Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Meister selbst hat behauptet, nur das Cover habe dieses sein "kommerziellstes" Album über anderthalb Millionen Mal weltweit verkauft. Es zeigte Frank Vincent Z. von seiner arabischen Seite zu einer Zeit, als Punk die Rockwelt aufmischte. Vielleicht war es ein Zeichen von beginnender Altersweisheit, nun den Omar Sharif zu geben, vielleicht war es einfach nur Dusel, dass ein Massenpublikum die Botschaft von "Bobby Brown" und "I'm So Cute" akzeptierte. Vielleicht war auch die westliche Zivilisation schon Anfang der Achtzigerjahre am Ende. Ein DJ in Norwegen soll mit dem Power Play von "Bobby Brown" angefangen haben, bis daraus einer der größten Disko-Hits wurde. Ironie kennt keine Gnade. Da mochte Zappa auf derselben Scheibe die Tanztrottel geißeln und kiloweise klitzekleine Baby-Schlangen auf die Tanzfläche schmuggeln, die Generation der Jungkonsumer hatte Spaß an dem skurrilen älteren Herrn mit der legendären Vergangenheit und fand die Dylan-Parodie von "Flakes" zum Mitschunkeln endgeil. Ein echter Pyrrhus-Sieg. --Carl-Ludwig ReichertKundenrezensionen zu 'Sheik Yerbouti'
Schade ! (6. Juni 2008)
Finde Zappa langweilig und wenig hörbar. Muss man eigentlich bekifft sein um diese Musik zu verstehen und toll zu finden, denn alle mir bekannten Zappa Versteher haben gerne mal ne Tüte geraucht ?Das bekannteste Lied der Platte Bobby Brown ist mir stinkend langweilig und ich schalte seit jeher das Radio aus,weil es mir wie deutscher Schlager auf den Geist geht !
Tolles Einstiegsalbum (22. Juni 2006)
Zappa-Alben immer nur an seinem Gesamtwerk zu messen macht keinen Sinn, weil dann zu viele Perlen unter den Tisch fallen würden. Darum beurteile ich diese Platte einfach mal so, wie ich sie damals vor etwa 20 Jahren als absoluter Zappa-Ersthörer empfunden habe. Und da war sie für mich ein riesiger Fundus an neuen Klängen und Möglichkeiten, weit abseits des Mainstream-Rocks und (natürlich) in einer anderen Galaxis als jeglicher Charts-Schrott. Klar ist das alles schon mal auf älteren F.Z.-Platten zu hören gewesen. What the fuck? Hier ist alles beieinander, und als Neuling muss man sich ja nicht unbedingt gleich Lumpy Gravy antun, oder?Fazit: Liebe Jugendliche, kauft diese CD, hört sie euch an und erfahrt, wie Rock mal geklungen hat, bevor die gigantischen Majors auch den letzten Rest an Innovation plattgebügelt haben.
Ist schon OK, es gibt aber besseres von FZ !!! (22. Februar 2004)
Ungeübte Ohren werden auch auf diesem, Zappas erfolgreichstem Album genügend Sperrigkeiten und Abweichungen vom Durchschnitt des damals üblichen vernehmen. Eingefleischte Zappafans dagegen waren nach Erscheinen mitunter ein wenig ratlos: Trotz glänzender, flüssiger Produktion (die meißten Basictracks waren live eingespielt und im Studio mittels "overdubbing" auf Disco-kompatiblen Supersound getrimmt), exzellenten Begleitmusikern und einem offenbar sehr gut gelaunten FZ himself schlich sich irgendwie der Eindruck ein: Zappa lässt langsam nach, alles schon mal so oder ähnlich dagewesen, und überhaupt alles kommerzieller und glatter als sonst!Unterm Strich: das stimmt alles, die Songinhalte wirken (von Zappa) altbekannt, die musikalischen Kapriolen ebenso, und im ganzen ist es wirklich die gradlinigste und rockigste Zappaplatte bis dato.
Trotzdem, ich habe dieses Album zigmal gehört, mich dabei stets sehr gut unterhalten gefühlt und möchte es nicht missen, eine wahre Powertour vom ersten bis zum vorletzten Song, denn bei "Yo Mama", der Abschlussnummer, ist dem Meister für meinen Geschmack dann doch die Puste ausgegangen. Zu Beginn geht das Gitarrensolo zwar richtig gut zur Sache, wird dann aber gegen Ende hin immer pompöser, schwülstiger und nichtssagender. Die grauenhaft uninspirierten keyboards (die mich auch an anderen Stellen des Albums nerven) tun ihr übriges dazu und damit ist diese Nummer für mich leider der einzige wirkliche Wermutstropfen dieser Produktion (es gibt allerdings auch zahlreiche Fans, die genau dieses Stück ganz besonders mögen).
