Kundenrezensionen zu 'Alexandra - Die Legende einer Sängerin: Ihr Leben - Ihre Lieder - Ihr Tod'
Interessante Biografie (20. März 2008)
Geschildert wird das Leben des deutschen Chanson-Stars der sechziger Jahre. Sehr ausführlich widmet sich der Autor dem Aufstieg, den persönlichen Schwierigkeiten und dem frühen Tod der Sängerin. Sie starb unter misteriösen Umständen auf dem Weg in den Urlaub. Der Autor überlässt es dem Leser, ob er sich nun einer der Verschwörungstheorien anschließt oder nicht. Dass etwas nicht gestimmt hat, wird allemal deutlich. Das Buch beinhaltet eine CD mit den wichtigsten Songs. Das Interview ist in seiner Naivität verblüffend, es wirkt wie aus einer anderen Zeit. Lesens- und hörenswert, wenn man sich für die sechziger Jahre interessiert.Illusionen und Wirklichkeit eines deutschen Schlagerstars (3. November 2007)
Ein Buch nicht nur für Fans von Alexandra, die sich diese erweiterte und aktualisierte Ausgabe bestimmt nicht entgehen lassen, zumal auf der beigefügten CD ein 12-Minuten-Interview mit der Künstlerin zu hören ist.Unverdrossene Fans müssen sowas natürlich haben.
Die Lektüre bietet einen interessanten Einblick in die Mechanismen des so genannten Showgeschäfts, wobei die damaligen Verhältnisse im Vergleich zu heute, was die Verwertungsgeschwindigkeit, die im Spiel sich befindlichen Summen und die Macht und Präsens der Medien betrifft, eher harmlos erscheinen mögen. Immerhin ist Alexandra an diesen Verhältnissen nicht nur gescheitert, sie ist an ihnen zugrunde gegangen,wovon diese gut lesbare Biografie eine beklemmende Ahnung vermittelt, wenn man sich die Fotos anschaut, die in den Text eingefügten Zitate Alexandras liest.
Hinter den Kulissen ein Mensch, der zunehemend in Bedrängnis gerät, ohne es zunächst wirklich zu realisieren. Enorm mal wieder dieser deutsche Muff, der vor allem aus den Fotos aufsteigt, diese Enge der Lebensverhältnisse. Dazu kamen der Druck von Außen, die Erwartungen, Verpflichtungen, Auftritte,Termine etc..
Der Autor hat eine Menge Material zusammengetragen und so aufbereitet, dass sich kritische Distanz und Anteilnahme die Waage halten und er wirft neue Fragen auf. Die Legende hat vielleicht Risse bekommen, aber nicht auf Kosten der porträtierten Person.
Interessant auch für Schlagermuffel.
Spannend geschrieben und gut recherchiert (29. September 2007)
Mit "Alexandra - die Legende einer Sängerin" hat der Autor Marc Boettcher eine gut recherchierte und spannend zu lesende Biografie geschrieben. Von der Kindheit und Jugend der Sängerin mit der unvergleichlichen Stimme bis zu ihrem tragischen Tod führt der Autor den Leser anschaulich durch die geheuchelt heile Welt des Schlagerbusiness und der sozialen Zwänge der Wirtschaftswunderjahre. Die verschiedenen Stationen im Leben von Alexandra verbindet er dabei so geschickt mit ihren Liedtexten, dass diese das bipolare Gefühlsleben der Sängerin - ihre Melancholie und Zweifel auf der einen Seite, ihre Euphorie und ihren Tatendrang auf der anderen Seite - wie ein Spiegel wiedergeben. Besonders wertvoll sind die konsequent kursiv gedruckten Zitate, Auszüge aus Interviews sowie Briefe der Sängerin und ihres Umfeldes. Das Buch ist dramaturgisch so geschickt aufgebaut, dass der Leser förmlich mitgerissen wird in das sich allmählich zur Überforderungskatastrophe eskalierende Leben Alexandras, an dessen Ende Krankheit, völlige Erschöpfung, Tablettenmissbrauch und Tod steht. Im letzten, aktualisierten, Kapitel des Buches, in dem Marc Boettcher den Unfalltod Alexandras rekonstruiert, weist er zu Recht auf die dubiosen Umstände, auf Widersprüchlichkeiten und die ungeklärten Fragen hin, die den Tod der Sängerin begleiten. Dabei fällt besonders positiv auf, dass es dem Autor gelingt, die wichtige und notwendige Distanz zu den gewöhnlich in der Boulevardpresse kolportierten Spekulationen, Verschwörungstheorien u.ä., zu wahren. Komplettiert wird die Biografie durch die beigelegte CD, welche nicht nur die populärsten Schlager Alexandras enthält, sondern auch Kleinode wie "Die anderen waren schuld" sowie ein zwölfminütiges Interview der Sängerin mit Dieter Bröer.Ein paar Kritikpunkte sind dennoch angebracht: Bei den oben erwähnten kursiv gesetzten Zitaten, Interviewauszügen usw. gibt der Autor leider nur selten die Quelle an, worunter die Authentizität erheblich leidet. Auch muss sich der Verlag meine Kritik gefallen lassen, dass die Bebilderung qualitativ eher mangelhaft ist. Die oft nur wenig größer als Passbildformat erreichenden Fotos hätten sicherlich eine sorgfältigere Reproduktion (EBV) und einen Druck auf Kunstdruckpapier (und Einbinden in die Buchmitte) verdient - sei's um den Preis von vielleicht einem Euro mehr pro Exemplar. Dafür muss ich leider einen Stern in der Bewertung abziehen. Als Fazit bleibt dennoch übrig: eine alles in allem absolut lesenswerte und spannende Biografie, die insbesondere für Alexandra-Fans unverzichtbar ist.
Lobenswertes Engagement von Marc Boettcher! (18. April 2006)
Nachdem der vielseitige Berliner Autor und Regisseur Marc Boettcher im Februar 98 seine lang ersehnte Biografie über Alexandra bei KNAUR in München publizierte, erfuhr diese 1969 tödlich verunglückte Sängerin nicht nur hierzulande eine wahre Renaissance. Danach war es nur konsequent, dieses akribisch recherchierte Werk zu überarbeiten und mit den aktuellsten Erkenntnissen von Gutachtern und Kriminologen bei einem anderen Verlag neu herauszubringen. Man könnte ja ein ganzes Buch alleine über Marcs zweite Alexandra-Biografie rezensieren, welche schließlich auch mich zu meinem Werk über Renate Kern inspirierte. Doch ich mache es kurz: Der beste Roman ist letztlich jener, der als exakt recherchierte Biografie das abenteuerliche Leben (und Sterben) einer Person beschreibt, welches an sich schon romanhafte Züge aufwies, weil das Leben selbst noch immer die besten Geschichten schreibt und Wahrheit ihre eigene Sprache spricht! Marc hat diese fundamentale Wahrheit in seinem Buch auf erhabenste Weise mit Leben erfüllt. Möge es noch viele zufriedene Leser finden und auch der Berliner Parthas-Verlag seine Publikation nie bereuen!Wolfgang Miko aus DA






