Kurzbeschreibung
Ralf Sotscheck ist als England-Korrespondent ein ausgewiesener Fachmann in Fragen der Kultur und der Lebensweise der Inselbewohner. In sieben Kapiteln geht er dem merkwürdigen Gebaren der Engländer auf den Grund und untersucht ihre Essgewohnheiten, ihren Sex, ihren Sport, ihre Windsors, ihre Medien u.a.Der Verlag über das Buch
Über den Engländer sind viele Klischees im Umlauf, und sie sind alle wahr: Er hängt an Traditionen; er ist so höflich, dass er sich sogar entschuldigt, wenn man ihm auf den Fuß tritt; er ist sportbesessen, was sich jedoch mehr oder weniger aufs Zuschauen beschränkt; er hält seine Insel für den Mittelpunkt der Welt und fühlt sich anderen Nationen überlegen; er hasst es, Emotionen zu zeigen; er hält Sex für eine ausländische Erfindung, kauft aber massenhaft die Sun mit ihrem nackten Seite-3-Mädel; er findet die englische Küche mit ihren absurden, den Gaumen schädigenden Gerichten vorzüglich. Jeremy Paxman schrieb in seinem Buch "The English", dass die Engländer stets Wärmflaschen an Stelle eines Sexuallebens hatten: "Wie sie sich vermehrten, war eins der Mysterien der westlichen Welt." Statt dessen taten sie ohne zu murren ihre Pflicht. "Meine Güte, ich habe mein Bein verloren", sagte der Graf von Uxbridge, nachdem ihn in der Schlacht von Waterloo eine Kanonenkugel getroffen hatte. "Meine Güte, das hast du tatsächlich", antwortete der Herzog von Wellington. Als in Dublin lebender England-Korrespondent der taz weiß niemand besser Bescheid über die tiefe Wahrheit der Vorurteile, die über die Engländer im Umlauf sind.Über den Autor
Ralf Sotscheck, geboren 1954, lebt seit 1985 in Dublin und ist irischer Staatsbürger. Er arbeitet als Korrespondent für die Berliner tageszeitung. Seine Spezialgebiete sind BSE und das schwarze Gold der Iren, das Guiness. Buchveröffentlichungen u.a.: "Das Auge des keltischen Tigers", "Gebrauchsanweisung für Irland" und "In Schlucken-zwei-Spechte".Kundenrezensionen zu 'Nichts gegen Engländer: Psychogramm eines merkwürdigen Volkes'
Nichts dagegen (23. August 2008)
Ja, das Buch von Ralf Sotschek ist voll von Klischees, ja, das Buch ist bösartig - und gerade deshalb sehr vergnüglich und witzig. Dass über die Engländer hergezogen wird, dass alle Marotten aufs Korn genommen werden, macht ja den Sinn dieses Buches aus. Also: na und?Wer hier ernsthaft etwas Seriöses erwartet hat, wer sich darüber aufregt, dass hier einseitig ein Volk verunglimpft wird, wer tatsächlich ein Psychogram gar erwartet hatte, der sollte sich vielleicht vor dem Kauf eines Buches erstmal richtig informieren. Ralf Sotscheks Buch basiert nämlich auf den taz-Kolumnen, und wer die kennt, weiß ja, was zu erwarten ist. Wer wegen dieses Buches beleidigt ist, dem ist nicht zu helfen.
Es gibt übrigens auch sehr böse Kolumnen über die Neuseeländer und bestimmt auch etliche böse Bücher über Deutsche oder Bayern oder Preußen. Man muss ja nicht immer so pc sein, oder?
Was man dem Buch vorwerfen kann ist, dass es nach einiger Zeit etwas ermüdet, aber man muss diese Kolumnen ja nicht am Stück lesen - und man muss schon gar nicht alles so ernst nehmen.
Ich jedenfalls liebe England und mag die Briten sehr gerne, und auch die Iren. Gerade deshalb kann ich bei der Lektüre des Buches ja lachen.
Konvertiten sind die Schlimmsten (7. August 2008)
Leider ließ ich mich vom Untertitel aufs Glatteis führen und glaubte etwas über England und die Engländer zu erfahren. Doch leider werden nur Klischees referiert. Die Witze bleiben flach.Am Ende ist man schlauer. Ein Neo-Ire, gebürtig aus Deutschland, zeigt, daß er die Befindlichkeiten und Ressentiments seiner neuen Heimat gut verinnerlicht hat. Nach Lektüre dieses Buches denke ich zumindest, nun zu wissen, warum es auch in den nächsten 50 Jahren keine britischen Fußballnationalmannschaften geben wird. Soweit ein Kommentar aus der Nation, die es für Engländer, lt. Herrn Sotscheck, nur im Zusammenhang mit Fußball gibt.
Aber, wie er selbst in seinem Buch sagt, siehe oben!
Vertrauen Sie nicht dem Klappentext (31. Juli 2008)
... nach dem man eine freundlich- augenzwinkerte Beschreibung und Analyse des mehr oder minder durschnittlich- merkwürdigen Inselbewohners erwartet. In der Vorbemerkung wird der Autor dieser Erwartung noch gerecht, aber was dann kommt ist kleinkariert, unspektakulär, teilweise auch geschmacklos und ordinär. Ob Herr Sotscheck sich über die Boulevardpresse, Medien allgemein, unfähige Parlamentarier oder Regierungsmitglieder, Polizei,Bischöfe, verfettete Kinder, Komasaufen usw. ausläßt oder über den britischen Bundespräsidenten (= Queen) und Familie herzieht, so tut er dies ohne Humor, Charme und offensichtlich nicht einmal in dem Bewußtsein, daß die Namen nur ausgetauscht werden müßten, um haargenau bundesdeutsche Realität zu beschreiben. Dabei bleibt es auch nur beim Aufzählen; keine Spurensuche nach den Ursachen für diese Eigenheiten, keine Hintergrundinformationen- eine tiefe Wahrheit, wie sie der Klappentext verspricht, kommt nicht zum Vorschein. Letztendlich ergibt sich ein Sammelsurium unerfreulicher Beobachtungen, die es überwiegend nicht wert sind, sich mit ihnen zu beschäftigen.Wiglaf Droste hat ein Nachwort geschrieben; von ihm habe ich schon besseres gelesen! Aber wenigstens erklären die darin erwähnten Lebensumstände des Herrn Sotscheck wohl zum teil sein bösartiges (nicht boshaftes) Werk. Wie er selbst es in einem Kapitel schreibt: (Aber) Konvertiten sind nun mal die Schlimmsten.
Ich habe mich schon gefragt, ob dieses Buch zuerst für den irischen Markt verlegt und später, wegen grandiosen Erfolges, auch für den deutschen herausgegeben wurde. Wobei die Heftigkeit des irischen Ressentiments gegenüber den Engländern dann wohl nicht in Erwägung gezogen wurde. Aber nein: es sind Kolumnen aus der taz- ich wußte bisher nicht, daß diese Zeitung so niveaulos sein kann!
Als Gegenentwurf empfehle ich die Irland- Kapitel in E.Maletzkes "Very British!" (Nur um die Schwere der Anschuldigungen zu relativieren und Hinweise für die Hintergründe der irisch- englischen Abneigungen zu finden.)
Das Sternchen gibts für die Zeichnungen von TOM; die sind boshaft, nicht bösartig.

