Raskolnikow. Schuld und Sühne. 4 CDs

Verkaufsrang: 99741 (Bücher)
Autor: Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Audio CD
EAN: 9783898132329
Auflage: 1
Format: Audiobook
ISBN: 3898132323
Languages:
ListPrice:
Erscheinungsdatum: 2003
Verlag: Der Audio Verlag, Dav
Spielzeit: 287
von: Raoul Wolfgang Schnell (Herausgeber), Siegfried Wischnewski (Sprecher), Klaus Kammer (Sprecher)
Preis: EUR 22,95

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Audiobook-Rezensionen

Dostojewski ist einer der berühmtesten und anerkanntesten russischen Literaten. Die Liste seiner Bewunderer ist lang: sie reicht von Friedrich Nietzsche über Stefan Zweig und Hermann Hesse bis hin zu Thomas Mann. Vieles, worüber der Autor schrieb, hat er selbst erlebt. Dostojewski war wegen angeblicher staatsfeindlicher Aktionen zuerst zum Tode, dann zu vier Jahren Sibirien verurteilt worden, er litt unter epileptischen Anfällen, kannte Geldsorgen. Die Titel seiner Werke „Der Spieler“, „Die Dämonen“, auch der erste der fünf großen philosophischen Romane „Schuld und Sühne“ zeugen von tiefer Kenntnis der menschlichen Ängste, der Widersprüche und Zwänge in der menschlichen Natur.

„Schuld und Sühne“ ist ein psychologischer Bericht über einen Mord. In äußerster Not lebend, vereinsamt und verwirrt durch unausgegorene Ideen über „große Menschen“, denen erlaubt ist, „lebensunwertes Leben zu vernichten“ plant der Petersburger Student Raskolnikow (der Name bedeutet soviel wie „abgespalten“) eine alte, nichtsnutzige Wucherin zu erschlagen. Mit dem erbeuteten Geld will er sein Studium finanzieren, seiner Mutter und Schwester helfen. Kurz, wieder ein richtiges Leben führen. Aus dem Mord wird durch widrige Umstände ein Doppelmord. Nur durch eine Reihe glücklicher Zufälle gelingt ihm die Flucht. Raskolnikow bricht zusammen, deliriert, sein Körper zeigt immer deutlicher, dass er aus dem Gleichgewicht gekommen ist – doch gibt es faktisch keinerlei Beweise. Wären nicht seine eigenen Gefühle von Einsamkeit und Entfremdung, die Tat wäre gelungen! Die Begegnung mit dem Trinker Marmeladov, seiner im Elend lebenden Familie und der Tochter Sonja, die durch Prostitution Geld beschafft, hilft ihm kurzzeitig. Am Ende zeigt er sich trotzdem selbst an.

In diesem „modernen“ Kriminalroman begleitet der Leser ein Verbrechen und die sich ankündigende Strafe. Das Hörspiel inszeniert die Stationen der Romantragödie beeindruckend minimalistisch – zu hören sind neben den Stimmen nur Schritte auf harten Zimmerböden –, aber unglaublich spannend. Es sind vor allem die pointierten Dialoge, die die psychische Befindlichkeit von Raskolnikow so greifbar nahe machen. Unvergleichliche Höhepunkte: die Gespräche zwischen Sonja und Rodja, bevor er sich stellt, aber auch der intensive Gedankenaustausch zwischen Raskolnikow und dem tiefblickenden Untersuchungsrichter Porfirij. Vollendet wird das Charakterbild Raskolnikows durch die erklärenden Passagen des großartigen Erzählers Siegfried Wischnewski. Ein unvergessliches, brillantes Hörerlebnis! Unbedingt zu empfehlen.

