Einführung in die systemische Organisationstheorie

Verkaufsrang: 6743 (Bücher)
Autor: Fritz B. Simon
Broschiert
EAN: 9783896706027
Auflage: 1
ISBN: 3896706020
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Seitenzahl: 128
Erscheinungsdatum: September 2007
Verlag: Carl-Auer-Systeme
Preis: EUR 12,95

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Kundenrezensionen zu 'Einführung in die systemische Organisationstheorie'

Beste Einführung in Niklas Luhmanns Organisationstheorie (8. Juli 2008)

Fritz B. Simon gibt eine Einführung in Niklas Luhmanns Organisationstheorie, die alle Ansprüche an Klarheit, Lesbarkeit und Wissenschaftlichkeit erfüllt. Mit diesem Buch kann man sich innerhalb eines Tages mit den Grundlagen der systemischen Organisationstheorie vertraut machen. Gelegentlich eingestreute Witzchen runden das Leseerlebnis ab.

Philosophen oder BWLer? (1. Januar 2008)

Wir ahnten es bereits lange. Ob als Bürger, der einen Bauantrag stellt, als Mitarbeiterin im öffentlichen Dienst oder als Kunde in der Service-Hotline eines Telefonanbieters: mit zweckrationalem Denken lassen sich Vorgänge in Organisationen nicht erklären...

Fritz Simon geht den Ursachen des Handelns von und in Organisationen auf die Spur. Nach einem Abstecher in die Geschichte der Organisationstheorie und einem Ausflug in die Grundzüge des Konstruktivismus, wendet er sich zügig den Kernprozessen organisatorischen Handelns aus systemtheoretischer Sicht zu. Er beleuchtet die Beziehungen der Organisation zu ihren externen und internen Umwelten, beschreibt die Wirkungen von Strukturen und Kopplungen, beobachtet Organisationen beim Beobachten und erklärt quasi nebenbei die Grundzüge des Spencer-Brown'schen Formenkalküls. In den Kapiteln über Macht, Wandel und Organisation der Organisation liegt sein Schwerpunkt in der Betrachtung der Steuerungsmöglichkeit in Organisationen. Mein Fazit aus diesen Kapiteln: Wer Organisationen aufbauen oder führen will tut gut daran, sich vom einfachen "Ursache-Wirkungs-Denken" zu verabschieden und sich eine eher philosophische, komplexe Betrachtungsweise anzueignen. "Die Aufgabe von Führung besteht daher im Wesentlichen darin, mit Paradoxien, mit Unentscheidbarkeit und Ambiguität umzugehen" (S.122). Fähigkeiten, die eher im Philosophie- denn im BWL-Studium gefordert werden.

Wer sich in der systemischen Fankurve beheimatet fühlt, findet in dem kleinen Büchlein einen prägnanten Zuschnitt der systemischen Theorie aus organisationaler Perspektive. Wer Verhalten und Handeln in Organisationen bisher ohne systemisches Hintergrundwissen betrachtet hat, findet in dem Buch das, was draufsteht: eine Einführung in die systemische Organisationstheorie.

"Auf dem Wege zu einer Theorie der Organisation von Organisation - Klappe, die nächste!" (21. Oktober 2007)

Das Ausmaß, in dem wir einander heutzutage zu rationaler Selbstorganisiertheit anhalten, forciert lebendiges Interesse an den Strukturen, deren Formen sowie Prozessarchitekturen, innerhalb derer wir dies zu leisten suchen.

Daß unabhängig von intuitiven Führungsroutinen oft genug ein reflexiv fundiertes Wissen über Resilienzfaktoren von organisationalem Aufbau bzw. Stagnation und Degeneration u.a. in global agierenden Konzernen fehlt, zeigt sich an den beeindruckenden Einbrüchen, aber auch an der nachlassenden Lösungsfokussierung bspw. öffentlicher Verwaltungen.

In dem Maße, als dieses Buch den State of the Art im Verständnis organisationaler Wachstumsprozesse abzubilden beansprucht, zeigte sich zum Einen, daß dieses Feld noch gründlich am Anfang stünde, was die Integration tragfähiger erkenntistheoretischer Prämissen angeht. Freilich: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Von daher ist dieses Buch sehr geeignet, zu einer faszinierenden Auseinandersetzung einzuladen mit Phänomenen, die uns täglich nicht nur umgeben sondern uns selbst als Person wesentlich ausmachen.

Zum anderen sind die aktuellen Veröffentlichungen zum weltweit faszinierenden Thema der Wachstumsregularitäten von Selbstorganisationsprozessen kaum zu überschauen, geschweige in gebotener Kürze repräsentativ einzubeziehen. Interessante Überlegungen bspw. zum Design von Entscheidungsstrategien innerhalb organisationaler Architekturen sind z.T. tausende Jahre alt.

Auch die Möglichkeiten, um die Tendenzen der Interferenzen u.a. organisationaler Degeneration zu fassen und Entscheider zur Wahrnehmung anderer Entwicklungsverläufe anzuregen, kommen aufgrund des Einführungscharakters der Darstellung eher indirekt, gleichsam als Andeutung vor.

Getreu dem "Höher, schneller, weiter!" folgen wir im Rahmen des kulturell Vorstellbaren unserer schönen neuen Religion des Kapitalismus einem Mythos der Rationalität und finden uns infolgedessen regelmäßig in Katastrophenszenarien wieder; "Alles wird besser und nichts wird gut." Eine Dank konstruktivem Paradoxieverständnis mögliche, systemische = ökologische Kritik am Mainstream von Organisationsentwicklung wird in anderen Veröffentlichungen des Autors deutlicher formuliert.

Das Experiment, sich auf die Suggestionen systemisch - konstruktivistischer Sichtweisen zum Phänomen "Organisation" einzulassen, kann gleichwohl sehr empfohlen werden, zumal der humorvoll - ironische Stil des Autors - und mit originellen Lösungen erfolgreichen Praktikers in Fragen der Organisationsentwicklung - Lesegenuß ohne Reue garantiert.

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