Kundenrezensionen zu 'Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus'
Knapp, zu knapp (27. August 2008)
Der Autor führt auf etwas mehr als 100 Seiten in die Systemtheorie (vor allem der von Luhmann) und den Konstruktivismus ein, erläutert Begriffe wie Selbstorganisation, Kybernetik, dissipative Strukturen, Autopoiesis, operationale Schließung , Strukturdeterminiertheit, Perturbation, strukturelle Kopplung, Koevolution etc.Zum Abschluss gibt es noch eine Kurzzusammenfassung in Form der 10 Gebote des systemischen Denkens.
Leider hinterließ das gesamte Werk bei mir den Eindruck, bei Systemtheorie handele es sich um eine Art Geheimwissen, denn man wird mit einer Unmenge an schwierigen Begriffen und Konzepten konfrontiert, deren Nutzbarkeit und Sinnhaftigkeit aber weitestgehend im Dunkeln bleibt. Ständig fragte ich mich: Was bringt und sagt mir das?
Auch werden viele Theorieentscheidungen zu wenig erläutert. Auf Seite 83 liest man beispielsweise: "Evolutionäre Veränderungen, von der Entwicklungsgeschichte der Arten lebender Organismen bis hin zur Differenzierung sozialer Strukturen, lassen sich ganz allgemein als Abfolge dreier Prozessschritte konzeptualisieren: Variation, Selektion, Retention (oder auch Stabilisierung)."
Andere Evolutionsmodelle (Darwin, Dawkins, Mayr, Mersch, ...) unterscheiden sich davon allerdings ganz erheblich. Auch verwundert es, dass man damit angeblich alle möglichen Evolutionen beschreiben kann. Andere Autoren bezweifeln das.
Warum sich im Buch für dieses Evolutionsmodell entschieden wurde, erfährt man nicht. Letztendlich gilt das für zahlreiche andere Begriffe und Konzepte entsprechend.
Wer die Begriffe der Systemtheorie lediglich auswendig lernen (und geschickt verwenden) möchte, für den dürfte das Buch sicherlich sehr gut geeignet sein, zumal es sehr knapp gehalten ist. Wer Systemtheorie allerdings wirklich verstehen möchte, der dürfte mit dem Werk wohl kaum zurechtkommen.
Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus (9. Mai 2008)
Perfekt und gut geschriebende Einführung mit Blick für das Ganze, in dem Autor bzw. Gesamtbild eben so sympatisch erscheint, als auch zu überzeugen weiß.Ein Meisterwerk (12. November 2007)
Wer sich Kenntnisse in Systemtheorie aneignen will, wird sehr bald feststellen, dass hierzu eine breite Literatur erfordrlich ist, zumal auch noch die Systemtheorie keine vereinheitlichte Theorie darstellt, sondern in unterschiedlichsten Anschauungen besteht, mit zum Teil widersprüchlichen Definitionen. Hier wird alles auf einen Nenner gebracht, die Parallele werden erklärt, sowie die geschichtliche Entwicklung. Wie sich dann der Konstruktivismus aus der Systemtheorie entwickelte wird ebenfalls meisterhaft von Simon dargestellt. Ihm ist einfach ein Meisterwerk gelungen.Eine gelungene Zusammenfassung zum Thema Konstruktivismus(und Systemtheorie) (3. März 2007)
Herr Simon schreibt hier sehr übersichtlich und lesbar. Es gelingt ihm eine wunderbare Darstellung und die Zusammenführung verschiedener Aussagen zum Konstruktivismus.Zum Konstruktivismus
Man sollte jedoch niemals vergessen, dass Konstruktivismus von niemandem definiert wurde. Mit den engeren und weiteren Vertretern des Konstruktivismus gibt es vielleicht 100 Leute, die Bücher zum Thema schreiben. Die meisten arbeiten von unterschiedlichsten gebieten wie Biologie, Psychologie, Literatur, Mathematik usw. und haben daher auch völlig gegensätzlich Ansichten zum Thema. Daher wird mir immer kotzeschlecht, wenn es heißt "Der Konstruktivismus ist so und so" oder "Was sagt der Konstruktivismus eingentlich zu dem und dem?". Aber das ist eine andere Geschichte und das vorliegende Buch kann ich jedem ans Herz legen, der sich mit den Themen Konstruktivismus und/oder Systemtheorie beschäftigen möchte.
Zu Zusammenfassungen
In Zusammenfassungen werden viele Aussagen aus ihren ursprünglichen Kontexten gerissen und anders interpretiert, als es ursprünglich gemeint war bzw. eine Interpretation wurde noch ganz offen gelassen. Das ist ein Dilemma, das man nie vermeiden kann. Dem an dem Thema interessierten würde ich daher auch raten, sich auch mit anderen Büchern zum Thema zu beschäftigen und sich nicht(nur) auf Zusammenfassungen und neuere Bücher zu verlassen.
Weitere Möglichkeiten
Bernhard Pörksen hat mit seinen Interviewbüchern einige wertvolle Zusammenfassungen zu Thema Konstruktivismus gegeben. Diese sind dadurch so wertvoll, dass viele Väter des Konstruktivismus zu Wort kommen und über ihre bisher getroffenen Aussagen nochmals reflektieren.
Nicht nur für Einsteiger (28. Dezember 2006)
Nicht nur für Neulinge, sondern auch für jene geeignet, die sich in Teilbereiche schon eingearbeitet haben und mit einzelnen Konzepten oder Werken vertraut sind. Fritz B. Simon zeigt die Zusammenhänge auf und stellt die diversen Werke, Ideen und Autoren in einen zeitlichen und theoretischen Kontext.Der kompakte, sehr gut lesbare Stil macht Spaß.