Eine Produktion des WDR, 1960. Hörspiel, Spieldauer: ca.286 Minuten, 4 CDs. Mit Booklet. -- culture.text

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Kundenrezensionen zu 'Raskolnikow. Schuld und Sühne. 4 CDs'

Hervorragendes (Kriminal-) Hörspiel (24. August 2003)

"Schuld und Sühne" von Fjodor Dostojewski ist nach Ansicht von Thomas Mann "der größte Kriminalnalroman aller Zeiten". Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen. Wohl aber, daß es bewegendes und zeitloses Werk ist.

Armut, Leichtsinn und wohl auch Selbstüberschätzung lassen Radon Raskolnikoff, einen Petersburger Studenten, zu einem Doppelmord an einer Pfandleiherin und deren Schwester hinreißen. Glaubte er doch, daß es erlaubt sei "lebensunwertes Leben" - und dazu zählte er die Wucherin - zu vernichten.

Nach der Tat überkommen ihn Ängste und er wird fast wahnsinnig. Mit dem Geld unterstützt er die Familie des Trinkers Marmeladow. Durch die Liebe zu dessen Tochter Sonja, die aus Armut als Prostituierte arbeiten muß, glaubt er eine Zeit lang richtig gehandelt zu haben. Doch schnell bemerkt er, daß ihn nur ein Geständnis und eine angemessene Strafe (Schuld und Sühne)aus seinen Gewissensqualen befreien können.

Dem Hörspiel des WDR aus dem Jahre 1960 bemerkt man an keiner Stelle. Dem Regisseur Raoul Wolfgang Schnell und den für die Hörspielbearbeitung zuständigen Otto Bielen ist die Kürzung des Romans voll gelungen. Siegfried Wischnewski führt souverän und erklärend durch die Handlung. Der leider viel zu früh verstorbene Klaus Kammer als Raskolnikow und Wolfgang Wahl als Sametow liefern sich grandiose Sprachduelle und Hemut Peine spricht den Trinker Marmeladoff als würde er selbst "zur Flasche greifen".

Rund um ein mehr als zu empfehlendes Hörspiel.

Ein Genuß mit Abstrichen (19. August 2003)

Ohne Zweifel ist dies eins der faszinierendsten Hörspiele der letzten Monate, wenn nicht gar -neben Zolas "Nana"- des letzten Jahres; die Inszenierung ein Vorbild für Gefühl und Verstand in der Darstellung eines brisanten, für den Produzenten oft riskanten, Klassikers. Dieses Hörerlebnis projiziert das Petersburger Leben des 19. Jhr. in seinen bezaubernden, melancholischen und grausamen Facetten in den Hörraum, wie es in einer Klarheit leider selten zu finden ist. Man wird mitgerissen von einer Welt die so rührend wie grausam, so phantastisch und zugleich brutal real ist. Das Hörspiel versteht es die sozialen, kulturellen und ideologischen Konflikte, mit einer beeindruckenden Feinfühligkeit darszustellen, den inneren Konflikt Raskolnikows jedoch nur anzuschneiden. In einem Umfang von 4 CD's halte ich es nicht für möglich, auch nur zu versuchen die Kraft des Buches zu übernehmen. Leider entgeht damit jedoch dem, der anstelle des Buches zur Hörversion greift ein entscheidendes Erlebnis des Lesers. Die intensive psychologische Auseinandersetzung, die Raskolnikow in "Schuld und Sühne" mit sich selbst führt, die aber auch den Autor ein halbes Leben lang verfolgte und die am Ende gar vom Leser selbst verinnerlicht wird, bleibt dem Hörer verborgen. Er vermag nicht das zu verstehen, wofür Dostojewski zurecht von fast allen Größen der folgenen Literaturepochen verehrt wurde. Dennoch ist das Hörspiel sowohl Lesern zu empfehlen, die das Werk schon in vollem Umfang genossen haben als auch jenen die es bisher nicht konnten. Letzteren sei -neben dieser Produktion- das Buch oder die bereits veröffentlichte vollständige Lesung, ans Herz zu legen. Nirgendwo wird das Vernebelte in einer Klarheit deutlich, wie in Dostojewskis beschriebenen Übergang von Recht zu Unrecht.

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