Am besten gefiel mir auf der alten Doppel-Vinyl übrigens die Seite 2 (also auf der CD von "Jones Crusher" bis "Sheik Yerbouti Tango"), anfangs auch - klar - wegen "Bobby Brown", später dann vor allem wegen des collagenhaften Aufbaus und der Instrumentalnummern: "Rat Tomago", ein Wahnsinns-Solo, live in Berlin aufgenommen, das so richtig schön heiß und dreckig daherkommt, "Rubbershirt", bei dem Patrick O'Hearn zu einer Rhythmusspur von 1974 den Bass zupft, und dann halt der "Sheik Yerbouti Tango", dessen Idee einer besonders vertrackten, die Beine brechenden Tanzmusik zwar schon uralter Zappastandard ist, hier aber trotzdem hochenergetisch und frisch dargeboten wird. Für mich ein Highlight der Platte, weil es nicht ganz so kalkuliert und risikofrei klingt wie - leider - vieles andere hier.
Ansonsten gibt es nämlich mal wieder Songs zuhauf, die den bekannten Rundumschlag Richtung "American Way Of Life" abliefern und aktuelle Trends durch den Kakao ziehen. Außerdem trieft die Platte (ebenfalls zum wiederholten Male) dermaßen von derb-sexuellen Inhalten und Anspielungen, daß man sie eigentlich mit Gummihandschuhen anfassen müsste. Ziemlich gelungen finde ich das schleimig-schmalzige "I Have Been In You" (wovon das wohl handelt...), die Ode auf unzuverlässige, kalifornische Handwerker "Flakes" (enthält übrigens auch eine sehr überzeugende Dylan-Verarsche), die Punk-Parodie "I'm so cute" und das sehr spannungsgeladene "City Of Tiny Lights". Sehr gediegen ist auch noch "Wild Love", bei dem sich Zappa kompositorisch die meißte Arbeit gemacht haben dürfte.
Insgesamt gesehen gehört "Sheik Yerbouti" zu den Zappaplatten, bei denen man als noch unerfahrener Interessent wenig falsch machen und sich auch einen guten Eindruck von Zappas hochkarätigem Format machen kann, und wo auch immer noch gehörig die Post abgeht. Wenn man aber bedenkt, das Zappa einst wegen seiner kompromisslosen Waghalsigkeit berühmt wurde, dann gibt es zum Einstieg auch noch wesentlich besseres von ihm.
Sheik Yerbouti ist genial (16. Dezember 2003)
Frank Zappa war genial.Auch dieses Album verdeutrlicht dies.Tatsache ist aber auch,dass mit Zappas Ableben 1993 ein grosses
Loch gerissen wurde.
Emotional tat Jon Lennons Weggang weh,allerdings war Zappas
Abschied bedeutender.
Sein Albtraum ist wahr geworden.Mit Dieter Bohlen hat das
Musikgeschäft das erreicht,wovor es Frank immer gegraut hat.
Dieter Bohlen ist nur ein Nebeneffekt,Trevor Horn ist da
subtiler.
Was fehlt eigentlich ? Ein Störer wie Frank.Jemand,der das
Unbehagen und Missverhältnis rational analysiert sich aber dann
doch auf die Ebene des gemeinen Volkes hinablässt um dem Volk
die Augen zu öffnen.
Zappa hat immer reagiert und vieles auch vorweggenommen.
Seit Zappa tot ist,fehlt eigentlich das Salz in der Suppe.
Da können all die ehemaligen Zappa Musiker ein Tribute concert
machen,es ist nicht im Sinne Franks.
Entsprechend blutarm sind diese Veranstaltungen.Sie stehen in der
Vergangenheit,schaffen nichts Neues.
Nicht im Sinne Franks....
SheikdeinenBody war seinerzeit irgendwie Mainstream.Aber die
Botschaft war,es wird noch schlimmer als ihr denkt.
Zappa machte Musik für die Gegenwart,ohne Zappa ist sie blutleer.
ZumAlbum gilt zu sagen,geniesst es einfach.






