Aus der Amazon.de-Redaktion
Wenn Sie bislang nicht vom Durchhaltevermögen von The Verve überzeugt waren, dann sind Sie das mit Sicherheit jetzt. Bevor Urban Hymns herauskam, fragten sich skeptische Zeitgenossen, ob diese Band jemals wieder an die Schlagkraft ihrer früheren Werke herankommen würde, zumal ihr Oeuvre damals, 1995, von der Mehrzahl der Kritiker als nichtssagende, romantische Verirrung belächelt wurde. Man muß The Verve aber eines lassen: Trotz Streichersätzen, Pianosoli und Slide-Guitar blieben sie ihrem düsteren Shadow-Rock stets treu. Nirgendwo wird diese aufsehenerregende Mischung deutlicher als in dem epischen Single-Hit "Bitter Sweet Symphony". Aus dem Vollen schöpften sie auch auf den übrigen Stücken des Albums: Die schmerzhaft tief empfundenen Balladen stellen The Verves derzeit eindrucksvollste Leistung dar und beweisen die Beständigkeit ihres Einflusses auf die Musikszene. --Lucas HilbertKundenrezensionen zu 'Urban Hymns'
Ganz großes Kino (27. Oktober 2006)
Dieses Album ist meiner Meinung nach das Beste, was The Verve jemals produziert hat. Es gibt nur ganz ganz wenige Alben, die man durchhören kann, weil wirklich jeder Track genial ist. Dieses gehört defintiv dazu.Als ich damals, als das Album erschien, diese CD durchhörte änderte sich im Laufe der Zeit mein Lieblingslied auf der CD und mittlerweile war - bis auf Neon Wilderness - jeder Track schon mal mein Lieblingstrack. Jedes einzelne Stück hat Ohrwurm-Charakter. Unglaublicherweise bleibt trotzdem noch Platz für sehr poetische, teils tiefgründige Texte. Es handelt sich hier definitiv um einen künftigen Evergreen.
Schade nur, dass The Verve sich aufgelöst haben. Ich war damals auf einem Konzert in der Philippshalle (ich glaube das war sogar das letzte gemeinsame Konzert, weil danach die Tour abgebrochen wurde). Live - und das habe ich auch noch nie erlebt - klingen die besser als auf CD - so ein Hammersound, wahnsinn. Nichtsdestoweniger ist die Klanqualität der Tracks auf der CD hervorragend.
Also: absolute Kaufempfehlung
* * * * * (13. Januar 2005)
Ein ziemlich geniales Album. Musikmäßig eher ruhig, etwas psychedelisch anmutend und recht gitarrenlastig - irgendwo generationsübergreifend zwischen den 60er Jahren und heute angesiedelt. Viele klasse Songs, "Bittersweet Symphony" ist ein überragendes Stück.Die Sonnen- und die Schattenseiten (28. September 2004)
"Bitter sweet symphony" - schon der Titel des Openers zu diesem gleichermaßen hochmodernen wie traditionell-folkloristisch angehauchten Rock-Album gibt die Richtung für das Album vor.Bittersüß, wie das Leben, wie die Liebe - unvorstellbar, wie man dem fühlenden Menschen mit Rock-Musik tiefer und treffender aus der Seele sprechen kann als es hier auf "Urban hymns" der Fall ist.
"I need to hear some sounds that recognize the pain in me" heißt es im ersten Stück, für das der geniale Richard Ashcroft ein Jagger/Richards-Motiv aufgriff, einen eigenen Text hinzufügte und mit seinen Leuten von der Arrangement-Abteilung eine atemberaubende Kombination aus Klassik und Rock herstellte;
ich brauche es, dass man meinen Schmerz versteht, ich muss mich in den bittersten Momenten ausdrücken. An anderer Stelle heißt es hingegen: "I let the melody shine, let it cleanse my mind, I feel free now" - das fasst schon zu Beginn perfekt die heilende Wirkung dieser Musik zusammen.
Man betrachte "Sonnet" und "The drugs don't work" - prägnante Riffs zelebriert von einer wahren Harfe von Rhythmusgitarre, ein stetiger, aber dezenter Rockbeat, butterweiche, immerzu passende Orchester-Arrangements und darüber die Gesangsmelodie, von Richard Ashcroft mit so viel Schmerz, aber so viel Herzenswärme erdacht und vorgetragen - man ist den Tränen nahe.
"Here we go again and my head is gone" - "If heaven calls I'm coming, too...if you leave my life, I'm better off dead"...ohne Worte.
