Kundenrezensionen zu 'Eifel-Rallye: 6. Band der Eifel-Serie'
Nicht ganz ernst zu nehmend (24. November 2008)
Der Autor verknüpft mit einem Augenzwinkern eine doch überwiegend recht spannende Geschichte um die Motorsportlobby mit der "Grünen Hölle" und den Eigenarten der Rennsportbegeisterten und den Eifelanern.Wer hier allerdings auf einen realistischen Krimi hofft, wird ziemlich enttäuscht werden, da meiner Meinung nach viel zu viele Personen auf die abenteuerlichste Art und Weise um die Ecke gebracht werden.
Auch der Showdown ist eine so knallige Räuberpistole, dass man wirklich eine gute Portion Humor haben muss, um von diesem Abschluß des Romans nicht allzu sehr enttäuscht zu sein.
Fazit: Ein unterhaltsamer, nicht ganz ernst zu nehmender Krimi für Motorsportfreunde und solche, die es werden wollen.
Der Beste Krimi der Baumeister-Reihe (7. Juli 2008)
Der Beste Krimi der Baumeister-Reihe, den ich bisher gelesen habe! Mit Humor, Spannung, einigen kniffligen Rätseln und noch dreisteren Katzen (Insider) ist der Krimi ein Sahnehäubchen zu den Vorgängern.Statt einer Rückrufaktion eien "Feldpflegemaßnahme" (2. Juli 2008)
Genau letztere plat Andreas von Schöntann, Vorstandsmitglied und zuständig für Entwicklung in einem großen deutschen Automobolkonzern. Eine Rückrufaktion für 270 000 Autos würde in die -zig Millionen gehen; die "Feldpflegemaßnahme" der Automarke aber kaum nenneswerten Schaden zufügen (und viel weniger kosten).Genau auf diese Tatsachen muss, so findet der Journalist Siggi Baumeister heraus, der Motorjournalist Harro Simoneit gestoßen sein, ehe er unter ungeklärten Umständen starb. "Herzinfarkt" lautet die erste Diagnose, doch damit gibt sich Siggi nicht zufrieden. Die weiteren Ermittlungen geben ihm recht. Dass es daneben auch noch eine erkleckliche Summe an Schwarzgeld im Spiel ist, das von einem "Sexualtierchen mit dem Intellekt einer Amöbe" verwaltet wird, findet Siggi zusammen mit Kriminalrat a.D. Rodenstock ebenfalls bald heraus. Und natürlich werden die beiden von ihrer jeweiligen "Herzensdame" tatkräftigst unterstützt...
Der 6. Krimi der "Eifel"-Reihe mit Siggi Baumeister als Amateurdetektiv spielt im Milieu des Rennsports rund um den Nürburgring in der deutschen Eifel. Das Buch, das inzwischen auch schon mehr als 10 Jahre "auf dem Buckel hat", wirkt aber immer noch frisch und spannend - es ist einfach ein sehr guter Krimi.
Folgende "Ingredienzien" mischt Jacques Berndorf sehr gekonnt: zwei sympathische Ermittler (mit ihren liebenswerten Partnerinnen); Eifel-Lokalkolorit; viel Humor (vor allem im Zusammenhang mit den beiden Katzen Paul und Willi); Kritik an den Auswüchsen des Kapitalismus usw.
Fazit: Ein (immer noch) äußerst lesenswerter Krimi!
Wer braucht schon Autorennen? (19. September 2007)
Ich muss zugeben, dass mir der Romanheld Baumeister schon mal prinzipiell sympathisch. Ein Pfeifenraucher muss ein netter Kerl sein und wenn er dann auch noch Katzenliebhaber ist und am liebsten noch weiter aufs Land ziehen will, um endlich seine Ruhe zu haben, kann man das kaum noch toppen.Das Einzige, was für mich bei diesem Buch schief gelaufen ist, ist die Tatsache, dass ich nicht mit dem ersten Band der Serie angefangen habe (ein Fehler, den ich leicht heilen kann).
Die Geschichte ist herrlich verworren, ohne abstrus zu sein und Herrn Baumeister als Icherzähler merkt man seine Vorlieben und Abneigungen durchaus an, was die Personen des Romans authentisch und lebensecht macht. Man glaubt, so jemanden schon mal begegnet zu sein.
Ich habe noch einige 1000 Seiten Literatur im Schrank die darauf wartet gelesen zu werden und auch sonst habe ich viel um die Ohren, aber der nächste Eifelroman ist schon auf meiner Wunschliste. Raten Sie mal welcher.
Rasant (9. März 2007)
Sehr gute Unterhaltung.Als Motorsport-Fan und regelmäßiger (passiver!) Besucher des "Rings" bin ich mit diesem Band in die Eifelkrimi-Reihe eingestiegen.
Dadurch, dass man genau die Tatorte und sonstigen Schauplätze vor Augen hat, fühlt man sich sehr tief im Geschehen drin.
Die von Baumeister, Dinah & Co. geäusserte Anti-Haltung gegen den Motorsport wird durch das Auftreten Motorsport-Verrückter kompensiert und somit ist dieses Verhältnis ausgeglichen.
Ob der Krimi genauso faszinierend ist für diejenigen, die nicht schon mal an der Tankstelle "Döttinger Höhe" gestoppt haben und denen das Flair insbesondere der legendären Nordschleife fremd ist, kann ich nicht beurteilen.
Mittlerweile ist mir durch Lektüre mehrere Eifelkrimis das Berndorf'sche Schema natürlich näher gekommen: Ein Kriminalfall verpackt in ein (zur Enstehungszeit des Krimis) sehr aktuelles Thema. So ist es im ersten Band in Bezug auf den Kalten Krieg und im neuesten Band auf die kritische Betrachtung der katholischen Kirche, die wohl hauptsächlich durch Dan Browns "Sakrileg" angestossen wurde.
Und bei "Eifel-Rallye" war es die Hysterie um Schumi und Ferrari, die Jacques Berndorf wohl zum Nürburgring geleitet hat.
Die Handlungen an sich wiederholen sich also immer ein wenig, dies wird aber dadurch wettgemacht, dass das Geschehen immer in einem anderen Themen-, Orts- und Zeit-Kontext liegt. Daher kommt nie Langeweile auf, und man ist nicht gewillt den Schmöker bei Seite zu legen.
Ein Punkt abzug, weil es sicherlich Literatur gibt die sprachlich, stilistisch und inhaltlich anspruchsvoller ist.
Krimi-Punkte gibt es für dieses Werk aber glatte 5!

