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Eigentlich war die eindrucksvolle Zeitraffermetaphorik von Godfrey Reggios Koyaanisqatsi eine Begleitung von Philip Glass Musik -- und nicht umgekehrt. Betrachten Sie es mal so: die Musik kann man sich ohne den Film anhören; umgekehrt würde man es nie machen. Okay, man ist vielleicht nicht pfeifend aus dem Kino gekommen (obwohl ich mich erinnern kann, daß ich einige Zeit immer wieder dieses faszinierend tiefe "Koyaanisqatsi" vor mich hin gesungen habe)-; aber auf jeden Fall gehört diese Musik zum dramatischsten und mächtigsten, was Philip Glass je geschaffen hat. Ein Muß für jeden, der an moderner Filmmusik -- oder moderner Musik überhaupt -- interessiert ist. --Jim EmersonKundenrezensionen zu 'Koyaanisqatsi'
Geniales Werk (25. Februar 2008)
Eine wirklich geniale Komposition. Den gleichnamigen Film kennt bestimmt jeder. Dieser lebt ganz entscheidend von seiner wunderbaren, einerseits minimalistischen, andererseits wiederum sehr emotionalen musikalischen Untermalung. Aber auch ohne den Film ist "Koyaanisqatsi" ein beindruckendes Werk, das für mich keine einzige schwache Stelle besitzt: Moderne E-Musik von ihrer besten Seite, die deutlich macht, wie fließend die Grenzen zwischen E und U sein können.Die Geschichte unseres Planeten (19. Juli 2005)
Man kann der starken Wirkung der Bilder dieses Films nicht entgehen. Dort sieht man tatsächlich die Geschichte der Welt von den Anfängen (Höhlenzeichnungen) bis in die "Jetztzeit" (Raumschiff), das ganze unterlegt von der Musik von Philip Glass. Über deren künstlerischen Anspruch kann man geteilter Meinung sein - die einen, vor allem Menschen aus dem Neuen Musik Bereich können mit ihm überhaupt nichts anfangen, da er sich der Mittel der Tonalität bedient und sie es deshalb als anspruchslos erachten - die anderen die sich vor allem für den Aspekt der Phasenverschiebung (Minimalmusic) interessieren sind begeistert wie ähnlich Musik und Bilder in diesem Werk zusammenarbeiten. Philip Glass gehört zu den sogenannten Minimalisten wie Steve Reich oder Terry Riley die jedoch alle ihren anderen Weg gefunden haben - jedoch blieb ab den 1980`er Jahren nurnoch ein letzter Funken von dem was man ursprünglich Minimal nannte - die Qatsi-Triologie. Ursprünglich sah man sich als Gegenbewegung zum europäischen Serialismus der vorallem durch Boulez geprägt war. Eine ähnliche Bewegung mitte der 1960`er Jahre war der Sonorismus der ähnlich mit den rythmischen Überlagerungsprinzipien fungierte aber zwölftöniges Material anstelle der harmonischen Komponente benutzte. So enstanden bei Ligeti irgendwo auch "minimale" Werke aber halt aus Sichtweise der europäischen Avantgarde. Jedoch ist der Konflikt zwischen europäischer und amerikanischer Auffassung noch lange nicht vorbei. Die einzige Schnittstelle sind wohl Komponisten wie John Cage und Morton Feldman, die sowohl von den amerikanischen Minimalisten, als auch von den Europäern geschätzt werden weil sie einen "dritten Weg" gefunden haben. Die Qatsi-Triologie jedoch ist für mich der letzte Funke der Minimal Music und die Bilder sind hochgradig beeindruckend.Minimalismus @ Its Best (30. Januar 2004)
WoW! Tolle Musik!Wers minimalistisch mag und vielleicht auch etwas melancholisch ist hier richtig! Natürlich sollte man sich dazu auch den Film anschauen (beeindruckende Bilder!), doch die Musik alleine hat schon eine fast hypnotische Kraft!
Wirkt auch ohne Bilder (4. September 2002)
Wer die sugestive Wirkung des Films "Koyaanisqatsi" erlebt hat, wird vermutlich Bild und Musik des Films als kompositorische Einheit empfunden haben. Wäre der Film ohne Glass' herausragende, bisweilen quälend monotone und aufreibende Musik denkbar? Kaum. Kann man sich auf der anderen Seite die Musik ohne die Bilder vorstellen? In dieser Frage war ich skeptisch, konnte mich aber nach dem Kauf der CD davon überzeugen, dass die Musik auch ohne die Filmbilder trägt.Ein Soundtrack der besonderen Art, den man nicht auflegen sollte, wenn man Gäste unterhalten will.
Kongenial (20. März 2002)
Philip Glass ist ein Genie. Und das war er auch schon vor zwanzig Jahren. Es gibt wohl niemanden, der so genial Minimalmotive aufeinander abstimmt und dermaßen gewagte Chorbegleitungen einsetzt. Zugegeben: Die Musik ist nicht Jedermanns Sache. Sie scheint experimentell und gewagt. Aber das macht es auch aus. Es ist anders. Und wer Glass bisher gut fand, der wird ihn hier im Extremum erleben.Was mich besonders fasziniert: Der Kontrast. Man findet sowohl ganz ruhige und meditative Stücke, doch schnellere, hektischere Stücke gibt es ebenso. Zwar ist meiner Meinung nach Powaqatsi noch besser, doch in Sachen Ausgeglichenheit ist dieses Album unschlagbar - Powaqatsi mag da manchem vielleicht zu schnell und nervös sein.
Schade, dass es nur 45 Minuten sind, die man auf dieser CD findet. Es hätten ruhig mehr sein können. Aber die gibt es ja auf dem Re-Release von 1998.




