeit schaurige Seefahrtsabenteuer präsentieren.
"Blutige See" - besser gehts kaum (30. Juli 2001)
Der 105. Abenteuerband besticht beinahe in jeder Hinsicht: Äußerst spannend wird ganz im Stil der Box "Borbarads Erben" die Situation im Perlenmeer aufbereitet, reichhaltig gefüllt mit Horror und Bizarrem. Gleichzeitig wird sowohl ein spektakulärer Abenteuerplot (die direkte Konfrontation mit einer Dämonenarche), als auch eine große Reihe von "Grundbausteinen" für weitere eigenkreierte Abenteuer angeboten. Das ganze wird abgerundet durch eine gute Handvoll zusätzlicher konkreter Szenariovorschläge. Auch spielgerechtes (nämlich ungenaues) Kartenmaterial über den Maraskansund und Umgebung liegt dem Abenteuer bei. Einziger Nachteil: Um die Seekämpfe angemessen (regeltechnisch) umzusetzen benötigt man die Box "Al' Anfa und der tiefe Süden" oder zumindest die leider schon veraltete Box "Thorwal". Außerdem fehlen dem Abenteur die ansonsten DSA-üblichen Zeichnungen von Caryad.Dennoch: "Blutige See" macht sowohl durch die generöse Aufdeckung bis dato unbekannter Meisterinformationen als auch durch die schaurige Grundstimmung schon beim ersten Durchblättern großen Spaß.