Dazwischen: "The rolling people" - psychodelischer Rock, Sphärenklänge, geheimnisvolle Zeilen, gepaart mit erdiger Rock-Gitarre; fühle, wie das simple Riff dich packt und fasziniert, wie du innerlich im Rhythmus mitgehst - "I got one more life - can you see it wasting away?" - wer hat sich das noch nicht in irgendeiner Form gefragt.
Es folgen "Catching the butterfly" und "Neon wilderness" - das zweite experimenteller als das erste, beide verwoben, verworren und verstörend, beide im Schatten des vorherigen Songs "Drugs" und des nächsten Stücks:
"Space and time" - die Sonnen- und Schattenseiten der Liebe; wie perfekt Ashcroft sie hier erfasst...ist logisch nachvollziehbar, aber unbeschreiblich schön - das Hauptriff, durchaus kraftvoll, dennoch emotional nicht allzu fesselnd, einer sachlichen Analyse gleichzusetzen: "There is no space and time to keep our love alive/We have existance and it's all we share"; dann ein ruhiger B-Teil, der andeutet, dass es gleich zur Sache geht. Was hält den Sänger bei seiner Liebe, mit der er scheinbar nur noch seine Existenz teilt? Die alles erschütternden Akkorde der E-Gitarre setzen ein, und da singt er es sich aus voller Lunge vom Leib, so einfach, wie es nun mal ist: "I just can't make it alone!!!"
"Weeping willow", düster, vernebelt, aber mit poppiger Song-Struktur, die Gesangsmelodie des Refrains klingt wie der Ansatz zu der bei "Champagne supernova" von Ashcroft's Freund Noel Gallagher, verliert sich aber in den sphärischen Klängen des Songs. Was folgt nun?
"Lucky man", eine simple Akkordfolge, ein perfekter Pop-Song für höhere Ansprüche - jeder, der sich bei Radio-Stationen mit gehobenem Mainstream-Pop-Programm wohlfühlt wird die "Happiness - more or less"-Hookline wiedererkennen.
Süßlich und positiv-nachdenklich gestimmt geht es auf "One day" zu, etwas rockiger auf "This time" - und dann...
...dann wird der emotionale Höhepunkt von "Sonnet" oder "Drugs" getoppt: "Velvet morning" - es beginnt mit einer Akustikgitarre, mit simplen Tönen simpler Akkorde, bis ein sphärischer Klangteppich und ein betörend langsamer Grundbeat einsetzt.
Ashcroft's Stimme ist verfremdet, kommt ganz weit aus der Tiefe des Raumes, kommt mit einer dezenten Melodie daher und freut sich: "Another velvet morning for me". Nach Strophe 2:
Verdoppelung des Tempos, und ein zutiefst ehrlich empfunden wirkender Schmerz in Text und Melodieführung über 3 Grundakkorde in Dur - "My feelings they've always been betrayed" - "Don't you find that it's lonely?...Life is a game you tried/life is a game you're tired"...hier hab ich wirklich fast geweint...so viel Schmerz, aber so viel Kraft in der Musik, so viel Ausdruck, so viel Traurigkeit und so viel Schönheit und Grazie: "You're beauty is a colour sorround" - ich weiß nicht, was ich noch dazu sagen kann.
Ein agressiver Abschluss, stilistisch "The rolling people" ähnelnd, bietet "Come on!", kraftvolle Rock-Riffs müssen sein!
Ein emotional derartig ergreifendes Werk; ich geh innerlich steil wie der junge Werther vor seiner Lotte...Ashcroft rules!
Genial! (31. August 2004)
Diese CD habe ich 1997 gekauft, es ist noch immer meine Meistgehörte. Unglaublich, jeder Track ist ein Meisterwerk."Bittersweet Symphony" ist übrigens NICHT von Mick Jagger bzw. den Rolling Stones geschrieben, wie oft behauptet wird. Es wurde lediglich ein kleines Sample aus einer Akustikversion von "The Last Time" verwendet. Der Text und das berühmte Streichersample ist 100% Ashcroft / The Verve.
Unglaublich (7. August 2004)
Dieses Album ist einfach nur der Hammer, mal abgesehen dass Bitter Sweet Symphony und The Drugs Don't Work geniale Werke sind, hat auch This Time eine wunderbare Ausstrahlung.Aber auch die anderen Titel sind super.
Man muss diese Scheibe einfach haben.






